Erste Klasse und Träumerin. Sitzt ewig an den Aufgaben

    • (1) 01.10.19 - 19:20

      Hallo zusammen!
      Ich brauche heute wieder euren Rat. Ich bin gerade wirklich den Tränen nahe. Unsere Große wurde am 14.9. eingeschult. Sie ist ein kluges Mädchen und fällt im Unterricht bisher auch nicht negativ auf. Hält sich an die Regeln etc.
      Es gibt nur ein riesengroßes Problem: Sie ist eine Träumerin. Das hat auch die Lehrerin schon gesagt. Dadurch kommt sie sehr langsam bei schriftlichen Aufgaben voran. Sie lässt sich einfach durch ALLES ablenken. Und wenn es nichts zum Ablenken gibt, träumt sie eben vor sich hin. Das Ende vom Lied: Sie kommt um 15 Uhr von der Schule und sitzt dann noc bis 18-19 Uhr an den Hausaufgaben. Bzw. Muss Sachen nacharbeiten, die Sie im Unterricht nicht geschafft hat. Mittlerweile sitze ich die ganze Zeit neben ihr, weil Sie sonst noch langsamer wäre. Es liegt wirklich nicht am Umfang, Sie ist einfach mega langsam. Sie verstehst auch alles, also daran liegt es auch nicht. Und es stört Sie auch nicht sonderlich, dass bis abends dran sitzt. Sie hat sich bisher nicht einmal beschwert. Aber ich arbeite auch, muss Dinge vorbereiten und habe noch eine Einjährige. Ich kann nicht die ganze Zeit dort sitzen (mein Mann hat noch Elternzeit) aber danach wird es nicht mehr gehen. Aber sie kann ja auch nicht bis 22 Uhr an ihren Aufgaben sitzen. Freizeit hat sie dadurch auch keine mehr und mich macht das richtig traurig.
      Wird sich das noch bessern? Sie war schon immer eine träumerin in allen Angelegenheiten, egal ob essen, anziehen etc.
      Was soll ich denn unternehmen? Da es Sie bisher nicht zu stören scheint, habe ich das Gefühl auf taube Ohren zu stoßen.
      Mich belastet das alles!

      • Hallo,

        bitte gib ihr Zeit...sie ist doch noch nicht mal einen Monat in der Schule ;-)

        Bis die Erstklässler sich eingewöhnt haben, ist locker Weihnachten und wenn sie dann immer noch zu langsam ist, würde ich nochmal gucken.



        Lg

        • Auch dir vielen Dank! Da ich von anderen Mamas immer höre, ihr Kind hätte keine Hausaufgaben, da bereits im Unterricht bearbeitet. Frage ich mich schon, ob das so normal ist wie es bei uns läuft.

      (4) 01.10.19 - 20:05

      Spontan fallen mir 2 Möglichkeiten ein

      - wird sie schneller, wenn sie schwerere Aufgaben bekommt?
      - träumt sie in allen Situationen auch? (hast du ja beantwortet)

      Könnte es ADS sein?
      Nein, Mädchen sind nicht seltener betroffen. Es fällt nur oft nicht so sehr auf bzw. wird oft mehr hingenommen, weil ein träumendes Mädchen ok ist, ein träumender Junge fällt auf/passt nicht ins Bild.



      Sind ihre Augen in Ordnung?
      Sind ihre Ohren in Ordnung?
      Beides kann die Konzentration schwächen und zum Träumen verleiten.

      Wenn sie sonst super ist und mündlich gut mitkommt, kann es trotzdem ADS sein.

      Unterforderung (dann würde sie bei schwierigeren, komplexeren Aufgaben schneller werden) oder eben ADS

      Wobei ADS mit Hochbegabung sich auch so zeigen kann. Schulisch mündlich super, weil alles verstanden, aber gleichzeitig wird zu einfaches weggeträumt, weil zum Üben der Ansporn fehlt.


      Wenn sie sich selbst im Weg steht, würde ich Kinderarzt und Facharzt darauf ansprechen.

      Wenn dein Eindruck ist, dass sie von selbst Schritte macht, schneller wird, zügig kann (aber manchmal nicht will), sonst gute Schritte macht und von selbst schneller wird, würde ich abwarten.


