Fragen bezüglich Hochbegabung

Liebe Urbiagemeinde,

leider scheinen die entsprechenden Clubs hier nicht sehr aktiv zu sein, darum stelle ich meine Fragen hier.
Mein Sohn (10 Jahre) wurde vor kurzem getestet und hat wohl einen Gesamt IQ von 138. Ehrlich gesagt hat mich das umgehauen. Mit diesem Ergebnis hätte ich im Leben nicht gerechnet. Das er clever ist ja, aber so. #kratz Der Test wurde im Rahmen einer Diagnostik gemacht und nicht weil er dahingehend Probleme hatte. Mich erstaunt das Ergebnis auch, weil er so ganz unauffällig und "normal" ist. Er hat nicht total früh gelesen, hat (für mich zumindest) kein ersichtliches Spezialwissen, hat gute Noten, aber jetzt auch nicht nur Einser. Liest eher Comics als Sachbücher, schaut eher Serien als Wissenssendungen etc. Gibt es hier noch jemanden, den das Ergebnis seines Kindes überrascht hat bzw. dessen Kind eher so unauffällig ist? Würde mich sehr gerne mit jemanden austauschen.

Die zweite Frage ist, ob eure getesteten Kinder von dem Ergebis wissen?

Liebe Grüße
Alva

Es gibt bei Facebook die Gruppe Hochbegabte Kinder. Dort herrscht reger Austausch. Es sind auch Fachleute wie Herr Eckerle und Frau Reichardt in der Gruppe. Dort bist du mit deinen Fragen gut aufgehoben

Danke für den Tipp. Bin aber eigentlich nicht bei Facebook. Vielleicht schau ich doch mal rein.

Alva

Viele Hochbegabte sind unauffällig.

Getestet werden sie oft, wenn sie auffälliges Verhalten zeigen.

So lange alles gut ist, würde ich nichts weiter machen. Besonders dem Kind erst mal nichts sagen.

Sollte es doch mal Probleme geben (Unterforderung), weiß man, in welche Richtung man suchen kann.


besonders fördern oder so, würde ich jetzt nicht. bisher scheint er zu bekommen, was er braucht.

Wichtig ist, die eigene Sichtweise jetzt nicht zu verändern. Das spüren Kinder dann eher.
Auch nicht erwarten, was er noch nicht kann. Besonders emotional.

Bei mir hieß es als Kind oft "du bist so klug, du müsstest doch können". FALSCH. gerande weil ich kognitiv mehr erfassen konnte, hatte ich emotional umso größere Schwierigkeiten.


Hochbegabung heißt auch nicht automatisch überflieger.

Stell dir ein Auto vor, das einen Hochleistungsmotor hat.
Auf der richtigen Strecke, kann das Auto zeigen, was es kann.
Sind die Reifen platt (Unterforderung), bremst das den Motor aus.

Manche nutzen den Motor auch einfach so, wie es gerade passend ist.
Comics lesen, entspannen, usw.

ein guter Motor muss nicht immer auf Hochtouren fahren, nur damit man weiß, dass er theoretisch mehr Leistung bringt.

Fängt er an zu qualmen, sollte man nachsehen, was los ist.
Aber auch bedenken, dass es am Motor, an den Reifen, an der Strecke, am Wetter oder sonstigem liegen kann
(innere kindbedingte Faktoren / andere Einflüsse)

Auch auf die eigene Erwartungshaltung achten!
Ein Freund hat eine HB im mathematischen. Da könnte er super easy viel erreichen.
Studiert hat er Biologie. Dort, wo er keine Teilleistungs-Hochbegabung hat. Er liebt es, er liebt seine Arbeit (fern der Mathematik), er liebt das Leben.
Mathe kann er richtig gut, findet er aber stressig!

Umfeld reagierte teilweise empört. Wenn er es schon so gut kann, dann müsse er doch....
Er findet das nicht. Nur weil er es gut kann, muss er es nicht mögen. Er macht lieber das, was ihn glücklich macht. Das musste sein Umfeld erst mal verdauen, waren doch deren Erwartungen anders gesteckt.



