Hausaufgabe Klasse 3

    • (1) 26.09.19 - 17:15

      Hallo,
      ich könnte wahnsinnig werden. Mein Sohn verweilt sich Stunden an seinen Hausaufgaben. Egal ob Deutsch oder Mathe. Ständig ist er nicht bei der Sache, schaut aus dem Fenster etc. Heute hätte er um fünf Training gehabt. Um drei bequemte er sich an die Hausaufgaben. Ich habe ihn darauf hingewiesen wieviel Zeit er bis zum Training hat und er kann die Uhr lesen. Gerade jetzt fängt er mit Mathe an. Ich dachte heute läuft es deshalb schneller ab.
      Er scheint null Zug zu haben. Ärgert sich allerdings wenn der Tag gelaufen ist und wenig Spielzeit bleibt. Genauso ärgert er sich, dass andere in der Klasse schneller sind, zeigt aber null Interesse was zu üben oder bockt bei dem Vorschlag was mit ihm zu tun. Ich komme ehrlich gesagt mit diesem Verhalten nicht klar und weiß mir keinen Rat wie ich ihn Unterstützen kann, da ich da vollkommen anders bin als er. Ergotherapie macht er bereits (auch wegen der Konzentration). Hat jemand von euch noch eine Idee?
      Liebe Grüße

      • (2) 26.09.19 - 17:32

        Gibt es an Eurer Schule eine Hausaufgabenbetreuung?
        Das hat bei uns viel gebracht.
        Da gibt es keine Ablenkung durch irgendwas, nur Hausaufgaben. Diese wurden von der anwesenden Lehrkraft auch kontrolliert. Es wurde allerdings NICHT kontrolliert ob alles gemacht wurde - das ist auch nicht Sinn.
        Meine Tochter hat in diesen 1,5 Stunden (2 Schulstunden) alles locker bearbeitet.
        Zuhause gab es endlose und vorallem sinnlose Diskussionen über jeden Satz der ins Heft geschrieben werden musste, weil 1000 andere Dinge noch unbedingt vorher erledigt werden mussten.
        So konnte es passieren, dass 5 Rechenblöcke, die man locker in 20 Minuten schafft, in einem Zeitraum von 3 h erledigt wurden. Das war ätzend.

        • Witzig - unsere Hausaufgabenbetreuung - durch die Lehrer - achtet nur darauf, dass alles gemacht ist und nicht, ob es richtig, weil DAS ja der Sinn ist.

          Und von Ruhe dabei kann nicht die Rede sein....

          Schön, dass es bei euch anders ist.

          (4) 26.09.19 - 18:01

          Nein , Hausaufgabenbetreuung gibt es leider nicht. Ich hätte das sonst bereits in Anspruch genommen. So langsam zweifle ich an mir selbst. Weder Motivation/Lob noch Abstriche im Freizeitbereich scheinen zu funktionieren. Und immer wieder kommen Kommentare von ihm wie z. B. Ich weiß das ich blöd bin usw. Und das trifft wirklich nicht zu er ist sehr interessiert in Technik/Geschichte/Natur, liest Bücher, konstruiert mit Lego Bauwerke die der Wahnsinn sind.
          Ich verstehe ihn einfach nicht.

          • hör auf druck zu machen überlasse es ihm ganz allein ob er sie macht oder nicht, die konsequenzen kann er dann mit den lehrkräften klären nicht mit dir, mein Sohn macht seine hausis auch mal vorm zu bett gehen oder in der früh, dann gehts immer schnell, er kann das selber entscheiden denn Schule ist nun mal nicht mein Bier, genauso hab ich das bei den älteren Kindern gehandhabt und funktioniert prima...und zu hause gibts keinen Stress.

      Hast du das Problem mal mit dem Ergotherpeuthen besprochen?

      Und mit der Lehrerin?

      Beide kennen dein Kind und wissen wo es hakt und wissen von daher her auch Dinge, die vielleicht zielführend sind.

      • Der Ergotherapeut ist darüber informiert. Nach den Sommerferien war Lehrerwechsel ich werde auf jeden Fall einen Termin mit der neuen Klassenlehrerin vereinbaren. Das Konzentrationsproblem ist nicht neu und war in Klasse 1/2 auch schon.