      Der Nachteil bei ADS ist:
      viele Kinder leiden selbst darunter, weil sie nicht so können, wie sie eigentlich könnten.... weil sie wissen wie es geht - aber nicht zu Papier bringen können

      .... aber von außen übersehen werden, weil sie ja brav und ruhig sind.

      ein störenden ADHS Kind bekommt oft schneller Hilfe, weil es auch für andere unangenehm ist. Bei ADS leidet vor allem das Kind, für das Umfeld läuft es ja annehmbar.


      Daher würde ich es durchaus ernst nehmen.

      Dass sie nicht meckert, muss nicht heißen, dass es ihr gut geht.
      Vielleicht weiß sie einfach, dass sie Hausaufgaben machen muss, dass es von ihr erwartet wird, dass es auch deine Zeit ist, die du brauchst....

      .... und will dir deswegen nicht noch mehr Kummer machen! Und sagt deswegen nichts .....


      Wenn das Träumen erst jetzt angefangen hätte, würde ich auch andere Ursachen in Erwägung ziehen (Umstellung zur Schule, Mama für sich haben in der Hausaufgabenzeit)

      Aber da es kontinuierlich ist: in der Schule UND zu Hause, früher schon war, würde ich durchaus prüfen lassen.

      Um ihr selbst zu helfen. Nicht damit es für andere ins Bild passt.

      P.S. ich habe selbst ADHS und bin dankbar über die Diagnose. Seit ich weiß, was mir mir los ist, kann ich mir selbst helfen und bin nicht das Dummchen, das zwar gut durch die Schule kam , aber oft ewig für Aufgaben brauchte oder diese gar nicht erst gemacht habe. Ja, ich fühlte mich dumm, obwohl ich auf dem Gymnasium u.a. gute Noten hatte. denn Hausaufgaben überhaupt zu machen, habe ich nicht geschafft.

      Die Diagnose habe ich mir im Erwachsenenalter testen lassen. weil ich wissen wollte warum ich so bin und viel wichtiger noch: wie ich mir selbst helfen kann!

      Viele (nicht alle) Mädchen bekommen oft erst Hilfe, wenn ein Bruder die Diagnose bekommt, Hilfe bekommt und Eltern merken, wie wirkungsvoll die Hilfe ist und dass es dem (weniger auffälligen oder sozial durchkommendem) Mädchen auch gut tun könnte........

      • (5) 01.10.19 - 21:01

        Danke für deine ausführliche Antwort. Also ich hatte vorhin ein Gespräch mit ihr:
        Sie meinte, die Aufgaben/Schule seien langweilig da zu leicht. Sie möchte endlich "richtige" Hausaufgaben machen. Auf Nachfrage meinte sie, endlich lesen, schreiben und rechnen.
        Aber dafür muss meiner Meinung nach auch geübt werden. Sie hat bereits mit 3.5 Jahren erste Buchstaben geschrieben und kann eigentlich schon lesen. Mit zwei Jahren hat sie schon wie eine erwachsene gesprochen (so sagte immer ihre Erzieherin). Sie ist ganz sicher nicht dumm und kennt sich in vielen Dingen gut aus. Auch Themen wie Umweltschutz, Planeten etc.
        Kann also schon sein, dass sie etwas langweilig findet.
        Am ADS hatte ich tatsächlich auch schon gedacht, dass sie einfach immer verträumt ist. Sie braucht teilweise für aufstehen, frühstücken, anziehen und Zähne putzen 1.5 Stunden. Seit Sie zur Schule geht, ist es etwas besser geworden.
        Aber trotzdem noch langsam.
        Wo lasse ich das denn testen? Ich werde nächste Woche mal mit der Klassenlehrerin sprechen. Wie sie das einschätzt.

        • Das hört sich ja an wie bei uns...

          Mein Sohn hat auch keine Lust 40x einen Buchstaben zu schreiben oder eine Zahl oder irgendwas ausmalen. Er will richtige Aufgaben haben.

          Jetzt kam schon die erste Hausaufgabe in dem er Wörter schreiben musste. Das ging dann plötzlich ganz schnell. Oder die Mathe Aufgaben bei denen man etwas denken muss gehen auch ruckzuck.

          So wie du deine Tochter beschreibst, auch was die Sprache und Interesse angehen klingt es wie mein Sohn.

