Wir finden keine Schule für kommendes Schuljahr - Inklusion/Asperger-Autismus

    • (1) 12.07.19 - 12:49

      Hallo ihr Lieben,

      das wird lang, aber vielleicht hat jemand Zeit/Erfahrung/Anregungen oder ähnliches. Wir sind verzweifelt! #sorry

      Ich war sehr lange nicht aktiv, hatte genug Dinge zu klären zwischen Arbeit, Haushalt, Kinderpflege ... doch heute muss ich mich an euch wenden, weil ich einfach nicht weiter weiß. Habe vorhin eine E-Mail an die Sprecherin für Inklusion gesandt, da wir einfach keine Schule finden, die meinen Sohn nächstes Jahr ab Klasse 7 (Oberschule) oder 6 (Gym) beschult. Wir wohnen in Chemnitz/Sachsen.

      Der Einfachheit halber im Anschluss (Datenschutz für mich berücksichtigt) die Email:

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      vielen Dank für das angenehme Gespräch am 11.07.2019.
      Wie vereinbart, formuliere ich mein Anliegen umfassend. Bitte verzeihen Sie, dass dies gestern nicht mehr möglich war.

      Vorgeschichte:
      Joel wurde am 15.12.2006 in Dessau geboren. Nach mehrjähriger logopädischer Behandlung wurde er 2013 regulär eingeschult und besuchte die [Datenschutz]. Spätestens im Verlauf der 1. Klasse zeigte er starke Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich, was mich nach Rücksprache mit Lehrern dazu veranlasste, ihn diagnostisch im [Datenschutz1] vorzustellen. Dort wurde ein halbes Jahr später eine Autismus-Spektrum-Störung (Asperger) diagnostiziert. Ein sonderpädagogisches Fördergutachten wurde eingeleitet, zudem wurde er im Januar 2015 auf der [Hochbegabtenschule] probebeschult. Aufgrund der sozialen Problematik konnte er dort jedoch nicht mehr aufgenommen werden, wenngleich sein Intellekt dies zugelassen hätte. Während der sonderpädagogischen Diagnostik wurde mir gesagt, dass Befunde des [Datenschutz1] nicht anerkannt würden, was ich leider aufgrund meiner damaligen Unkenntnis glaubte. Somit wandt ich mich an das mir empfohlene [Datenschutz2], was ich bis heute sehr bereue. Nach einmaliger Vorstellung (die Ärztin hatte meinen Sohn etwa 1,5 Stunden gekannt) wurde die ASS-Diagnose trotz auffälliger Symptomatik angezweifelt mit der Begründung, es könne sich ja auch um ein Kindheitstrauma handeln. Natürlich ist das grundsätzlich richtig, zumal meine Ehe im Frauenhaus endete - jedoch wurde ein Trauma seitens des [Datenschutz1] angezweifelt, da mein Sohn nicht unter Flashbacks oder anderer Symptomatik leidet - er geht auch in den Ferien regelmäßig zu seinem Vater (im Übrigen wie der Großvater väterlicherseits mit autistischem Störungsbild). Seitens des [Datenschutz2] wurde ich nun vor die Wahl gestellt: entweder Therapie im [D1] oder im [D2]. Da ich Angst hatte, dass das Gutachten des [D1] tatsächlich unbeachtet blieb, entschied ich mich für das [D2]. Dort wurde Joel fortan ergotherapeutisch betreut, nie jedoch psychotherapeutisch.
