Cyber Mobbing/Mobbing

    • (1) 04.07.19 - 15:47

      Hallo,

      mein Sohn (14) kam vorhin zu mir und war völlig verzweifelt. Dass ihn etwas bedrückt merke ich schon seit ca. 3 Wochen. Auch hatte er schon Andeutungen gemacht bezüglich des Klassenchats und, dass da manche heftige Dinge schreiben.
      Nun kam er heute zu mir und berichtete mir, dass einer seiner besten Freunden massiv gemobbt wird und er ihm nicht mehr helfen kann und nicht weiß was er machen soll. Er bat mich, den Klassenlehrer anzurufen. Selbst traut er sich nicht das Gespräch mit dem Lehrer zu suchen, aus Angst selbst zum Opfer zu werden. Der Freund selbst spielt in der Schule den Coolen, an dem alles abprallt. Mein Sohn sagt aber, dass er fix und fertig sei. Der Junge würde sich aus Scham und auch eventuell aus Angst keinem Erwachsenen anvertrauen. Mein Sohn steht hinter ihm, verteidigt ihn, kommt aber nicht gehen den Mob an. Ich habe mir den Chatverlauf zeigen lassen. Es ist kein Ärgern mehr, es ist massives Mobbing. Dazu kommt, dass heute am Wandertag Aufnahmen von ihm verbreitet wurden. In der Schule wird er gemieden und beschimpft, dass er abhauen soll. ...... Fortsetzung folgt unten......

      • (2) 04.07.19 - 15:50

        Mein Sohn hat einen guten Stand in der Klasse und ist sehr beliebt. Trotz, dass er zu seinem Freund hält. Er schafft es trotzdem nicht, die Klasse zur Vernunft zu bringen.

        Nun die Frage: Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Den Klassenlehrer informieren? Morgen gibt es Ferien, aber das Internet hat leider keine Ferien. Die Eltern des Jungen informieren? Da hat mein Sohn Bedenken, dass sein Freund ihm das krumm nimmt. Ich sitze gerade in einer Zwickmühle.

        LG
        Michaela

        • (3) 04.07.19 - 16:34

          Hi,

          ich finde deinen Sohn klasse! Und auch, dass Du es ernst nimmst!

          Ich würde:

          1. Deinen Sohn für seinen Einsatz und seine Bemühungen um den Freund loben!
          2. Den Lehrer anrufen
          3. Das Gespräch mit diesem Jungen suchen - gemeinsam mit deinem Sohn.
          4. Die Eltern informieren.

          Ferien hin oder her, aber da muss auch die schule tätig werden. Und die Eltern müssen wissen, was los ist. Stell dir mal vor, der Junge läuft weg oder tut sich was an, weil er gemobbt wird - so ungewöhnlich ist es ja nun auch nicht und die Eltern erfahren hinterher, dass du davon gewusst hast. Allerdings würde ich dem jungen das auch sagen und erklären, warum es wichtig ist, dass Schule und Eltern Bescheid wissen. Zudem auch signalisieren, dass er da nicht alleine durch muss sondern auf jeden Fall eure Unterstützung hat.

          VG
          Kim

        (5) 04.07.19 - 17:06

        Das was dein Sohn macht ist nicht selbsverständlich, lobe ihn erstmal dafür!!#pro#cool

        Es gibt genug Schüler die wegschauen. Ich würde auf jeden Fall den Lehrer darüber informieren. Allerdings könnte es dann noch schlimmer werden, wenn mann es aber noch im "Anfangsstadium" stoppt, wo es noch nicht festgefahren ist könnte man es noch lösen.
        Ich glaube aber über diesem Punkt ist es längst weit, weit hinüber....:-[:-[
        Bestärke deinen Sohn immer ein Ansprechspartner für seinen Freund zu sein. Er darf auf keinen Fall zum "Mitläufer" werden.

