Muss - Kind zurückstellen Erfahrungen

    • (1) 09.07.19 - 12:04

      Hallo ihr lieben! Wir stehen momentan vor einer schwierigen Entscheidung. Unsere Tochter soll nächstes Jahr mit 5 Jahren eingeschult werden. Wir sind uns aber einig: sie ist noch nicht so weit!
      Hier mal ein paar Infos. Unsere Tochter kam 5 Wochen zu früh, hatte einige Startschwierigkeiten aber zum Glück heute keine gesundheitlichen Probleme. Wäre sie zu ihrem eigentlichen Termin gekommen, würde sie nächstes Jahr noch nicht eingeschult werden, sondern hätte noch 1 Jahr Zeit. Vom kognitiven habe ich absolut keine Bedenken, sie fängt an ihren Namen zu schreiben, kennt schon viele Zahlen. Aber vom emotionalen her, ist sie noch absolut nicht bereit für die Schule. Sie ist sehr schüchtern, auch im Kindergarten hat es lange gedauert bis sie ihre zurückhaltende Art ablegen konnte. Unser kinderarzt hat auch schon im U-Heft einen vermerk deswegen gemacht, wir sind seit ihrer Geburt bei ihm und sie spricht so gut wie gar nicht mit ihm. Also wie gesagt, sie ist psychisch einfach noch nicht bereit für die Schule. Ich weiß jetzt schon, sie wird maßlos überfordert sein. Dazu kommt, wir wohnen in einem Dorf. Die anderen Schulkinder kommen aus anderen Orten und gehen zu anderen Schulen. Sie ist die einzige aus unserem Ort die dann mit dem Bus zur Schule müsste, ihre Freundinnen aus dem Ort kommen erst danach das Jahr in die Schule. Also auch hier eine riesen Baustelle.
      Ich habe schon mit dem Schulamt gesprochen, dort wurde mir gesagt ich solle mich nicht so anstellen, viele Kinder sind schüchtern, da kann man nichts machen und da müssen alle Kinder durch. Ich habe gedacht ich Falle vom Glauben ab. Ich bin nachher diejenige, die vor großen Problemen steht, weil es meiner Tochter mit der Situation nicht gut geht. Aber die anderen haben gut reden.
      Hat hier vielleicht jemand die gleiche Situation durch? Oder Erfahrungen/Tipps durch den Freundeskreis/Familie? Vielen Dank schon mal.

      • Hallo

        Selber hab ich keine Erfahrung damit aber kann dir vllt trotzdem etwas helfen:

        In welchem Bundesland wohnt ihr? In Bayern zb hat sich die Rechtslage dieses Jahr geändert.

        Ihr werdet mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gutachten benötigen um die Rückstellung zu erreichen. Auch solltet ihr euch zeitig um einen Termin zur Schuleingangsuntersuchung bemühen um genügend Zeit für die Rückstellung zu haben.

        • Wir kommen aus NRW. Hätte ich vielleicht noch dazu schreiben können 😅
          Wir haben jetzt bald den nächsten U - Termin beim kinderarzt, da wollte ich aufjedenfall schon mal das Gespräch mit ihm suchen. Er hat wie gesagt, ja schon mal einen Vermerk deswegen gemacht. Was vielleicht ein Plus Punkt für uns ist, unser kinderarzt ist nicht "nur" Kinderarzt, sondern beschäftigt sich auch mit der Psychotherapie.

          Mit dem Schulamt habe ich wie gesagt schon mal gesprochen weil ich wissen wollte ob Frühchen vielleicht auch unter "Kann" Kinder fallen, aber die Dame am Telefon sagte mir meine Tochter hätte auch in der 23. Woche zur Welt kommen können und müsste auch dann zur Schule. Und wie oben erwähnt, das wäre ja nur Schüchternheit und ihrer Meinung nach mein Anrecht auf einen früheren Termin zur Einschulungsuntersuchung, was dann meine nächste Frage gewesen wäre. Ich werde aber definitiv dort nochmal anrufen, die erste vorgezogenen Untersuchungen finden hier nämlich ab Oktober statt.

          • Ich kenne in NRW 2 Kinder die in den letzten Jahren zurückgestellt worden sind. Beide waren Frühchen und wären beim ET keine Muss-Kinder gewesen.

            Vielleicht habt ihr also eine Chance. Ich drücke euch die Daumen!

            LG

          • Vielen Dank für den Hinweis.
            Ich denke vom kinderarzt würden wir etwas schriftliches bekommen. Er hat es ja auch schon als auffällig beschrieben.
            Bisher sind wir aber in keiner Therapie, wobei momentan Logopädie im Raum steht. Das wird nun aber bald nochmal geklärt. Ich hoffe das die Bedenken mit überforderung des Kindes und nicht genügend emotionaler reife ausreichen. Zusammen mit unseren Bedenken.

        Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Rückstellung.

        Unsere Zwillinge wurden 8,5 Wochen zu früh geboren (August). ET Oktober. Trotzdem mussten sie 2005 eingeschult werden (auch NRW).

        Eine Rückstellung hätte bedeutet, dass ich Behinderungen hätte erfinden müssen. Sicher kann man da immer irgendeine Gefälligkeitsdiagnose aus dem Hut zaubern (psychosoziale Unreife oder was auch immer), aber das hatten sie nicht und wollte ich auch nicht "erfinden".

        Jetzt besuchen sie bald die neunte Klasse eines G8 Gymnasiums und kommen gut zurecht. Ein Jahr später wäre aber alles sicher etwas entspannter gewesen. Zudem sind sie die Jüngsten der Klasse.

        Liebe Grüße Andrea

(10) 09.07.19 - 12:44

Bundesland?
Und selbst da kommt es noch auf die einzelne gemende an.

Meine war Muss-Kind. Schuleingangsunterschung mit 4,5 Jahren. Kind wurde kognitv als schulreich eingestuft. Chance auf Rückstellung: keine.

Ein anderes Kind ihres Kindergartens sollte zurückgestellt werden. Das ging nicht. Das schüchtern und emotional noch nicht soweite Kind, hätte in eine andere Schule müssen, dort in die erste Klasse gehen - um dann für die zweite Klasse zurück an die Regelschule zu kommen. Das eine Jahr wäre Überbrückung mit anderen Lehrern und Kindern gewesen, um nachreifen zu können.


Zwei Orte weiter, gleiches Bundesland, war es möglich, dass Kinder zurückgestellt wurden. Voraussetzung, dass die Entwicklung um 1 Jahr zurück ist und nachweisbar ist, dass das Kind diese Reife ein Jahr später aufgeholt haben wird.

Hierbei musste bewiesen sein, dass es eben nicht am Unterricht teilnehmen könnte und auch (Rückstände müssen schwer genug sein), und dass es diese Rückstände aufholen kann. Sind diese knapp zu viel, mussten Kinder als Muss-Kinder eingeschult werden, aber direkt an andere Schulen, die diesen Bedarf abdecken.


Bei Freunden wiederum gab es die Möglichkeit auf Rückstellung:
ein Jahr spezielle Schule, Vorschule an einer Schule - verpflichtend - und dann Einschulung ein Jahr später mit den anderen Kindern des Kindergartens.
Ein weiteres Jahr im Kindergarten war von der Gemeinde und vom Schulsprengel nicht vorgesehen.




Am besten direkt mit dem Kindergarten sprechen.
Haben sie einen Platz frei? Kennen sie sich mit Rückstellung aus? Wann sind die Schuleignungsuntersuchungen?

Welche Alternativen gibt es bei euch konkret, falls die Rückstellung erfolgt? Wie läuft das ab?

Gibt es bei euch Vorschulen (privat), um das Schulische mal kennen zu lernen (das hat meiner den Übergang erleichtert).

Bei euch ist man schon mit 5 Jahren ein Muss-Kind? Sind da so gravierende Unterschiede zwischen den Bundesländern? Das Kind von Freunden ist Mitte Sept 2013 geboren und wird erst 2020 eingeschult - in Sachsen. Der Nachbarsjunge war bei der Einschulung im letzten Jahr auch schon 6 Jahre alt, Baden-Württ.
Keine Ahnung, wer Dir helfen kann, ich würde nochmal den Kinderarzt fragen, evtl. ein Gutachten über ein SPZ? Wenn sie so extrem schüchtern ist, würde es ihr sicher helfen, wenn wenigstens ein paar Freundinnen mit in die Schule kommen. Die 5 Wochen zu frühe Geburt alleine ist sicher kein Grund sondern eben ihr psychischer Zustand.
LG Moni

  • (12) 09.07.19 - 13:53

    Hallo,

    in NRW ist der Stichtag 30.09.

    An die TE: beruft euch auf das ursprüngliche Geburtsdatum. Kenne 2 Fälle in denen das ausschlaggebend war.
    Viel Glück

    LG
    Tanja

    • (13) 09.07.19 - 14:00

      Oh tatsächlich? Wie genau lief das da ab? Bzw wo haben sie sich dafür eingesetzt? Das Schulamt sagte mir hier, das Geburtsdatum würde zählen - nicht wann sie eigentlich gekommen wäre.