Teilleistungs-HB
Ist sein Gesamtwert so hoch?
Ist es ein Teilbereich?
Ist es der Durchschnittswert? (einige Bereiche deutlich darüber, einige Bereiche deutlich darunter?)

Wie ist seine Arbeitsgeschwindigkeit?

Bei ADS kann es z.B. vorkommen, dass ein IQ Wert extrem hoch ist, dieser aber nicht genutzt werden kann, weil andere Werte deutlich niedriger sind (Ergebnis: Wechsel zwischen 300 km/h und Vollbremsungen im steten Wechsel)


Wurde euch etwas dazu gesagt oder nur der Wert hingeklatscht?

Hilft euch das Ergebnis bei der eigentlichen Diagnostik weiter?

IQ ist wie der Motor beim Auto. Es ist zwar da und irgendwie auch wichtig.
Aber ohne Reifen fährt es nicht.
Wichtig ist, dass er lernt zu lenken. Je kraftvoller ein Motor an Power hat, desto wichtiger ist es, zu lernen, wie man es lenkt und für sich selbst damit umzugehen.

Dem schließ ich mich voll an. Als bei mir der IQ-Test Ende der Grundschulzeit hochbegabt ausspuckte, wurd mein Leben ätzend. Meine Eltern meinten, dass mir lernen doch leicht fallen sollte deswegen. Und schimpften und bestraften oft, weil ich ihren Erwartungen nicht entsprach. Ich hatte Spaß an Geschichte und Kunst. Diese Fächer sind schulisch nur leider Nebensache. Ich sollte meine "Fähigkeiten" auf die relevanten Fächer legen, doch hatte ich dort keine Begabung. Mir wurden meine Lieblingsfächer schlecht gemacht, weil die Leistungen der anderen Fächer nicht stimmten. Ich entwickelte einen Hass auf Schule und wurde immer schlechter. Meine Lieblingsfächer seien eben nicht für ein späteres akademisches Leben wichtig. Das Abi machte ich gerade so und heute arbeite ich auf meinen Doktor hin und das in einem Fach, was v.a. meine Mutter ablehnt. Ein Fach in welchem mir Geschichtswissen, künstlerische Begabung und sogar Mathe der Mittelstufe weiterhilft ... Also alles, was ich gerne hab. Meine Begabung liegt darin übergeordnete Systeme zu erkennen und Details herauszufinden. Ich liebe es Rätsel zu lösen ;)

Bei meinem Mann war es anders, sein IQ ist etwas höher als meiner. Ihm fiel lernen immer sehr leicht, ihm flogen die Einser nur so zu. Sein Problem kam dann später: Er hatte nie gelernt zu lernen, weil er nie herausgefordert wurde. Abi schaffte er nur auf den zweiten Bildungsweg, weil er auch Probleme mit Mitmenschen hat und deshalb die Schule nicht mehr aushielt. Heute begreift er erst, was sein Problem war, sein IQ wurde erst im Erwachsenenalter gemessen im Rahmen einer Therapie. Er hat im Nachhinein erst verstanden, was mit ihm los ist und warum er mit Mitmenschen manchmal Probleme hat. Seitdem er das weiß, kann er damit viel besser umgehen. Sein Studium hat er fast im Schlaf erledigt, danach wollte er nichts mehr damit zu tun haben, weil er den Spaß daran nicht verlieren wollte durch einen Job, der ihn unglücklich macht. Nun hat er eben noch eine ruhige Ausbildung gemacht und das war für ihn auch ganz einfach und genau das richtige ;)

Behandel dein Kind "normal" und beobachte, ob es irgendwelche speziellen Begabungen hat, die gefördert werden könnten, falls dein Kind dies überhaupt möchte. Zwinge keine falschen Vorstellungen deinem Kind auf. Nur weil man in irgendwas Talent zeigt, muss man dieses Talent nicht lieben.
Ich habe drei Instrumente sehr gut gespielt, dennoch kann ich bis heute kaum Noten lesen, das ist nie aufgefallen "^,^ Ich hasse es heute Musik zu spielen, weil es mir aufgezwungen wurde mit hohen Erwartungen, da ja hochbegabt...

Hallo!

Vielen Dank für deine Antwort.

