Montessorischule und kleine Bummeltante

Hallo
Unser Sohn geht seit August in eine Montessorischule. Es ist eine Ganztagsschule und er wird 16:30 abgeholt, weil mein Mann und ich bis 16:00 arbeiten.

Vor den Ferien fiel mir zunehmend auf, dass mein Sohn das Konzept "Schule" nicht verinnerlicht hat. Er hat nie Schulsachen im Ranzen - der Ranzen ist irgendwie nur Deko... Wenn ich ihn frage, was er gemacht hat, dann sagt er "spielen".
Gut. Ich hab mir gedacht, dass das mit der Schule der Job der Lehrer ist.
Bei meinem großen Sohn musste ich extrem viel Hausaufgaben mit ihm machen, es gab immer Streit. Bis heute hasst er die Schule aus tiefstem Herzen.
Ich wollte den Fehler nicht wieder machen.
Also hielt ich mich raus und habe stattdessen "Lies mal" Hefte gekauft, die mein kleiner Sohn sofort begeistert aufgenommen hat. Mir war es wichtig, dass er wenigstens lesen kann.
Nach den Ferien habe ich seine Klassenlehrerin eher zufällig getroffen und sie zeigte mir, was er in den 2 Monaten gemacht hat, die er schon in der Schule war: 3 Heftseiten Mathe, 5 Arbeitsblätter Deutsch. Sie kündigte an, ihm Hausaufgaben mitzugeben.
Ich muss wohl sehr entsetzt geguckt haben und stammelte was von "wir sind erst 17:00 daheim"... jedenfalls ruderte sie zurück und sagte, sie versuche es erst mal so.
Dass er schriftlich nichts macht, sei ihr nicht aufgefallen, weil er mündlich gut mit mache.
Mein kleiner meinte dann, dass er nicht gerne schreibe, weil sein Arm dann immer zittere. Also: Kinderarzt-> Ergotherapie und NOCH MAL ne ausführliche Untersuchung in der Sehschule.
Ich weiß grad nicht, wie ich das schaffen soll. Und was ich alles kaputt mache, wenn ich meinem Sohn abends noch Ergotherapie antue.
Ich will nicht noch so nen Schulhasser.
Mit meinem großen Sohn haben wir einen Familienvertrag, damit er überhaupt was für die Schule tut. Und da meine ich nicht lernen. Sondern: Stifte mitnehmen, mitschreiben, Ranzen packen, Vokabeln aufschreiben.

Wie ist das mit euren bummeligen Kindern und Montessorischule? Haben sie von selbst die Kurve gekriegt, oder was habt ihr unternommen?

Hallo,

dein Problem ist, dass du der Meinung bist, deinem Sohn wer weiß was schlimmes anzutun. Das Kind muss aber durch die Schulzeit durch. Das kannst du ihm nicht abnehmen. Und dein Sohn muss auch sein Pensum an Stoff schaffen um mitzukommen. Das müssen alle anderen Kinder auf der ganzen Welt auch. Er schreibt nicht gern, weil ihm sein Arm weh tut. Also gehe ich von aus, dass er zu sehr verkrampft. Das bekommt man aber nicht weg indem man ihn nicht schreiben lässt. Übe mit ihm Zuhause schreiben, schau wie er den Stift hält, mach Schwungübungen. Dein Großer hasst die Schule. Dein Kleiner wird es auch bald tun, wenn ihr so weiter macht. Kinder fangen an die Schule zu hassen, wenn sie nicht mehr mitkommen und es zu anstrengend wird. Dem kannst du nur entgegen wirken, in dem du am Ball bleibst. Die Schule ist nicht dafür verantwortlich, Verpasstes aufzuholen. Und dein Sohn verpasst anscheinend einiges. Ebenso kann die Schule nichts dafür, dass ihr lange arbeiten müsst und ihr erst spät heim kommt. Seid ihr erst um 17:00 Uhr Zuhause und es bestehen Lücken, muss das aufgeholt werden. Deine Aufgabe ist es, deinem Sohn begreiflich zu machen, dass er das nachholen muss, was er in der Schule nicht schafft. Schreibt er nicht mit, weil der Arm zittert, ist es eure Pflicht, hinterher zu sein, dass es nachgeholt wird. Wie soll er denn später mal aus Hefteinträgen lernen, wenn er nie gelernt hat wie wichtig es ist mitzuschreiben? Und dann geht es los, dass große Lücken entstehen, das Kind nicht mehr weiß was Sache ist und verweigert. Ihr habt ein schlechtes Gewissen weil ihr eh schon spät daheim seid und wollt die wenige Zeit nicht der Schule opfern. Damit setzt ihr euerm Sohn völlig falsche Signale.