      Im April 2015 wurde mein Hilfeersuchen (§35 SGB VIII) mit der Begründung abgelehnt, dass das [D2] die Diagnose anzweifelt und vorrangig die Schule zur Integration verpflichtet ist (diese wiederum bat jedoch mehrfach um einen Einzelfallhelfer). Am 16.06.2015 folgte der Bescheid des sonderpädagogischen Fördergutachtens: starke Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich, Hilflosigkeit im Schulalltag (ständig an Außensteuerung gebunden), Stärke im wahrnehmungsgebundenen logischen Denken, da Gutachten bestätigt die Autismus-Diagnose! Im August wurde dann die Genehmigung eines Einzelfallhelfers endgültig abgelehnt - die integrative Beschulung in der Grundschule wäre ausreichend. Diese wurde zwar beschieden, jedoch tatsächlich aufgrund von Personal- und Ressourcenmangel so gut wie nie umgesetzt! Joel zog sich immer mehr zurück und entwickelte zudem eine generalisierte Angststörung. Im November 2015 stellte ich somit Antrag auf Feststellung der Pflegeeigenschaft sowie Schwerbehinderung. Beides wurde mir genehmigt: Pflegestufe 1 - jetzt Pflegegrad 2 sowie eine Schwerbehinderung mit GdB 50 und Mz H. Ein Nachteilsausgleich wurde mir im Juni 2016 für das kommende Schuljahr bewilligt (Joel besuchte dann bereits die 4. Klasse). Wieder beantragte ich die Überprüfung zur Genehmigung eines Einzelfallhelfers, da Joel kaum noch zur Teilnahme am Unterricht bereit war. Es hagelte Ordnungsmaßnahmen und Ausschlüsse an Klassenausflügen. Die Überprüfung der Genehmigung eines Einzelfallhelfers endete mit einer Fachabsprache im [D2], an der jene Ärztin teilnahm, die Joel nur 1x sah, die Ergotherapeutin im [D2] (wöchentlich), die Psychologin des [D2] (alle 3 Monate - keine Therapie nur "Verlaufsgespräche"), Joels Lehrerin, meine Mutter und die sehr [D2]-verbundene Dame des Jugendamts. Dort wurde mir empfohlen, Joel ans IZH (integratives Zentrum zur Förderung hyperkinetischer Kinder) zu schicken. Dort sagte man mir, sie wären voll für die nächsten 1-2 Jahre und zudem benötigten sie eine Diagnose, welche die Aufnahme ins IZH rechtfertige, weshalb ich tatsächlich nichts weiter unternahm, denn AD(H)S lag ja nicht vor.
      Die Bildungsempfehlung ergab, dass er notentechnisch nicht fürs Gymnasium empfohlen werden kann, dies jedoch für seinen Intellekt besser geeignet wäre. Nach Rücksprache mit dem Kindsvater entschied ich mich zunächst für die Beschulung an einer Oberschule, da ich Joel keinen Eignungstests aussetzen wollte. Somit wurde er in Klassenstufe 5 an der [...]schule integrativ beschult (zumindest auf dem Papier, denn auch da herrscht wie überall Personalmangel). Um Joel einen sorgenfreien Übergang in die weiterführende Schule zu ermöglichen, wurde die Ergotherapie am [D2] nicht fortgeführt. Joel erhielt jedoch Ergotherapie direkt in der Oberschule. Soweit zur Vorgeschichte.