Schade, wie deine Eltern reagiert haben. Daher freut es mich umso mehr, dass du deinen Weg noch gefunden hast. Mein Sohn hat irgendwie noch so gar keine Vorlieben. Außer das mit den Rätseln. Das macht er auch gerne.

Würdest du mir schreiben welcher Art die Probleme deines Mannes mit seinen Mitschülern waren? Da hapert es bei meinem Sohn auch etwas. Gerne auch per pn.

Viele Grüße

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Hallo
Ganz einfach, das „Hochbegabte Kind“ gibt es nicht.
Meine Tochter ist den Erzieherinnen im Kindergarten aufgefallen. Aber wirkliche Probleme gab es damals nicht. Das nahmen wir dann mit in die Grundschule und dort ging es dann so in der 2 Klasse mir Problemchen los. Dank toller Schule und tollem Hort und sehr guter Zusammenarbeit, ging es aber.
Testen wollten wir erst, wenn wir es für wirklich nötig empfanden. Das passierte dann schneller als gedacht. Der Wunsch ging von meiner Tochter aus. Sie empfand sich selbst als sehr anders, merkte dass sie anders denkt,... und um etwas mehr Frieden mit sich zu finden, wünschte sie sich eine Erklärung.
Sie wusste so seit dem ersten Halbjahr, dass so ein Test existiert und grob worum es geht. Das Ergebnis haben wir dann auch nochmal privat mit ihr besprochen und sie kennt das Ergebnis. Das hat ihr sehr geholfen. Seitdem ist der Test bzw. das Ergebnis nur Thema, wenn es nötig ist.
Mittlerweile kennen wir einige Kinder mit Hochbegabung und auch Kinder, bei denen letztendlich doch keine Hochbegabung raus kam. Alles sehr unterschiedliche Geschichten. Ich beneide ehrlich gesagt alle etwas, bei denen es einfach läuft und das Kien glücklich ist.

LG

Hallo,

Meine Tochter macht den IQ Test Ende Juli, ich bin gespannt. Sie kommt nach den Ferien in die Schule, endlich. Das Lesen und Schreiben hat sie sich die letzten 2 Jahre selbst beigebracht, nun ist ihr Deutsch schon zu langweilig und sie lernt Englisch dazu. Das einzige was ich dazu tue ist sie mit Büchern und Vorschulheften zu versorgen, alles andere macht sie allein.

Sie kommt nicht sehr gut mit Gleichaltrigen zurecht, hat zwar eine beste Freundin mit der sie spielt, aber unterhalten tut sie sich lieber mit Erwachsenen, Kinder verstehen sie meist nicht aufgrund ihrer Ausdrucksweise.

Sie ist ausserdem hochsensibel, womit ich mich mittlerweile auseinandergesetzt habe und ganz gut mit zurecht komme.

Ich würde Deinen Sohn nicht anders behandeln wie vor dem Test, ich denke die Kids fordern schon den Input den sie brauchen. Wichtig ist halt dass Du mit ihm kommunizierst um immer zu wissen was ihn beschäftigt. Gib ihm nicht das Gefühl anders zu sein.

LG
Sunny

Hallo!

Danke dir für deine Antwort.

Ist ja echt spannend bei euch. So wie du deine Tochter beschreibst, so war bisher mein Bild von hochbegabten Kindern. Mein Sohn wurde mit 6,5 Jahren eingeschult und konnte weder lesen noch schreiben. #schwitz Also ganz normal.

Viele Grüße

Lass doch einfach alles wie es ist.
Er ist nicht beeinträchtigt, weder positiv noch negstiv.

