frühe Einschulung oder doch lieber nicht?

Mein Mann und ich sind unsicher, ob wir unsere jüngste Tochter (Geburtstag am 11.1.) vorzeitig einschulen lassen.
Derzeit leben wir im Ausland, werden allerdings nächsten Sommer zurück nach Deutschland ziehen. Sie geht hier in die Vorschule und lernt dort schon die Buchstaben und Zahlen. Würden wir hierbleiben, würde sie Anfang März, also nach ihrem 6. Geburtstag eingeschult werden.

Sie ist ein cleveres Mädchen, das sich gerne Dinge bei den Brüdern abschaut (sie hat 3 ältere). Kognitiv ist sie sicher so weit, sagt der Kinderarzt. Sie selber möchte auch nicht mehr in den Kindergarten gehen, sondern auch “groß sein” und in die Schule gehen – wie die Brüder.
Sie ist aber auch ziemlich sensibel. Wenn ihr etwas nicht gelingt, hat sie Angst, Ärger zu bekommen, sie sucht oft die Schuld bei sich selbst, sie ist oft unsicher, hat nicht gerade das größte Selbstbewusstsein. Gerade unser Ältester hat sich zu ihrem Beschützer erklärt.

Wir haben Sorge, dass sie einfach emotional noch nicht reif genug ist, in die Schule zu gehen, dass sie untergeht, gerade weil sie ein gutes Stück jünger sein wird. Aber wir haben auch Sorge, dass ihr (und ihrem Selbstvertrauen) noch ein Jahr im Kindergarten nicht guttut (sie ist noch zu klein, sie ist nicht “gut genug” für die Schule, …).

Was würdet ihr tun?

P.S.: Die Anmeldefrist ist noch bis zum 15.11.

mmh, schwierig, sie ist ja doch noch sehr jung. Schreiben und rechnen können jedes Jahr einige, das wäre nicht mein Hauptkriterium.
Das emotionale ist mindestens genauso wichtig, denke ich. Und durch euren Umzug, wird sie hier ja auch noch gar keine Kontakte haben, die lassen sich im Vorschuljahr evtl. leichter herstellen (ohne Druck durch Schule).
Ich glaube ich würde sie noch nicht anmelden, sondern das eine Jahr in der Kita noch mitnehmen.
lg

Wir haben Angst, dass sie sich im KiGa zu klein oder zu dumm für die Schule fühlt und das nicht gut für sie ist.
Bei uns ist der Kindergarten eigentlich mehr eine Vorschule, wo sie auch schon in verschiedenen Fächern unterricht bekommen. In Deutschland wird ja viel mehr gespielt und so (zumindest bei meinen Neffen). Das wäre für sie dann auch intellektuell wohl eine 'Herabstufung', sozusagen.

Hättet ihr denn einen Kitaplatz für das Jahr in Aussicht? Vllt besteht ja die Möglichkeit, dass sie mal schnuppert, falls ihr vorab mal hier seid.
Und wenn sie kognitiv fit ist, wird sie vllt verstehen, dass es in dtl anders ist und deswegen nicht schlecht ist oder sie dumm.
Ich würde daher vllt gezielt darauf achten, dass schulische nicht so sehr zu thematisieren, also auch nicht extra sagen, wie toll du lesen kannst oder es zusätzlich üben (aber natürlich auch nicht abwerten), sondern den Fokus eher auf außerschulische stärken legen und da fördern, falls die Entscheidung gegen Einschulung fällt.
Die Schule auf die sie käme, ist das eine kleine Kuschelschule auf dem Land oder eine große Schule, wo man Ellebogen braucht? Wäre ja auch ein Kriterium.

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Ich würde es auf keinen Fall machen. Habe den Vergleich mit meinen Kindern. Der Grosse ist auch von Januar und ist im Sommer danach eingeschult worden. Warum so früh einschulen? Meine Tochter ist von November und wird mit fast 7 eingeschult. Mein Mittlerer ist gerade 6 geworden als er eingeschult worden ist. Und es war/ist eine Katastrophe. Gib ihr Zeit. Im Endeffekt musst Du es wissen. Kann Dir nur meine Erfahrungen sagen

Sie will halt groß sein, spielt immer Schule zu Hause und könnte bei der Einschulung im Endeffekt den Stoff der 1. Klasse schon.
Und unsere große Sorge ist halt, dass sie sich zu klein, zu schlecht, zu dumm, zu ... fühlt, wenn sie dann noch nicht eingeschult wird. Sie ist in der Hinsicht sehr sensibel.
Ich selber bin ein Oktoberkind und wurde früher eingeschult. Für mich war das total super (bin auch die Jüngste), aber Januar ist noch mal etwas anderes als Oktober.

