Darf die Schule das Zeugnis zurückhalten?

    • (1) 29.06.19 - 12:22

      Hallo,

      eine Bekannte von mir hat einen Sohn. Der Sohn hat nun die 10. Klasse mit FOR bestanden und gestern war die Abschlussfeier.

      Als er seine Mappe öffnete wo das Zeugnis drin sein sollte, war diese leer. Die Schulleitung gab als Grund an "wer nach der 10. Klasse nichts vorzuweisen hat bekommt sein Zeugnis nicht"

      Also der Sohn meiner Bekannten hat leider weder Schulplatz noch Ausbildungsplatz bekommen. Er ist noch für Schulen angemeldet und steht auf der Warteliste.

      Die Schule hat angeblich mit einem Institut welches Statistiken durchführt einen Vertrag, welches besagt, dass man die Zeugnisse nur als Kopie rausrücken darf wenn die Schüler nach Klasse 10 keinen Nachweis haben über eine weitere Tätigkeit nach Klasse 10.

      Sowas habe ich noch nie gehört, kennt das jemand von euch? Der Junge hat alle Bücher abgegeben und es stehen keine Rechnungen oder so offen. Es geht nur darum, dass er wohl erstmal so nichts vorzuweisen hat nach Klasse 10.

      LG

      • Hallo.

        Erstmal zum besseren Verständnis.... #zitter

        WAS bedeutet FOR?
        Hab ich das richtig verstanden? Der Schüler bekommt sein Abschlusszeugnis nicht, weil er weder eine Ausbildungsstelle, noch eine Aufnahme an einer weiteren Schule vorweisen kann?? #schock

        • FOR ist die Fachoberschulreife. Tut mir leid hätte ich auch einfach ausschreiben können.

          Und ja, die Schule hat ihm wohl ne Kopie ausgehändigt aber er bekommt das original solange nicht, bis er nachweisen kann ob er weiter zur Schule geht oder ne Ausbildung macht usw..

          Angeblich hätte die Schule das vertraglich irgendwo mit einem Institut festgelegt. Aber für mich klingt das alles nicht logisch.

          LG

            • Das habe ich mich auch gefragt. Er bekam eine Kopie und darf das original in 14 Tagen abholen wenn er etwas vorzuweisen hat.

              Wie gesagt, es gibt keine offenen Rechnungen oder Schulbücher die fehlen.

              • Mit Rechnungen oder Schulbüchern wird das auch nix zu tun haben.

                Warum hat er sich eigentlich nicht darum gekümmert, wie es nach der Schule weitergehen soll?
                Ausbildungsstellen sind doch keine Mangelware - ganz im Gegenteil! #zitter

                • Wo steht, dass er sich nicht gekümmert hat? Das ist nämlich nicht richtig. Man kann auch einfach Pech haben und Absagen kassieren. Für 2 Schulen steht er auf der Warteliste. Denn auch in Schulen sind die Plätze irgendwann voll wenn man Junge Leute mit 16 Jahren keine Chance gibt. Die Ausbilder wünschen sich am liebsten schon welche mit 10 Jahren Berufserfahrungen.

                  • Er ist erst 16? Und hat die Fachoberschulreife?
                    Aus welchem Bundesland kommt ihr denn?
                    Bei uns geht man mit 16 (nach der Mittleren Reife) erst auf die Fachoberschule und nach 2 Jahren - also mit ca. 18 - hat man dann das Fachabitur.
                    Oder ist das bei euch eine komplett andere Schulform mit anderem Abschluss?
                    Habe langsam schon den Eindruck.#gruebel

                    Auf welche Art "weitere Schule" möchte er denn nun gehen? Mit dem Fachabi beginnt man (zumindest bei uns) eine Ausbildung oder ein Studium.

                    Bzw. welche Ausbildung möchte er machen?

                    • Also bis vor einigen Monaten war nicht sicher welchen Abschluss er bekommt ob Hauptschulabschluss oder Fachoberschulreife. Durch die guten Noten hat er jetzt doch noch den besseren bekommen.

                      Leider hat er aber dadurch Absagen kassiert. Er musste sich ja zunächst mit dem schlechteren Zeugnis was nach Hauptschulabschluss aussah bewerben. Er möchte gerne im Einzelhandel arbeiten und da regnete es förmlich Absagen. :(

                      Er hat sich dann als Plan B 2 Schulen für die Kinderpflege ausgesucht. Also eine Schulische Ausbildung. Jetzt weiß ich nur nicht ob er da einfach zu spät dran war oder ob die Schulen voll sind. Er steht zumindest auf der Warteliste.

                      Zu meiner Zeit ging man 10 Jahre zur Schule normal und man hat danach ne Ausbildung gemacht oder halt Abi/Fachabi oder FOR nachgeholt. Aber wenn man nichts hatte, war es egal. (War halt Pech für die betroffenen Schüler).

