Autist und Schule

    • (1) 21.06.19 - 21:11

      hallo ihr Lieben!
      ich muss mich mal kur auskotzrn. Es geht um unser 9 Jährigen sohn er ist Autist. Mein Mann und ich habe uns Entschieden gehhabt das er weiterhin die Regelschule im 3 Schuljahr besucht. Dan fragt er unser Sohn der sagt ihm er will zur anderen Schule es ist ein Förderschule und macht auch gleich alles fest. Die Schulbegleitung ist jetzt total beleidigt. Er kann doch nicht allein 9 Jährigen Entscheiden lassen welche Schule er Besucht

      • Ich hoffe es geht dir jetzt besser.

        Ganz ehrlich...das Problem liegt weder darin, dass dein Sohn behindert ist, noch dass dein Sohn seine Schule selbst erwählt hat - dein Problem liegt in der Kommunikation mit deinem Mann.

        Warum soll ein 9-jähriger seine Schule nicht selbst auswählen dürfen? Es klingt ziemlich brutal, dass dein Mann und du sich über den Kopf des Kindes hinweg entschieden haben, welche Schule er besuchen soll - irgendwie scheint im letzten Moment wenigstens deinem Mann noch der Gedanke gekommen zu sein, den Betreffenden überhaupt mal nach seiner Meinung zu fragen.
        Warum redest du nicht mal mit eurem Kind und deinem Mann, was der Grund für diesen Schritt war? Vielleicht haben sie dich ja absichtlich ausgeschlossen...(nur eine Vermutung?) ...wollte das Kind vielleicht schon immer auf die Förderschule und du hast gar nicht bemerkt und grundsätzlich überhört, wie hoch der Leidensdruck auf der Regelschule war?

        Die Schulbegleitung wäre mir herzlich egal. Zumal ja jetzt sowieso ein neues Schuljahr ansteht mit neuen Anträgen. Ihr Vertrag endet doch sowieso.

        • (3) 23.06.19 - 15:43

          "Warum soll ein 9-jähriger seine Schule nicht selbst auswählen dürfen? "

          Weil es hier nicht um Grundschule A oder B geht, die beide im Prinzip gleich sind, sondern um eine Grundsatzentscheidung.

          Förderschulen eignen sich in Deutschland leider seltenst für Autisten.
          Meistens sind die Autisten da massiv unterfordert. Dafür reicht schon normale Intelligenz aus.
          Wenn das Kind da vor Langeweile die Wände hoch geht, ist auch keinem geholfen.

          Das kann ein 9-jähriger aber überhaupt nicht einschätzen.

          "Es klingt ziemlich brutal, dass dein Mann und du sich über den Kopf des Kindes hinweg entschieden haben, welche Schule er besuchen soll "

          Es klingt brutal, einem 9-jährigen eine solche Entscheidung aufzudrücken.

          Grenzenlose Entscheidungsfreiheit ist eine Zumutung für Kinder.

          Die Eltern haben eine Fürsorgepflicht und mehr Reife und Lebenserfahrung und sind dafür da, bei schwierigen Entscheidung, notfalls über den Kopf der Kinder, das beste für sie zu entscheiden.
          Mit einem Teenager kann man so etwas zusammen beschließen.

          Der Junge hier ist aber erst 9 und je nachdem, wie stark seine Behinderung ist, wird er selbst als Teenager nicht in der Lage sein, eine solche Entscheidung zu treffen.
          Manche Autisten müssen ihr Leben lang betreut werden.
          Asperger Autismus ist nicht immer Kleinkram von wegen "der tickt nur ein bisschen anders".

          • (4) 23.06.19 - 17:51

            Danke für die Belehrung, was Asperger ist - ich denke das weiß ich auch so, nachdem ich einen eher leicht und einen eher stark betroffenen Autisten als Sohn habe.

            Meine Söhne hatten grundsätzlich ab der 1. Klasse ein Mitspracherecht, wo sie beschult werden wollten. Bei der letzten Schule haben sie das vollkommen allein entschieden. Wie kann ich mich erdreisten eine Entscheidung zu treffen? Sie haben in mehreren Schulen in den in Frage kommenden Klassen jeweils über eine Woche hospitiert. Ich war da nie dabei. Der Schulleiter kann mir doch im Gespräch alles Mögliche erzählen. Wichtig ist doch nicht, wie toll die Schule ist, sondern ob sie in der Klasse gut aufgenommen werden und ob sie mit den Lehrern klarkommen.

            Meine Kinder haben schon Förderschulen, normale staatlichen Schulen (inklusiv) und Privatschulen (inklusiv) besucht. Mal abgesehen von einem Internat (was ich ehrlich gesagt nicht mitmachen würde, ganz besonders nicht bei meinem Jüngsten und seiner Essproblematik...ja, Frühkindlicher Autist mit allen Extras, die es gibt) haben wir alles durch. Ok...eine normale Regelbeschulung ohne Förderbedarf und Teilhabeassistenz ist nicht möglich, jedoch wird der Große zumindest lernzielgleich beschult.

            Wenn bei uns die Frage einer neuen Schule Anstand, wurde hospitiert und die Kinder und ihre Teilhabeassistenz (mein Jüngster ist unbeschulbar ohne Schulbegleitung und hat auch immer zur Hospitation seine Schulbegleitung dabei) hat danach über jeden einzelnen Tag berichtet. Am Ende wurde gemeinsam entschieden. Diesmal haben die Kinder sich für eine Montessorischule entschieden. Sie sind dort glücklich. Was will man mehr. Aber eine Entscheidung von uns Eltern über den Kopf der Kinder hinweg gab es nie.

      Dein Post ist ja sehr knapp. Aber nach meinem Eindruck habt ihr da eine ziemliche Hauruck-Aktion durchgezogen, ohne mit irgendwem Rücksprache zu halten.

      Habt ihr denn in Ruhe mit den Lehrern, der Schulleitung und der Schulbegleitung besprochen, ob die Förderschule überhaupt ein sinnvoller Förderort für euer Kind ist? Wenn nicht, so kann ich sehr gut verstehen, dass die Pädagogen sehr befremdet reagieren.

      Selbstverständlich kann man das Kind fragen. Aber man sollte eben auch die Ansicht der Fachleute berücksichtigen.

      LG

      Hier kann nicht ein Elternteil allein zur Schule anmelden. Da benötigt es die Unterschrift von beiden.

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