LG
Michaela

Hi,
ich finde 16.30 Uhr extrem lang für einen kleinen Erstklässler, daran würde ich (!) sofort schrauben, damit anschließend noch Zeit für z.B. Ergo oder auch Sport, Musik, einfachen Entspannen..... bleibt und v.a. auch, damit man als Eltern noch etwas vom Kind und seinem Leben in der Schule mitbekommt (zusammen Hefte/Bücher/Mappen durchgucken, über den Stoff sprechen, Lesen üben...) .
Sehr seltsam finde ich, dass der Lehrerin nicht aufgefallen ist, dass er nur 8 Arbeitsblätter bearbeitet hat in 2 Monaten #kratz. Klingt nach extrem großer Klasse und/oder wenig bis kein Überblick. 8 Arbeitsblätter sind hier eher täglich oder vielleicht 2tägig dran in D/MA/HSU/Ku....
Ob das ganze jetzt mit Montessorikonzept zusammenhängt oder nicht, sei dahingestellt, aber ich wäre äußerst unzufrieden über diese Gesamtsituation.
Alles Gute

Glaub mir: aus lauter spaß an der Freude gehe ich nicht so lange arbeiten.

Davon gehe ich auch nicht aus, würde aber trotzdem überdenken, ob es nicht irgendwie auch anders geht :-). VG

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Hallo,

vielleicht kannst du erst erläutern, warum ihr euch für das Konzept Montessori entschieden habt?

Wie war euer Bub im Kindergarten? Was sagten die Erzieher? Welches Konzept verfolgte der Kindergarten?

Erst einmal allgemein nicht jedes Konzept passt zu jedem Kind und die meisten Kinder "lieben" die Ergotherapie, weil es eine dreiviertel Stunde Spielzeit ist, auch bei den grafomotorischen Einheiten.

LG Reina

"Ich hab mir gedacht, dass das mit der Schule der Job der Lehrer ist."

Bei dieser Einstellung wundert mich das Verhalten eures Kindes nicht.

"Er hat nie Schulsachen im Ranzen..."

Warum machst du nichts dagegen? Ranzen zusammen packen, kontrollieren...

"Haben sie von selbst die Kurve gekriegt, oder was habt ihr unternommen?"

Reden wir hier von einem Erstklässler oder Erwachsenem? Ich finde du machst es dir ziemlich leicht. Der Schulalltag scheint dich nicht sonderlich zu interessieren und Hilfe und Unterstützung kann er von dir irgendwie auch nicht erwarten. Er steht also mit der ganzen neuen Materie allein da.
Was hast du denn bis jetzt gemacht?

1. Das reformpädagogische Konzept einer Montessorischule (oder ähnlichen Schulen wie Waldorf etc.) ist nicht für jedes Kind geeignet. Ich hab das jetzt schon soooo oft bei Freunden und Bekannten gesehen. Das selbstbestimmte Arbeiten nach eigenem Tempo setzt eben unglaublich viel Selbstdisziplin voraus, ansonsten endet es schnell wie bei deinem Sohn. Die Tochter von Freunden hat ein halbes Jahr gar nichts für Deutsch gemacht, weil sie "praktischerweise" immer ihre Materialien "zu Hause vergessen" hatte, und dann immer nur das gemacht hat, was ihr Spaß macht.