          Ich habe einfach Hoffnung und warte ein paar Wochen bis noch mehr Buchstaben und Zahlen dazu kommen. Bis dahin harren wir der Dinge 😄

        • (7) 02.10.19 - 05:31

          Hi,

          ich hab auch ein Träumerle zu Hause und bin selbst Grundschulehrerin (v.a. Kl. 1/2). Kenne das also sehr gut. Meine Tochter ist nun in Klasse 3 und es wird echt besser. Den ersten großen Sprung gab es Ende Klasse 1. Mussten vor allem bis zu den Faschingsferien auch immer sehr viel nachholen, weil Selina mit aus dem Fenster schauen beschäftigt war. Beim Buchstabenschreiben hat sie bis zu 40 Buchstaben in eine Zeile geschrieben. Habe dann mit ihrer Lehrerin telefoniert, ob sie ihr eine Menge vorgeben kann, da sie sonst Stunden an den Hausaufgaben saß. Das hat auch geholfen. Meine Begrenzung hatte Selina vorher nicht akzeptiert. In Klasse 2 wurde es auch nochmal besser und nun macht sie ihre Hausaufgaben selbstständig. Vor einem Jahr war das noch undenkbar und alles hat ewig gedauert. Auch sie konnte bereits vor der Schule lesen.
          Auch das solltest du mit der Lehrerin besprechen, damit deine Tochter sich im Leseunterricht nicht langweilt.
          Insgesamt hat es bei uns zu Hause geholfen kleine Sanduhren anzuschaffen und zu schauen: "Ich bin gespannt, wie viele Buchstaben du heute in 3 Minuten schreiben kannst". Danach kamen 3 Runden rennen im Garten, dann wieder 3 Minuten arbeiten. Nach einiger Zeit hat sich meine Tochter dann die 5 Minuten Sanduhr geschnappt, dann die 10 Minuten und irgendwann kam: "Mama, das schaff ich auch ohne Sanduhr". Es gab aber auch Tage, da hat das nicht geholfen.
          Insgesamt wäre vielleicht auch die Anschaffung eines anderen Heftchens schön für sie, da kann sie dann z.B. nach den Hausaufgaben noch etwas "Herausforderndes" tun. Ich persönlich mag die "Lies Mal" Hefte vom Jandorf- Verlag total gerne.

          Liebe Grüße und viel Erfolg

          Isabel

          (8) 02.10.19 - 11:05

          Uns ging es genau so. Mein Sohn hat ADHS und nachdem wir ihn haben testen lassen und entsprechend therapieren geht es ihm (und uns) viel besser. Am besten gehst du zu einem Kinderarzt und besprichst deine Bedenken. Dieser wird dich an einen Kinder- und Jugendpsychologen oder ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) überweisen und die können deine Tochter dort testen. Unser Sohn hat sich sehr gequält bis zum Ergebnis. Ewig für die Hausaufgaben gebraucht. Er fühlte sich dumm und schlecht. Nun geht er auf ein Gymnasium und ist glücklich.
          ADS/ADHS ist übrigens erblich. Ich hatte/habe vermutlich ADS, was nie behandelt wurde und habe erst im Erwachsenenalter etwas erreicht. Davor war ich ein unglücklicher Teenager, depressiv und ohne Selbstwertgefühl. Ich wünschte, meine Eltern hätten damals den Weg zu einem KJP gefunden. Dann hätte ich es sicher einfacher gehabt. Ich war in ihren Augen die brave Träumerin.

          (9) 02.10.19 - 12:45

          Vorweg: also dumm bin ich sicher nicht (sichere Diagnose HB)

          Aber oft fühlte es sich für mich so an.
          Komplexe Aufgaben bekomme ich sehr gut hin. Mathe liebte ich mit 4 Jahren und langweilte mich in der Schule.

          Aber gleichzeitig bekam ich einfache Dinge lange nicht hin.
          Sozialverhalten ist für mich unangenehm komplex (das schüttel ich mir nicht aus dem Ärmel)
          Selbstorganisation (frag nicht, wie oft ich auf die Sch**** gefallen bin, bis ich es hinbekommen habe)
          EINFACHE Aufgaben wirklich machen (langweilig = Hirn schaltet komplett ab! nicht nur, ist doof, langweilig 2 Minuten und fertig, ..... sondern bei mir 3 Stunden bis ich motivieren kann, 5 Stunden bis ich es mache, 8 Stunden mich ärgern, weil ich es nicht sofort gemacht habe
          und weil es sich doof anfühlt mich über mich selbst zu ärgern ...... verträume ich diese 8 Stunden mehr, damit ich mich nicht ärgere....
          faktisch sind dann aber viele Stunden rum, der neue Tag da und gemacht ist ..... kaum etwas ..... und Zeit für tolle Sachen hatte ich auch nicht, weil ich ja geträumt habe).



