5. Klasse Gymnasium Arbeitseinstellung

Hallo!

Meine Tochter ist mit einer glatten Gymnasialempfehlung aufs Gymnasium gewechselt.

In der Grundschule hatte sie nur 1er und 2er.

Nun gab es die ersten Tests und Klassenarbeiten. Jetzt hat sie von 1-5 alles dabei.
Ich weiß dass das normal ist. Was mich aber sehr ärgert ist, dass sie ihre Arbeitseinstellung nicht ändert.
Sie war eine der beiden schlechtesten Noten in Mathe, aber es veranlasst sie nicht, für die nächste anstehende Arbeit zu lernen.
Es ist jedesmal ein Kampf sie zum Üben zu bewegen. Wir haben es auch mit Belohnungssystem versucht, was aber auch nicht geholfen hat.

Sie hat bei ihrer Grundschullehrerin nie gelernt mal etwas mehr tun zu müssen. Die Lehrerin hatte die Einstellung, dass es noch Kinder sind und das Schule Spaß machen soll. Auch ab der 3. Klasse hat sie nicht angezogen. Das ist nur leider keine Vorbereitung auf die weiterführende Schule gewesen.

Und wir haben weder die Zeit und vor allem nicht die Nerven jedesmal diese Diskussionen und Kämpfe in der Familie zu haben, wenn es darum geht etwas für die Schule zu tun. Sie hat vor allem in Mathe Defizite, die sie jetzt aufholen müsste um perspektivisch mitzukommen.

Was würdet ihr machen??? Auflaufen lassen??? Doch unterstützen??? Welche Konsequenzen???

Viele Grüße von einer sehr gestressten Mama

"Sie hat bei ihrer Grundschullehrerin nie gelernt mal etwas mehr tun zu müssen. Die Lehrerin hatte die Einstellung, dass es noch Kinder sind und das Schule Spaß machen soll."
Ist natürlich bei einer Schülerin, die ohne zu lernen eine 1 oder 2 bekommt eine nachvollziehbare Aussage. Deine Tochter muss nun halt das lernen lernen.
Wenn sie es jetzt noch nicht erkannt hat, dann kannst du noch etwas warten, denn, wenn sie gute Noten möchte, wird sie früher oder später lernen wollen. Schafft sie dies alleine gut, wenn nicht unterstütze sie in den verschiedenen Lernmethoden.

Manche Kinder erkennen leider nie, dass sie auch mal lernen müssen und für diese Kinder endet dann (zunächst) ihr dirkter Weg zum Abitur auf dem Gymnasium...

Hi,

meine Söhne sind in der 5. (NRW/G8 Gym) auch erstmal abgesackt, auch teilweise auf eine 5. Das Schuljahr ist doch noch jung, die 5. und 6. sind eine Orientierungsstufe. Biete immer wieder Hilfe an, ermuntere sie immer wieder zu lernen, frage Vokabeln ab etc. Aber bedränge sich nicht und lass sie auch mal mit Schulthemen in Ruhe.
Mein Großer ist jetzt in der Q1 (11.) und hat sich gut eingependelt--außer mal einen Tritt in den Hintern kam er ganz gut alleine klar, also keine Nachhilfe o.ä.
Der Mittlere hatte in der 5. heftigste Migräne mit Erbrechen und hat zum Schluss hin sämtliche Mitarbeit verweigert, weil er mit dem Stress nicht klar kam. Ihn mussten wir runter nehmen. Er geht auf eine Gesamtschule in die 9. Klasse und hatte nach dem Wechsel keine Migräne mehr. Er ist jetzt zufrieden und glücklich auf der Gesamtschule.
Also-erstmal beruhigen, sie schreibt ja nicht nächste Woche ihre Abi-Klausuren ;-)
Aber habe es halt im Blick.