2. Ich finde den ganzen Nachmittag auch zu lang. Könnt ihr irgendwie anderer Lösungen finden? Ich habe mir das mit der Arbeit auch extra so gelegt, dass ich auf jeden Fall mittags ab 13.00 Uhr zu Hause bin, um meine zwei Grundschüler gut begleiten zu können. Manchmal geht es ja nicht, aber vielleicht können dein Mann und du beide 80% arbeiten oder so? Dann gibt das in vielen Berufen schon 4 "abgedeckte" Nachmittage pro Schulwoche.

Hier muss man als Eltern auch immer "hinterher" sein, das wird von der Schule so vorausgesetzt (wenn es nicht sehr gewissenhafte Kinder sind, die alles von alleine können und machen).

Die Idee, dass die Schule und die Kinder "alles" machen, ist zwar sehr schön, aber nicht bei jedem Kind umsetzbar. Meine zwei sind gut in der Schule, aber freiwillig und von sich aus in der Freizeit lesen lernen, Rechtschreibung üben etc., machen sie nicht, und würden sie in den Hort gehen (der bei uns sehr schön ist), würde an Hausaufgaben nur das absolute Minimum gewährleistet sein. So sind viele Kinder nun mal, sie spielen lieber und nutzen jede Lücke im System. ;-)

Abends wären meine Kinder zu müde und zu bockig, um lesen und schreiben zu üben oder die Hausaufgaben zu machen/zu verbessern. Bei uns klappt der immer gleiche Ablauf: nach Hause kommen--> Mittag essen --> Hausaufgaben machen und von Mama kontrollieren lassen --> drei Seiten Lies mal (der Kleine), eine Seite Rechtschreibheft (die Große) --> ab spätestens 15:30 Uhr Freizeit, Verabredungen, Hobbys und Spielen für den Rest vom Tag.

So können sie gut einschätzen, wie lange sie was tun und üben müssen, bis sie ferig sind und nicht nochmal "ran" müssen, das steigert natürlich die Motivation.

Was war denn beim Großen, hat er eine Lernbehinderung wie LRS oder so?

"Das selbstbestimmte Arbeiten nach eigenem Tempo setzt eben unglaublich viel Selbstdisziplin voraus, ansonsten endet es schnell wie bei deinem Sohn."

Das sehe ich anders. Selbstständige Arbeitsformen setzen einen Lehrer voraus, der ein Auge darauf hält, dass die Kinder die Zeit sinnvoll nutzen. Klar kann man nie JEDES Kind mit jedem System erreichen. Aber "dieses System eignet sich nur für Kinder mit unglaublich viel Selbstdisziplin" - öhm. Dann ist das aber ein sehr schlechtes System. ;-)

LG

Das sehe ich ganz genau so, dass das nicht das beste System ist. Aber es hat seine Fans.

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Hallo.

Ich kann mich den anderen Antworten nur anschließen.

Ranzenkontrollieren und ggf. GEMEINSAM einräumen für den nächsten Schultag wäre mal der Anfang!

Zum Thema "Arm tut weh beim Schreiben": Da braucht es gar keine Ergo. Das liegt ganz einfach daran, dass er keinerlei Übung im Schreiben hat. Somit verkrampft er, sobald er es mal machen soll.

Ihr könnt auch nach 17 Uhr zuhause noch ein bissl was zusammen üben/schreiben. Wenn er in der Schule eh nur gespielt hat, während die anderen Kinder ihre Übungsblätter machten, dann dürfte seine Hand und sein Kopf ja um 17 Uhr noch fit sein.;-)

Auch DU schaffst das um 17 Uhr noch. Klar, gibts was Tolleres. Aber es hilft ja scheinbar in eurem Fall nicht. Ich muss oftmals auch bis 16 bzw. 18 Uhr arbeiten, komme heim und dann sind noch die Hausaufgaben zu kontrollieren, oder die Kinder in mehreren Fächern abzufragen.

Mir wäre es auch lieber, wenn das alles schon vorher erledigt worden wäre (von wem auch immer). Aber oft gehts halt nicht anders.

Alles Gute!