Hallo,

hier ich 😊. Mich hat das Ergebnis des IQ-Tests meines Sohnes auch sehr überrascht. Der IQ-Test wurde im Rahmen einer Diagnostik gemacht weil er eine Konzentrationsstörung hat und um ADHS auszuschließen. Die Psychiaterin sagte uns zu Beginn schon, dass wahrscheinlich ein höherer IQ bei raus kommt, denn aufgrund seiner niedrigen Konzentrationsspanne wäre es ungewöhnlich, dass er bisher so gut durch die Schule gekommen ist. Er war bei der Diagnostik 14 Jahre und 8. Klasse Gymnasium.
Mein Sohn war nie anders als andere Kinder. Er hat lediglich sehr früh gesprochen. Das war es auch schon. Die Grundschule lief problemlos, überdurchschnittlich war er allerdings nicht. Er hatte hauptsächlich 2en. In der 4. Klasse dann in Mathe eine 3. Aufs Gymnasium schaffte er es erst ab der 6. Klasse. Mein Sohn war/ist zwar vielseitig interessiert, aber nicht auffällig mehr als andere. Die Noten am Gym waren Durchschnitt. Hauptsächlich 3en, ein paar 2en, aber in Mathe und Chemie auch ne 4. Nach der genauen Diagnostik haben wir ihn dennoch gezielt gefordert, mit dem Ergebnis, dass man jetzt langsam doch seine Begabungen und Stärken erkennt und ausschöpft. Du kannst mich gerne anschreiben falls du Fragen hast oder dich austauschen möchtest.

LG
Michaela

Hallo,

ich glaube, das ist gar nicht so selten.

Wir haben eine ungetestete Tochter (12), die immer dadurch auffiel, das sie schon so viel wusste und konnte. Sie wollte im Kindergarten nicht Lesen und Schreiben lernen, weil sie meinte, dass sie sich dann in der Schule langweilen würde...
Geholfen hat das nicht. Sie hatte das in der Schule viel zu schnell raus und hat sich trotzdem gelangweilt.
Das zieht sich durch ihre ganze Schulzeit.
Letztens hat sie mich über Atommodelle und Radioaktivität ausgefragt, weil ihr der Physik-Unterricht zu langweilig ist.
Heute wollte sie jede Menge über den 2. Weltkrieg wissen, z.B. warum Japan die USA und nicht die Sowjetunion angegriffen hat und warum ausgerechnet Hiroshima und Nagasaki und nicht Tokyo mit Atombomben angegriffen wurden. #schwitz

Ihr jüngerer Bruder (9, 4. Klasse) wirkt dagegen immer etwas langsam...
Der hat spät gesprochen und konnte eigentlich nie etwas besonderes, außer auf Anhieb aus allen Varianten von Hörnern einen klaren Ton hervor zaubern. ;-)
Besonders auszeichnen tut er sich dadurch, dass er fürchterlich verträumt und verplant ist.
Lesen und Schreiben konnte er vor der Schule nicht.
Im 2. Schuljahr war er trotzdem so unterfordert, dass er schließlich eine Klasse übersprungen hat. Im Zuge dessen kam heraus, dass er leichtes ADS hat und sprachlich hochbegabt und insgesamt überdurchschnittlich begabt ist.

Trotzdem ist Mathe sein Lieblingsfach, und Aufsätze hasst er.

Das einzige, wodurch er sich sprachlich in seinem Leben hervor getan hat, war, dass er vor kurzem Herr der Ringe gelesen hat. Allerdings liest er richtige Bücher freiwillig und viel überhaupt erst seit Weihnachten.
Vorher hat er lieber Hörbücher gehört oder sich vorlesen lassen.

Dinge, die ihn interessieren, kann er sich super merken. Das fiel uns schon recht früh auf.
Er mag Terra X und ähnliche Sendungen, guckt aber auch gerne Serien oder Spielfilme.
Er kann ganze Vorträge über nordische Sagen und über Römer halten.
Aber das können viele Kinder über Themen, die sie interessieren. Das finde ich gar nicht so besonders.

Er kommt auch nicht auf anspruchsvolle Fragen, wie die Große sie mit 9 schon gestellt hat.
In der Schule müssen wir mit ihm immer mal Dinge durchgehen. Da ist er kein solcher Selbstläufer, wie seine große Schwester.

Das Ergebnis des IQ-Tests weiß unser Sohn. Der denkt zwischendurch immer mal, er sei blöd, weil ihm sein ADS zu schaffen macht und weil er nicht mit lauter Einsen durch die Schule spaziert, wie die Große. Da dachten wir, so eine offizielle Bestätigung, dass er nicht blöd ist, sei gut für sein Selbstbewusstsein.

