Wechsel von Realschule auf Gymnasium nach der 5. Klasse

    • (1) 09.07.19 - 14:48

      Unsere Tochter bekam in der Grundschule die Empfehlung zur Realschule. Sie bekam diese aus meiner Sicht gerechtfertigt. Sie hat gute Noten, mitunter muss sie für diese auch etwas tun. Ihr fällt der Stoff also nicht von allein zu.
      Sie wollte nach der Grundschule aufs Gymnasium, wir sind jedoch der Empfehlung der Schule gefolgt.

      Ihre Noten haben sich auf der Realschule verbessert, sie ist organisierter und strukturierter geworden. Sie weiß, dass sie vor Klassenarbeiten lernen muss, um gute oder sehr gute Noten zu bekommen. Aber es gab auch die ein oder andere schlechte Note, wenn sie nichts gemacht hat.

      Bei uns darf man nach der 5. und 6. Klasse aufs Gymnasium wechseln, da der Lernstoff dort gleich ist. Ich denke jedoch, dass es schon eine gewisse Vertiefung bzw. Komplexität auf dem Gymnasiium gibt. Daher finde ich, wenn, dann nur jetzt. Das Abitur kann man schließlich auch nach dem Realschulabschluss noch dran hängen.

      Ich weiß von meinen größeren Kindern, dass die meisten Kinder sich auf dem Gymnasium erstmal verschlechtern. Das war bei uns vor allem der Fall, weil sie auf einmal lernen mussten, wie man lernt und nicht alles aus dem Stehgreif konnten.
      Daher sehe ich das für meine Tochter nun eher als Vorteil, sie kennt das bereits.

      Vor allem aber: sie will auf das Gymnasium.

      Hat jemand von Euch (evtl auch erst später) diesen Wechsel vollzogen und wie sind Eure Erfahrungen?

      LG
      Ana

      • (2) 09.07.19 - 15:23

        Lass sie doch dort, immer schön klein halten - Gratulation!

        (3) 09.07.19 - 16:31

        Wenn ihr einen Wechsel in Erwägung zieht, dann würde ich das auch so schnell wie möglich machen. Auch wenn der Stoff auf dem Papier gleich ist, so sind Herangehens- und Arbeitsweise häufig grundlegend verschieden. Je früher man sich daran gewöhnt, desto besser. Nach der 10. - wenn sich Arbeitsweisen erstmal eingeschliffen haben - wird es sicherlich nicht leichter.

        Dass sich Kinder bei einem Wechsel aufs Gymnasium verschlechtern, kann ich zumindest von einem Wechsel nach der 5. Klasse nicht pauschal bestätigen. Einige ja, andere bleiben gut, andere verschlechtern sich. Mit einer selbstständigen Arbeitsweise und dem Vorbereiten auf Tests und Arbeiten hätte deine Tochter auch vielen SuS auf dem Gymnasium etwas voraus. das ist sicherlich nicht die schlechteste Basis für einen Wechsel.

        Wäre irgendetwas hinsichtlich der 2. Fremdsprache zu beachten? Bei uns beginnt die schon in der 5. Klasse und ein Wechsel zur 6. Klasse bietet u.a. auch die Gelegenheit da nochmal zu wechseln. das ist dann natürlich mit etwas Lernaufwand über die Ferien verbunden.

        Wenn sie es will, warum nicht?

        • (4) 09.07.19 - 21:10

          Wir kennen auch beides, Verschlechterung und genauso gute Noten.

          Die 2. Fremdsprache kommt erst ab Klasse 6 bei uns, stellt also kein Problem dar und sie würde die diese wählen unabhängig von der Schulform.

          Die Herangehensweise glaube ich auch, habe mir darum schon die Tests des letzten Schuljahres geholt um zu vergleichen. Aber dann denke ich auch lieber jetzt als später.

          LG Ana

      (5) 09.07.19 - 16:49

      Der Lernstoff ist gleich?
      Um welches Bundesland handelt es sich?

      Ich würde es wagen , aber bei uns in BW nur mit WH der 5. KLASSE, es sei denn, das Kind ist ein Überflieger mit lauter Einsen.