Hallo,
meine Jungs sind zwar auch Montessori (jedoch schon weiterführende Schule), ausserdem Montessori ist ja nicht gleich Montessori.
Tatsache ist aber, dass gerade mein Ältester auch extrem wenig aufschreibt, eben nur, wenn Aufgaben schriftlich zu erledigen sind. So bekommt er in einem ganzen Schuljahr eine einzige Kladde voll (die Hälfte der Seiten sind leer)...natürlich sind dort alle Fächer drin.
Aber bei uns gibt es eigentlich in jedem Fach noch Projekte - mindestens 2-3 im Halbjahr plus natürlich die großen Projekte im Fach Projekt. Da wird dann geschrieben und natürlich auch extrem viel zu Hause ausgearbeitet. Das beinhaltet ja auch den Lernstoff mehrerer Fächer. Bei uns ist Montessori eigentlich eher „Lernen durch selbst machen“ und nicht Tafel abschreiben.

Bei uns gibt es Therapeuten in der Schule. Vielleicht fragst du mal bei euch nach, ob diese Möglichkeit besteht.

Ach so...
Ranzen ist bei uns gar nicht gewollt. Die Kinder werden in der Schule voll verpflegt. Das Schulzeug bleibt dort. Hausaufgaben gibt es nicht.
Freitags bekommen sie den Navigator mit nach Hause. Dann sehe ich den Wochenbericht und die Bemerkungen des Lehrers dazu inkl. was die Kinder individuell noch brauchen bis zur nächsten Woche. Montag gibt es den Navigator wieder von mir unterschrieben zurück.
Wenn Hausaufgaben erledigt werden müssen, erfahren wir das über eine Mail.

Ui, ui, ui......

Wenn ich mir deine Antwort auf die "Klingelhosen-Frage" durchlese, könnte man bei euch aber auch ein Erziehungsproblem sehen.......;-)

Jupp. Und damit bin ich offen. Hilft ja nix.

Mein Sohn geht zwar nicht auf eine Montessori Schule aber ich antworte trotzdem mal. Mein Sohn wurde auch dieses Jahr eingeschult und ich kontrolliere alles ohne geht es meiner Meinung nach am Anfang auch nicht. Wir packen abends den Ranzen zusammen und schauen, ob das Etui vollständig ist und die Stifte ok sind. Ich setz mich mit meinem Sohn abends hin und wir lesen oder rechnen im Bett ein wenig. Hausaufgaben kontrollier ich auch wenn sie im hort gemacht wurden.
Ich und mein Mann arbeiten auch voll, wobei ich seit Mitte des Jahres wg baby zu Hause bin. Mein Sohn hatte vorher 2mal die Woche Therapie und jetzt erstmal einmal. Da muss man halt schauen wie man es organisiert. Man tut seinen Kinder damit auch nix an sondern es ist ja grade die Hilfe, die sie brauchen.

Bei Schulkindern gerade am Anfang muss man hinterher sein. Das ist auch nicht Aufgabe der Lehrer. Für Kinder ist es nun mal eine Umstellung von Kita zur Schule.

Häng dich also mehr dahinter und vermittel deinem Kind das Schule Spaß macht. Man kann auch mit Spaß lesen lernen, Ranzen packen etc.

Unsere Kinder sind auch nicht auf der Montessori, aber da dies auch bei uns ein großes Thema war, antworte ich einfach mal. Mein Mann und ich sind auch bis etwa 16.30 arbeiten, deshalb waren/sind wir auch auf die Nachmittagsbetreuung angewiesen. Da mein Sohn aber eben nicht sehr viel Selbstdisziplin (anders als meine Tochter) hat(te) und auch ein Träumer ist (hat ADHS), haben wir uns gegen das Montessori Konzept entschieden. Ebenso hatte mein Sohn große Schwierigkeiten beim Schreiben, genau wie du schreibst. Ich gebe zu, die Grundschulzeit war hart. Mit Hausaufgaben Nachholen am Abend, weil die Hausaufgabenbetreuung in der Schule nicht ausreichte, ebenso machen wir seit ewigen Zeiten Ergotherapie und haben auch ein Schreibtraining (Motopädie) durchgeführt. Viel Freizeit war da nicht mehr, weder für ihn noch für uns. Aber er hatte ja die Spielzeit in der Schule und das freie Wochenende. Wichtig waren für ihn vor allem aber die festen Regeln und dadurch hat er in den 4 Jahren eine gute Selbstdisziplin und Ehrgeiz entwickelt, dass er inzwischen freiwillig lernt und sich um alles alleine kümmert, was ich früher nie gedacht hätte. Nun schafft er alles (und er ist inzwischen auf dem Gymnasium, was vorher auch unvorstellbar war) in kürzester Zeit. Diese Ordnung und Regeln haben uns sehr geholfen, auch wenn es für mich am Anfang echt schwer war und mir natürlich auch leid tat. Wichtig ist, dass es liebevoll, immer mit Hilfestellung und ohne Anschuldigungen passiert. Wenn ich nachmittags/abends gemerkt habe, es geht nun nichts mehr, dann habe ich auch von unserer Seite entschieden, das wird nicht mehr gemacht - in Absprache mit der Schule.
Ergotherapie hat ihm übrigens immer sehr viel Spaß gemacht. Bis heute...

