Was gebt ihr mit auf dem Weg?

    • (1) 26.06.19 - 22:01

      Letzens hat mich die Schlagzeile in den Gazetten, dass wohl 48 Millionen Menschen oder Haushalte in Südamerika ohne Strom seien sehr überrascht.

      Das würde bei uns im Prinzip und theoretisch bedeuten, wir hätten kein warmwasser, keine Heizung, keine Küche und Wasser.

      Meine Großmutter durchlebten die Kaiserzeit, Weimarer Republik, das 3. Reich, DDR und BRD und verstarb mit 98 Jahren.

      Alle Epochen mit allem was dazu gehörte.

      Meine 2 Kinder gehen auf das Gymnasium und ich überlege immer was der Mensch wirklich brauch um durch all diese Zeiten zu kommen.

      Wir waren und sind immer autark gewesen, Gemüse, Obst, Tierhaltung, Obstbrände, Schlachtung, eigenes Brot, Gemüse und Obst wurden immer selbst gemacht und ich denke, dass das aktueller ist als msn denkt.

      Wie achtet ihr auf eure Kinder und Geschick fürs Leben

      Liebe Grüße

      • (2) 26.06.19 - 23:10

        Hallo,

        hört sich jetzt blöd an, aber überhaupt nicht. Ich lerne meinen Kindern nichts, meine Kinder lernen durch nachahmen. Die beiden Großen können prima backen und kochen, sie können sauber machen und Wäsche waschen. Im Prinzip wären sie ohne mich überlebensfähig. Was ich eventuell gemacht habe, ich habe sie machen und ausprobieren lassen. Gerade beim Kochen und Backen.
        Aber ich denke, da willst du gar nicht darauf hinaus. Dir geht es eher darum, was wir ihnen mitgeben um klar zu kommen wenn mal wieder schlechte Zeiten kommen. Ich kann ihnen nichts mitgeben weil ich noch nie schlechte Zeiten erlebt habe. So etwas lernt man, wenn die Situation da ist. Not macht erfinderisch. Unsere Großeltern wurden auch so geprägt, erzogen und vorbereitet wie es gerade gegenwärtig war. Sie hat keiner auf Lebensmittelmarken etc. vorbereitet. Damit klar zu kommen und aus nichts was zu machen, lernt man automatisch wenn man überleben muss. Uns geht's gut, wir haben alles um gut zu leben. Strom, fließend Wasser und ein Überangebot an Nahrung. Hätten wir plötzlich kein fließend Wasser und keinen Strom mehr, würden wir automatisch lernen was zu tun ist. Selbst ein Kind würde dann zum Brunnen oder Bach gehen. Man müsste Feuer machen um es warm zu haben und Dinge zu kochen. Ich denke, auf so etwas muss keiner vorbereitet werden. Das sind Extremsituationen. Man sollte Kinder der Zeit entsprechend aufs Leben vorbereiten und das machen die meisten Eltern instinktiv. Ab einem gewissen Alter werden die Kinder auch selbständiger und verantwortungsvoller. Lebt man es seinen Kindern richtig vor, werden sie es nachahmen und davon lernen.

        LG
        Michaela

        • (3) 27.06.19 - 11:36

          ...toll geschrieben...Danke.

          Ich versuche meinen Kindern bei vielen Gelegenheiten zu vermitteln, wie gut es uns geht und mit Rücksicht und Respekt gegenüber anderen und unserer Umwelt durch das Leben zu gehen.

      Mein Mann und ich haben unserer Enkelin beigebracht, dass man nicht alles gleich wegschmeißt, was kaputt ist, sondern dass man erstmal versucht, es zu reparieren.
      Mein Mann als Profi - ich als Laie ;-) aber ich versuche so gut wie alles zu retten, egal, ob mit Nähmaschine, Klebstoff oder Werkzeugkasten.
      Wenn sie von der herrschenden Wegwerfmentalität mal abrücken, ist schon viel gelernt - und unsere Müllberge wesentlich kleiner.
      Zudem wurde/wird ihr von den Eltern beigebracht, dass man mit Höflichkeit weiterkommt als mit rücksichtslosem Anspruchsdenken. Die Formulierung "ich will" gibt's nicht.
      Rücksichtslose Unsympathen mit Ellbogenmentalität gibt es nämlich schon viel zuviele auf der Welt. Genau das hat mir meine Oma auch schon beigebracht, Jahrgang 1904. (Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu - immer noch passend)
      LG Moni

      • "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu"

        Ich glaube wenn man diesen Satz ernst nimmt, reicht es schon aus! Der gehört auch zu meinem "Lebensmotto" und ganau das versuche ich meinem Sohn auch beizubringen! :-)

        #winke

        Unsere Omas waren ein Jahrgang. Sie hatte einen ähnlichen Satz parat. Sowieso eine ganz tolle Frau.
        Allerdings bin ich noch ziemlich weit vom selbst Oma werden entfernt. Oma war 45 als sie ihr jüngstes Kind, meinen Vater geboren hat. Und der war über 30 als ich geboren wurde.