    Hallo

    kannst du denn einschätzen wie lange er beispielsweise für Deutsch oder Mathe bräuchte.
    Unsere beiden waren auch so Trödler, zwar nicht ganz so schlimm wie bei euch. Aber dann doch auch jammern, weil es sooo lang dauert und andere schon draußen spielen.
    Wir haben dann bei unseren Jungs mit einer Küchenzeitschaltuhr die geschätzten Minuten (z. Bsp. 15 min für Mathe, danach die Zeit für Deutsch) eingestellt und ablaufen lassen. Die Zeit am Anfang lieber großzügig eingeschätzt, so dass sie es eigentlich wirklich schaffen konnten. Anfangs hatten sie das auch nicht immer in dieser vorgegebenen Zeit geschafft, weil trotzdem noch getrödelt wurde und sie es nicht so recht einschätzen konnten, wie lange diese Zeit wirklich ist und was sie da alles schaffen könn(t)en. Je öfter sie das aber schafften, desto größer wurde der Ehrgeiz, es immer innerhalb der Zeit zu schaffen.
    Und eben nur die Dinge auf dem Tisch, was sie grade für die jeweilige Hausaufgabe brauchten. Wir haben das Ende der 1./Anfang der 2. Klasse so gemacht.
    Inzwischen gehen sie in die 3. Klasse und es geht auch ohne Zeitvorgaben ganz flott.
    Vielleicht hast du das auch schon ausprobiert, dann hab ich leider keinen anderen Tipp für dich.

    LG
    meinezwoabuam

    (10) 26.09.19 - 18:17

    Die Uhr lesen können und Zeit einschätzen / einteilen können sind so unterschiedlich wie Mathe und Deutsch.

    Ich kann die Uhr schon seit Jahren lesen. Um mir die Zeit einzuteilen, muss ich sie mir sichtbar machen!

    - Eieruhr (damit das Essen nicht anbrennt)
    - Lieder am Morgen, damit ich einschätzen kann, wie viel Zeit mir für die einzelnen Schritte bleiben

    - Sanduhr zum Zähne putzen (früher)


    - uns stelle ich morgens auch gerne mal mehrere Wecker (bis sich neue Zeiten gefestigt haben)

    8 Uhr ist der Termin
    7 Uhr fährt der Bus
    6:45 Uhr aus dem Haus
    6:30 Uhr Schuhe anziehen, Jacke anziehen usw.

    Das musste ich mir erst mal erarbeiten und mache ich bei jedem Termin.

    Bei vielen (auch oft Erwachsenen) ist verankert: 8 Uhr Termin.
    Also stellt sich die innere Uhr auf 8 Uhr ein.

    Daher nenne ich uns unsere Termine, nicht wann wir dort sein müssen,
    sondern wann wir starten müssen plus Uhrzeit zum Anziehen.
    Die innere Uhr stellt sich dann darauf ein.


    Für kürzere Zeitabstände nutze ich selbst gerne mal o.g. Hilfsmittel.
    Sanduhr, wenn ich akustisch etwas bearbeite, telefoniere oder ähnliches.

    Eieruhr, wenn ich mich auf etwas konzentriere und einen akustischen Ton brauche, wann die Zeit um ist.


    Die Schwierigkeit scheint bei euch aber auch zu sein, wann er überhaupt damit anfängt.

    (11) 26.09.19 - 18:59

    Wie ist er denn bei anderen Sachen, die er tun muss, aber auf die er keine Lust hat?

    Mein Sohn ist ein Prokrastinierer vor dem Herrn und das macht mich auch waaaaahnsinnig.

    Eieruhr hilft hier ein bisschen, die Aussicht auf was Schönes danach (ein Kapitel vorlesen z.B. auch manchmal), aber so richtig die ultimative Lösung habe ich auch noch nicht gefunden. In der Schule bummelt er auch vor sich hin. Bei Tests ist er aber super.

    Wie schneidet dein Sohn denn da ab?