Nach 16 Uhr würde ich nur im Notfall noch ergo machen. Aber wenn du mit der Schule sprichst ist es oft möglich das einmal die Woche in der Schulzeit bzw Hortzeit zu machen.

Hallo,

ich glaube, solche Konzepte passen nicht zu allen Kindern.
Viele Kinder brauchen jemanden, der ihnen sagt, was sie wann tun sollen.
Die große Freiheit führt bei solchen Kindern dazu, dass sie gar nichts mehr machen.

Besonders bedenklich finde ich es, dass der Lehrerin offenbar gar nicht aufgefallen ist, dass Euer Sohn in der Schule kaum etwas schriftlich macht.
Und dann kommt sie bei Euch an, damit Ihr abends um 17 Uhr den Stoff mit Eurem Sohn durcharbeitet.
Das kann ja wohl nicht der Sinn einer Schule sein.
Da kann man sein Kind ja gleich zu Hause selbst unterrichten.

Ehrlich gesagt, würde ich Euch raten, Euren Sohn auf eine normale Schule zu schicken. Ich glaube nicht, dass das in dieser Schule etwas wird.

Ich kann ja verstehen, dass Ihr wegen Eures großen Sohnes Bedenken gegen eine normale Schule habt. Man weiß aber auch nicht, ob es mit ihm in einer Montessori-Schule besser gelaufen wäre.

In normalen Schulen steht und fällt auch viel mit der Lehrerin. Vielleicht war das bei Eurem Großen das Problem.
Das kann bei dem Kleinen ja anders sein.

Ich muss sagen, dass heutzutage von den Grundschulen allgemein erwartet wird, dass die Eltern viel abfangen. Man soll mit den Kindern regelmäßig Lesen und was weiß ich was, üben. Wenn Lücken da sind, müssen die Eltern sie abfangen. Die Kinder, mit denen das keiner macht, haben schlechte Chancen.
Deswegen ist es allgemein sehr ungünstig, wenn die Kinder immer erst um 17 Uhr zu Hause sind.
Falls es irgendwie geht, solltet Ihr versuchen, Eure Arbeitszeit zu reduzieren, um Zeit für Euren Sohn zu haben.
Mit Hobbies und Verabredungen klappt das so ja auch nicht.

LG

Heike

Hallo,

Ranzenkontrolle wird dir gar nix bringen. Dein Kind wird nicht in der Schule besser arbeiten, weil du seinen Ranzen kontrollierst.

Es gibt ganz sicher tolle Montessouri-Schulen, wo die Kinder gut begleitet werden und auch die Kinder, die sich schwer tun mit der Selbstständigkeit unterstützt werden.

Von der Lehrerin deines Kindes kannst du aber nach so wenigen Schulwochen ruhig mehr erwarten als "ich geb dann mal was mit nach Hause". Zunächst einmal sollte sie versuchen, die pädagogischen Möglichkeiten in der Schule auszuschöpfen.

Und wenn das Problem so gravierend ist, dann sollte sie sich nicht zwischen Tür und Angel, sondern in Ruhe mit dir zusammensetzen und dir schildern, was sie vorhat.