      Aktuelle Fallgestaltung:
      Joel zeigte im Verlauf des 5. Schuljahres oft starke Anzeichen von intellektueller Unterforderung. Wie bereits andere Lehrer zuvor empfahl man das Gymnasium, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die sozialen Anforderungen zu einer Überforderung führen könnten. Hier waren wir alle etwas hilflos. Die Bildungsempfehlung war eindeutig und Joel wollte unbedingt aufs Gym, also meldete ich ihn an seinem Wunschgymnasium an und er bekam mit Beginn des 6. Schuljahres einen Platz. Leider setzte ich ein Kreuzchen nicht, was im Nachgang für viel Ärger sorgte. Im Aufnahmeantrag wurde erfragt, ob ein Förderbedarf hinsichtlich AD(H)S, LRS oder Dyskalkulie bestünde. Dies war für mich nicht der Fall (es war ja sozial-emotional und dies las ich hier nicht raus). Somit wurde Joel am Gymnasium nicht integrativ beschult. Mehrfache Hinweise oder Nachfragen wurden abgeschmettert mit den kargen Worten "Der ist im Juli 2018 weggefallen!" Der Klassenlehrer schien mir sehr distanziert und desinteressiert.
      In einem weiteren Verlaufsgespräch im September 2018 erbat ich beim [D2] eine erneute Prüfung - schließlich wurde mir ja gesagt, dass das [D2] eine erneute Diagnostik vernehme, was seit mehreren Jahren nun nicht geschah. Hier prüfte man die Konzentration mit dem Ergebnis, dass diese vermindert sei. Auf mein Drängen nahm man im letzte Satz Bezug aufs IZH, da ich das zu diesem Zeitpunkt tatsächlich als hilfreich ansah - bot es mir ja den einzigen Strohhalm!
      Zugegebenermaßen war ich jedoch in den Herbst- bis Wintermonaten 2018/2019 sehr stark mit Joels Bruder eingebunden (ADHS, Psychiater, Therapien, Pflege (PG 2)), wodurch ich in der Annahme Joel würde es recht gut gehen (es gab ja zu dem Zeitpunkt seitens des Gym keinerlei Beschwerden), nichts weiter unternahm.
      Erst Richtung Halbjahresende Januar/Februar 2019 häuften sich Anrufe des Klassenlehrers, was mich veranlasste beim Kinder- und Jugendpsychiater von Joels Bruder Noah einen Notfalltermin zu vereinbaren (eine Hilfe vom [D2] erfolgte ja seit nunmehr 5 Jahren nicht!). Noch vor dem Notfalltermin gab es das Halbjahreszeugnis, welches für mich völlig unerwartet sehr schlecht ausfiel. Ich war total schockiert, denn so viele Fünfen hatte ich nie unterschrieben und der Lehrer rief ja auch erst sehr spät an, um mir die aktuelle Situation aufzuzeigen. Mit Joel brauchte ich über sowas nicht sprechen, da er aufgrund seiner Beeinträchtigung ohnehin ein anderes Selbstbild hat. Somit versuchte ich, engen Kontakt zur Schule zu pflegen, was sich aus offenbar persönlichen Gründen mit dem Klassenlehrer als sehr schwierig erwies. Es gab zwei Elterngespräche, wobei seitens des Gym vorgeschlagen wurde, Joel mit Hilfe des Schulsozialarbeiters zu stabilisieren. Leider mangelte es an der Durchsetzung. Zwar wurde eingefordert, dass Joel seinen Teil der Abmachungen erfüllt, seitens der Schule erfolgte jedoch keine Unterstützung. Lediglich 2 Termine beim Schulsozialarbeiter fanden statt. Zu allem Überfluss erhielt ich eine sehr destruktive und inkompetente Whatsapp!!! des Klassenlehrers, welcher sich nicht nur über Joels Benehmen/Lernverhalten mokierte, sondern auch formulierte, dass Joel "besser zuhause bliebe" und "es völlig sinnlos sei, dass er überhaupt da ist"!!!! Völlig schockiert ließ ich mir einen Termin bei der Schulleitung geben, welche mir ihr Verständnis entgegenbrachte und Hilfe versprach. Da mittlerweile jedoch feststand, dass Joel das Klassenziel am Gym nicht erreichen wird, empfahl sie mir die Beschulung an der Oberschule, obwohl auch sie bestätigte, dass die gymnasiale Beschulung deutlich mehr seinem Intellekt entsprechen würde. Die Kapazitäten machen dies jedoch unmöglich. Am Gymnasium