Warum bringt man einem Kind bereits den Schulstoff für die erste Klasse bei? Da ist doch schon Langeweile vorprogrammiert.

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Kindergarten für ein weiteres Jahr. Und gar nicht groß diskutieren mit ihr dass es möglich wäre in die Schule zu kommen. Gerade wenn sie so selbst kritisch ist wäre das Jahr zum Reifen gut. Zahlen und Buchstaben sind nur die eine Seite der schulreife. Hab gerade irgendwo gelesen dass für eine gute Schulzeit nicht wichtig ist was das Kind am Anfang der ersten Klasse kann sondern wie sicher und gefestigt es in sozialen und emotionalen Dingen ist. Der Vorsprung den manche bei der Einschulung im lesen und oder rechnen haben geht meistens in den ersten Schuljahren verloren und nur ganz wenige Prozent „Überflieger“ behalten ihn bei.

Sie ist sehr sensibel und genau deshalb sind wir so unsicher. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass beides für sie nicht ideal wäre. Also dass sie in der Schule untergeht und sich im Kindergarten zu klein oder zu dumm für die Schule fühlt. (Verstehst du, was ich meine?) Vor allem, weil im Deutschen Kindergarten ja viel mehr gespielt wird. Hier gibt es schon kindgerechten Unterricht.
Am einfachsten wäre es wahrscheinlich, wenn wir noch ein Jahr hierbleiben würden😂

Wie sie das aufnimmt ist doch ganz stark eine Frage dessen wie man das seinem Kind erklärt. Bei uns steht die Entscheidung an ein Jahr zurück zu stellen und selbst die Erzieher verkaufen es unserm Sohn schon toll dass er eben ein "kleiner Großer" ist und vielleicht noch ein Jahr im Kindergarten bleiben muss, dann kann er ja seinen jüngeren Freunden helfen. Ich

Ob ein Kind zahlen und Buchstaben kann sagt gar nichts über seine Schulreife aus. Es ist erworbenes wissen und keine Reife. Gerade wie ein Kind mit Scheitern und Fehlern umgeht, ob es alleine für klar kommt und eben keinen großen Bruder als Beschützer braucht ist entscheidend!

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Mein Kind ist 4,75 Jahre alt und schreibt auch Buchstaben und interessiert sich fürs rechnen. Es redet täglich davon, wie es dann als Schulkind so sein wird (ganz wichtig sind auch wackelzähne, darauf wird sich schon sehr gefreut). Ich denke das ist alles normal und teilweise durch den kindergarten (bei euch die Vorschule) bedingt. Ich würde ein Kind, das so ist wie du eure Tochter beschreibst niemals früher einschulen und bin persönlich froh, dass mein Kind schon 6,75 sein wird bei Einschulung. Ich denke in den allermeisten Fällen ist es besser, wenn ein Kind schon älter ist. Meine schwiermutter, die Grundschullehrerin und Rektorin war, hat mir das so bestätigt. Auch nach dem Abschluss, wenn es um den weiteren Lebensweg geht, ist es aus meiner Sicht nur von Vorteil, wenn man schon etwas älter und reifer ist.

Wenn ihr schon solche Sorgen wegen ihrer emotionalen Reife habt, würde ich sie auf keinen Fall vorzeitig einschulen. Sie wird dort mit die Jüngste sein und dann noch mit wenig Selbstbewusstsein ausgestattet riecht das für mich nach ziemlichen Problemen. Und selbst wenn sie ein weiteres Jahr in einem deutschen Kindergarten als Rückschritt empfinden würde, sie hat da die Möglichkeit ihre Defizite was die Reife angeht zu überwinden. Und es ist eben auch an euch ihr zu vermitteln das es nichts mit dumm sein zu tun hat. Die normale Einschulung wäre doch erst 1 Jahr später. Warum ist das überhaupt so ein Thema, das sie sich selbst so klein machen würde, wenn es jetzt nicht in die Schule geht? Und gerade weil ihr nach Deutschland geht, ist es doch ein gutes Argument das man dort eben später eingeschult wird. Das es zeitiger möglich wäre, muss man doch gar nicht thematisieren.

Wir haben mit ihr auch noch nicht über die Möglichkeit gesprochen, das würden wir nur machen, wenn wir uns dafür entscheiden. Sie will endlich in die Schule kommen, deshalb denken wir darüber nach.