Ich weiß nicht, wie so etwas an der Montessouri Schule aussieht. Ich selbst würde die Arbeiten für das Kind strukturieren in selbstständigen Arbeitsphasen. Während der Arbeit würde ich oft bei dem Kind vorbeikommen, gute Arbeit rückmelden (zum Beispiel über ein Verstärkersystem) und wenn ein Kind zu lange trödelt, SOFORT nacharbeiten lassen. Man kann auch einem Erstklässler mal (!) sagen: "Wenn du im Unterricht Pause machst, musst du in der Pause Unterricht machen". Dann lässt man ihn noch 5-10 Minuten As schreiben und anschließend erst raus. Wenn auch gutes Arbeitsverhalten immer rückgemeldet wird, verliert von dieser Konsequenz kein Kind die Lust auf Schule. Aber es merkt einfach, dass es seiner Lehrerin nicht egal ist, ob es arbeitet oder nicht.

Man kann auch MAL etwas für zu Hause mitgeben. Aber in absolut überschaubaren Rahmen und bei OGS Kindern möglichst nur übers Wochenende.

Ich würde mit der Lehrerin einen Termin vereinbaren und sie fragen, was sie schon unternommen hat. Und gleich vorweg: "Ich fordere das Kind mehrmals pro Stunde auf, jetzt doch bitte endlich mal zu arbeiten" ist keine Fördermaßnahme. "Ich sage meinem Kind doch 100 mal am Tag, es soll endlich die Switch ausmachen" ist ja auch keine Medienerziehung. ;-)

Es muss schon irgend etwas passieren, wenn das Kind GUT arbeitet oder wenn es NICHT arbeitet. (In beiden Fällen)

Es gibt durchaus Schulen mit freien Lernformen, die sich so sehr mit "jeder lernt in seinem Tempo" verzetteln, dass sie tatsächlich im Unterricht damit aufreiben, jedem Kind jeden Lerninhalt einzeln zu erklären. Die haben tatsächlich keine Zeit für Kinder wie deinen Sohn. Die merken oft auch erst zu spät, wenn Kinder nicht vernünftig arbeiten. Und dann fällt dieser berühmte Satz: "Diese Schule ist wohl nichts für dieses Kind".

Ich persönlich gehe bei diesem Satz an die Decke, denn ich habe ein anderes Verständnis von einem guten Konzept.

Dann würde ich tatsächlich darüber nachdenken, ob dein Kind an dieser Schule gut aufgehoben ist.

LG

Hallo!
Ich danke dir für deinen Beitrag. Ich schau mal, dass ich Zeit finde mit der Lehrerin zubreden. Sie hat so doofe Sprechzeiten, die sich mit meinen Arbeitszeiten einfach nicht vereinbaren lassen.
Aber vielleicht kann ich im November ein paar stunden absetzen.

Ich würde anrufen und um einen Termin bitten. Sprechzeiten sind nicht in Stein gemeißelt. Es ist nur vorgeschrieben, dass man sie anbieten muss. Dann nimmt man eine Randstunde als Lehrer, wo man eh noch da ist, um den nächsten Tag vorzubereiten. Auf Nachfrage biete ich immer späte Termine für berufstätige Eltern an. Es ist eher die Ausnahme, dass Eltern genau zu meiner Sprechstunde Zeit haben.

LG

Ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen, falls das schon gefragt wurde, bitte ignorieren:
War Montessori eine bewusste Entscheidung oder hat es sich durch die Umstände so ergeben? Sprich: tragt ihr das generelle Konzept vollumfänglich mit?

Mich wundert etwas, dass sich der „Erfolg“ für dich in der Zahl der schriftlich bearbeiteten Blätter bemisst — im Gespräch mit der Klassenlehrerin wäre mir da wichtiger gewesen zu erfahren, womit er sich denn beschäftigt und ob er mehr hätte bearbeiten müssen. Gerade wenn er sagt er hat gespielt, wäre das für mich erstmal der Gedanke, dass er sich viel mit den Materialien beschäftigt (und das lernen damit nicht als lernen, sondern als Spaß sieht). Und mündlich erweckt er ja, wenn ich richtig deute, was du schreibst, den Eindruck, auf Stand zu sein mit der Klasse.