Hallo

das hört man immer wieder das man von der Grundschule zur weiterführenden schule Defizit aufweist. Entweder sie kommt soweit an das sie erkennt das sie ab jetzt was machen muss und erstmal mehr als gedacht, weil sie sonst immer weiter hinter her hinkt oder aber sie wird über kurz oder lang nicht auf dem Gymnasium bleiben können. Ich würde versuchen über Nachhilfe jeden Tag zu lernen damit die Lücke nicht noch mehr wird. Wenn ich sehe wie das heutzutage in den Klassen abgeht verstehe ich sehr wohl das die Lehrer das oft nicht auffangen können und man als Eltern mit helfen muss.

LG Hexe12-17

Wenn sie nie gelernt hat zu lernen, wie soll sie es dann jetzt können?

Noten sagen nicht viel über die Leistung aus. Besser gesagt nichts über den Arbeitsaufwand, der dahintersteckt.

Eine 3 kann sehr hart erarbeitet sein, eine 1 sehr zugeflogen.

Belohnung/Bestrafung bringt eigentlich nur etwas, wenn jemand etwas schon KANN.

Anders herum: würde dein Chef kommen und sagen, dass du ab sofort chinesisch lernen sollst in Eigeninitiative, würdest du auch erst mal gucken.
Wenn du es bis Datum x kannst, bekommst du mehr Geld, wenn nicht, die Kündigung.

Wie würdest du herangehen?


Ja, lernen muss man erst mal lernen und sich erarbeiten, wie das geht.

Dazu braucht das Kind Hilfe. Dabei geht es zweitrangig um den Inhalt, sondern in erster Linie darum
- sich einzuteilen
- Zeiten zu schaffen
- Platz zu schaffen
- Lerntyp erarbeiten (zufliegen ist bisher Glück gewesen, wird aber auf Dauer nicht klappen) , auditiv, visuell, haptisch
- wie erarbeite ich das Lernen?


"Mit mach einfach!" wird sie nicht weiter kommen. Wenn dein Chef sagt, ab sofort machst du einfach chinesische Aufgaben, es liegt nur an deiner Einstellung, wird dich das auch nicht weiter bringen.

Meine ersten Impulse wären mir Kurse zu suchen: wer kann mir helfen, wo finde ich Material usw.


Wenn sie Lücken in einzelnen Fächern hat, kann Nachhilfe sinnvoll sein, um das jeweilige Fach anschließen zu können.
Parallel dazu braucht sie aber Unterstützung, das Lernen zu lernen. Arbeitseinteilung, Strutktur, Portionen



Für alles weitere würde ich auch mit der Lehrerin sprechen.
Wie macht sie im Unterricht mit? Kommt sie kognitiv gut mit? Wo sind die Defizite?
Braucht sie Nachhilfe in einzelnen Fächern (Lücken schließen)
Gibt es Lerntrainings.

Kinder, die sich ihre 1en in der Grundschule erarbeitet haben, müssen zwar oft auch weiterhin am Gymnasium lernen - haben aber den Vorteil, dass sie wissen wie es geht.

Kinder, denen in der Grundschule alles zugeflogen ist, haben später den Nachteil, dass sie irgendwann dafür arbeiten müssen, aber nicht wissen wie DAS geht.

Sie bekommt von uns bisher jede erdenkliche Hilfe. Aber es kommt nichts von ihr selbst. Sie macht jedes Mal Theater wenn ich ihr sage, dass wir uns jetzt hinsetzen und üben müssen. Malen, basteln, Spielen....das ist ihr alles wichtiger! Wir lassen sie nicht allein!
Aber sie muss es auch wollen....und deshalb fragen wir uns, ob wir sie einfach mal gegen die Wand fahren lassen sollen, damit sie aufwacht.

Nun ja, sie muss erst mal erkennen, dass sie Hilfe braucht. Dass es mit ihrer bisherigen Strategie - die immerhin mehrere Jahre dauerte - so nicht klappt.

Dann braucht sie die Motiviation für sich heraus zu finden, ob ihr die Noten reichen oder eben nicht.
Wenn Eltern das sagen, rennen die Eltern oft gegen eine Wand.
Der Anstups kommt eben von innen oder wenn sie erkennt, dass sie einen Nutzen daraus hat, wenn anfängt Motivation zu entwickeln.