kann er nicht bleiben. Es gibt nicht ausreichend Plätze. Die 6. Klassen sind voll! Ich erhoffte mir eine Rückkehr an die [...]oberschule und stellte am 14.05.2019 einen Wiederaufnahmeantrag. Am gleichen Tag hatte ich den Termin beim KJP (Kinder- und Jugendpsychiater) Dort wurde mir gesagt, dass sie dieselben Tests wie das [D1] machen würden und die Diagnose somit anerkennen könnten. Dies wird nach Rücksprache mit dem Praxisinhaber noch abgesprochen. Wahrscheinlich erhalte ich jedoch einen Anerkennungsbescheid. Die KJPP befürwortet einen Einzelfallhelfer - somit habe ich zum 3. Mal Hilfe beim Jugendamt beantragt. Die gute Frau war Ende Juni auch bei mir zum Hausbesuch - wiederholt wies sie auf das [D2] hin, welches die Diagnose ja anzweifele. Wiederholt wies ich sie auf die Beschwerden der Schulen, die zig Einschätzungen der Lehrer und die Kapazitäten hin - wiederholt empfiehlt sie nur das IZH. Beim KJP wurde im Juli 2019 eine Diagnostik hinsichtlich einer verminderten Konzentration gemacht - unauffällig - es liegt keine Konzentrationsstörung vor! Auffällig hingegen war sein Verhalten (kein Blickkontakt, Abwesenheit, Regulationsstörung). Die KJPP wird eine Stellungnahme an das Jugendamt verfassen. Ständig wird mir gesagt, dass ein Einzelfallhelfer nicht dazu da wäre, das Bildungsniveau zu heben - nein! das ist schon klar! Aber er hätte geholfen, meinem Sohn eine Beschulung seinem Intellekt entsprechend zu ermöglichen. Die [...]oberschule erklärte mir am 08.07. auf erneute Anfrage, dass sie über keine Kapazitäten verfüge und eine integrative Beschulung somit schwierig sei; "mit einem Einzelfallhelfer wäre es sicher nicht so problematisch" bzw. "er wäre hier unterfordert!" Das Gymnasium hat keine Kapazitäten und ich glaube tatsächlich, dass eine gymnasiale Beschulung OHNE Einzelfallhelfer für Joel nicht zu bewerkstelligen ist (er hat Probleme mit der Formulierung der Aufgaben, wägt immer ab, hat Schwierigkeiten mit dem Ablauf, von sozialen Differenzen ganz zu schweigen). Viel zu spät erkenne ich nun, dass eine Beschulung auf einer Regelschule schwieriger ist, als angenommen. Leider sind alle freien Schule (Montessori, Waldorf, Regenbogenschule oder Chemnitzer Schulmodell) voll. Das LaSuB [Hinweis: Landesamt für Schule und Bildung] empfahl mir, bei der [...1]oberschule oder der [...2] anzufragen. Seitens der [...1]schule erhielt ich eine Ablehnung. Die [...2] könnte mir frühestens in der letzten Ferienwoche helfen. Jedoch - selbst wenn - der Schulweg wäre für meinen Sohn allein nicht zu schaffen! 45 Minuten mit Bus und umsteigen - da ist er völlig fertig, noch bevor die Schule beginnt! Ich erwäge momentan tatsächlich, ob eine Beschulung am [Köerperbehindertencampus] für ihn möglich wäre, da dort die Klassen recht überschaubar sind und eine integrative Beschulung ohnehin angewandt wird. Leider erreiche ich dort aktuell niemanden (auch nicht in deren Beratungsstelle). Grundsätzlich bestünde wohl die Möglichkeit und auch Joel würde dies begrüßen, da der Schulweg nur 15 Minuten betragen würde. Auch wenn er es nicht so äußern kann, gehe ich davon aus, dass ihn die aktuelle Situation sehr belastet. Seitens des Jugendamtes wurde mir gestern eine andere freie Schule empfohlen, die jedoch nur mit Klassenstufe 5 oder 6 startet - eine Beschulung im Oberschulsektor mit Klassenstufe 6 ist völlig zielentfremdet. Wir wissen aktuell keinen Ausweg mehr. Ich kann unmöglich bis zur letzten Ferienwoche tatenlos zusehen. Wie erwähnt habe ich 2 Kinder mit PG 2. Ich selbst gehe 40 Stunden wöchentlich arbeiten. In meiner jetzigen Urlaubswoche war an Urlaub bisher in keinster Weise zu denken! Ich fühle mich sehr alleingelassen mit meinen Problemen und habe das Gefühl, dass mir keiner zuhören will.