Natürlich muss er sich irgendwann das Schriftliche auch erarbeiten, keine Frage, aber MUSS er das jetzt aktuell schon unbedingt? Und wieso? Wäre es derzeit eine zu erfüllende Vorgabe der Schule? Falls ja, weiß er das? Und wenn er es nicht muss — kannst du damit gut leben, ohne dass du dir Sorgen machst, dass er das vielleicht nicht aufholt?

Ich glaube, das steht und fällt mit deiner/eurer Haltung dazu :)

"Mich wundert etwas, dass sich der „Erfolg“ für dich in der Zahl der schriftlich bearbeiteten Blätter bemisst"

Ich schätze, deshalb:

"Die Lehrerin zeigte mir, was er in den 2 Monaten gemacht hat, die er schon in der Schule war: 3 Heftseiten Mathe, 5 Arbeitsblätter Deutsch. Sie kündigte an, ihm Hausaufgaben mitzugeben."

Und da soll die TE die Frage stellen, ob das Kind mehr hätte bearbeiten müssen? #kratz
Ich denke, damit hat sich die Lehrerin sehr eindeutig zur Vorgabe der Schule positioniert.

LG

Ich mache mir vor alles sorgen wegen seiner motorik. Irgendwann muss er ja nun mal schreiben. Und wenn er immer gleich aufhört, weil es weh tut, dann ergeben sich vielleicht irgendwann größere schwierigkieten.

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Hallo,

ich kenne viele Eltern, deren 1. Kind in die Regelschule ging und sie dem zweiten Kind dies nicht mehr zumuten mochten, weil das 1. nicht mit dem System klar kamen (und die Eltern damit zur Verzweiflung trieben).

Es stimmt, dass das Montessorikonzept nicht für jedes Kind das richtige ist oder das richtige für Eltern.
Denn Eltern tun sich oft schwer damit, sich vom Leistungssystem zu lösen und darauf zu vertrauen, dass das Kind von sich aus lernt bzw. lernen möchte.

Das Problem sehe ich hier auch. Man kann das Erarbeitete deines Sohnes nicht mit dem anderen Erarbeiteten deines Regelschulkindes vergleichen.

Zum anderen, mache einen Termin mit der Lehrkraft. So „zufällig“ ein Gespräch über das Kind kann nicht mit Zielen enden, die weder von euch noch von der Lehrkraft vorher sorgfältig durchdacht wurden.
Natürlich tendiere ich nach deinen Worten dazu, die Lehrkraft als weniger kompetent einzuschätzen, allerdings kann das komplett täuschen und ist hier auch nicht zu werten.

Nutze auch die Möglichkeit zur Hospitation, schau, was dein Kind im Schulalltag tatsächlich arbeitet und womit es sich beschäftigt oder könnte.
Und zwar besteht die Möglichkeit, dass das Kind diesen einen Tag vertrödelt, aber du siehst auch, was andere Kinder tun und was die Erzieher leisten.

Es heißt nicht umsonst, dass Eltern das System aushalten müssen. Das bedeutet nicht, dass ihr euch komplett fernhalten sollt oder das Kind nicht bestärken, manche Sachen zu üben sondern es bedeutet, dass es eben auch Phasen gibt, in denen das Kind nicht offensichtlich arbeitet.
Gute Lehrkräfte sehen das natürlich und führen das Kind immer wieder an Materialien hin und bleiben dran, aber es wird dem Kind nie negativ zur Last gelegt, falls es gerade nicht will.
Falls sich das Kind wider Erwarten dann doch nicht in diesem Prinzip findet, wird das dann hoffentlich offen kommuniziert und Lösungen gefunden, die dann vielleicht auch wieder zurück in die Regelschule führen.

VG, midnatsol

Hallo,

"es bedeutet, dass es eben auch Phasen gibt, in denen das Kind nicht offensichtlich arbeitet."