Wir machen übrigens nichts besonderes mit den Kindern. Die melden sich schon, wenn sie Gehirnfutter brauchen.

LG

Heike

Hallo!

Vielen Dank für deine Antwort.

Wie hat denn deine Tochter auf die Langeweile reagiert bzw. wie ist sie damit zurecht gekommen?

Viele Grüße

Ich glaube, es ist besser, wenn du es ihm erstmal nicht sagst. Erst mit dem Abitur ;-)

Wenn es eigentlich keine Probleme gibt, kann man sich mit der Offenlegung solcher Ergebnisse schnell welche schaffen.

Und das Hochbegabung auch automatisch gute Noten bedeutet, dass ist ein Irrglaube.

Frag mal beim Schulamt nach, bei uns gibt es eine Beauftragte für hochbegabte Kinder, die auch einen Elternkreis leitet. Dort sitzen aber die, die Probleme haben.....

So mache ich es. #pro Nach der Abifeier: "Ach übrigens, was ich dir schon seit 8 Jahren sagen wollte... ." #rofl Ne, ich glaube das erfährt er vorher. Irgendwann wird er es schon schnallen.

Vielen Dank für den Tipp mit dem Schulamt. Aber ich glaube das lasse ich erst mal. Nachdem ich einiges im Internet gelesen habe, bin ich eigentlich ganz froh, dass es bisher so gut gelaufen ist.

Viele Grüße

Hallo,

so wie du deinen Sohn beschreibst, so ist meiner auch. Comics und Serien, ein Medienjunkie.
Ich habe die Testung veranlasst, weil er nach 8 Wochen 1. Schuljahr begonnen hat die Schule zu verweigern. Bis heute gibt es jedes Schuljahr Phasen, in denen er verweigert, weil er gelangweilt ist.
Den Unterrichtsstoff nimmt er im Vorbeigehen mit, lernt zusätzlich zu Englisch eine weitere Fremdsprache in der Grundschule, die ihm viel Spaß macht.

Er selbst weiß nicht von dem Ergebnis HB, merkt aber seit Kindergartenzagen, dass er anders tickt als andere. Mit Gleichaltrigen kann er teilweise nichts anfangen. Das ist gerade im sozial - emotionalen Bereich schwierig. Er umgibt sich gerne mit Älteren, die ihn aber auch als adäquaten Spielpartner akzeptieren.

Ich bin hin und her gerissen, ob ich vom Ergebnis erzählen soll oder nicht. Ob er dadurch dann versteht, warum er anders ist bzw anders fühlt. Weiß halt nur nicht, wie ich es anstellen soll, ich finde es unglaublich schwierig den richtigen Weg zu finden.

Ein Jahr GS steht ihm noch bevor, dann mache ich drei Kreuze und hoffe, dass es auf der weiterführenden Schulen besser wird, was die Verweigerungshaltung angeht. Ich hoffe, dass die Lehrer ihn abholen können. Was mir etwas Sorgen bereitet, ist, dass er so gar nicht lernen muss. Wird ihm hoffentlich nicht zum Verhängnis.

Vom Verhalten her ist mein Kind absolut unauffällig, eher sehr zurückhaltend.

Wenn bei euch die Rahmenbedingungen passen, würde ich erstmal nichts unternehmen, nur beobachten, ob er sich verändert.

VG

statistisch gesehen sind 80% der hb unauffällig, in notenbild, sozialer integration etc. einig gemeinsam haben sie einen höhern gesamt-iq, meist eine breitband-begabung. wirklich auffälig sind eher höchstbegabungen, jenseits der 145 und aufwärts wird es schwer, durchs leben zu gehen, ohne aufzufalen (positiv wie negativ), weil man einfach sehr anders ist als andere. das ist dann wie 60 (geistige behinderung) zu 100 (durchschnitt), eher noch ärger.

Hallo!

Hast du das Ergebnis mit den Lehrern kommuniziert bzw. wirst du es mit denen der weiterführenden Schule besprechen?