      Ich hoffe, Sie können mir irgendwie helfen. Ich weiß, es ist nicht gern gesehen, politische Wege zu gehen - das ist auch nicht zwingend mein Anliegen. Ich will einfach nur, dass eine Lösung gefunden wird und mein Sohn seiner Schulpflicht nachgehen kann. Es ist unerträglich seit 6 Jahren in der Luft zu hängen, alles zu versuchen, aber kaum etwas funktioniert. Joel benötigt ja zudem in seiner Freizeit eine Betreuung bis ich von Arbeit komme. Welche Schule bietet das denn sonst an?

      Es tut mir sehr leid, dass der Text nun doch so unendlich lang geworden ist, aber ich hielt alle Informationen zur Prüfung für notwendig und hoffe, dass Sie bis zum Ende lesen konnten.

      Sollten Sie irgendwelche Unterlagen benötigen (aktuelles Zeugnis, Diagnosen, etc.), bin ich gern bereit Ihnen diese zukommen zu lassen.

      Vielen Dank für Ihre Mühe.

      Mit hoffnungsvollen Grüßen

      Familie Vogt

      [...]

      Vielleicht hat noch jemand von euch eine Idee oder öhnliche Erfahrungen oder kann mich irgendwie beruhigen - meine jetzige Woche war und ist eine Katastrophe - Arbeit ist für mich schon fast Erholung am Montag #augen

      So - ich muss erstmal weiter - danke fürs zuhören --- Vielleicht reicht das Auskotzen schon - lieben Dank

      • (2) 12.07.19 - 14:54

        Liebe Amanda,
        Da habt ihr ja schon einiges durch und du bist eine richtige Löwenmama, die das beste für ihr Kind möchte.
        Allerdings glaube ich, dass dein Anliegen in dieser Form den Rahmen des Forums sprengt und dein länger Text etwas überfordernd ist.

        Wenn du dich doch nicht nur "auskotzen" willst und Tipps möchtest, welche Anlaufstellen, ggf. auch Möglichkeiten des Widerspruchs, der Beschwerde oder Hilfe bei Mediation es noch gibt, dann musst du dein Anliegen vielleicht noch einmal knapper und konkreter formulieren.

        Außerdem: du hast die Namen der Schulen und Institute geändert, allerdings voller Name (oder ist der abgeändert), Geburtsdatum und weitere sensible Daten genannt. Ich kann verstehen, dass du Rat suchst und dir durch detailreiche Schilderungen bessere Antworten erhoffst, aber du verletzt, sofern ich es richtig einschätze, MASSIV die Persönlichkeitsrechte deines Sohnes. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Sohn in ein paar Jahren erfreut wäre, seine komplette Krankengeschichte im Internet zu lesen.
        Ich würde urbia bitten, den Beitrag in dieser Form möglichst schnell löschen zu lassen.

        Leider kann ich dir bei deinem eigentlichen Anliegen nicht weiterhelfen. Vielleicht kann dir die Schule weitere Ansprechpartner nennen. Vielleicht gibt es einen Verein für Mensch mit Autismusspektrumsstörungen, der dir eine Liste mit Ansprechpartnern in deiner Nähe geben kann.

        Ich wünsche Dir und deinen Söhnen das beste für die kommende Zeit.

        (3) 12.07.19 - 14:54

        Oh jeh - das ist ja echt super grauenhaft. Da kann man Dir nur die Daumen drücken.

        Wahrscheinlich hast Du da schon Kontakt, aber ich würde den http://www.autismus-chemnitz.de/verein.htm mit ins Boot holen.

        Gleichzeitig, kenn ich dass aus Berlin, auch hier hängen Eltern tatsächlich bis zum Schulbeginn in der Luft und das ohne Förderbedarf.

        Vorab, mach dir keine Sorgen, weil dein/euer Name hier steht, sollte dein Sohn tatsächlich in ein paar Jahren im Internet via Urbia-Archiv darauf stossen, er wird es verstehen, es steht nichts Schlimmes über ihn da, nur wie unhaltbar die Situation für Autisten und deren Familien ist. Er darf stolz sein auf dich und auch auf sich!
        Übrigens, danke für dein Vertrauen ans Forum hier.

        Den Rat mit der örtlichen Autismusanlaufstelle finde ich gut.

        Mit dem von dir D2 genannten Zentrum: brich jeglichen Kontakt/Zusammenarbeit ab, inkompetent und toxisch.

        Dass es für Kinder und Eltern belastend ist, bis zum Schuljahresanfang nicht zu wissen welche Schule/welche Klasse es wird, ist eine Zumutung und Belastung.
        Für einen Autisten ist es ein Ding der Unmöglichkeit.
        Als Ausweg würde ich ins Auge fassen, ihn krank schreiben zu lassen, bei Bedarf für längere Zeit, ein guter Psychiater, der sich mit Autismus auskennt würde dies in so einem Fall unterstützen. a) macht das den Schulbehörden Druck, und b) läuft er nicht in Gefahr ohne Vorbereitungszeit der neuen Situation ausgesetzt zu werden.

        Gäbe es eine Privatschule in der Nähe die in Frage käme? Wenn ja würde ich die Richtung einschlagen.

