Evtl Lern/Konzentrationsschwäche 4. Klasse

    • (1) 30.08.19 - 08:13

      Hallo

      unsere Tochter geht in die 4. Klasse. Sie hat eine sehr einfühlsame Lehrerin. Von Anfang an klappte es Dank dieser gut in der Schule. Trotzdem merke ich vermehrt, dass sie Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren. Sie driftet dann einfach weg. Hausaufgaben dauern dadurch teilweise sehr lange. Die Lehrerin meinte falls in der dritten Klasse , es läuft alles gut. Aber bei anderen Lehrern merke ich, dass sie nicht so auf sie eingehen und sie sich dann wieder sehr schnell zurück zieht. Da nun der Wechsel nächste Jahr zur weiterführenden Schule ansteht, überlege ich, ob ich dem
      nun nachgehen soll oder nicht. Mathe fällt ihr noch immer sehr schwer teilweise. Könnte ich direkt einen Termin bei einem Psychologen machen, ob evtl das testen zu lassen. Ich will meine Tochter auch nicht verunsichern und evtl ist sie einfach eine kleine Träumerin. Das wäre auch in Ordnung. Aber falls nicht, möchte ich ihr ja auch jede Hilfe möglichst zur Verfügung stellen, die mir möglich ist. Hat jemand von euch da Erfahrungen? Lag

      • (2) 30.08.19 - 08:48

        Was ist denn IHR Ziel für die weiterführende Schule?

        Ich würde da auch nicht zu einem Psychologen gehen und da mal wild testen lassen. Das kann echt alles und nichts sein. Ich würde nochmal mit der Klassenlehrerin defizitorientiert reden. Ihr ist ja sicher klar, dass die Schule weitergeht und sie muss ja auch irgendeine Empfehlung aussprechen. Da kann sie ja auch jetzt schon einen Tipp abgeben.
        Mit einer Lernschwäche rutscht sie ggf. in einen Förderbedarf? Das kann gut und hilfreich sein, muss aber nicht. Da muss man genau wissen, wo es hakt. Vielleicht ist es auch nur eine Teilleistungsschwäche? Da bräuchtet ihr eine spezielle Lerntherapie - Schule und übliche Hausaufgabe und Lernen hilft absolut gar nicht.
        Mit einer Konzentrationsschwäche wären vielleicht Therapien hilfreich. Aber warum ist das nicht eher aufgefallen?

        Egal für welche Richtung ihr euch entscheidet, die weiterführende Schule kommt. Leicht ist es dort dann nicht mehr. Jede Schulart hat ihre eigenen Schwierigkeiten. Auf dem Gymnasium geht es richtig zur Sache nach Lehrplan und ein Träumerchen wird es wohl eher schwer haben bei den ganzen Praktika, die in Hauptschule und Realschule anstehen. Dort wird geübt und vorbereitet für den Einstieg in die Berufswelt.

        Geh zur Lehrerin und sprich mit ihr. Sie kennt dein Kind gut. Danach kannst du mit dem Kinderarzt sprechen.

        Wenn du dir Sorgen machst, finde ich es gut professionellen Rat einzuholen. Und wenn alles ok ist, ist es doch auch in ordnung und du hast sicherheit.
        Bitte geh jedoch zu einem kinder und jugendpsychiater, denn der darf auch diagnosen stellen. Psychologen machen in der regel meines wissens nach therapie.

        Lieben gruss und alles gute melli

        Einen IQ und Dyskalkulie Test würde ich machen lassen. Denke nicht, dass es deiner Tochter schadet. Dann wisst Ihr, ob eine Störung vorliegt und könnt entsprechend handeln.