          ADHS und HB (Hochbegabung/überdurchschnittliche Begabung) kommen durchaus oft zusammen vor. Gibt es auch einzeln.
          Zusammen kann es aber hilfreich sein (in 5 Minuten aufsaugen, während man 40 Minuten vom Unterricht verträumt) und vollkommen ätzend, weil man sich oft dumm FÜHLT.

          Ich verstehe die Welt, kann mir aber nicht die Jacke zu machen, weil das Hirn sich irgendwo in der Welt herumtreibt und die Information "Seite an Seite des Reißverschluss" nicht zusammen bringt.


          Wo testen lassen? Gute Frage.

          Es gibt gute SPZ und grottige.
          Es gibt gute KJP und welche, die sich nicht auskennen (wollen)

          Ich hatte eine super Psychologin, die sich voll damit auskennt (ADHS+HB) und Psychiater, die behauptet haben, es gäbe das nicht (bis hin ich sei nur dumm :-[)

          Und umgekehrt genauso.

          Da würde ich beim Kinderarzt anfangen
          und parallel informieren , was es bei euch in der Umgebung so gibt.

          Evtl. auch Foren für Eltern von Betroffenen: wo haben sie gute Erfahrungen gemacht (lieber etwas weiter fahren) und wo würden sie abraten dort hinzugehen (den Weg würde ich mir dann sparen)

          Hier gibt es einen Club zum Thema ADS, vielleicht mal reinlesen.
          Wenn es nicht passt, kannst du ja wieder raus. Wenn es passt, vielleicht ist was dabei.

          Von Reha Kids habe ich bisher nur gelesen/gehört. Vielleicht gibt es auch andere Foren.


          Kleine Schritte. Wenn es passt, kommt der nächste. Wenn es nicht passt, weißt du, dass du in eine andere Richtung umdenken kannst.

          (10) 04.10.19 - 13:31

          Hallo,
          Ist bei uns genauso, alles dauert ewig, ausser das was Spaß macht. Meine Tochter hat eine Konzentrationsstörung und bekommt nun Ergotherapie, da wir es frühzeitig gemerkt haben bevor es zum Problem wird haben wir gute Chancen es zu beheben.

          LG
          Sunny

    (11) 01.10.19 - 20:09

    Nein, es muss nicht sofort die Diagnosekeule sein.

    Wenn sie früher schon auffällig war, könnt ihr die ersten Schritte gehen

    - mit dem Kinderarzt/Facharzt sprechen (ohne Kind) nur mal informieren
    - mit dem Thema beschäftigen
    - informieren, wen es bei euch so gibt

    Wenn es sich verwächst, prima.
    Wenn ihr erst damit anfangt, wenn sie nciht mehr mitkommt oder schon große Probleme hat, wird es schwieriger. Für sie und auch für euch, weil Termine Zeit brauchen, bis man sie bekommt.

    Daher schon mal anfangen mit informieren. Wenn ihr es nicht braucht, prima :-)
    Dann habt ihr was gelernt, seid beruhigter.
    Und wenn ihr es doch brauchen würdet, fangt ihr nicht irgendwann bei Null an und braucht noch mal mehr Zeit, wenn es da schon schnell gehen sollte. ;-)

    (12) 01.10.19 - 20:20

    Meine Tochter ist ganz genau so. Erst würde ADS vermutet. Letztes Jahr kam dann die Diagnose Autismus. IQ ist überdurchschnittlich, aber sie ist viel zu verträumt und langsam. Sie hat seit Monaten eine Schulbegleitung. Seither geht's in der Schule. Zuhause muss ich dabei sitzen. Auch mit zusätzlich einem 1,5 jährigem.