"Warum ist das überhaupt so ein Thema, das sie sich selbst so klein machen würde, wenn es jetzt nicht in die Schule geht?"
Sie tickt so von der Art her. Im Kindergarten reißt sie sich normalerweise zusammen, aber gerade zu Hause gibt es oft Tränen, wenn etwas nicht klappt (Schleife, zum Beispiel), oder, wenn sie etwas nicht darf, was ihre Brüder schon dürfen. Man merkt ihr dann an (also Verhalten und Worte), dass sie glaubt, sozusagen weniger wert zu sein, als die anderen. (Klingt jetzt sehr drastisch, aber ich weiß nicht, wie ich es sonst erklären sol)

"zu Hause gibt es oft Tränen, wenn etwas nicht klappt (Schleife, zum Beispiel), oder, wenn sie etwas nicht darf, was ihre Brüder schon dürfen. Man merkt ihr dann an (also Verhalten und Worte), dass sie glaubt, sozusagen weniger wert zu sein, als die anderen. "

das wäre für mich schon ein Ausschlusskriterium für die Schule!
Die Chance, daß ihr Selbstbewusstsein in dem letzen Kindergartenjahr noch wächst, weil sie ja schon vieles kann ist um einiges größer, als daß sie in der Schule der große Überflieger wird

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Kann man sie nicht vielleicht vorsichtshalber anmelden und absagen, falls ihr nächstes Jahr merkt, dass sie nicht so weit ist?

Ansonsten hör dich mal um, was es sonst für Einrichtungen in der Gegend gibt. An meiner Grundschule gab es z. B. einen "Schulkindergarten". Der war meines Wissens für Kinder, die zwar schon 6 waren, aber trotzdem noch nicht schulreif. Das war auf dem Schulgelände, aber eben noch keine richtige Schule, etwas behüteter, etc. Vielleicht gibt es so etwas bei euch auch. Oder ein alternativer Kindergarten/eine alternative Schulart.

Ich kenne zwei Leute die extrem früh eingeschult wurden: eine hatte im Februar erst ihren 6. Geburtstag: Bei ihr hat es funktioniert. Sie war meines Wissens etwas schüchtern, aber an sich selbstbewusst genug. Sie hat sich gut eingefügt, hatte immer gute Noten. Auf dem Gymnasium hat sie dann durch ein Auslandsjahr ein Jahr wiederholt und das war auch gut.
Der andere ist erst im Mai nach der Einschulung 6 geworden und das ist extrem in die Hose gegangen. Sehr unreif, zwei Zurückstufungen. Er ist auch bis heute (21) deutlich kindischer als seine Altersgenossen.

Letztendlich kennt nur ihr eure Tochter. Von außen glaube ich allerdings, dass es besser ist, wenn sie sich im Kindergarten erst mal "schlecht" fühlt, aber dann später in der Schule Gasgeben kann (und vllt. dann schon mit ihrem Wissen in Lesen und Rechnen auftrumpfen kann), als wenn sie in der Schule untergeht und da nicht so schnell wieder rauskommt.

Schulkindergarten habe ich noch nie gehört, da informieren wir uns mal. Danke.

Eigentlich ist das eher für Kinder die kognitiv noch nicht so weit sind oder motorische Schwierigkeiten haben oder Probleme mit deutsch und deshalb zurück gestellt werden. Hier heißt es auch nicht Schulkindergarten sondern grundschulförderklasse. Kinder die sozial und emotionalen förderbedarf haben bleiben wenn irgendwie möglich im Kindergarten. Da du aber nicht zurück stellst sondern ganz normal oder früher einschulst bin ich mir nicht sicher ob das das richtige ist. Je nach Bundesland gibt es Vorschulen. Ich meine Hamburg hat das.

Nicht umsonst wird der Stichtag jetzt Schritt für Schritt wieder nach vorne gelegt.

Man hat gemerkt, daß viele Kinder einfach noch nicht schulreif sind und es gab viele Zurückstellungen.

Und das was du von ihrem emotionalen erzählst, käme ich niemals auf den Gedanken, sie vorzeitig einzuschulen.

Hallo,

wenn ihr nach Deutschland kommen solltet, wird sich die Frage ohnehin nicht stellen.

Ich kann es Dir dennoch aus unser Sicht erzählen. Mein Kind ist das jüngste seines Jahrgsnges. Vorzeitig eingeschult mit 5 Jahren. Wir wussten es, seitdem er 2 Jahre aslt war. So war es dann aich.

Bei solchen Kindern ist eben das kognitive kein Problem auch ist es so, dass man Kind soch 100% konzentrieren kann, super höflich..