      • Auch in Baden-Württemberg ist es so, dass die 5. und 6. Klasse als Orientierungsstufe gilt, um einen frühzeitigen Wechsel zwischen den Schulformen zu ermöglichen, wenn sich die Schullaufbahnentscheidung vom Ende der Grundschule nachträglich als falsch herausstellt. Nicht umsonst hat BW explizit Bildungspläne für die Sekundarstufe 1 - und wenn man sich die Mühe macht da mal reinzuschauen, stellt man entsetzt fest, dass sich die für die Klassenstufen 5 und 6 hinsichtlich der zu vermittelnden Inhalte im erweiterten Anforderungsniveau vom Gymnasium nicht unterscheiden. Wer das bewältigen kann, lernt in den Klassenstufen 5 und 6 also dasselbe wie die SuS auf dem Gymnasium.
        Klingt ein bisschen so, als wäre es schrecklich sich von der Vorstellung verabschieden zu müssen, dass auch an anderen Schulformen durchaus komplexe Inhalte vermittelt werden und das eben nicht nur den kleinen Sonnenscheinchen auf dem Gymnasium vorbehalten ist...

        • (7) 09.07.19 - 17:51

          aus lehrersicht rate ich bei sowas dringend zur wiederholung der 5, v.a., wenn sie an der rs für die noten lernen musste. die realschule belohnt fleiß, das gymnasium setzt ihn voraus. der kernpunkt des gymnasiums ist aber - auch und gerade schon in der 5 - das eigenständige, problmelösende denken, abstraktion und transfer. das macht man an der rs nur ansatzweise, sehr wenig, und einfluss auf die noten hat es kaum. da steckt fast alles in der reproduktion und anwendung an der rs. das kann man üben. problmelösendes denken dagegen korrelliert primär mit dem iw, da ist mit üben wenig zu machen. insofern - wenn ihr es wirklich versuchen wollt - entweder wiederholung 5 am gym oder besser wechsel nach der 10 rs in übergangsklassen. da gibt es sicherlich auch in bawü möglichkeiten. den älteren jugendlichen fällt es erfahrungsgemäß sehr viel leichter, den wechsel ins kognitiv anspruchsvollere arbeiten zu packen, da sie altersbedingt in sachen abstraktion generell viel besser sind als unterstufenschüler. wechsel in die 6 erscheint mir bei der ausgangslage als eine große belastung fürs kind, die vermeidbar wäre.

          dass sie unbedingt aufs gym will, ist normal. das wollen fast alle in 4 und 5. die ernüchterung ist dann mitte 5 am gym immer groß. den kindern ist nicht klar, was es heißt, was sie sich da wünschen. sie sind erst 11, sie verstehen nicht wirklich, um was es geht. die verantwortung für diese entscheidung sollte unbedingt bei den eltern liegen, die kinder sollten gehört und miteinbezogen werden, mehr aber nicht.

          (ich bin gerade mit den zeugnissen für meine aktuelle 5 gym durch. zweimal nicht bestanden, beide gehen an die rs, zweimal knapp bestanden, wechseln in die 6 rs. alle vier elternpaare sagen, sie hätten gleich an die rs gehen sollen, die kinder sind seit dem - in allen vier fällen von den eltern zwangsweise geen kinderwille durchgesetzten wechsel - sehr entspannt, man kann direkt beobachten, wie der dauerdruck von ihnen abgefallen ist. ich freu mich sehr für sie für ihre tollen eltern.)

          • (8) 09.07.19 - 19:25

            In der Theorie soll das der Unterschied zwischen den Schularten sein aber meine Gymnasialzeit bestand größtenteils daraus zu Deadline x sehr viel Zeug sehr genau auswendig zu lernen, zu verstehen und dann gut ausformuliert wiedergeben zu können. Mag sein, dass das am Gymnasium mehr gefördert wird, aber so viel mit dem selbstständigen Denken haben es die meisten Lehrer nicht gehabt. Und man kommt mit Fleiß durchaus auch am Gymnasium weit. Und so manche Mitarbeits und eigne Meinungsnote war schlicht nur dann gut, wenn man dem Lehrer das hingeschrieben /gesagt hat was er hören wollte...