Bspw. soziale Aspekte, mithalten mit Freunden, Konkurrenz innerhalb der Klasse, ....

Bisher ging es auch ohne Lernen. Dass sich das jetzt verändert, muss sie für sich erst mal begreifen - und dann die Motivation entwickeln es ändern zu wollen. (Abi ist ja noch so weit weg .... Versetzung nicht zu schaffen/Schulwechsel wäre näher dran ..... aber bei reiner Gymnasialempfehlung wird sie sich da vielleicht auch sicher fühlen)



Erster Weg wäre mit der Lehrerin sprechen, wie sie deine Tochter einschätzt.
- Nullbock Kind
- motiviert, aber keine Extraleistung
- kann sich noch entwickeln
- das könnt ihr als Eltern tun/das solltet ihr als Eltern sein lassen
- welche Erwartungen hat sie selbst als Lehrerin (sowohl an Kinder, als auch an deren Eltern)

Diese Umstellung werden viele Lehrer kennen, daher haben sie vielleicht auch Tipps, was geholfen hat.


Bei mir hat druck nichts geholfen und an die Wand fahren auch nicht.
Warum? Weil mir durchschnittliche Noten gut genug waren. Ich wollte nicht jedes Jahr ein Superzeugnis, das später niemanden mehr interessiert. Ziel war: durchkommen, weiter kommen und Vollgas geben, wenn es soweit ist.

Auf Druck reagierte ich allergisch.

Geholfen hätte mir Struktur von außen. Ohne Druck, sondern klare Linien: Hausaufgabenzeiten (nicht mehr und nicht weniger), Arbeitsplatz und die Bedigung: das was die Schule aufgibt, wird gemacht. Alles andere ist Eigenregie.

Mit gemachten Hausaufgaben erreicht man oft schon sehr viel. Vor allem, wenn einem vieles zufliegt.
Dabei lernt man auch einiges.

Das zusätzliche Lernen wäre dann der Kick/Klick, der dann kommt, wenn sie merkt, dass es sich lohnt.


Wie sieht denn eure Unterstützung aus?
Ist diese vor allem schulisch? Also wenn du dies lernst, das lernst.. .dann schulisch besser....

Oder eher Unterstützung beim sich selbst etwas erarbeiten. Unterstützung bei dem "Schweinehund" überwinden, wenn man die Komfortzone verlassen muss? Auch in Bereichen, die nichts mit Schule zu tun haben?

Das hat bei meiner geklappt. Sobald ich mit Schule anfing, wurden alle Schotten dicht gemacht. Als es dann klappte, dass sie Regelmäßigkeiten in anderen Bereichen hatte, die sie sich auch mal erarbeiten musste, ohne zu viel Druck zu machen, übertrug sich das irgendwann auf die Schule.
Das Streitthema war dann nicht mehr Schule (wo sie morgens schon viel Zeit verbrachte), sondern anfangs nur dieser eine kleine Bereich, der den Druck vom Schulischen nahm.

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Hallo, ich kann mich noch einigermaßen an meine Zeit in der 5. Klasse Gymnasium erinnern... in der Grundschule nur 1er und 2er ohne auch nur irgendetwas für die Schule zu tun... und dann kam das Gymnasium mit 3ern... meine Mutter hat das damals mit: "Du bist doch keine 3-er Schülerin!" #augen reagiert - und dann musste ich mir etwas überlegen... bei unserem Sohn waren wir entspannt, er kam auch nicht in die Puschen und hatte dann auch mal ne 4 im Zeugnis - aber irgendwann macht es "klick" und sie lernen wie es funktioniert. Immer wieder Hilfe anbieten, wenn nicht gleich die Versetzung gefährdet ist und ihr die Schule ansonsten gefällt, klappt es bestimmt. Druck hat bei uns nix gebracht, den haben sie ja in der Schule schon ausreichend. Würde ihr noch ein bisschen Zeit geben, das wird ganz bestimmt!! Liebe Grüße!