Aber

zwischen solchen Kindern liegen Welten, noch krasser sind die, die dann eben ein Jahr älter sind. Sie sind definitiv reifer, körperlich stärker. Das beobachtet man, wen sich solche Kinder dann als Spielpartner aussuchen.
Dann werde die Anforderungen mit zunehmender Schulstufe heftiger und selbst wenn ein Kind bei einer Einschulung superduper war, muss es nicht später der Fall sein!

Eher sollte man Kind normal einschulen und wenn es TATSÄCHLICH, so untrfordert und pipapo ist ind wenn es tatsächlich schulisch bewiesen hat, dann überspringen lassen.

Kaum korrigiere ich jetzt meine Entscheidung. Jetzt wird das Kind in den Leistungsstress mitgerissen. Viel zu früh!

Wohin eilt man. 💀

Selbst wenn ich jetzt betteln würde. Würde keiner mein Kind sitzen bleiben lassen, dafür sind die Noten zu gut. Oft sage ich mir, ein armes Kind, was habe ich mir/ihm angetan.

#winke

Hallo!

Ich koennte mein Kind mit 5 Jahren und 5 Monaten einschulen lassen, werde es aber nicht tun.

Sie ist jetzt mit 4,5 die aelteste in ihrer Kindergartengruppe. Sollte es ihr naechstes Jahr wirklich langweilig werden, beginnen wir mit Russisch, Chinesisch, ein paar Musikinstrumenten usw... Da kann man jederzeit aufhoeren. Wenn man einmal in der Schule ist, muss man weitermachen, notfalls mit Sitzenbleiben. Und das ist fuers Selbstwertgefuehl sicher schlimmer als ein hingeschmissener Sprach- oder Musikkurs.

Man weiss nie, wie sich Kinder als Teenager entwickeln. Ich wuerde es nicht riskieren und das Kind bei Langweile andersweitig foerdern.

Wo wohnt ihr denn? Spricht man da Deutsch?

LG

Wir leben in Argentinien.
In der Familie sprechen wir nur Deutsch und wir haben auch engen Kontakt zu einigen anderen deutschen Familien, also spricht sie fließend und wir sorgen auch zu Hause dafür, dass sie auch auf Deutsch lesen lernt, nicht nur auf Spanisch.
Langeweile ist bei ihr auch nicht das Problem. Das könnte nur kommen, wenn sie in Deutschland im KiGa ist, vielleicht auch ein wenig in der ersten Klasse.

"Langeweile ist bei ihr auch nicht das Problem. Das könnte nur kommen, wenn sie in Deutschland im KiGa ist, vielleicht auch ein wenig in der ersten Klasse."

Hallo nochmal!
Ja dann kann man ja in Deutschland etwas anfangen, was es dann nicht in der Schule gibt. Sprache, Sport, Kunst etc.
LG

Ich kann verstehen, dass dich dies beschäftigt. Es gibt so viele Meinungen dazu..auch jedes Jahr wieder neu hier.

Wir haben's gemacht. Unser Sohn ist heute einer der jüngeren seines Jahrgangs und in der 9. Klasse eines Gymnasiums. Wir hatten bislang keine Probleme. Kann man jedoch nicht pauschalieren

Vieles hängt vom Bundesland ab. Bei uns:
Besprechen musst du das mit der Schulleitung der gewünschten Schule, dort wird entschieden.
Bei Zuzug ist idR Anmeldung jederzeit möglich, auch kurzfristig. Wie das bei Kann-Kindern ist, weiß ich nicht. Einschulungsuntersuchung muss sicher gemacht werden.
Meine Tochter hat Buchstaben geschrieben/ gemalt, bevor sie Bilder gemalt hat. Das letzte Kindergartenjahr war anstrengend langgezogen.
Sie wurde regulär, als eine der Ältesten eingeschult. Kognitiv war sie regelrecht enttäuscht. Die großteils ungeschriebene "Schulstruktur" war eine ganz andere Herausforderung für uns alle.
Die echten Probleme der Jahrgangsjüngsten treten aber oft Richtung Pubertät auf.

Kurzum: in anderen Ländern und Strukturen oder besonderen Ausnahmefällen mag das passen, aber in Deutschland rate ich dir davon ab, zumal, wenn es sich um keine Privatschule handelt.

Wir sehnen das Ende der Grundschulzeit herbei. Ein Jahr jünger wäre es vermutlich ein harter Ritt geworden, aber NICHT wegen der Intelligenz.

Ich würde ihr sagen, dass sie in Deutschland ganz normal im nächsten Jahr zur Schule kommt, dass das hier normalerweise so ist und fertig. Da brauche sie es nicht auf sich beziehen.