            Es ist ein System dessen Spielregeln man verstehen muss. Es geht weit weniger um Transferleistungen als schlicht um Ausdauer, Leistungsbereitschaft und den Grad der Anpassung an etwas widere Umstände.

            • (9) 09.07.19 - 21:05

              Da kann ich dir aus Sicht meiner älteren Tochter zustimmen. Sie hat ihr Abitur mit 2,1 geschafft, als man noch nicht so vieles ausklammern konnte wie jetzt und vieles war Fleiß.
              Dagegen hat mein Sohn ein schlechteres Abi, obwohl er mindestens 4 schlechte Noten ausklammern konnte. Ihm fällt zwar vieles leichter, er konnte komplexer arbeiten, mit Fleiß hatte er es aber überhaupt nicht.

              LG Ana

              Das sehe ich ganz genauso. Man muss das System verstehen und den jeweiligen Lehrer. Der eine schaut nie nach Hausaufgaben und vergibt generell 3er im mündlichen Bereich und da kommst du auch mit guten Noten im schriftlichen Bereich nur auf eine 3+ oder 2- . Der ander sammmelt auch mal Hausaufgaben ein und benotet diese. Mein Sohn braucht ein paar Wochen, dann weiß er, was der jeweilige Lehrer hören will. Er meint dann zwar, die ist doof....die will nur immer diesen Aspekt hören.....aber wenn sie es so will....bitte. Das hat nichts mit Transferleistung zu tun. Lehrer ist auch nur Menschen und haen ihre Vorlieben. Fächer wie Latein - liebt unser Kind. Da hat er seine Ruhe. Auswendig lernen und gut und so ist es auch in Mathe. Begreifen und nicht viel erläutern und gut. Englisch fällt ihm wie Deutsch zu. Die Spielregeln muss man begreifen

              • (11) 10.07.19 - 12:39

                Genau so haben das meine großen Kindern auch gesehen. Transferleistung ja, aber jeder Lehrer tickt anders und sie wussten mit der Zeit auch, wann wohin wieviel Energie gehen muss.

                Wir dürfen nun gespannt sein, da der Wechsel nun fest steht.

          (12) 09.07.19 - 21:00

          Hallo Selma,

          tatsächlich ist es so, dass sie das wohl verklärt sieht, schon weil ihre Freundinnen im letzten Jahr gegangen sind.

          In unserer Schule musste sie ebenfalls sehr abstrakt denken. Dennoch haben wir uns über Freunde jetzt mal die Arbeiten in den Fächern besorgt wo sie lernen musste. Das wären da Mathe und Biologie. Biologie sieht auf den ersten Blick genauso aus. Mathe könnte komplexer sein, wir werden die Aufgaben mal nachrechnen.

          Lernen vor Arbeiten bedeutete, dass sie den Stoff nicht sofort auswendig kannte. Sondern schon mal in den Hefter sehen musste in Biologie oder Geschichte, aber da reden wir nicht von stundenlangem Lernen. In Mathe auch Aufgaben rechnen. Deutsch und Englisch fallen ihr einfach so zu, da macht sie gar nichts.

          2. Fremdsprache ist bei uns erst ab Klasse 6, egal auf welcher Schulform.

          Ich selbst bin nach der 10. Klasse zum Gymnasium und habe es nicht geschafft. Weil einfach zu viel gefehlt hat, gerade wegen anderer Lernmethoden. Und ich habe es wirklich so sehr gewollt und gelernt. Und leider haben auch wir noch Lehrer, die es schon zu meinen Schulzeiten gab und die auch noch so unterrichten und ich bin 25 Jahre aus der Schule.

          LG und vielen Dank für deine ausführlichen Überlegungen.