    • (13) 01.10.19 - 21:05

      Wie hat sich das denn noch geäußert? An Autismus denke ich eher nicht. Kenne mich aber auch nicht so aus

      • (14) 03.10.19 - 15:51

        Sie ist an sich einfach extrem verträumt. Ein Beispiel:
        Die Lehrerin sagt, alle sollen zusammen packen und sich vor der Schule versammeln (zum Sportunterricht in die Halle). Alle waren schon weg, Stühle hoch gestellt. Sie saß noch da und merkte nichts.

        Die Erzieherinnen im Kindergarten und die Lehrer wollten unbedingt, dass sie getestet wird.
        Sie kann sich morgens und abends nur umziehen, wenn ich daneben sitze und immer wieder sage, was sie tun soll.
        In der Schule kommt sie nur mit, weil sie überdurchschnittlich intelligent ist. Sie kapiert alles sofort. Ansonsten hätte sie wiederholen müssen.
        Aber Autismus ist so verschieden. Mein Sohn hat nun auch die Diagnose. Er ist aber das Gegenteil. Er arbeitet sehr viel in der Schule, bekommt alles mit. Dafür ist er extrem emotional und empfindlich. Er bekommt in Phasen öfters Wutanfälle. Er spürt mehr über die Haut als andere.
        Meine Tochter kann sich z.b. zwei Stunden mit Mandarinen Schalen beschäftigen.

(15) 01.10.19 - 20:54

Meine Tochter hat sich tatsächlich sehr lange durchgeschummelt und keiner (nicht Eltern, nicht wir, niemand) hat daran gedacht oder gemerkt, dass sie eine Brille bräuchte -- sie hat sich einfach nicht so verhalten, wie wenn es die Augen wären --- wir dachten immer nur, sie ist langsam und verträumt ........ --- schaut auch mal danach.

(17) 01.10.19 - 23:30

Google mal nach Bildern von "time tracker". Das ist quasi eine "Eieruhr" mit Licht und Tonsignal.
Vielleicht könnte es ja Ansporn und werden darüber ein Zeitlimit einzuhalten...

Hallo,

ich kann dir nur sagen, meine Tochter macht ne Ausbildung und dort ist es laut Jugendschutzgesetz verboten dass sie länger als 8 Stunden arbeitet.
Dein Kind ist etwa 10 Jahre jünger und du lässt sie wirklich nach 7 Stunden Schule noch 3 Stunden weiter machen?
Das arme Kind! Sie arbeitet mehr als ein voll Berufstätiger.
Dass sie in der Schule ihre Aufgaben schafft sollte Aufgabe der Lehrerin sein. Zu Hause gibt es nach ner halben Stunde Hausaufgaben dann auch mal Freizeit sonst kommt ihr in eine Spirale die grausig wird!

Meine war auch eine Träumerin, ich weiß wie das ist ständig mit den Lehrern darüber zu reden.
Mittlerweile geht sie in die achte Klasse des Gymnasiums. Und hat laaaaaaaang gebraucht bis alles geklappt hat, besonders die Hausaufgaben haben bis zu 6. Klasse ständig für Diskussionen gesorgt.

Ausserdem ist dein Kind erst 2 Wochen in der Schule.
Meine hat immer gemalt während des Unterrichts, es hatte den Anschein sie würde träumen, aber beim malen konnte sie sich besser konzentrieren.
Und heute kann man sagen entwickelt sie sich zu einer Künstlerin, das Malen ist ihr großes Talent.

Sprich mit der Lehrerin, dein Kind ist ein Kind und muss nach 7 Stunden Schule Freizeit haben und kann nicht alles nacharbeiten.

  • Ich finde es ja auch viel zu viel. Ich schreibe ja auch selbst, dass mich diese Situation traurig macht. Ich habe heute mit der Lehrerin gesprochen. Nur kurz, haben noch einen Termin extra ausgemacht. Auf jeden Fall hat sie meine Ängste bestätigt. In der Schule läuft es wie zuhause. Sie träumt und arbeitet nicht. Zudem redet sie permanent mit ihrem sitznachbarn. Egal wer bei ihr sitzt, Sie quatscht. Ich finde nicht, dass in so einer Extremsituation die Lehrerin allein schauen muss, dass die Aufgaben fertig werden. Es gibt einfach noch andere Kinder und Sie kann auch nichl ständig bei meiner Tochter sitzen und Sie motivieren. Wir haben jetzt vereinbart, dass meine Tochter zuhause keine Hausaufgaben mehr machen darf auch nicht nacharbeiten. Dafür ist die Schule da. Und Sie soll lernen ihre Aufgabe dort zu schaffen. Es ist ein Versuch und wir schauen einfach ob es klappt. Was mich traurig gemacht hat, war die Aussage, dass unsere Große keine Freude bzw. Stolz zeigt wenn sie eine Aufgabe in der Schule geschafft hat.