        MfG Pelmeni

    (6) 04.07.19 - 17:07

    Hi,
    ich denke auch, dass da Erwachsene eingreifen müssen. Und auch, dass es die Eltern des Jungen erfahren müssen. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Kind ein solch massives Problem hat, würde ich das wissen wollen, schließlich muss ich als Eltern ja handeln.
    Du bist als Elternteil des Freundes des Betroffenen eine neutrale Person, vielleicht wäre es eine guter Anfang, wenn du dich mit dem Jungen mal hinsetzt und ein Gespräch führst und dann die Eltern mit ins Boot nimmst.
    Auch die Schule muss informiert werden. An meiner alten Schule hatten wir einen Haus-und Hofpolizisten, der wäre sicher zur Beratung hinzugezogen worden. Vielleicht hat die Schule ja auch solch unkomplizierte Kontakte.
    Mensch, der arme Kerl.

    vlg tina

  • (7) 04.07.19 - 18:11

    Hallo, ich würde das nicht über den Jungen (den Freund) hinweg entscheiden/angehen.

    Lad den Jungen doch erst mal zu dir nach Hause ein (sag deinem Sohn er soll ihn mal mitbringen) und dann setzt ihr euch mal zusammen und du sprichst als Erwachsene das Thema ganz ohne Bemitleiden an und erzählst offen, dass dein Sohn Dir den Chatverlauf gezeigt hätte und du davon erschreckt warst und du dich jetzt fragst, wie dein Sohn und du ihm helfen könnt, damit das aufhört.
    So würde ich das machen, wenn dein Sohn mitmacht.

    (8) 05.07.19 - 06:42

    Hallo,

    vielen Dank für eure zahlreichen Antworten gestern.
    Ich habe euern Rat befolgt und erst mit dem Jungen geredet. Er wollte nicht mit dem Klassenlehrer reden, da er zu diesem keinen guten Draht hat. Auch seinen Eltern wollte er sich nicht anvertrauen. Aus dem Grund, dass seine Mutter von vorn herein dagegen war, dass er ein Handy hat und er nun Angst hatte, dass sie ihm das weg nimmt. Ich konnte ihn dann überzeugen, sich dem Englischlehrer anzuvertrauen, der zeitgleich auch Vertrauenslehrer in der Schule ist. Diesen haben wir dann gestern am frühen Abend angerufen. Erst habe ich ihm die Situation geschildert, dann habe ich das Telefon weiter an meinen Sohn gegeben und letztlich hat sich auch der Junge getraut. Der Lehrer kümmert sich heute in der Schule darum und konnte den Jungen überzeugen wie wichtig es ist, dass die Eltern Bescheid wissen. Also habe ich dann seinen Vater angerufen weil der Junge richtig Angst vor seiner Mutter hatte. Warum weiß ich nicht, ich kenne die Familie sehr gut. Die Mutter ist zwar streng, aber sehr liebevoll. Also keine Mutter vor der man Angst haben müsste. Die Eltern haben ihn dann bei uns abgeholt und wir haben den Chatverlauf sicherheitshalber mal ausgedruckt. Ob es von Nutzen ist weiß ich nicht. Da kam der Krimileser bei mir durch: Beweise sichern 🧐. Die Eltern waren dankbar, dass mein Sohn so umsichtig reagiert hat und auch gegen den Willen des Freundes Hilfe geholt hat. Dem Jungen hat man die Erleichterung angesehen. Er war zwar ziemlich durch den Wind, es gab viele Tränen. Auch bei meinem Sohn, der froh war, dass es endlich raus ist. Der Junge wirkte richtig glücklich. Seine Mutter war ganz erschrocken, dass er sich nicht getraut hat mit ihr zu sprechen. Jetzt hoffe ich, dass die Schule das gut in den Griff bekommt. Mein Sohn hat eine eigene WhatsApp-Gruppe gegründet, mit dem Freund und ein paar Jungs und Mädels aus der Klasse, die noch nicht gemobbt haben. Aus der Klassengruppe ist er ausgetreten. Durch die eigene kleine Gruppe ist er trotzdem Up to date und es bildet sich vielleicht wieder ein Grüppchen um ihn. Am Wochenende will diese kleine Gruppe bei den Eltern des Jungen zelten. Nun hoffen wir Mal, dass alles gut wird. Mich hat das gestern auch richtig mitgenommen und ich habe abends tatsächlich auch erst mal geheult weil mich das so mitgenommen hat.
    Euch nochmals ein herzliches Dankeschön.