          (13) 10.07.19 - 07:01

          Also ich weiß nicht, an der RS meiner Großen sind die Kids die nicht weiterkommen mit dem Stoff auf sich allein gestellt. Wer nicht mit kommt hat Pech und muss privat Nachhilfe nehmen!
          Am Gymnasium meiner Kleinen ist es anders. Wer Probleme hat wird recht schnell motiviert in die Intensivierung des jeweiligen Fachs zu gehen. Es wird sich mehr um die Schüler bemüht, der Unterricht interessanter gestaltet.
          Im Nachhinein hat bei unserer Großen damals eine Note für die Gymnasialempfehlung gefehlt. Sie ist sehr fleißig, strukturiert am Lernen, denke sie hätte es am Gymnasium ebenso gepackt. Meiner Kleinen ist immer alles zugeflogen, aber auf dem Gymnasium ist auf einmal lernen angesagt.

          Vielleicht ist es nur bei uns so, aber ich finde die Realschule hier ist nur mit viel eigen Arbeit zu schaffen.

          • (14) 10.07.19 - 12:44

            Bei uns gab es wenig Mittelfeld in der Realschule, entweder sehr gut oder eher schlecht. Allein 3 Kindern nur aus unserer Klasse wiederholen das Schuljahr.

            Den Eindruck, dass unser Gymnasium großen Einsatz zeigt, solange die Kinder sich selbst bemühen, kann ich für uns auch bestätigen. Diesen Eindruck hatte ich an der RS nicht immer. Auch das war für mich ein Grund, denn Wechsel nun durchzuziehen. Allerdings hatte auch unsere RS einige Vorteile wie die Schulortnähe und auch die Übersichtlichkeit. Das Gymnasium ist eben sehr groß, da kann man als Schüler auch schnell in der Masse verschwinden.

    (15) 09.07.19 - 21:14

    Wiederholung geht bei uns leider nicht.
    Ein Überflieger aber auch nicht, dafür recht konstant in ihren Leistungen.

(16) 09.07.19 - 19:18

Hallo,

mein ältester Sohn ist nach der 5. aufs Gymnasium gewechselt. Wir haben diesen Schritt nie bereut. Ihm flog alles zu und er hat wahrlich erst mal dumm geguckt als er sich plötzlich auch mal hinsetzen und lernen musste, aber es ist locker zu schaffen. Da deine Tochter dazu noch eine andere Arbeitsmoral an den Tag legt und einen gewissen Ehrgeiz, sehe ich da gar keine Probleme. Der Stoff auf Realschule und Gymnasium sind hier in der 5. und 6. Klasse ebenfalls identisch. Nur, dass auf unterschiedlichem Niveau unterrichtet wird. Dass der Stoff gleich ist, hat den Grund, dass Kinder in den Klassenstufen noch problemlos wechseln können. Am Gymnasium geht es schneller vorwärts und es wird nicht so tiefgründig erklärt. Es wird eher erwartet, dass mitgedacht und nachgearbeitet wird. Das haben die Kinder aber schnell raus. Was hier allerdings war, die Zeugnisnoten gingen in der 6. Klasse alle eine Note nach unten im Vergleich zur Realschule. Er wechselte aufs Gym mit 3 Zweien und Rest 1. In der 6. standen da nun 3 Dreien, Rest 2 und keine 1 mehr. Wenn deine Tochter es wirklich will, würde ich den Schritt wagen. Nach der 6. finde ich es schwierig. Da sind 2 Schüler in der Klasse meines Sohnes gescheitert wegen der 2. Fremdsprache. Mein Bruder ist Gymnasiallehrer und sagt auch, dass der einfachste Wechsel nach der 5. ist. Am schwierigsten wäre es wohl nach der 10. Das würden nur wenige schaffen.

LG
Michaela

  • (17) 09.07.19 - 21:19

    Danke für deine Erfahrungen, diese helfen mir sehr beim Überlegen.

    Meiner großen Tochter ging es damals ähnlich. Sie hat direkt eine 5 gefangen in Geschichte, das weiß sie heute noch. Bisher reichte es doch zuzuhören, aber Zusammenhänge herstellen und lernen musste sie nicht. Das hat sie dann auf dem Gymnasium gelernt, während meine kleine Tochter sich das auf der Realschule schnell angeeignet ohne schlechte Noten.