Ja, die Überlegungen bezüglich des Ergebnisses und der Kinder verstehe ich. Mein Sohn fragt zum Glück nicht nach. Allerdings werden wir unsere Tochter auch noch testen lassen, da sie viel auffälliger ist. Und sie fragt bestimmt genau nach. Tja, und was sage ich da? #schwitz So einfach wird sie sich nicht abwimmeln lassen.

Viele Grüße

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Ich würde es dem Kind nicht sagen, selbst aber ein Auge darauf haben, in welchem Feld er besondere Vorlieben & Begabungen hat und ihm dahingehend Förderung anbieten. Du schreibst weiter unter, dass er Rätsel mag: evtl. mag er ja in einen Schach- oder Go-Klub gehen oder an Mathe-/MNT-Korrespondenzzirkeln bzw. speziellen Feriencamps teilnehmen. Sollten irgendwann soziale Probleme mit seinen Altersgenossen auftreten, weil er mit denen "nicht so gut kann", sollte auch dann über weitere Förderung nachgedacht werden, ebenso, wenn sich Langeweile in der Schule einstellt. Und frag hin & wieder mal nach, was Dein Sohn möchte, z.B. auf bestimmte Spezialschulen / Internate wechseln (Mathe, Sprache, Musik, Hochbegabung allgemein)? ...er merkt sicher selbst, dass er etwas anders ist, als viele seiner Mitschüler - dazu braucht er kein Label, aber Verständnis, Unterstützung & Förderung.

P.S.: Sei froh, dass er "nur" 138 hat - in diesem Range finden viele noch guten Ausgleich mit Freunden & in Förderungen & können sich im sozialen Umfeld zurechtfinden bzw. suchen sich bald entsprechende Umfelder. Hör auf ihn & unterstütze ihn, so gut du kannst!

Ich habe 3 Kinder.

Der Große wurde Anfang der 2. Klasse getestet, da er in der Schule immer unaufmerksamer und schusseliger wurde und eine Freundin mich darauf gebracht hat, dass er doch in diese Richtung gehen könnte. Deren Sohn wurde ebenfalls getestet und sie sah sehr viele Parallelen.

Als ich das Testergebnis erfuhr, bin ich auch erstmal aus allen Wolken gefallen. Das er nicht dumm ist, wusste ich, aber dass er fast die 130 knackt, hätte ich nicht gedacht. Ihn hat die Verarbeitungsgeschwindigkeit und das Arbeitsgedächtnis, die nur durchschnittlich waren, "heruntergezogen". Er ist aber im sprachlichen und logischen Teil teilweise weit über 130 gelandet.

Bei ihm ist eigentlich auch nichts wirklich auffällig gewesen, außer dass er endlos Fragen gestellt hat, sich sehr für Naturwissenschaften interessiert hat und da auch ein riesiges Wissen hatte. Er hat auch schon sehr früh gut gesprochen mit einem sehr großen, teilweise gewählten Wortschatz.

Er konnte weder vor der Schule lesen, schreiben noch besonders gut rechnen. Das Lesen ging dann aber ganz fix - er hat generell eine schnelle Auffassungsgabe.

In der 3.Klasse interessierte er sich dann für Teilchenphysik und hat darüber alles wissen wollen - da ist er schon aufgefallen, aber ansonsten lief die Grundschule unauffällig. Er war auch kein reiner Einserschüler.

Er hat jetzt gerade die 6.Klasse im Gymnasium beendet und auch da ist er kein Überflieger. Er macht nicht übermäßig viel für die Schule, so dass hauptsächlich 2en auf dem Zeugnis stehen, was natürlich absolut in Ordnung ist.

Seine Zwillingsgeschwister wurden auf Anraten der Teststelle dann auch in der 2. Klasse getestet. Sie sind "nur" überdurchschnittlich begabt, dafür haben sie komischerweise mehr "Auffälligkeiten".

Töchterchen hat mit 5 Jahren angefangen zu lesen, so dass sie zur Einschulung fliesend las und mit einem 300-Seiten-Roman in der Pause saß und las. Sie verstand auch Ironie schon extrem früh.