Schön, dass du schon weißt wer Schuld hat: Die Grundschullehrerin deiner Tochter.

Schade, dass du die jetzt nicht mehr dafür "dran" kriegen kannst und das Problem alleine lösen mußt.

Mit dieser Einstellung ist das sicherlich garnicht so einfach.

Nur zum "drauf rum denken" - deine Tochter hatte nur einsen oder zweien, was wäre aus den Kindern geworden, die nur vieren und fünfen hatten, wenn die Lehrerin angezogen hätte? Mal ganz davon ab, dass die Lehrerin ja Richtlinien hat, nach denen sie unterrichten muß.

Hallo,

offenbar kennst Du wenige Grundschullehrer...

Ich kenne allein zwei, die eine ruhige Kugel schieben und mit dem Stoff nicht durchkommen. (Außerdem kenne ich zwei, wo die Kinder etwas lernen.)
Das tangiert keinen.

Dafür müssten Eltern sich bei der Schule massiv beschweren, Belege beibringen, dass das so ist etc.
Glaubst Du, dazu hat jemand Lust?
Die Eltern setzen sich zu Hause mit ihren Kindern hin und arbeiten die Lücken auf, oder das Kind hat eben Pech gehabt.
So läuft das.

Wir haben uns wegen unserem unterforderten Sohn in der 2. Klasse mit einer dieser Lehrerinnen angelegt.
Weißt Du, was da gesagt wurde?

Die Lehrerin, die gerade drei Monate lang (!) den Mathe-Stoff aus der 1. Klasse wiederholt hatte und sowieso schon im Schneckentempo unterwegs war : "Es müssen ja alle Kinder mitkommen. Ich kann ja nicht einfach so weiter machen."

Ne, da sollen die Kinder lieber nach der 4. Klasse mit den Eltern den fehlenden Stoff nachholen. Das ist ja dann nicht mehr das Problem der Grundschullehrerin. #klatsch

Die Direktorin: "Die Frau XY macht das schon alles richtig."
Tja, bei Lehrermangel ist man wohl froh, wenn man überhaupt jemanden hat.

Wir haben dann auch mal was richtig gemacht, und unseren Sohn aus dieser Schneckenklasse in die nächsthöhere Klasse springen lassen. Er durfte dann nicht nur ein fehlendes Schuljahr nachholen, sondern einiges mehr, weil Miss Schneckentempo schon einen ganz guten Rückstand zum Lehrplan hatte...
Ich will gar nicht wissen, wie viel den Kindern am Ende fehlt, die da 4 Schuljahre verbracht haben. #aerger

LG

Heike

Ich kenne einige Grundschullehreinnen, das sind alle meine Kolleginnen #winke

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Ich empfehle das Lernen lernen. Wenn sie so weiter macht wird sie spätestens zum Ende der 6.Klasse verabschiedet. Zumindest wäre da in Bayern so, in anderen Bundesländern mag das aber egal und normal sein.

Ich finde, Du machst es Dir sehr einfach: Deine Tochter hat keine Lust, für die Schule was zu tun, also muss die Grundschullehrerin schuld sein. So ein Quatsch. Es gibt nunmal Kinder, die flutschen nur so durch die Grundschule und brauchen dann eben ein Weilchen um ihre Strategien für die weiterführende Schule zu finden.

Ich habe mit meinen Söhnen eine glasklare Abmachung. Schreiben sie in einer Arbeit eine 1 oder 2, muss ich mich aus der Vorbereitung für die nächste Arbeit in dem Fach 'raushalten. Schreiben sie eine 3 oder 4, darf ich nerven. Schreiben sie eine 5 oder 6 bestimme ich was wann wie für die nächste Arbeit gelernt wird.