      • (14) 09.07.19 - 14:07

        Bei einem Fall weiß ich es nicht, bei den anderen haben Sie es beim Schulamt angegeben zusammen mit einem Schrieb vom Kinderarzt und einer Stellungnahme des Kindergartens.
        Was natürlich genau drin stand weiß ich nicht.

        Ja. Das Geburtsdatum zählt und sie ist ein MUSS-Kind, aber bei einem Antrag auf Zurückstellung wird das berücksichtigt. So war es in den 2 Fällen, die ich kenne.

        Ihr müsst halt nur aktiv werden, da sie als Muss-Kind zählt. Würde sie als Kann-Kind gelten müsstet ihr an sich gar nichts machen.

        LG

        Ich probiere es nochmal. Setze dich mit der Schulleitung in Kontakt. Die entscheidet letztendlich. Rechtlich gesehenusst du zur Schulanmeldung und dort die Rückstellung beantragen. Erfahrungsgemäß bist es besser, sich vorher mit der Schulleitung in Kontakt zu setzen und auszuloten. Das Schulamt wird dir immer sagen dass Geburtsdatum ist entscheidend, weil das Kind rein rechtlich ein muss Kind ist. Sie können es nicht zum kann Kind machen. Aber muss Kinder können unter bestimmten Voraussetzungen zurück gestellt werden. Ob die bei euch gegeben sind entscheidet die Schulleitung s. Erlass des Schulministeriums NRW von Nov. 2017.

        • Sorry bin unterwegs und mit dem Handy ;-)

          Die Schulanmeldungen starten bei uns im September/Oktober. Würde es wohl reichen wenn ich da das Gespräch mit der Schulleiterin suche, oder lieber jetzt schon? Aber gut zu wissen, dass es Fälle gibt bei denen das eigentliche Geburtsdatum bei der Rückstellung berücksichtigt wird.

          • Ich würde das nach den Sommerferien angehen. Einfach in der Schule anrufen, euren Fall schildern und um einen Vorab Gesprächstermin bitten. Und das Schulamt kann nicht muss zu kann Kindern machen, von daher war deren Auskunft richtig, aber nicht vollständig. Sie hätten dich besser beraten können.

            (20) 10.07.19 - 10:54

            Ich würde das so früh, wie möglich angehen, sonst versäumt Ihr eventuell Fristen, weil Ihr Gutachten oder sonstwas nicht rechtzeitig beibringen könnt.
            Wenn man von Behörden etwas will, dauert das meistens. #schwitz

    (21) 09.07.19 - 14:15

    Ja. Ich kenne auch 2 Fälle, wo das geholfen hat.

    LG

    (22) 09.07.19 - 15:48

    Schon, aber das Kind in Sachsen ist bei der Einschulung dann über 6 1/2 Jahre alt. Zu 5 Jahren ist das doch ein ziemlicher Unterschied, deswegen hab ich gefragt.
    In dieser Altersstufe können das Welten sein, die dazwischen liegen.

    LG

Ja genau, darum geht es mir ja eigentlich auch. Ich habe nur schon mal beim Schulamt nachgefragt ob sie denn ein MUSS oder ein KANN Kind wäre, eben weil sie ja ein Frühchen war und zienlich mit als letzte Geburtstag hat. Da hätte es ja sein können. Bei uns ist der Stichtag der 30.09. - und ich muss sagen ich bin auch kein großer Fan davon. Ich muss mal schauen ob es hier so ein SPZ gibt. Werde definitiv mit unserem Kinderarzt nun zeitnah ein Gespräch suchen, da er sich ja auch mit der Psychotherapie beschäftigt.

(24) 09.07.19 - 14:15

Hey!
Wieso geht ihr so konsequent davon aus, dass sie auf keinen Fall ihre Defizite aufholen kann? Es ist ja noch ein Jahr Zeit!!

(25) 09.07.19 - 14:34

BW: wir waren mit unserem Sohn zur Einschätzung im SBBZ (keine echten Auffälligkeiten im Sinne von Erkrankungen, bis auf noch notwendige Logopädie, braucht noch Zeit, was sich v.a. im Bereich Konzentration und kognitiv zeigt - er ist vom Verhalten her eher 4 als knapp 6). Dort eindeutig Einschätzung, dass er nicht schulreif ist, gleiche Einschätzung durch Erzieherinnen und beim Anmeldetermin der Schule. Daher wurde er problemlos zurückgestellt.
Er bekommt weiter Logopädie und wird 1 Jahr in eine Grundschulförderklasse gehen. Bisher erwarten wir alle, dass er dann nächstes Jahr regulär eingeschult werden kann.

Top Diskussionen anzeigen