Gerade ihr schadet ein Jahr Ruhe vor Leistungsdruck nicht, da kann sie sich in Ruhe einleben, den neuen Wohnort erkunden, die Schulen angucken, Kinder in ihrem Alter über die Kita kennenlernen und wenn sie bisschen Anpassungsschwierigkeiten wegen dem Umzug hat, wird das nicht gleich im ersten Eltern-Lehrer-Gespräch wegen fehlender Leistungen breit getreten. Umzug ist für Kinder meist ein Heidenstress. Außerdem ist das ja ohnehin das Vorschuljahr, wo sie durchaus schon etwas für die Schule lernt.

Ich finde die sozialen Kompetenzen viel wichtiger als Buchstaben und Zahlen. Die kann man schon sehr viel jüngeren Kindern eintrichtern, wenn man das will. Das ist kein Einschulungskriterium. Selbst die Kinder, die sich vorher nie damit befasst haben, lernen es in der Schule und holen da ganz zackig alle ein.

Wichtiger ist doch, dass man sich emotional gefestigt behaupten und anpassen kann und da legen Kinder im letzten Kitajahr erfahrungsgemäß im ganzen Sozialverhalten enorm zu. Für mich ist die Sache bei ihr recht eindeutig. Nicht weil sie nicht schlau genug ist, sondern weil die Vorteile einer normalen Einschulung gegenüber den Risiken der Früheinschulung in meinen Augen gerade bei emotional unsicheren Kindern überwiegen. Da hat sie es ohne Früheinschulung wahrscheinlich für ihre ganze Schulzeit leichter. Das wäre mir wichtiger. Gerade für jemanden, der mit dem Selbstbewusstsein kämpft und viel positives Feedback braucht.

Ich halte die kognitiven Fähigkeiten zur Einschulung tatsächlich für den unwichtigsten Punkt. Selbstbewusstsein hingegen für wichtig. Und gerade das letzte KiTa Jahr, wenn die Kinder die ‚Grossen‘ sind, fördert das Selbstbewusstsein ganz ungemein.

Grüße
BiDi

Hallo!

Bitte bedenke auch : es kommt darauf an, in welches Bundesland ihr zieht!

In Bayern bräuchtest du ein psychologisches Gutachten und eine Testung deiner Tochter. Hier gibt es die "Kann-Kinder". Das sind die Kinder, die bis zum 31.12 Geburtstag haben. Die können problemlos eingeschult werden. Alles was später kommt, zählt als Vorzeitige Einschulung - geht nur mit Gutachten.

Alles Gute!
Liebe Grüße,
Schniefnase

Guten Morgen,

Mein Sohn ist vom 16.10. - es stand nie zur Debatte, ihn früher einzuschulen, da er im Gegensatz zu deiner Tochter nicht wirklich Interesse an Stiften, schreiben, etc hatte.

Und trotzdem war ein ganz anderer Grund für mich sehr wichtig. Ein Jahr lang war er in der Kita der älteste, Zuhause immer der kleine. Der Rollenwechsel hat ihm sehr gut getan. Er hat an Selbstvertrauen gewonnen und hat sozial-emotional extrem gelernt.

Ein Umzug ist zu verpacken, also auch keine Basis aus Freundinnen, die mit in die Schule gehen. Das ist natürlich nicht so einfach.

Ich finde tendenziell besser, sich nach dem Stichtag zu richten und ggf erstmal neue Freundeskreise zu schaffen, vielleicht mit einem Instrument lernen die geistige Auslastung aufzufangen.

Aber ich kenne deine Tochter nicht, das ist nur eine ganz generelle Meinung.