    • (20) 02.10.19 - 09:10

      Vielleicht ist sie einfach noch nicht reif für die Schule? Merkst du Fortschritte in ihrer Entwicklung? Ist sie weniger verträumt mit der Zeit?
      Auch Klassengröße spielt eine Rolle. VIeleicht ist die Klasse zu groß.

(21) 02.10.19 - 10:53

Hallo,

das sagen viele Lehrer auch, aber ich frage mich immer, wo das hinführen soll.

Die Kinder brauchen ja die Übung. Nur, weil manche lieber ewig Löcher in die Luft gucken und mit dem Radiergummi spielen, als zu arbeiten, kann man doch nicht sagen, ok, dann lassen wir es eben.
Die Kinder kriegen das ja auch schnell spitz und trödeln dann extra, damit sie die Haufaufgaben nicht machen müssen.

Als nächstes haben sie dann Lücken, weil ihnen die Übung fehlt und die nächsten Lehrinhalte darauf aufbauen und so entsteht ein Teufelskreis, an dessen Ende ein Kind sitzen bleibt oder eine schlechte Schulempfehlung bekommt, das eigentlich mehr könnte.

Unser Sohn (9) ist auch so ein Kandidat, der Stunden vor seinen Hausaufgaben verbringen kann. Er kann die aber auch mal eben schnell runter schreiben...

LG

Heike

(22) 02.10.19 - 09:13

Was Du schreibst, trifft 1:1 auf meine eine Tochter zu und ich kann dir nur raten, ruhig zu bleiben und sie weiterhin versuchen zu strukturieren bei den Hausaufgaben.

Bei meiner einen Tochter hat sich das im Verlauf der 2 Klasse gegeben, nachdem ich im Prinzip auch 2 Jahre lang richtig Stress hatte, weil ich jeden Abend bis spät mit ihr gesessen habe. Irgendwann hat es tatsächlich einfach Klick gemacht und sich ausgewachsen. Die Gefahr ist halt nur, dass sie bis zu dem Moment vielleicht demotiviert werden oder den Anschluss verlieren.

Es hat auch nichts mit Intelligenz zu tun.

Wenn Du mich fragst, war das Problem meiner Tochter schlicht: Sie war noch nicht richtig schulreif. Irgendwelche Verbindungen im Kopf waren noch nicht richtig freigeschaltet. Sie hatte da noch nicht richtig freie Bahn.

Deswegen hat alles ewig gedauert und das Träumen hat ihr Abstand und Pausen gebracht. Als die Bahn dann von der Gehirnentwicklung her frei war, hat das zwar ihren träumerischen Grundcharakter nicht verändert, aber die Lern und HA Zeit verkürzte sich wie durch Zauberhand drastisch.

Heute ist sie in der 6. Klasse. Zieht sich von 10 Fächern 8 ohne Lernen aus den Fingern und lernt eigentlich nur noch richtig für Englisch....und gelegentlich Mathe. Und das höchste der Gefühle ist, dass ich ein paar Fragen stellen, ob sie an dieses und jenes gedacht hat oder Vokabeln abfrage.

Ihre ersten Noten in der 2. waren noch bunt gestreut von 1 bis 6, weil sie aufgrund der Träumerei einfach nicht immer fertig wurde oder die Lage erkannte. Jetzt ist sie schon jahrelang eine solide 1-2er Schülerin und die Lehrer haben auch schon die Gym Empfehlung ausgesprochen. (Bei uns ist der Wechsel nach 6 Grundschuljahren)

Es ist also noch nicht aller Tage Abend. Bleibt dran. Evtl. gibt es sich bis zu den ersten Ferien, ansonsten würde ich - wenn sie wirklich große Probleme hätte - sie vielleicht in der 1. zurückstellen. Für die 1. Klasse interessiert das niemanden. Es gibt immer ein paar Spätzünder, die dann trotzdem noch Abi später machen, auch wenn sie die erste 2x gemacht haben. Kenne da selber einige Leute.