Aus ernst gemeintem Interesse: Was arbeitet es denn "unoffensichtlich" in dieser Zeit? (Du musst keine Pauschalantwort geben, das ist vielleicht nicht möglich. Mir reichen auch Beispiele).

LG

Danke dir.
Ich tu mich tatsächlisch schwer mit dem system, aber ich habe es ja gerade wegen der prozessorientierung gewählt.

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Wenn ich am deiner Stelle wäre... Würde ich...wenn es finanziell möglich ist... Mit den Std auf Arbeit runter gehen.... Um nachmittags für ihn da zu sein... Bis 16.30 Uhr finde ich viel zu lang... Erst recht für einen Schulanfänger...

Gemeinsam mit ihm.. ohne viel Stress den Schultag nochmal durch gehen... Schauen was er in der Schule gemacht bzw geschafft hat.... Die Schultasche für den nächsten Tag packen ect.. Scheinbar braucht er das...

Ich würde auf jeden Fall auch noch mal das Gespräch mit der Lehrerin suchen..... Montessori hin oder her. .. 7 Arbeitsblätter in 2 Monaten ist ein Witz....

Lg

Das ist nicht Problem eines bummeligen Kindes oder einer Montessori Schule. Das ist Problem von Dir und Deiner Arbeitszeiten. Du hast für das Kind keine Zeit. Es hockt in irgendeiner Betreuung und um 16:30 seid ihr dann 17:Oo zuhause. Da ist der Tag für das Kind GELAUFEN!
Dann ist noch mit Ergotherapie.... nein, du musst Dich selbst verändern, statt das Kind zu therapieren.

Armes Kindlein😢

Und ja. Selbst wenn ich Stars zuhause habe, üben diese Stars. Sie haben aber dazwischen jede Menge Zeit, wo sie zuhause runter fahren können. Dazu dann Hobbys, wo sie ihre Motorik auf eine andere Art und Weise natürlich weiterentwickeln können.

#winke#klee

Welch herablassendes Pauschalurteil.

Seine Meinung zur Sache kann man auch anders formulieren.

Aber das die TE jetzt erst merkt das der Fenseher nur Abends läuft und sie dafür einen Timer braucht. Dann noch die Aussage das das für ALLE schwer wegen wird. Sorry, weder die Schule, noch das Kind sind das Grundproblem. Der Kleine tut mir leid und fast noch mehr der Große. Bei ihm ist der Zug wohl abgefahren für eine gute Schulkarriere.

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Das arme Kind!
Ehrlich gesagt sehe ich es durchaus in der Verantwortung der Eltern schon früh den Grundstein für einen erfolgreichen Schulstart zu legen.
Wer früh mit seinem Kind viel ließt und ihm Bücher näher bringt und es nicht vor PC&Co versauern lässt, da kann ich mir so eine Verweigerung kaum vorstellen.
Auch brauchen Kinder liebevolle aber klare Begleitung um überhaupt reinzukommen.
Der arme Kerl muss soooo lange in die Schule mehr als ein Erwachsener und du stammelst bei der Lehrerin was von 17 Uhr....ehrlich da tun mir die Kinder einfach leid.
Es ist auch EURE Aufgabe und nicht nur die der Lehrer,Ranzen zusammen packen am Anfang,Stundenplan durchgehen.
10 Minuten über die Hausaufgaben schauen und 5 Minuten üben sehe ich durchaus als Eure Aufgabe.
Das Kind loben!

hallo,

mein sohn geht auch auf eine freie schule. seit nunmehr 8 jahren. und es würde mir sehr zu denken geben, wenn die lehrerin selber überrascht ist, wie wenig mein kind im unterricht schriftlich mitarbeitet. nicht die tatsache an sich finde ich verwerflich. gerade bei montessori wird den kindern am anfang zeit eingeräumt sich an die schulsituation z gewöhnen. sie selber mitentscheiden zu lassen. so lange der lehrer bescheid weiss, weiss wo das kind steht und einen plan dahingehend hat, wwäre ich nicht beunruhigt.

ich würde an deiner stelle sehr eng mit der lehrerin zusammen arbeiten.
nicht generell an montessori zweifeln.

vg