Liebe Grüße
Love

Hallo,

die kognitiven Fähigkeiten würde ich bei der Einschulung hinten anstellen. Sehr viele Kinder können rechnen, lesen und auch schreiben bevor sie in die Schule kommen. Die, die es nicht können, sind spätestens nach einem halben Jahr auf dem Level der anderen. Die emotionale Seite ist viel wichtiger. Was meinst du, wie es ihr geht, wenn es in der Schule nicht so klappt und andere an ihr vorbei ziehen. Wenn sie sich nicht traut, im Unterricht mitzuarbeiten, aus Angst was falsches zu sagen. Viele Kinder melden sich nicht, weil sie sich nicht trauen. Was ist wenn sie mal was falsches sagt und andere Kinder lachen? So wie du deine Tochter beschreibst, hat sie sehr wenig Selbstvertrauen. Es kann durchaus passieren, dass sie gnadenlos untergeht. Ich arbeite an einer Grundschule auf dem Land mit 200 Schülern. Also keine riesige Schule, kein sozialer Brennpunkt und 90% der Kinder gut situiert und aus gutem Elternhaus. Selbst hier benötigen Kinder Ellenbogen. In der Klasse meiner Tochter ist ein Mädel, die aufgrund ihrer Schüchternheit schon 2x eine Klasse wiederholt hat. Sie wurde definitiv zu früh eingeschult und schon das erste Wiederholen hat sie so dermaßen einbrechen lassen, dass sie es wieder nicht geschafft hat. Mit psychologischer Hilfe geht es jetzt langsam besser. Sie wird allerdings im Mai 11 und ist dann noch in der 3. Klasse. Da sind andere schon in der 6. Klasse weiterführende Schule. Du schreibst, dass deine Tochter sich für dumm hält, wenn sie nicht in die Schule kommt. Es ist eure Aufgabe als Eltern, sie in der Hinsicht aufzubauen. Für das Selbstbewusstsein eurer Tochter seid ihr verantwortlich.

LG
Michaela

Schön geschrieben.

Ich kenne mehrere Beispiele wo es gut lief, aber auch leider nicht so gut. Bei zwei Fällen - Jungs (einer im September einer im November geboren), lief es sehr gut. Die beiden sind pfiffig und waren auch schon emotional ein bisschen weiter (hatte beide ältere Geschwister und der eine war auch altklug, wie man so schön sagt. Allerdings war er oft gerne auch ein ich will nicht direkt Mobbing-Opfer sagen, aber er hatte es schwer mit seiner Art bei den anderen Kindern anzukommen.
In dem Fall eines Mädchens (Oktober geboren), ging es richtig daneben. Sie war vom Kopf her sehr weit, aber emotional scheinbar nicht. Die Grundschule war weniger das Problem (keine 100 Schüler an der Schule). Aber dann auf dem Gymnasium. Sie wurde zur Schulverweigerin, weil sie einfach mit der Menge an großen Schülern nicht klar kam. Wurde inzwischen zurückversetzt (kognitiv hatte sie keine Schwierigkeiten).
In einem anderen Fall (Sohn meiner Kollegin). Er ist im Juli geboren und somit Kann-Kind, ein pfiffiger und schlauer Junge, blieb noch ein Jahr im Kiga. Meine Kollegin tat sich schwer mit der Entscheidung und auch im Kiga war er nicht wirklich sehr glücklich. Aber im Endeffekt hatte es sich für ihn gelohnt. Er ist den anderen weit voraus und hat dadurch einige Vorteile.

Hi. Ich habe zwei Kinder in der Schule und eine wurde früh eingeschult und das andere nicht, ist aber auch bei den jüngeren dabei. Was für mich früher nicht klar war ist, das mit der Schule der Familienstress losgeht. Ich zumindest muss immer viel mit überlegen, planen, Termine merken, Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Zettel unterschreiben, Nachmittagsunterricht, Stundenausfall, Elternabende, Elternmitarbeit,......Ich könnte mir vorstellen, dass wenn die Kinder etwas älter sind, es für alle ein wenig istressfreier ist, bzw. hat man dann noch ein stressfreieres Jahr länger und geht damit vielleicht entspannter an die ganze Sache ran. Also ich würde mich nicht nochmal für die frühe Einschulung entscheiden, obwohl es auch immer wieder schöne Momente für meine Kinder in der Schulzeit gibt und sie insgesamt viel Glück mit Lehrern und Klassenkameradinnen hatten.

Noch ein Nachtrag: Wir kamen damals auch aus dem Ausland nach Deutschland und dort wo wir waren, ging alles viel früher los. Daher dachten wir auch, dass eine frühe EInschulung gut wäre. Allerdings ist Deutschland lerntechnisch anders unterwegs als viele andere Länder und es geht wirklich zur Sache mit Hausaufgaben, etc. dazu noch die eher fehlerorientierte Lernkultur, ich denke, dass das vielen nicht ganz so gut tut.

ich bin für einschulung mit 6,5 Jahren. (hier in Deutschland - nach dem Umzug. - ein neuanfang).

Sie wird mit dem Umzug eh genug zu tun haben -- clever hin oder her ... wenn sie bei euch im märz eingeschult wird und dann hier in Deutschland ab der ersten Klasse im September alles grad nochmal machen muss, ist es ja auch langweilig... --- und wenn du pech hast, stekcen sie sie hier in die 2. Klasse, wenn sie schon im alten Schuljahr eine erste Klasse im Ausland besucht hat.