Ihr Bruder hatte es eher mit Rechnen und verblüffte mich mit 6 Jahren (da war er noch im Kindergarten), wie er an der Kasse 2 Geldbeträge wie z.B. 6,76 und 5,48 addierte. Keine Ahnung, woher er das konnte. Er war auch der Typ, der sich in ein Thema richtig "reinfressen" konnte. Es gab da so Phasen, da war das Thema Weltraum und Titanic ganz gorß. Da kannte er nichts Anderes und war dann auch der absolute Experte. Jetzt ist es Minecraft, wo sich reinvertieft und alles dazu verschlingt.

Ansonsten haben auch sie eine schnelle Auffassungsgabe und lieben Brettspiele, vor allem für Ältere. So schnell, wie die die Spielregeln durchblicken, bin ich irgendwie nicht #schmoll .

Schulisch laufen sie im oberen Drittel der Klasse mit, fallen aber nicht wirklich auf.

Zur 2.Frage - der Große weiß es inzwischen und den Kleinen haben wir es auch so bisschen vermittelt. Für sie spielt das aber nicht wirklich eine Rolle und sie gehen damit auch nicht hausieren.

Mich hat das Ergebnis irgendwie entspannter gemacht. Okay, manchmal denke ich mir insgeheim:"Mensch, so klug und so schusselig", aber ich vertraue einfach darauf, dass sie ihren Weg schon gehen werden.

Das Rüstzeug dafür ist da und wir müssen nun nur schauen, dass wir die richtigen Werte vermitteln und helfen, dass man eben doch auch ab und zu mal üben muss. Das klappt nämlich noch nicht immer so dolle.

Wir werden auch sehen, wie es so durch die Pubertät geht und was die Zukunft so bringt. Der Große hat jedenfalls aktuell den Plan, Biophysik zu studieren, da er beide Fächer mag ;-).

Hallo Alva,

bei meiner Tochter wurde da auch im Rahmen einer Diagnostik festgestellt. Sie ist im Bereich logischen Denken extrem im oberen Bereich.

Auch sie liest, aber nicht durchgehend. Sie schaut gerne mal Trickfilme und am allerbliebsten so Filme wie Harry Potter, Twilight etc...
Sie hat jetzt im ersten Jahr auf dem Gym eine Notendurchschnitt von 1,8. ABER sie tut
sich in Deutsch und vor allem Englisch echt schwer, hat in Mathe Physik, Chemie, Erdkunde ohne mit der Wimper zu zucken eine 1.
Wir haben es damals für uns behalten und die eigentliche Diagnose nur in der Schule thematisiert.
Sozial merkt man schon das sie etwas anders ist, ernster und konzentrierter. Da eckt sie manchmal an, Youtube, Tik Tok etc.. interessiert sie nicht wirklich. Leider ist das oft heute top Thema in der Schule.

Und ja sie weiß es aber kann mit der Bedeutung nichts anfangen
Viele Grüße

Die Frage, die ich mir stelle:

Wenn das Kind völlig unauffällig ist, wieso wird dann eine Diagnostik gemacht?

Für mich gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Das Kind hat eben doch ein Problem, das möglicherweise im Zusammenhang mit der HB steht. Dann solltet ihr daran gemeinsam arbeiten.

2) Das Kind hat keinerlei (ernstzunehmende) Probleme. Dann lasst das Kind in Ruhe! Stellt jegliches Bohei ein!

Ich bin auch hochbegabt mit einem IQ von 139 und lese am Freitag Abend bei Urbia statt Fachbücher zu lesen. Auch schlaue Menschen mögen Comics. In der Schule hatte ich auch nicht NUR Einser.
Gib deinem Kind die Möglichkeit sich nach seinen Interessen auszuleben und unterstützte ihn, dann wird er sein Potential nutzen ;-)

Meine Tochter hat eine Hochbegabung in Mathematik. Ich dachte es mir schon im Kindergarten und VS Alter, da wurde ich als „übereifrige“ Mutter abgestempelt. Dann in der Unterstufe, die Überraschung: Hochbegabung in Mathematik. Sprachlich gut -aber nicht Hochbegabt. Na da hab ich doof aus der Wäsche geschaut. Hatte dann ein längeres Gespräch mit der Psychologin - die meinte, das wurde damals sicher nicht angeschaut.
Alles Gute
Achja: heute studiert sie Mathematik und Geschichte 😂