                      Leider kenn ich mich mit dem Schulsystem für hier und heute nicht aus. Mein Sohn kommt ab August in den Kindergarten :D Und ich hoffe mir bleiben solche Probleme mit ihm erspart ^^

                      • Oh, das ist aber eine seltsame Schulform. Kenne ich in DER Form so nicht, muss ich sagen. Denn zwischen Hauptschulabschluss und FOS-Abschluss (also Fachabi) liegen ja doch Welten. #gruebel

                        Da kann ich dir dann leider auch nicht weiterhelfen mit Ratschlägen. Außer, dass sich der Junge SOFORT bemühen muss, irgendwo unterzukommen. Sozialer Zweig (Erzieher, Kinderpfleger, Kranken-/Altenpfleger usw. ) wäre da wahrscheinlich am ehesten machbar, da diese Leute an allen Ecken und Enden fehlen. Ich drücke euch die Daumen!!! #winke

                    (11) 30.06.19 - 08:17

                    Die Fachoberschulreife ist die mittlere Reife. Du verwechselst das mit Fachhochschulreife 😉

                  Das ist in Brandenburg die offizielle Bezeichnung für den mittleren Bildungsabschluss.
                  https://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Schulabschluss

                  LG

                  (14) 03.07.19 - 08:35

                  Meine Meinung ist die, dass an der ganzen "Story" hinten und vorne alles faul ist.

                  Alleine schon der Text der Mutter und ihre verwendeten Begriffe und Äußerungen sind mehr als seltsam.

              " wenn man Junge Leute mit 16 Jahren keine Chance gibt. Die Ausbilder wünschen sich am liebsten schon welche mit 10 Jahren Berufserfahrungen."

              Sorry, aber das ist doch Unsinn - Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Azubis, die allerdings auch lesen, schreiben und ein bisschen rechnen können sollten...

              Kann ich nicht bestätigen.

              Was Ausbilder und Unternehmen natürlich nicht wollen sind ein bestimmtes wenig motiviertes Klientel.

(19) 29.06.19 - 13:35

Bezahlt das Institut für seinen Schulplatz? Bezuschusst es?

Bsp. durch das Jugendamt, Arbeitsamt, Sponsor oder ähnliches?

So, dass er den Platz nur dadurch erhalten hat?

Dann könnte ich mir schon vorstellen, dass es da eine Klausel oder etwas gab.
Allerdings müsste dann zumindest die Mutter davon bescheid wissen (und erzählt es nur nicht jedem bzw. lässt dieses Detail unter den Tisch fallen).

  • (20) 29.06.19 - 14:19

    Hallo,

    das weiß ich leider nicht. Normal müsste meine Bekannte ja dann irgendwas unterschrieben oder mal gesehen haben.

    Laut Schulleitung wäre dies nicht so neu, alle Schulen würden die Zeugnisse behalten (original) das wäre schon 4-5 Jahre so. Aber noch nie hat einer was davon gehört.

    Ich habe vorhin erfahren, dass der Junge halt eine Kopie bekommen hat und in 14 Tagen das original bekommen soll. Sollte er es nicht bekommen weil er nichts vorweisen kann, werden meine Bekannten rechtliche Schritte einreichen. Sie haben mit einem Anwalt gesprochen der sagte es wäre Unterschlagung.

    Ich danke für die Auskünfte, ich hoffe es klärt sich für den Jungen.

    LG

    • (21) 29.06.19 - 16:43

      Aber wenn er eine Kopie ausgehändigt bekommt, muss die Schule (meines Wissens) die doch auch auf Echtheit beglaubigen.
      Bei meinem Abschluss damals wurden die Kopien hinten drauf mit Schulstempel und Unterschrift beglaubigt...

      Also macht das gar keinen Sinn, dass er das Original nicht bekommt 🤔

(22) 29.06.19 - 13:17

... das habe ich ja noch nie gehört.

Und da stellt sich mir die Frage, wie er sich um einen Ausbildungsplatz / Schulplatz bewerben soll, wenn er für seine Bewerbungsunterlagen kein Zeugnis hat 🤔

Haben die Eltern des Kindes diesen Vertrag mit dem Institut in irgendeiner Weise mal gesehen und dem zugestimmt? Und was soll das denn für ein Institut sein?

Für mich hört sich das sehr komisch an...

  • (23) 29.06.19 - 16:19

    Man bewirbt sich ja nicht mit dem Endzeugnis, sondern mit dem aus dem Jahr davor - also das 9. Klass-Zeugnis für die Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz nach Klasse 10.

    Trotzdem finde ich die Geschichte seltsam.
    Hätte er jetzt keine Kopie erhalten (hat die TE diese gesehen?), würde ich sagen, die Bekannte versucht schönzureden, dass der Abschluss nicht geschafft wurde....

    • (24) 29.06.19 - 16:39

      Ja, das ist mir bewusst 😁
      Aber da er ja bis jetzt nix gefunden hat und das Schuljahr nun zu Ende ist und er seinen Abschluss in den Bewerbungen ja nun belegen muss, müsste ja jetzt auch das aktuelle mit rein um sich auf die Stellen, die jetzt noch frei sind, zu bewerben.

      Aber ich hätte auch gleich den Gedanken, dass da etwas mit dem Abschluss nicht ganz passt 🤔

      • Hallo

        "Aber da er ja bis jetzt nix gefunden hat und das Schuljahr nun zu Ende ist und er seinen Abschluss in den Bewerbungen ja nun belegen muss, müsste ja jetzt auch das aktuelle mit rein um sich auf die Stellen, die jetzt noch frei sind, zu bewerben."

        Aber dafür hätte er ja die Zeugniskopie, die er laut TE erhalten hat.

        Aber stimmt irgendwie kommt einem das schon sehr seltsam vor.

        LG

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