        Versuche dich zu vernetzen, regional aber auch überregional, mit anderen autismusbetroffenen Familien, da kommen viele Tipps und Tricks zusammen, übrigens habe ich es auch schon erlebt, dass gerade wegen Schulsituationen kreative Lösungen gefunden wurden.
        Ein Teil meiner Autisten ging in Deutschland ans Gymnasium statt in der Schweiz zur Schule, umgekehrt hatte ich schon Kinder aus Deutschland für ein paar Wochen/Monate hier, bei denen Schulen und Psychologen Druck gemacht hatten um sie stationär zu behandeln oder mit Medikamenten einzustellen, gegen den Willen der Eltern. Ich habe die letzten 25 Jahre gelernt unkonventionelle Wege zu beschreiten....

      • (5) 12.07.19 - 19:46

        Hallo,

        vorab ich habe deinen Artikel nicht wirklich gelesen. Zu lang, zu schwierig, müsste mich da ja richtig vertiefen und leider befürchte ich, daß geht einem Sachbearbeiter auch so.

        Habe auch keine Erfahrung mit euerm speziellen Problem. aber ich kenne mich mit
        Ämtern und Behörden und Anträgen aus.

        Mein Tip wäre zu dem langen Text noch sozusagen einen tabelarischen Lebenslauf zufügen, in dem man recht schnell erkennt, was los ist.

        Z.B. Vorgeschichte:
        - geboren 12.05.2006
        .... Kindergarten
        ..
        .

        Therabien
        von 200. bis... Ergotherabie
        ..
        ..

        Und Anfangen würde ich das ganze mit dem aktuellen Problem:

        Unser Sohn hat motorische Problem, hatte sprachliche Probleme, die Tochter hat eine Hörbehinderung, daher habe ich schon einige solcher Briefe geschrieben.

        Mein Tip ist in jedem Fall eine Überlegung wert!

        Viel Erfolg!

        Liebe Grüße:-D

        Martina

        (6) 13.07.19 - 10:58

        Hallo, leider nutzen dir die Erfahrungen von mir aus SH nicht. Ich würde mir einen Termien bei eine Autismus Institut besorgen. Zusätzlich bei einem kompetenden Sozialpädiatrisches Zentrum die sich auch mit Traum auskennen. Bei uns gibt es in de Schule Autismus beauftragte und Schwerpunktschulen für Austimus. Dein Sohn könnte denn als I_kind mit Begleiter in eine solche Klasse gehen .
        Mein Sohn hatte in der 5 Klasse ganz schlechte Noten und mußte in der 7 Klasse querversetzt werden. Also vom Gymnasium auf eine Gemeinschaftschule. Dort wurde er zu einem endlich glücklich. Die Schule ist so bunt das er dort so genommen worde wie er ist. Die Lehrer haben sich sehr um ihn bemüht. Dort worde sein Fähigkeit angenommen, er kennt alle Fahrpläne der Umgebung auswendig. So durfte Klassen fahrten und Ausflüge planen. Er macht er eine schulische Ausbidung mit der Möglichkeit sein Abitur zu machen. Such der jemanden der sieht was dein Kind kann und nicht wo seine Fehler liegen.

      • (7) 14.07.19 - 11:02

        Hallo,
        meine Söhne sind auch Autisten (PG2 bzw. PG4), werden inklusiv beschult, haben selbstverständlich eine Schulbegleitung ... aber wir wohnen in Hessen.
        Grundsätzlich empfehle ich dir für die Zukunft das Ganze deutlich objektiver zu sehen. Diese emotionalen Schreiben an Behörden sind nicht zielführend. All deine Gefühle müssen aus so einem Schreiben raus. Lass sowas nochmal querlesen vorher. Bitte denke doch daran, dass das jemand liest, der eigentlich von der Thematik keine Ahnung hat. Der will nicht dein bester Freund werden - wirklich nur Fakten nennen.
        Du zeigst so unglaublich viele Gefühle und deinen Leidensweg, aber du zeigst auch all deine eigenen Fehler, die du gemacht hast und Dinge, die du nach wie vor nicht richtig verstanden hast (sowas bindet man dem Gegenüber nicht unbedingt auf die Nase ;)).