    LG Ana

    • (18) 10.07.19 - 09:37

      Dann würde ich mir die Entscheidung nicht so schwer machen. Mein Sohn hatte dann in der 6. Klasse natürlich auch mal zwischendurch eine 5 oder auch mal eine 6. Die Lehrer sagten, dass das völlig normal ist und er sich an das neue System erst gewöhnen muss. Im 2. HJ der 6. Klasse war er komplett auf Gymnasium umgestellt und hatte alles aufgeholt. Uns sagten die Lehrer auch gleich bei der Anmeldung, dass erst mal auch schlechte Noten kommen können und dies überhaupt nichts zu bedeuten hat und völlig normal ist. Wir Eltern sollten die 6. Klasse als Eingewöhnung sehen, das auch so dem Kind erklären und keinen Druck machen. Ab der 7. Klasse merkte man gar nicht mehr, dass er nicht von Anfang an dabei war. In den Klassen meiner Söhne sind mehrere Kinder, die nach der 5. gewechselt sind. Jedes Kind hat es geschafft und alle sind jetzt gute Schüler. Mach deiner Tochter die Umstellung leicht und bereite sie darauf vor, dass auch anfangs mal ein Tiefschlag kommen kann. Hier war es auch bei den Fremdsprachen, dass am Gymnasium plötzlich was anderes erwartet wurde als auf der Realschule. Aber das bekommen die Kids recht schnell mit.

      • (19) 10.07.19 - 12:11

        Habt Ihr Euch in den Ferien irgendwie vorbereitet? Aber eigentlich möchte ich ihr die Ferien auch einfach als Ferien lassen und dann sehen wie es läuft.

        Der Kontakt mit dem Gymnasium ist hergestellt, es gibt nur noch einen freien Platz, den haben wir nun belegt.

        ich denke, dass der Übergang auch von schlechten Noten begleitet wird, damit kann ich (und sie hoffentlich auch) gut leben.

        • (20) 10.07.19 - 15:52

          Ich hatte mir die Unterlagen von einer Mitschülerin geholt um abzugleichen was er schon hatte und ob es Unterschiede gibt. Somit hatte er dann auch schon den Stoff, falls in einem Fach was aufeinander aufgebaut hat. In Englisch musste ich mit ihm Grammatik nachholen. Das lag aber nicht am Unterschied Gymnasium/Realschule, sondern daran, dass an der alten Schule der Englischunterricht sehr schlecht war und kaum Wert auf Grammatik gelegt wurde. Theoretisch hätten aber beide Schulen auf einem Level sein müssen. Es gab auch in den anderen Fächern leichte Unterschiede. Manches wurde intensiver durchgenommen als an der Realschule. Ich habe aber nichts nacharbeiten lassen, sondern habe es auf uns zukommen lassen. Und das war auch gut so. Baute im neuen Schuljahr was auf den Stoff des alten Schuljahres auf, wurde der alte Stoff erst kurz wiederholt, so dass die Kinder den Anschluss wieder fanden. Die kopierten Unterlagen der 5. Klasse haben wir auch nie benötigt. Du kannst es einfach auf euch zukommen lassen und deiner Tochter die Ferien gönnen. Der Wechsel ist wirklich nicht dramatisch und deine Tochter wird das schaffen. Gönnen ihr die Ferien. Falls es im neuen Schuljahr irgendwo hängt, könnt ihr immer noch reagieren und was nacharbeiten.

(21) 10.07.19 - 08:04

Hallo,

unsere Tochter hatte nach der Grundschule eine Empfehlung für die Gemeinschaftsschule. Notendurchschnitt war damals irgendwas zwischen 3 und 4.

Auf der Gemeinschaftsschule hatten wir dann den Supergau. Kind hat gar nix mehr gemacht, weder im Unterricht noch zu Hause, mit der Begründung ihr sei langweilig.

Wir haben Sie dann nach der 6. Klasse Gemeinschaftsschule in die 6. Klasse Gymnasium umgeschult. Sie musste zwar privat 1 Jahr Französisch nachlernen, weil die Sprachenfolge nicht gepasst hat, aber sie ist danach richtig aufgeblüht.

Ich habe zwar Blut und Wasser geschwitzt, ein Kind, das keine Hausaufgaben macht und nie irgendwas gelernt hat auf ein G8 Gymnasium zu schicken, doch es war die beste Entscheidung. Sie wäre auf der Gemeinschaftsschule unter gegangen.