Grüsse
BiDi

hi,

dass problem liegt glaube ich tatsächlich darin, dass keinen tochert LERNEN sich ANSTRENGEN ETWAS DAFÜR TUN MÜSSEN nicht gewohnt ist.
unser großer ist auch ein 1-2er grundschulkind. obwohl er nichts lernen MÜSSTE, haben wir den rat von freunden beherzigt und haben ihn bereits in der grundschule regelmäßig üben lassen. nicht, weil er es von den noten her gebraucht hätte, sondern damit wir nicht in die problematik kommen, in der ihr jetzt seidm, denn das problem ist bei freunden von uns mit deren kindern auch aufgetreten. unser großer hat von anfang an gelernt zu lernen und es ist auch kein problem.
ich glaube, ich würde nochmal ohne vorwürfe mit ihr darüber reden. wenn sie nicht einsichtig ist, auflaufen lassen. wenn sie vorher so gut war, ist zu hoffen, dass sie auch jetzt gute noten schreiben will. vielleicht hilft es.

lg
eddi

Wenn das Thema Schule bei euch zu Stress führt, ist es evtl die falsche Schulart.

Einer meiner Söhne (6. Klasse) ist immer richtig gut in Mathe-Olympiade und ähnlichen Wettbewerben - in den eigentlichen Mathe-Schultests kriegt er oft trotzdem "nur" 'ne 3...
Einer anderer meiner Söhne (7. Klasse) tut sich sehr schwer mit (Fremd-)Sprachen - gesamt zwischen 3 - 4, schriftlich auch mal 'ne 5.
Mein ältester Sohn (11.Klasse, Abistufe) versteht jetzt endlich, dass die Noten wichtig sind & macht was, wenn es nötig ist - aber "einfach so" üben passiert trotzdem nicht.

...frag nach den Hausaufgaben, geh zur Elternsprechstunde, biete ihr Eure Hilfe an, besprich mit ihr die Konsequenzen, wenn sie schlechte Zeugnisnoten hat (z.B. Schulwechsel), evtl. hätte sie ja auch gerne externe Hilfe in Mathe (mit den Eltern ist es manchmal schwierig)... und ansonsten ist es halt ihr Leben!

Hallo,

Schulnoten sollten nicht Stress für die ganze Familie bedeuten. Dein Kind ist erst in der 5. Klasse, da kommen noch viele Noten....

Gibt es bei euch Förderunterricht?
Am Gymnasium meiner Tochter ist der sehr flexibel gestalten so dass die Kinder diesen zwischen den Klassenarbeit/ Themen besuchen und dann auch wieder beenden können. Oft empfehlen es die Lehrer vor oder nach (schlechten) Klassenarbeiten . Gibt es bei euch die Möglichkeit, wäre es eine tolle Möglichkeit das deine Tochter professionelle Unterstützung bekommt ohne weiterer Stress bei dir entsteht.

Ich denke, deiner Tochter muss klar werden das es ihre Noten und ihre Schulbildung ist. Unterstützend bin ich für meine Kinder da, Frage ab und erkläre wenn es irgendwo hakt. Aber meine Schulzeit liegt hinter mir und es ist ihre Verantwortung sich nun darum zu kümmern, dass ihre Schulzeit möglichst erfolgreich wird.

Grüße,
Jojo

zur Selbständigkeit unterstützen und hinführen...

Mein Sohn ist der Chaot vom Herrn, -- Schludrig, vergesslich und flatterhaft.... --- da er so den Überblick über Arbeiten, Wochenpläne usw... nicht einhalten konnte und das nicht MEIN Job ist, - haben wir ihm ein Werkzeug in die Hand gegeben:

Whiteboard an der Wand mit 14-Tages-Übersicht.
1-31-Mappe aus dem Bürobedarf für "lernen-planen"

in der Fünften haben wir gemeinsam die Mappe gefüllt, -- für jeden Tag reingeschrieben, was zu lernen oder wiederholen ist, - immer mit Blick auf die nächten 2 Wochen....

Vor Arbeiten haben wir ihm geholfen, das in machbare Päckchen zu packen und dann auf die Tage zu verteilen...

