Darf die Schule das Zeugnis zurückhalten? Seite: 2

    • (27) 29.06.19 - 13:24

      Also irgendwas an dieser Geschichte hast du sicherlich falsch verstanden :-)
      Vielleicht macht er keinen FOR, sondern einen mit integrierter Ausbildung, die noch nicht abgeschlossen ist? Vielleicht hat die Mutti die Info nicht vom Schulleiter, sondern vom Sohnmann, der sich für seine Noten schämt (wenn die so gut wären, hätte er ja einen Platz) und das Zeugnis schnell hat verschwinden lassen? Geht es darum, dass sie beglaubtige Kopien nur direkt an die Schulen/Ausbildungsbetriebe schicken und nicht beilegen?
      So doof das für dich ist - das ist wohl einen Angelegenheit vom Sohnemann, der irgendwo höchstwahrscheinlich Mist gebaut hat und maximal noch deiner Bekannter. Wenn sie Eigenverschulden ausschließen kann, sollte sie unbedingt nochmal zum Schulleiter.

    (29) 29.06.19 - 13:30

    Ich kenne es nur so, dass das Kind einer Freundin einen "Ersatz" bekommen hat. Da ist etwas schief gelaufen und das Zeugnis wurde falsch gedruck oder so. Was genau weiß nicht mehr, irgendein Fehler, weswegen das Zeugnis nicht ausgehändigt werden konnte.

    Vielleicht hat auch eine (für Bewerbungen wichtige) Aktivität gefehlt. Teilnahme Kurs xy / Teilnahme an Fach ... / AG

    Es gab eine Entschuldigung, eine Info und an der Abschlussfeier eine Art Ersatz, damit das "Kind" nicht alleine ohne etwas da stand. Einfach damit optisch auch etwas überreicht werden konnte.


    Das Zeugnis selbst gab es natürlich sobald es richtig gestellt war.


    Bewerbungen laufen ja eigentlich schon mit dem Halbjahreszeugnis.
    Aber sobald das Jahreszeugnis vorliegt (zeitlich und die meisten Betriebe wissen das), muss das Jahreszeugnis vorgelegt werden.

    Für neue Bewerbungen gilt dann natürlich das Jahreszeugnis und nicht das Halbjahreszeugnis.
    Viele Betriebe wissen ja, wann es ausgehändigt werden sollte. Wer sich dann mit dem Halbjahreszeugnis bewirbt, gilt u.U. als Schlamper oder unzuverlässig.

    Daher wäre das Argument der Schule kontraproduktiv.

    Außerdem geht es die Schule eigentich nichts an, was ein Schüler danach macht.
    Es ist schön, wenn sie sich interessieren, aber kein Muss.
    Verträge mit Institutionen, die Unwissende (Eltern, Schüler) betreffen, finde ich furchtbar. Da müsste doch wenigstens beim Elternabend mal etwas gesagt worden sein.
    Selbst wenn es keine Zustimmungsklausel gibt! Eine Info sollte schon sein.

    Nach der neuen Datenschutzverodnung (was ich davon halte, spielt keine Rolle) doch erst recht?

    Für einfache Statistiken, bei denen es nicht um Namen, persönliche Daten geht, braucht die Instition kein Zeugnis mit Name, Geburtstag usw.
    Für eine Übermittlung der Daten, wo das Zeugnis relevant wäre, dass es dort im Original vorzuliegen hat, würde ich mich schleunigst informieren, wie das mit der neuen Datenschutzsache kompatibel ist. Noch dazu ohne Aufklärung, zur Kenntnisnahme etc.


    Ok, ich weiß nicht, was FOR ist, aber informieren würde ich mich da schon genauer.
    Schule, Schulamt, wo auch immer.

    Ist er der einzige, der es nicht bekommen hat?
    Gibt es noch andere, die "nichts vorzuweisen haben" und trotzdem das Zeugnis erhalten haben?

  • (30) 29.06.19 - 13:42

    Hat der Junge seine Schul- und ggf. Berufsschulpflicht bereits erfüllt mit dem Abschluss? Ich kann mir nur vorstellen, dass soetwas im Wege steht.

    (31) 29.06.19 - 17:11

    Hallo,

    Ich finde es etwas seltsam, dass das so abgelaufen ist und es nicht vorher eine Info gab. Das es an so einem Vertrag liegt, kann ich nicht so recht glauben...

    Meine VERMUTUNG - in Deutschland (fast in allen Bundesländern) herrscht eine Schulpflicht von 12 Jahren (oft: 9Jahre allgemein und dann kann es eine Ausbildungsschule etc. sein.) Wenn er nichts vorweist, kann auf jeden Fall keine neuer Verantwortlicher da sein, der diese Schulpflicht durchsetzt... Vielleicht MUSS sich daher die alte Schule noch kümmern?

    Wenn er eine Kopie holen kann, soll er das machen und das Original sobald es geht. Auf jeden Fall würde ich noch einmal einen Gesprächstermin wegen der Kommunikation suchen... Es MUSS eigentlich eine Info gegeben haben...

    Liebe Grüße

(36) 29.06.19 - 22:03

Welches Bundesland denn?

Und ja, Schule darf das!
Denn es besteht in Deutschland eine Zwölfjährige Schulpflicht und dieser muss nachgekommen werden.
Wenn es irgendwo eine Lücke gibt, ist oft die Schule in der Nachweispflicht.

  • (37) 29.06.19 - 22:15

    NRW

    Er ist 16 geworden und 10 Jahre zur Schule gegangen. Wenn er Glück hat kommt er noch auf eine Erzieherschule. Aber da steht er nur auf der Warteliste.