        Nun zu deinem Problem:
        Eine passende weiterführende Schule, die inklusiv unterrichtet und Autisten annimmt, zu finden, ist ein riesiges Problem. Ich habe damals fast deutschlandweit gesucht. Allerdings gab es bei mir noch den „Bonus“, dass ich beide Kinder in einer Schule wissen wollte. Dabei hat der Kleine Förderbedarf GE und der Große hat Sprachheilförderung und wird normal beschult.
        Wir haben keine staatliche Schule gefunden, die das macht. Entweder die Schulen waren viel zu groß (und damit für Autisten denkbar ungeeignet), es gab keinen ruhigen Rückzugsort (Bücherei o.ä.), die Schule war nicht isoliert und extra laut (super für ein Kind mit AVWS), GE-Kinder wurden grundsätzlich nicht angenommen,...
        Ich bin dann auf die Idee der Privatschulen gekommen. Es war extrem schwierig, aber es gab sehr wenige, freie Plätze. Heute zahlen wir 1500€/Monat Schulgeld, die Kinder lieben ihre Schule. Sie ist voll barrierefrei und für Autisten super geeignet. Die Schule selbst ist in einem riesigen Park von 60.000qm. Immer 2 Klassenstufen (mit insgesamt 4 Klassen á 20 Schülern teilen sich ein Haus). Jede Klasse hat durchgehend 2 Lehrer und in jeder Klasse sind auch mindestens 5-7 irgendwie beeinträchtigte Kinder. Entsprechend gibt es noch einiges an Schulbegleitern in der Klasse.
        Vorteil der Schule: es ist eine Ganztagsschule. Der Unterricht geht von 8:30-16:15 Uhr. Die Schule garantiert aber eine Betreuung ab 7:00 Uhr und bis 18:00 Uhr - Ohne Anmeldung oder Aufpreis. Ach ja, Abitur ist natürlich möglich an der Schule. Alle Kinder besuchen eine Klasse zusammen. Bei Arbeiten haben sie die Wahl zwischen 3 Schwierigkeitsgraden. Der Unterricht findet größtenteils in Kleingruppen statt, die auf ähnlichen Stand sind oder sich ergänzen.
        Internat ist natürlich auch möglich. Es gibt spezielle Internate für Autisten. Nur muss man wissen, dass man dann eben das Kind aus der Hand gibt. Ich habe echt auch schon viel Negatives gehört. Außerdem ist sowas ist sehr teuer. Und ehe das das Jugendamt zahlt, muss ein Kind schon mehrfach in der Schule versagt haben. Da reicht einmal sitzenbleiben nicht. Das sollte eher in Richtung Schulverweigerer oder Schulverweisung gehen.

        (8) 14.07.19 - 22:20

        Hallo,

        ich habe den Text nicht im Detail gelesen, kenne die Problematik aber von einer Freundin und deren Sohn.

        Mein Eindruck ist, dass man in Deutschland als Familie mit einem stärker autistischen Kind leider verloren hat.

        Es gibt so gut wie keine passende Schule. Die inklusiven Schulen sind überfordert. In den Förderschulen sind die Kinder unterfordert.
        Die Jugendämter versuchen nur, sich das Problem mit möglichst wenig Aufwand und Ausgaben vom Hals zu halten.
        "Fachleute" stümpern herum und hängen den autistischen Kinder wer weiß was für falsche Diagnosen an.
        Viele autistischen Kindern wird die Betreuung in OGS-Einrichtungen und ähnlichem verweigert, weil die sich überfordert fühlen.
        Die alleinerziehende Freundin findet nicht einmal einen Kurzzeitpflegeplatz für ihren Sohn, damit sie mal ein paar Tage durchatmen kann.
        Sie hat das Kind übrigens jahrelang zu Hause beschulen müssen, weil er als nicht schulfähig galt. Nach den Ferien gibt es wieder einen Versuch.

        Naja, jedenfalls denke ich, dass Du bei einer Selbsthilfegruppe für Eltern autistischer Kinder mehr Chancen auf gute Tips hast.
        Unter Umständen macht es sogar Sinn, einen Anwalt einzuschalten und zu klagen. Aber da würde ich Familien fragen, die selbst in dem Thema drin sind.

        Wie hier in Deutschland vielfach mit Familien mit autistischen Kindern von Seiten der Behörden umgesprungen wird, ist für Familien ohne autistisches Kind kaum vorstellbar. #contra

        Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück. #klee

        LG

        Heike

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