Jetzt (6.Klasse) macht er das weitgehend selbst ... ---

und da er in Deutsch Übebedarf hat, - haben wir gemeinsam entschieden, an welchen Tagen er sich Extra-Aufsatz-Üben in die Fächer reinplant....

ich helfe heute nur noch, wenn er es nocht nicht packt, den ganzen Stoff in sinnvolle Päckchen zu packen .... aber den Rest macht er selbst...

gute Organisation - und regelmässige Wiederholung macht ihm inzwischen eine stressfreie Vor-Arbeitszeit...

ganz auflaufen habe ich ihn nie lassen (bei kurzfristigen Sachen vielleicht, wenn er keinen Bock hatte auf die Voc-Arbeit für morgen zu lernen) .... ihn aber immer versucht so an die Hand zu nehmen, dass LANGFRISTIG was bei rauskommt.... --- inzwischen gibt es diese Null-Bockphasen nicht mehr, da er nicht mehr das Gefühl hat, vor lauter Bergen zu stehen .... (geht mir im Büro ja ähnlich)....

Hallo,

das könnte exakt mein Patenkind sein, welches du hier beschreibst. Sie ist im September mit einem reinem 1er und 2er Zeugnis und absoluter Gymnasialempfehlung in die 5. Klasse gewechselt. Es gab noch keine Klausuren aber kleine Tests. Ich denke, die Lehrer wollen sich da einen Überblick verschaffen was vom bisherigen Stoff ankam, wo die Kinder stehen, ob das Tempo passt etc.

Deutsch war weiterhin eine 1, Englisch "nur" noch eine 3 und Mathe komplett abgesackt auf eine 5! Englisch kann sie eigentlich ganz gut, es stellte sich heraus, dass sie einfach die Vokabeln nicht gelernt hatte. Mathe wurde eben nicht auf anhieb verstanden (wie bisher immer) aber sie kennt es eben nicht, dass man das dann eben daheim nochmal nacharbeiten muss.

Sie kommt einmal die Woche nach der Schule zu uns, bis ihre Mama von der Arbeit kommt. Daher hab ich das so genau mitbekommen. Sie hat sich da bei mir auch "ausgeheult" weil die Mama immer so nervt. Sie ist da aber auch wirklich streng und die Mama kann die schlechten Noten kaum ertragen. In meinen Augen (haben auch schon darüber gesprochen) übt sie da viel zu viel Druck auf sie aus.
Bei Mama läuten die Alarmglocken "Hilfe, eine 5, das Kind muss lernen - sofort". Mein Patenkind hat gar nicht verstanden was daran nun so schlimm ist und was Mama da für einen Stress macht.

Unsere Lösung, vielleicht auch ein Weg für euch:
Ihr erstmal erklärt was diese Noten aussagen und was sie bedeuten. Eine 5 heißt also, man hat das Thema nicht richtig verstanden. Das ist NICHT schlimm, wenn man übt kann man sich auch verbessern. Gut wäre es, wenn man schon vor einem Test/Klausur merkt "Huch, also das hab ich jetzt nicht so ganz verstanden"! Lernen heißt dann, man guckt sich daheim in aller Ruhe nochmal an, was man in der Schule gemacht hat und übt es. Manche Sachen muss man sich einfach nur noch ein paar Mal durchlesen bei anderen Sachen kann es schwieriger sein und es ist gut wenn man sich Hilfe holt und es jemand nochmal erklärt.
Um den Druck der Mama rauszunehmen habe ich ihr angeboten mal mit ihr zu lernen. Dabei hat sich in Englisch eben rausgestellt, dass nur ein paar Vokabeln gefehlt haben. das waren vielleicht 30 Wörter. Wir haben dann ausgemacht, dass sie sich die Wörter jeden Tag durchliest und (versucht) einzuprägen bis sie nächste Woche wieder zu uns kommt. Die Wörter saßen perfekt und sie sagte selbst "das war gar nicht so schwer".