    LG
    Micha

    • (9) 05.07.19 - 08:01

      Guten Morgen!

      Ich finde es wirklich toll, wie ihr das gemeinsam angegangen seid und den Weg mit dem Jungen auch weiter geht! Dein Sohn ist wirklich toll, nicht nur, weil er zu seinem Freund steht sondern vor allem auch deshalb, weil er erkannt hat, dass diese Situation das Handeln und die Unterstützung von Erwachsenen benötigt und er sich dir anvertraut hat.

      Dem Jungen wünsche ich, dass er nun bald wieder gerne zur Schule geht und die Mitschüler begreifen, was sie da anrichten.

      Falls möglich berichte doch mal, was heute in der Schule gewesen ist.

      Es gibt nicht viele Menschen, die so direkt und umsichtig handeln.

      Viele Grüße
      Kim

      • (10) 06.07.19 - 08:51

        Hallo,

        der Vertrauenslehrer hat den Klassenlehrer mit ins Boot geholt. Mein Großer Sohn hatte mal ein Anti-Mobbing-Projekt, bei dem sie Videos zu dem Thema gedreht haben. Der Klassenlehrer hat das Thema Mobbing in der ersten Stunde aufgegriffen und den Schülern diese selbstgedrehten Videos der 10. Klassen gezeigt. Die waren damals sehr beeindruckend. Dann sprach er gezielt darüber was Cybermobbing ist und welche Konsequenzen es für Täter und auch Opfer hat. Es muss, laut meinen Sohn, sehr beeindruckend gewesen sein und der Lehrer hat die Dramatik des Ganzen auch schonungslos rüber gebracht. Nachdem den ersten 2 Stunden ist mein Sohn dann in der Hofpause zu den 2 "Hauptmobbern" gegangen und hat gesagt, dass das was sie machen genau das gleiche ist wie der Lehrer eben beschriebenen hat und gefragt ob sie denn nun mal darüber nachdenken. Der gemobbte Junge wurde komplett raus gehalten. Es wurde weder angeklagt, Namen genannt, noch gesagt wie es denn jetzt dazu kommt, dass der Lehrer das Thema auf den Tisch bringt. Es scheint aber gewirkt zu haben. Die beiden Haupttäter sind am Ende des Schultages zu dem Jungen hin und haben einen "Waffenstillstand" vereinbart. Finde ich zwar etwas krass das so auszudrücken und ein "Tut mir leid" wäre da sicher angebrachter gewesen. Aber ich denke, mit dem "Tut mir leid" hätten sie ihre Schuld öffentlich zugeben müssen. Und da war die Scham dann dich größer. Ein anderes Mädel hat den Jungen wieder zur Klassengruppe hinzugefügt und es muss gestern Abend im Chat auch ganz zivilisiert und manierlich zugegangen sein.

        LG
        Michaela

        • (11) 06.07.19 - 08:56

          In der Schule werden ab der 10. Klasse immer mehrere Schüler dazu ausgebildet um beim Thema Mobbing eingreifen zu können. Diese stehen dann Schülern, die Probleme haben, helfend zu Seite. Der Klassenlehrer hat dann gestern jedem Kind einen ausgedruckten Zettel in die Hand gedrückt mit den Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen der beauftragten Schüler. Für den Fall, dass sich mal jemand nicht zum Lehrer traut.

    (12) 05.07.19 - 14:49

    Hallo Michaela,

    habe es eben gelesen.

    Stein Sohn hat das toll gemacht und ich finde es super, dass ihr den Jungen unterstützt und er sich geöffnet hat .

    Ich wünsche ihm , dass die Schule es in Griff bekommt.

    LG

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