      • (5) 31.08.19 - 06:25

        Hallo,

        bei meinem Sohn fiel es auch ab Klasse 3 gravierend auf. Ich gebe dir den Rat, es schnellstmöglich untersuchen zu lassen. Bei uns zog es sich bis zur 8. Klasse und wurde mit Pubertätsbeginn immer schlimmer. Wir rannten von Arzt zu Arzt um eine Überweisung zum KJP zu bekommen. Jeder fand die Schulnoten zu gut für ein Kind, das etwas hätte und man stempelte mich als hysterisch ab. Ich habe mir dann einen Termin zum Erstgespräch in der KJP geholt. Als ich den Termin hatte, bin ich wieder zum Kinderarzt und sagte ihm, dass ich die Überweisung dringend brauche, weil ich schon einen Termin gemacht habe. Mit rollenden Augen gab er mir dann die Überweisung zum Ausschluss von ADHS. Und es wurde auch tatsächlich ADHS diagnostiziert. Mein Sohn hatte nicht die typischen ADHS Symptome. Er war nicht aufgekratzt oder wild. Er hatte lediglich massive Probleme mit der Konzentration und triftete jedesmal ab. Bei den Hausaufgaben musste ich ständig daneben sitzen und ihn wieder ins Hier und Jetzt zurück holen. Ab der 7. Klasse fing dann das Stören im Unterricht an und er wurde aufgedrehter, hibbeliger. Bis dahin hätte ich eher ADS vermutet, da er eher verträumt und ruhig anstatt hibbelig war. Tut eurer Tochter den Gefallen und lasst es untersuchen.

        LG
        Michaela

        (6) 31.08.19 - 07:10

        "Einfach nur eine kleine Träumerin" gibt es nicht, das ist doch nur die Verniedlichung dafür dass Dein Kind eine Konzentrationsschwäche hat. Sie kann sich nicht konzentrieren wenn sie es muss. Ihr tut Euren Kindern damit keinen Gefallen dass IHR es akzeptiert, das Umfeld akzeptiert das so nicht und sie werden immer zu spüren bekommen dass sie Probleme mit der Konzentration haben. Viele kleine Spitzen, kleine Bemerkungen. Ich komme aus einer Generation in der es "einfach Träumer" und "einfach Zappelphillipp" gab und einige kamen damit ganz gut klar, aber ich kenne auch viele die durch diese latent gespürte "Andersartigkeit", durch das ständige "ah, xy hat mal wieder geträumt und kann nicht in die Spielecke"... ihr Selbstwertgefühl verloren haben und richtig psychische Probleme haben. Ein Kind muss auch lernen mit seinen Schwächen umzugehen. Wir machen schon seit einem Jahr Konzentrationstraining bei einer Ergo und verkaufen es unserem Kind einfach positiv. Damit es besser aufpassen kann, schneller mit den Hausaufgaben fertig ist und dann mehr Zeit zum Spielen hat. Glaubst Du Dein Kind ist so naiv und merkt nicht selber dass es ewig zu den Hausaufgaben braucht? Und wie wird das dann an der weiterführenden Schule wo das Pensum steigt? Oder findet es gut wenn andere Lehrer es vor allen darauf ansprechen dass es mal wieder träumt? Das Unbehandelt lassen kann einem Kind psychisch viel mehr schaden als eine Förderung mit der man richtig umgeht.

        Die Träumerin zu akzeptieren hieße für mich keine weiterführende Schule auf der sie sich schwer tun wird sondern Alternative Schulform wie Montessori. Hilft ihr aber auch nur zeitweise weiter, denn spätestens im Berufsleben wird das Thema wieder aufploppen.

        Und es gibt ja nicht nur ADS/ADHS. Konzentrationsprobleme können auch anders bedingt sein und sind dann mit Ergo sogar sehr gut zu beheben. Es kann auch sein dass ihr Arbeitsgedächtnis nicht gut ausgeprägt ist, da gibt es auch gute Förderungen. Spielt ihr viel? Also nicht so Jux Kinderspiele sondern welche wo sich Kinder konzentrieren müssen und es auf Schnelligkeit ankommt? Halligalli, Geistesblitz, Klack! etc?

        • (7) 02.09.19 - 06:54

          Na klar gibt es einfach Träumer. Einer meiner Jungs war so einer. Wenn ihm langweilig war, träumte er von Raketen etc.
          Er war keine 6 Wochen in der Schule, als die Lehrerin überzeugt war, er hätte eine Wahrnehmungsstörung. Weder der Kinderarzt, noch wir glaubten daran. Trotzdem ließen wir es testen uuuuund- er hat eine überdurchschnittlich gute Wahrnehmung. Es war nie wieder Thema.
          Heute ist er in der 6. Klasse eines Gymnasiums.

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