Hallo,

Ihr solltet Euch erst überhaupt mal informieren, wie das in dem Bundesland, wo Ihr hin zieht, geregelt ist.

Hier (NRW) wäre Deine Tochter mit ihrem Geburtstag nicht einmal ein Kann-Kind, sondern ein Regelkind für das nächste Schuljahr.
Ich schätze, es wäre ein riesiger Aufwand, eine Genehmigung zu bekommen, um so ein Kind früher einzuschulen.

Dazu kommt, dass manche Grundschulen sich schon bei Kann-Kindern quer stellen. Hier müssen die Eltern schon kämpfen, um ihre Kann-Kinder auf die Grundschule zu schicken, weil die Direktorin meint, die seien aus Prinzip noch zu jung. #schwitz

Dann muss man bedenken, dass Deine Tochter nicht nur ein Jahr früher in die Grundschule geht, sondern auch ein Jahr früher auf die weiterführende Schule, wo nochmal deutlich mehr Selbstständigkeit erwartet wird.
Wenn Deine Tochter so unsicher ist, wäre das bestimmt nichts für sie.

Meistens ist es besser, wenn man die Kinder später einschult.

Ich selbst bin sogar als Juli-Kann-Kind später eingeschult worden. Ich hatte mir vorher schon selbst Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht, war aber auch furchtbar unsicher und hatte eine schlechte Frustrationstoleranz. Ich kann nicht behaupten, dass es mich jemals ernsthaft gestört hätte, dass ich nicht ein Jahr früher eingeschult worden bin. Ja, ich habe mich öfter gelangweilt, aber wirklich dramatisch war das nicht.

Bei Euch kommt ja auch noch der Umzug, sogar in ein mehr oder weniger fremdes Land, hinzu, und Deine Tochter kennt vermutlich noch kein Kind an Eurem neuen Wohnort.

Ich würde sie normal im nächsten Jahr in die Schule gehen lassen.

Unser Sohn war übrigens ein Dezember-Kann-Kind, und wir haben ihn spät eingeschult, weil er immer so verplant und verträumt und auch schnell gefrustet war.
Im 2. Schuljahr war er dann so unterfordert, dass wir ihn eine Klasse überspringen lassen mussten. Das Nachholen des Stoffs war dann ganz schön stressig.
Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob es besser gewesen wäre, ihn früher einzuschulen. Ich denke, von der Reife her, hat ihm das Jahr Kindergarten gut getan.

Jetzt ist er mit 9 auf dem Gymnasium, und das ist schon eine Hausnummer für ihn. Da muss er sich viel mehr organisieren. Der Klassenlehrer ist nicht mehr so eine Bezugsperson, wie in der Grundschule. Es ist fachlich viel mehr zu tun, und der Stoff ist anspruchsvoller.
Ehrlich gesagt, wäre es mir lieber gewesen, wenn er da erst ein Jahr später gelandet wäre. Aber die Situation damals in der 2. Klasse war untragbar.
Unser Sohn ist leider so eine merkwürdige Mischung aus einem sehr leistungsstarken und einem sehr verträumten und verplanten Kind. Ich glaube, der bräuchte eine maßgeschneiderte Schule, damit es passt. #schwitz

LG

Heike

'Unser Sohn ist leider so eine merkwürdige Mischung aus einem sehr leistungsstarken und einem sehr verträumten und verplanten Kind'

...so einen Sohn habe ich hier auch. September-Muss-Kind, dieses Jahr eingeschult worden. Kognitiv ist er sehr fit, rechnet und schreibt mit Begeisterung und hat da eine super Auffassungsgabe. Er bekommt jetzt schon immer Extra-Aufgaben, damit er genug gefordert ist.
Aber sozial-emotional ist er noch total unreif. Ich bin im engen Austausch mit der engagierten Klassenlehrerin und schwanke zwischen Begeisterung über seinen Lernwillen und Verzweiflung über sein Verhalten. Er hat Probleme mit seiner Impulskontrolle, vergisst (?) ständig die Regeln, hört oft nicht zu und ist extrem verpeilt. Ständig laufe ich seinen Sache hinterher und bin froh, dass er beim Heimkommen immerhin seinen Kopf dabei hat. Ich hoffe, er entwickelt sich nicht zum Klassenclown und Außenseiter, den anderen Kindern fällt sein unreifes Verhalten nun mal auch auf...
Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht...
LG

Danke.
Es ist gut mal die verschiedenen Erfahrungen von dir (du später, dein Sohn früher) zu hören.