    Bei uns scheint es so zu sein, dass er kann, wenn er muss. Aber das Hausaufgaben ein Muss sind und es sinnvoll ist, sie zügig zu bearbeiten, ist hier täglicher Anlass für Diskussionen und manchmal möchte ich auch einfach nur schreien.

    Ich singe dann das Gänseblümchenlied: Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein und durch meine Blüte fließt die Sonne in mich rein, ich bin ein Gänseblümchen, mir wird ganz warm und ich möchte das trödelnde Kind umarmen...

    Hachja. One day, Baby, werden sie das hoffentlich kapieren, dass man sich auch ruhig mal beeilen darf.

    • (12) 26.09.19 - 21:09

      „Ich singe dann das Gänseblümchenlied: Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein und durch meine Blüte fließt die Sonne in mich rein, ich bin ein Gänseblümchen, mir wird ganz warm und ich möchte das trödelnde Kind umarmen...“

      😂😂😂
      Unglaublich gut, danke, das werde ich mir merken!
      Für das Trödelproblem habe ich leider keine Lösung...

      (13) 26.09.19 - 21:29

      Eieruhr hab ich auch schon durch, das Geld hätte ich mir sparen können.
      Im Zeugnis hatte er in Deutsch und Mathe eine zwei. Er macht in Deutsch sehr viele Leichtsinnsfehler und bemerkt sie oft auch nicht wenn er die Worte oder denn Text im.Anschluss vorliest.

(14) 27.09.19 - 08:08

Die Hausaufgabenzeit verändern? (Die Kleine "funktionierte" am besten kurz vor dem Abendessen, weil sie nach dem Abendessen NUR ihre serie kucken durfte, wenn die HA erledigt waren. --


Wenn bei Euch Konzentration so ein großes Thema ist, dann müssen die Reize raus:

Den Tisch komplett leer räumen und in eine Ecke ohne Fenster mit einer guten Lampe stellen. Notfalls räumt ihr das ganze Kinderzimmer passend um und schafft diese Nische. -- NIX anderes ist sichtbar, nur Tisch+Wand. bestenfalls nur Tapete und das auf dem Tisch, was man braucht. ALso die Nische meines Sohnes sogar mit Schrank direkt daneben sieht sogar obwohl sie leer ist richtig kuschelig aus. -- die Wand ist blau und grün gestrichen.

das sind mal zwei Anfänge zu den ganzen anderen Tips. -- aber Träumer brauchen "leer" um sich herum und eine Wand vor der Nase. -- Kauft eine GUTE Tageslichtlampe, dann ist das zukünftig der optimale "Lernplatz".

(15) 27.09.19 - 09:08

Hallo,

das klingt sehr nach unserem Sohn (9, 5. Klasse).
Der hat leichtes ADS, aber das ist ja nur eine Erklärung, warum es so ist. Diese Kinder müssen trotzdem lernen, dass man mit unendlicher Trödelei nicht weiter kommt.

Eine reizarme Umgebung ist bei solchen Kindern immer sehr sinnvoll, aber das schrieben ja schon viele.
Allerdings kann unser Sohn sich im Zweifel auch mit einem Bleistift ablenken oder sich einfach so in ferne Welten beamen. #schwitz

Bei uns gibt es kein Patentrezept. An manchen Tagen will er selbst fertig werden, weil er danach etwas tun darf, was er gerne macht. An anderen Tagen nutzt das nichts.
Mit einem Wecker haben wir es auch schon versucht. Auch das funktioniert manchmal und manchmal nicht.

Was wir auch schon hatten, waren diverse Gespräche mit ihm, dass er sich mit seinem Verhalten eigentlich selbst ärgert, weil er Zeit verschwendet, die er für Aktivitäten nutzen könnte, die ihm Spaß machen.
Das hilft dann mal ein paar Tage und dann geht es wieder von vorne los.

In der OGS in der Grundschule klappte es mit den Hausaufgaben meistens gut (wenn da nicht zu viel Unruhe war), aber so etwas gibt es bei Euch ja nicht, wie Du sagst.