    (7) 27.06.19 - 05:21

    >>Meine 2 Kinder gehen auf das Gymnasium und ich überlege immer was der Mensch wirklich brauch um durch all diese Zeiten zu kommen. <<

    Obstbrände sind das Wichtigste!

    Grüsse
    BiDi

(10) 27.06.19 - 06:16

Wir sind keine Endzeitdoomer (obwohl mein Mann sich manchmal Gedanken um die Zombie-Apokalypse macht.... ;-)) und hoffen, dass unsere Kinder pfiffig und intelligent genug sind, um mit allen Widrigkeiten des Lebens kreativ umzugehen.

Aber an den Obstbränden hätte ich im Fall der Fälle auch Interesse! ;-)

(11) 27.06.19 - 08:18

Es lässt sich alles überstehen, so lang genügend Obstbrand im Haus ist.

(13) 27.06.19 - 10:10

Ok, schlimmer geht ja bekanntlich immer, aber deswegen bring ich doch meinen Kinder auch nicht das Jagen mit Speer und die Fellverarbeitung bei.

Gut, wenn man sonst keine Probleme hat!

Andrea

  • (14) 27.06.19 - 10:22

    Es ist doch eigetlich elemare Dinge des Lebens, oder nicht?

    Also wenn ich eine Woche keinen Strom hätte, sähe es bei uns im wahrsten Sinne zappenduster aus.

    Es ist doch auch schön und befriedegend selbst was zu können ausser nur bei EDEKA oder Lidl ins volle Regal zu greifen und die Packung daheim aufzureissen.

    Wer sagt, dass das immer so bleibt? Meine Oma hätte gesagt "man wird so alt wie eine Kuh und lernt doch immer neu dazu"

(17) 27.06.19 - 12:27

Ich gebe ihr alles weiter, was ich weiß. Mag nicht viel sein, aber besser kann ich es halt nicht.
Sie is jetzt 5 und weiß, welche Früchte in der Natur sie essen kann (nicht so pillepalle wie Erdbeeren sondern Giersch, Felsenbirnen, Topinambur etc)und was sie an Nutzpflanzen auf heimischen Wiesen findet. Es macht ihr Spaß und kann vielleicht mal was bringen. Natürlich hoffe ich, dass sie nicht von Wurzeln und Sauerampfer leben muss, aber es macht ihr Spaß und sie lernt was.
Respekt vor Mensch und Tier, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Toleranz und ein gezielt eingesetztes paar Ellbogen. Damit müsste sie gut durchs Leben kommen.

(18) 27.06.19 - 12:30

Ich habe kürzlich einige Zeit im Norden von Brasilien verbracht, wo es - dank Regenzeit - ständig Stromausfall gab.
Hat auch ohne besondere Kenntnisse alles hervorragend funktioniert. Essen war nie ein Problem (nächster gescheiter Laden war schon 30min Fahrt entfernt), auch Wäsche waschen nicht.

Einen Herd haben sie da übrigens trotzdem, das läuft in Südamerika über Gas. Warmwasser und Heizung haben da auch die wenigsten - eher Hotels, etc.
Ob Wasser ein Problem ist, kommt auf die Region an und wie das Wasser dort geliefert wird.

Ich bin übrigens schon als Kind oft in eine Hütte im Schwarzwald gefahren, wo es keinen Strom gab. Fließend Wasser am Bach hinterm Haus und das Plumpsklo hieß Emma.
Und ja, Not macht erfinderisch: Der Kühlschrank war umgebautes Fenster, das nach Norden gezeigt hat. Teilweise haben wir die Limoflaschen dann auch einfach in den Brunnen geschmissen, sodass sie schön kühl waren.

(19) 27.06.19 - 15:45

Für Heizung und Küche benötigt man schon mal keinen Strom und Wasser gibt es ebenfalls ohne Strom und wenn man wirklich all das nicht hätte, würden Obstbrände die Welt auch eher nicht retten :)

(22) 27.06.19 - 20:58

Am aller wichtigsten ist in meinen Augen Resilienz… Die habe ich, ich weiß wie meine Eltern das bei mir geschafft haben… Und ich schaffe es von meinen Kindern absolut nicht…

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