    Was passiert denn wenn er jetzt tatsächlich nichts hat nach Klasse 10? Ich meine er kann sich das alles ja nicht herbeizaubern. Dürfen die das Zeugnis dann trotzdem weiter behalten? Und was hat das Zeugnis damit zu tun?

    Ich hoffe du kannst mir helfen :) Du bist die erste Person, die mich darauf bringt und vielleicht hilft es meiner Bekannten ^^

    LG

    • Da Schule Ländersache ist, ist das immer etwas komplizierter.
      Ich hatte so einen Fall in meiner Klasse (9. Klasse, Gesamtschule, Niedersachsen). Der Junge wollte eine Ausbildung machen, musste auch den Vertrag vorweisen. Sas konnte er Ende der Sommerferien nicht, da jemand anders die Stelle bekommen hat. Wir haben hier 12 Jahre Schulpflicht. Er musste also wieder zur Schule gehen und hat bei uns sehr sehr widerwillig die 10. Klasse gemacht. Dabei hatte er den ersehnten Abschluss und war gedanklich mit der Schule längst fertig und hatte damit abgeschlossen.
      Unsere Schule hat damals mächtig Ärger bekommen, dass wir uns um diesen Fall nicht gekümmert haben. Es wäre besser gewesen, dass über die Zeugnisse zu kontrollieren (aus Schulsicht).

      Wenn der Sohn deiner Freundin bisher nur 10 Schuljahre hat, muss er also, wenn er jetzt nichts hat, wieder in die Regelschule und noch 1 Jahr machen, um die Zeit bis zum nächsten Einstellungstermin zu überbrücken.

    (40) 30.06.19 - 09:16

    Ich komme zwar nicht aus NRW, aber es gibt Schulen, die MÜSSEN Abgänger aufnehmen, beispielsweise eine Berufsbildende Schule. Auch wenn kein Ausbildungsvertrag vorliegt, kann man dort Qualifizierungstufen machen.

    Allerdings: das muss deine Freundin und auch das Kind alles wissen! Es werden viele Informationen an die Schüler gegeben, zudem Informationsabende für Eltern gemacht. Damit genau diese Situation nicht eintritt.

    Und ja, wir geben ebenfalls keine Originalen Zeugnisse aus, wenn dieser Fall vorkommt. Denn wir sind die Behörde, die die Überwachung der Schulpflicht innehat!

    Der Schüler bekommt selbstverständlich Kopien oder auch beglaubigte Kopien, aber er muss nachweisen, dass er auch seiner Schulpflicht nachkommt. Dies wird dann übrigens von den Schulen so gehandhabt, dass die neue Schule eine Aufnahmebestätigubg schickt, so dass es eine lückenlose Dokumentation ist.

    In NRW ist man schulpflichtig bis zum Ende des Schuljahrs in dem man 18 geworden ist.
    Falls er keinen Ausbildungsplatz bekommt, muss er auf eine Berufsschule - es gibt dort Auffangklassen für solche Fälle.

(42) 29.06.19 - 23:01

Wer bei uns nicht besteht, bekommt eine leere Mappe bei der offiziellen Feier.

Ganz ehrlich?

Das ist kein Fall, den es sich lohnt hier zu besprechen. Das ist so speziell, mit diesem Vertrag, den es da geben soll, da kann man nur das direkte Gespräch suchen.

Also fix, vor den Ferien, einen Termin beim Rektor der Schule machen.

Dazu den passenden Gesetztestext von eurem Bundesland ausdrucken, dass eben jeder ein Zeugnis zu kriegen hat und mal reden. Für NRW https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=1&bes_id=7345&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=410070
LG

(46) 30.06.19 - 14:12

Wo genau liegt jetzt das Problem? Für Bewerbungen müsste doch die Kopie reichen? Möglicherweise ist der Bub noch schulpflichtig und muss die Schule weiter besuchen, wenn er nichts anderes hat? Dass man ein Abschlusszeugnis nur bekommt, wenn man von der Schule abgeht, ist ja nicht so verwunderlich?

  • (47) 01.07.19 - 08:46

    Der Junge hat einen Abschluss nach Klasse 10 und man bekommt dann ein Abschlusszeugnis. Wie jeder!

    Doof ist halt, wenn auf der Zeugniskopie dick gedruckt "Zeugniskopie" drauf steht und man die Noten kaum erkennt weil der Druck so bescheiden ist.

    • (48) 01.07.19 - 10:32

      Wie Dir schon mehrfach mitgeteilt wurde, muss das Kind seine Schulpflicht erfüllen. Das wurde garantiert auch den Eltern UND dem Kind MEHRFACH mitgeteilt. Vielleicht haben sie nur nicht mit den Konsequenzen gerechnet oder das Ganze irgendwie ignoriert?

      • (49) 01.07.19 - 13:39

        Ich habe nicht nach der Schulpflicht gefragt. Ich habe gefragt ob die Schule das Zeugnis einfach einbehalten darf.

        Wir haben herausgefunden, dass sie das nicht dürfen.

        Ignoriert wurde gar nichts. Weiter oben steht, dass der Junge sich beworben hat und für 2 Schulen auf der Warteliste steht.

Ich könnte mir vorstellen, dass das möglich ist, weil es in Deutschland eigentlich eine 12 Jahres-Schulpflicht gibt, theoretisch. Also man ist nach der 10. Klasse verpflichtet Abitur oder Ausbildung zu machen. Ja, ich bin mir bewusst, dass die Realität anders aussieht. Es kann sein, dass sie ihm nur das Zeugnis aushändigen, wenn klar ist, dass er dieser Pflicht anderweitig nachkommt. Mit einer beglaubigten Kopie kann er aber alles machen, was er machen muss.

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