Was uns geholfen hat. Verschiedene Lerntechniken ausprobieren, die ihrer verträumten Natur eher auf spielerische Weise entgegenkommen, also eher auf Spaß und Neugierde abzielen und sie positiv bestärken.

Z.B. auch mal Lernvideos gucken (YouTube, vielleicht auch Scoyo), Lernspiele am PC, Lernspiele mit TipToi, Lernspiele als Brettspiele, Mathe ...Mengen zum Anfassen, legen, schieben oder akkustisch lernen z B. mit Lieder CDs (Vokabeln für Englisch, kleines 1x1). Manche Sachen haben wir auf Band gesprochen und im Hintergrund einfach beim Spielen in der Freizeit laufen lassen bis sie es singen konnte. Wir haben das Üben in der Freizeit auch mehr kreativ mit Bewegungsspielen eher unkonventionell gestaltet. Also wenn es nicht gerade Hausaufgaben waren, haben wir von Schulbuchpauken eher Abstand genommen, um das Lernen interessant zu machen.


Für HA gab es einen Wecker. Wir haben vorher die HA Aufgabe zusammen gelesen und ich habe mir dann von ihr erklären lassen, was sie machen soll. Stand zweifelsfrei fest, was zu tun war, habe ich gesagt. Diese Aufgabe solltest du in z.B. 20 Minuten schaffen. Dann habe ich einen Wecker gestellt. Dafür hatte sie sich extra einen aussuchen dürfen, der schon bunt war und ein lustiges Geräusch machte. Dann ging es los. Ich habe nicht geschimpft, wenn es mal drüber war, aber wir haben dann zusammen geschaut, wo sie gedanklich gehangen hat und das einfach noch Mal durchgespielt, wie man da schneller zu einer Struktur findet. Sie hat dann mit dem Wecker auch schnell gemerkt, dass sie viel eher fertig ist und ihre Ruhe hat, wenn sie sich versucht einfach ein paar zusammenhängen der Minuten nicht ablenken zu lassen.

Ich habe ihr auch durchaus ein paar unpädagogische Tipps gegeben. Z.B. hatte sie einen riesen langen Text als Vorbereitung auf einen Test als HA auf und Punkte gab es bei der Aufgabe aber nur für alle unterstrichen Nomen. Da habe ich ihr gesagt, sie soll sich nicht damit aufhalten den Text lange zu lesen bis sie sich die Geschichte im Kopf ausgemalt hat, sondern, sich einfach jedes großgeschriebene Wort angucken, ob es die Merkmale des Nomens erfüllt. In der Arbeit bin ich mir sicher, dass sie keinen blassen Schimmer hatte, worum es in dem Text ging, das hätte ja viel zu lange bei ihr gedauert, aber die Aufgabe hat sie dann mit Bravour gemeistert. ;)

Wenn es sich so gar nicht auswachst, waswiw gesagt durchaus bis in die 2. Klasse hi ein dauern kann, dann könntest Du sie vielleicht auf ADS ohne Hyperaktivität untersuchen lassen. Denn die haben auch Probleme mit der Konzentration. Aber so früh, möchte ich diesen Teufel nicht an die Wand malen.

Hallo

ich würde den Druck rausnehmen. Hausaufgaben mit ihr zusammen machen, aber nach 30 bis 40 Minuten ist schluss. Sie geht ja erst 2 Wochen in die Schule da muss man erstmal ankommen.
Nach der Hausaufgabenzeit würde ich dafür sorgen das sie sich bewegen kann und viel spielt, dann hat sie man nächsten Tag auch mehr "Kraft" zum lernen.

(24) 02.10.19 - 11:43

Hallo,

ich denke, das ist eine Kombination aus Langeweile und entweder der Tatsache, dass sie sich noch nicht an die Schule gewöhnt hat oder ADS.

Dass sie sich von allem ablenken läßt und allgemein viel träumt, spricht eher für letzteres.

Das testen Kinder-Psychiater. Da würde ich mir, an Eurer Stelle, jemanden empfehlen lassen.
Leider gibt es da auch viele, die entweder wenig einfühlsam sind oder den Eltern nur eine Diagnose um die Ohren hauen oder die einfach keine Ahnung haben.
(Wir hatten im Bekanntenkreis schon mehrere Fälle, wo Fehldiagnosen einen Haufen Probleme verursacht haben.)