Mathe haben wir einfach nochmal besprochen und ich habe es ihr erklärt. Davor habe ich mir Aufgaben zusammen gesucht. Pro Tag 2 Übungsaufgaben (Bearbeitungszeit ca. 10-15 Minuten). Die sollte sie selbstständig - ohne das ihr jemand kontrollierend über die Schulter guckt - machen, bis sie eben die Woche drauf wieder bei uns war. Und siehe da, es hat geklappt. Habe sie dann gefragt wie sich das anfühlt, wenn man es verstanden hat und weiß wie es geht? "Das ist toll!" und war das schlimm es jeden Tag ein paar Minuten zu üben "Hmmm, neee, eigentlich nicht!" Ich denke sie hat dieses "Aha-Erlebnis" gebraucht.

Auflaufen lassen finde ich nicht so gut. Wenn sie jetzt eben in Mathe etwas nicht versteht, kommt das nächste Thema und baut ggf. darauf auf und so wird es doch immer mehr. Da verliert sich doch erst recht die Lust etwas zu lernen wenn da ein riesiger Berg auf sie wartet.
Vielleicht gibt es bei euch auch jemand außenstehendes der mit ihr die Sachen nochmal besprechen kann.

Hallo,

leider gibt es Grundschullehrer, die es sich und den Kindern zu einfach machen. Das kenne wir auch.

Unsere Tochter (Einser-Zeugnis bis auf Sport), kam mit einem Mädchen aus der Parallelklasse auf's Gymnasium, die ebenfalls ein Einser-Zeugnis mit einer Zwei hatte.
Unsere Tochter hatte sich vorher vier Jahre lang beschwert, dass die Parallelklasse kaum Hausaufgaben auf hatte und dass da sowieso alles locker liefe.

Tja, auf dem Gymnasium zeigte sich dann, wohin dieser lockere Weg geführt hatte.

Unsere Tochter schrieb weiterhin fast nur Einsen und hatte am Ende wieder so ein Zeugnis, wie aus der Grundschule. Das andere Mädchen sackte auf 2-3 und die eine oder andere 4 ab.
Die Eltern stellten fest, dass sie Lücken hatte, weil der lockere Lehrer mit dem Stoff nicht durchgekommen war.
Die haben sich dann mit ihrer Tochter hingesetzt und gepaukt und waren stinksauer auf den Lehrer.
Ihre jüngste Tochter ist leider in dessen neuer Klasse.

Was ich als erstes machen würde, wäre, ein Gespräch mit Deiner Tochter führen, wie sie sich ihre schulische Zukunft vorstellt und zwar in einer ruhigen Minute und nicht, wenn sich gerade alle aufregen. ;-)

Sie muss selbst auf dem Gymnasium bleiben wollen, sonst wird das nichts.
Da würde ich ihr auch knallhart sagen, dass sie auf die Realschule oder Gesamtschule muss, wenn sie sich eine Fünf auf dem Zeugnis fängt.
Jetzt am Anfang gibt es noch den Bonus, dass alles neu für die Kinder ist. Aber der Stoff wird anziehen.

Du bist gerne bereit, ihr zu helfen, aber wollen muss sie schon selbst.

Unser Sohn (9, 5. Klasse) lernt auch nicht gerne und zetert und motzt häufig, wenn er soll. Aber zumindest will er auf dem Gymnasium bleiben, und wenn er sich gerade nicht über irgendwelche "blöden" Vokabeln oder so aufregt, hat er sich schon öfter bei uns bedankt, dass wir ihm helfen. ;-)

Wenn er zu sehr hoch geht, brechen wir das Lernen ab und sagen ihm, dass wir so keine Lust mehr haben.
Dann kommt er eigentlich immer später bei uns an und sagt, dass er das doch gerne nochmal mit uns durchgehen würde.

Ein Belohnungssystem gibt es hier nicht. Wozu auch?
Die Belohnung ist dann die bessere Note.

Falls es bei Euch einen Mathe-Förderkurs gibt, wäre das sicherlich gut für Eure Tochter, weil Kinder mit fremden Leuten besser lernen. Da gehen die Emotionen nicht so hoch.

Unser Sohn ist leider noch zu gut für den Englisch-Förderkurs. Aber wir hätten es gut gefunden, wenn er da hin gedurft hätte.

LG

Heike