Gestern war er krank und hat sich um 11, als es ihm besser ging, freiwillig an seine Hausaufgaben gesetzt und auch noch an Deutsch, wo er sonst immer den Aufstand hoch drei probt.
Ich muss dieses Kind nicht verstehen... #kratz

Aber vielleicht sehe ich das einfach mal als Zeichen der Hoffnung, dass es besser wird. ;-)

"Genauso ärgert er sich, dass andere in der Klasse schneller sind, zeigt aber null Interesse was zu üben oder bockt bei dem Vorschlag was mit ihm zu tun."

Üben hasst unser Sohn auch. Entweder läuft das sofort oder gar nicht.
Wir üben trotzdem mit ihm, wenn wir das Gefühl haben, dass er etwas nicht verstanden hat.

Das merkwürdigste an der Sache ist bei uns auch noch, dass unser Sohn eigentlich ein sehr leistungsstarkes Kind ist. Er hat in der Grundschule sogar eine Klasse übersprungen und hat, trotz Schusselfehlern, meistens 2en.
Aber bei ihm ist alles davon abhängig, wie motiviert er gerade ist.Das ist nicht nur bei der Schule so, sondern auch bei Hobbies. Da gibt es Tage, da macht er die super und welche, wo man denkt, das wird nie was. Man hat das Gefühl, als sei bei ihm ein Zufallsgenerator eingebaut, der das steuert. #schwitz

"Ich komme ehrlich gesagt mit diesem Verhalten nicht klar und weiß mir keinen Rat wie ich ihn Unterstützen kann, da ich da vollkommen anders bin als er."

Ich bin zwar ebenfalls jemand, der viel träumt und z.T. auch Dinge vor sich her schiebt, aber die Hausaufgaben wollte ich als Kind immer schnell aus den Füßen haben und habe sie zügig erledigt.
Das ist ja auch etwas mit einem klar definierten Zeitpunkt, wo es fertig ist und nicht so eine Sisyphos-Arbeit, wie z.B. der Haushalt.
Deswegen verstehe ich unseren Sohn auch nicht.

Tja, das einzige, was ich Dir raten kann, ist zu versuchen, Dich nicht darüber aufzuregen. Das Gänseblümchen-Lied kenne ich auch. ;-)

LG

Heike

  • (16) 27.09.19 - 09:45

    Ich habe schon häufiger gedacht, dass unsere Kinder sich sehr ähneln, so wie du ihn immer beschreibst.

    Dann lasset uns singen, zwo, drei, vier: ich bin ein Gänseblümchen....

(17) 27.09.19 - 14:21

Ich würde ihm den Wecker auf ca. 40 min stellen. In der Zeit kann er Hausaufgaben erledigen. Danach ist Schluss und du schreibst eine Notiz darunter. Den Rest klärt er mit dem Lehrer.
Dass er bereits Ergo bekommt, ist doch super #pro

(18) 28.09.19 - 15:54

In meinen Augen ganz einfach… Zeigt ihm, welche Berufe er mit Hauptschule/Realschule machen kann. Zeigt ihm was er mit Gymnasium machen kann. Frag ihn, was er in seinem Leben machen möchte… Er darf sich selbst entscheiden. Jedes Kind ist seines Glückes selber Schmid.

(19) 06.10.19 - 19:25

Mein 3. Klässler besucht eine Ganztagsschule und hat daher nur am Wochenende Hausaufgaben. Anzahl hält sich in Grenzen und sie werden zügig gemacht. Ich kann daher keine praktische Tipps geben.

Ich würde es aber nicht mit Freizeitaktivitäten Entzug versuchen. Vielleicht hilft es, feste Rituale zu haben? ZB ankommen, 30 Minuten spielen, Mittagessen, helfen mit Abräumen und dann Hausaufgaben. Ohne Änderungen, mehrere Wochenlang versuchen. Ohne wenn und aber. Evt. Darüber nachdenken, ein entsprechendes festes Tagesplan mit Uhrzeiten, das Kind soll helfen in der Gestaltung, auch freizeitaktivitäten eintragen und Zeiten wo er Fernsehen oder ähnliches sehen darf usw. Dabei bei den HA mit einer Uhr arbeiten, so dass er weiß, wie viel Zeit er noch hat.

Bei meinen Kind helfen feste Rituale, er braucht sie regelrecht. Vielleicht wäre das ein Versuch Wert.

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