Die Hausaufgaben abzubrechen, wenn es zu lange dauert, halte ich für eine schlechte Lösung. Auch, wenn es ADS ist, müssen die Kinder irgendwie durch die Schule kommen. Wenn da dauerhaft die Übung durch die Hausaufgaben fehlt, entstehen immer mehr Lücken und nachher steht Deine schlaue Tochter mit einer Hauptschulempfehlung da.

Wir haben einen Sohn (9, 5. Klasse) mit leichten ADS und überdurchschnittlicher Begabung, der wegen Unterforderung eine Klasse übersprungen hat.
Der kann ebenfalls Stunden vor seinen Hausaufgaben verbringen. Aber er kann die auch schnell runter schreiben.

Was ich bei Deiner Tochter als erstes probieren würde, wäre an ihre Vernunft zu appellieren.
Ja, die Hausaufgaben sind langweilig und sie kann das alles, aber gemacht werden müssen sie trotzdem. Wenn sie die mal eben schnell hin schreibt, hat sie Zeit für Dinge, die sie gerne machen möchte und sitzt nicht den ganzen Tag davor.

Wenn das nicht klappt, würde ich ihr eine Eieruhr oder einen Wecker hinstellen mit dem Hinweis, dass sie eine Dreiviertelstunde oder so Zeit hat.

Bei unserem Sohn klappt mal das eine und mal das andere, aber beides nicht immer.
Wir haben sonst auch noch die Variante von wegen, wenn Du bis dann und dann nicht fertig bist, spielst Du heute kein Minecraft mehr.
Aber, ob Du solche Geschütze auffahren willst, musst Du wissen. Unser Sohn ist teilweise ziemlich bockig, aber Deine Tochter ja anscheinend nicht.

Ich habe mich übrigens nie länger daneben gesetzt, weil das nichts brachte. Dann fing unser Sohn immer an, mir irgendwelche Sachen zu erzählen, anstatt die Aufgaben zu machen. Ich schaue nur immer mal vorbei und beantworte seine Fragen.

Ich würde mir auch mal angucken, wie es bei Deiner Tochter auf Dauer mit Langeweile in der Schule aussieht.
Jetzt sollen die Kinder ja erstmal ankommen, und deswegen ist der Stoff sehr locker. Wenn es so weiter geht, würde ich die Lehrerin bitten, Deiner Tochter mal schwierigere Aufgaben zu geben.

Unser Sohn wird erst wach, wenn die Aufgaben interessant genug sind.

Ich hoffe, Ihr habt da eine bessere Lehrerin erwischt, als wir anfangs.
Die hat sich nämlich geweigert, unseren Sohn zu fordern, weil der bei den Aufgaben im Unterricht immer so langsam war.
Dass er in den Klassenarbeiten trotzdem meistens der beste war und auch immer fertig wurde, konnte sie sich nicht erklären. Sie hat immer gemeint, er wäre nur bockig.
Uns blieb letztendlich nichts anderes übrig, als ihn eine Klasse überspringen zu lassen. Er war mittlerweile auch noch so genervt, dass die Lehrerin und er ständig aneinander gerieten. (Mädchen ziehen sich in solchen Fällen eher gefrustet zurück, aber die meisten Jungs proben den Aufstand. #schwitz)
In der neuen Klasse klappte es dann gut.
Jetzt müssen wir gucken, wie es auf dem Gymnasium läuft. Wenn der Anspruch für ihn passt, steht ihm leider das ADS im Weg, das für Schusselfehler sorgt und dafür, dass er die Aufgabenstellung nicht unbedingt richtig liest.
Eigentlich müsste man für solche Kinder eine Schule backen. #schwitz

LG

Heike

Schwierig.

Du sagts sie lenkt sich ab - womit?

Oder anders - versuche die Reize so gering wie möglich zu halten, in der Schule haben wir da mal ganz erfolgreich mit Wahlkabinen gearbeitet.

Auf den Tisch liegt nur das Material, das gerade gebraucht wird, nur den Bleistift und den Radiergummi, sonst nichts auf den Tisch. Keine Reize eben.

So würde ich starten, und vielleicht auch mal mit meinem Kinderarzt ein Gespräch führen.

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