Nach den Ferien kommt sie in die 11. Klasse. Wir hatten ein Jahresabschlusszeugnis der 10. Klasse mit einem Durchschnitt von 2,0. Überarbeitet hat sie sich bis heute nicht. Hausaufgaben hat sie zu 90% in der Schule erledigt und lernen muss/macht sie ohnehin nicht.

Also ich bin froh, dass wir gewechselt sind und würde es immer wieder tun. Und vor allem habe ich gelernt, dass Grundschulnoten überhaupt nichts aussagen.

LG
Tiffy

  • (22) 10.07.19 - 12:08

    Das macht mir wirklich Mut. So unterschiedlich können Kinder sein. Das meine Tochter es unbedingt will, halte ich daher für ganz wichtig.

    Klingt super, wie Deine Tochter das geschafft hat, was man wohl am Anfang wirklich nicht vermuten konnte. Von Langeweile kann man bei meiner Tochter jedoch nicht sprechen. ;)

(23) 10.07.19 - 09:26

Wieso sollte man sich verschlechtern ? Mathe baut aufeinander auf. Biologie neue Themen und daher leicht zu lernen. Die Bücher sind m.E. minimalistisch aufgebaut. Es werden Lernkanäle von vielen Schülern benutzt. Wissen, was der Lehrer eigentlich vermitteln sollte, wird dort angeschaut und vertieft. Hier wird sich wirklich nicht überarbeitet. Vor den Arbeiten wird gelernt und überhaupt.....die Arbeiten sind nur ein Teil der Note. Mündliche Mitarbeit ist das Zauberwort. Ehrlich gesagt, hier wird vor den Arbeiten was getan und diese Angst vor dem Gymnasium kann ich langsam nicht mehr nachvollziehen. Warum sollten die Noten nach unten gehen. Evtl. wegen neuer Mitschüler und weil sie mit den Lehrern nicht auskommt aber der Lernstoff ist in der 5. Klasse Gymnasium viel Wiederholung

  • (24) 10.07.19 - 10:40

    An den Gymnasium ist der Anspruch höher, als an den Realschulen, unter anderem, weil in den Realschulen Stoff durchgenommen und in den Klassenarbeiten dann so abgefragt wird, wie er durchgenommen wurde.
    Am Gymasium wird Stoff durchgenommen, und in den Klassenabeiten müssen die Schüler auch mal überlegen, wie das denn mit y ist, wenn x durchgenommen wurde. y kann man ableiten, wenn man den Stoff verstanden hat.

    An der Realschule kommt man deswegen auch gut durch, indem man in erster Linie fleissig ist. Am Gymnasium muss man mehr verstehen und quer denken können.

    Bei uns am Gymnasium sind damals einige gute Schüler aus der Realschule in der Oberstufe aus allen Wolken gefallen, weil sie plötzlich quer denken mussten. Das haben auch nicht alle geschafft.

    "Ehrlich gesagt, hier wird vor den Arbeiten was getan und diese Angst vor dem Gymnasium kann ich langsam nicht mehr nachvollziehen. "

    Das ist Dein Kind. ;-)
    Unsere Tochter (12) rauscht auch mit lauter Einsen und wenig Arbeit durch's Gymnasium.
    Bei nicht wenigen Klassenkameraden von ihr sieht es aber ganz anders aus. Die müssen viel lernen, um sich im Mittelfeld zu halten. Die meisten haben sich in der 5. Klasse im Durchschnitt um eine Note verschlechtert.

    LG

    Heike

    • (25) 10.07.19 - 12:05

      Dessen sind wir uns bewusst. Zum Glück wurde bei uns in der Realschule sehr viel Wert auf "Querdenken" gelegt. Dennoch vermute ich, dass es auf dem Gymnsasium noch einmal anders sein wird.

      Die Nachfrage bei Freunden hat auch ergeben, dass sich ein Teil minimal verschlechtert hat, ein Teil gleich geblieben ist.
      Wir gehen davon aus, dass wir erst einmal absacken würden, aber damit können wir denke ich leben.

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