Ihr seid auf eine Grundschule festgelegt, nehme ich an? Ansonsten: Hier gibt es manche Grundschulen mit einer sogenannten ‚Eingangsstufe‘, da wird quasi die erste Klasse in zwei Jahren gemacht. Sowas wäre für eure Situation wahrscheinlich nicht schlecht. Vielleicht gibt es sowas auch irgendwo in eurer neuen Umgebung? Ich hoffe, das hat noch keiner geschrieben, habe nicht alle Antworten ganz gelesen.

Da werde ich mich mal umhören. Wir haben uns nur über die Schule, in deren Bezirk wir wohnen werden, informiert und dann nicht weiter gesucht. Aber ich gucke mal, ob es das gibt.

Ich würde dabei natürlich auch auf den Schulweg achten, dass der nicht zu weit ist. Es ist schön, wenn Kinder den irgendwann alleine bewältigen können. Und wenn es nicht zu weit ist zu Freunden aus der Schule.
Wenn ihr keine „Schullösung“ findet, würde ich meinem Kind einfach erklären, dass der Kindergarten eben in Deutschland etwas anders läuft und das Schule später anfängt. Ein Jahr ist schnell vorbei und auch ich glaube, dass sie mit Umzug und neuen Kontakten sehr beschäftigt sein wird.
Die Idee, ein Instrument zu lernen, wenn Interesse besteht, finde ich auch sinnvoll. Das haben wir so gemacht. Unser Kind war auch kognitiv ein Jahr vor der Schule weit (wie viele Kinder), das Instrument inkl. Noten lernen hat sie gefordert und das tat ihr gut.
Alles Gute! Das klappt sicher alles gut für deine Tochter.

Hallo

nein, es geht mir micht darum das dein Tochter es nicht schaffen würden, aber ich sehe jetzt bei meiner Nichte wie schwierig es ist mit 17 Jahren ist. Sie hätte gerne Hebamme gelernt aber sie hat nur absagen bekommen weil sie zu jung ist. Nun geht sie studieren und meine Schwester findet z. B für sie keine Wohnung weil alle Vermieter oder WG´s est ab 18 Jahren wollen. Nun steht sie auf der Warteliste für ein Zimmer im Studentenheim.

Ich arbeite an einer Grundschule und kann nur zum warten raten.

Ja, es gibt auch Kinder, die es mit 5 schon gut schaffen, aber die sind selten, sehr selten. Ich kenne ein Mädchen, das in den letzten 5 Jahren wirklich mit 5 schon zu Schule "mußte", alle anderen Kindern hätte das Jahr länger gut getan (denke ich).

Es geht nämlich nicht um Zahlen und Buchstaben, sondern um seelische Konsitution, um durchhalten und soziales Miteinander, allen vorran bei Streitigkeiten. Gerade heute ist eine Auseinandersetzung von Erstklässler derart eskaliert, dass ein Vater Anzeige erstatten möchte...

Außerdem müssen die Kinder eine gewisse "Härte" mitbringen. Zum Abschluß habe ich heute in 3 Klassen gefragt : Was wünscht Du dir von deiner Klasse?
Top Antwort: "Das sie leiser ist!"

Klar, ich kenne deiner Tochter nicht und vielleicht ist sie ja , dass eine Kind in 5 Jahren, aber die Wahrscheinlichkeit spricht dagegen.

Alles Liebe.

https://www.ohhhmhhh.de/kannkind/

Schau mal dort, ein toller Text einer Grundschullehrerin zur frühen Einschulung.
Als Lehrerin am Gymnasium kann ich dem hinzufügen, dass Probleme oft erst in der 7./8. Klasse entstehen und zwar dann, wenn die hormonelle Entwicklung der Kinder sehr unterschiedlich ist. Dann sind die jungen Kinder oft arg gebeutelt, weil die sich schwer tun und zwar clever genug sind, um mit den anderen mitzuhalten.... aber was die restliche Entwicklung angeht oft einfach nicht so weit sind und das ist nicht immer einfach.

LG

Danke, an die Pubertät haben wir noch gar nicht wirklich gedacht.

Wir werden sie wohl nicht früher einschulen und mal gucken, ob es andere Alternativen gibt, die sozusagen mehr als Kindergarten sind. Vielleicht gibt es da ja etwas, was ich guttut.

Warum soll es mehr als Kindergarten sein? Wichtig ist ein Kindergarten, der im Einzugsgebiet von der geplanten Grundschule liegt. Dort kann sie Freunde finden und sich sozial emotional weiterentwickeln. Alles ohne Druck.

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