Übereifrige Eltern in der Grundschule

    • (1) 19.11.19 - 18:40

      Hallo zusammen!

      Mein Sohn geht in die dritte Klasse. Er ist ein guter Schüler und ging immer sehr gerne zur Schule, aber langsam verliert er die Motivation.

      Seit der 1. Klasse hinkt er aber etwas in Deutsch hinterher. Laut der Lehrerin ist er in Deutsch durchschnittlich begabt. Jedoch konnten einige der Kinder (besonders die Mädchen) schon vor der Schule lesen und schreiben. Also wurde von Anfang an das Tempo in Deutsch sehr angezogen, da sich die anderen sonst langweilen würden. Aber auch alle anderen Themen wurden so zügig bearbeitet, dass bereits vor Ostern der Stoff der 1. bzw. 2. Klassenstufe durch war. Alle anderen Fächer sind kein Problem für ihn. Jetzt gab es in der 3. Klasse einen Lehrerwechsel. Die Neue ist sehr engagiert und das Tempo ist wieder sehr schnell. Die Parallelklasse hinkt schon seit Jahren mehrere Monate hinterher. Sie liegen aber noch im Zeitplan.

      In unserer Klasse gibt es jetzt großen Unmut bei den Eltern der guten „Deutschkinder“. Die Lehrerin würde viel zu langsam machen, es wäre zu leicht und die Kinder müssten mehr gefordert werden. Auch müssten es mehr Hausaufgaben sein. Da die guten Kids wohl kaum was daheim machen müssen.

      Meine Tochter ist zwei Jahre älter und hat die gleiche Grundschule besucht. Sie hatte eine andere Lehrerin, die sehr gemütlich unterwegs war. Sie haben ihren Stoff geschafft, aber auch nicht mehr. Jetzt an der weiterführenden Schule (IGS) kommt sie wunderbar mit und gehört zu den Besten. Das langsame Tempo hat also niemandem geschadet.

      Ich und einige andere der (meistens Jungs-) Eltern würden gerne mit der Lehrerin sprechen, ob man nicht das Tempo etwas drosseln kann. Die (meist-Mädels-) Eltern möchten gerne, dass es schneller geht und viel mehr gemacht wird.

      Irgendwie verstehe ich das Problem dieser in meinen Augen übereifrigen Eltern nicht. Wenn mein Kind so super gut in Deutsch wäre und immer alle Hausaufgaben schon in der Schule machen würde, würde ich mich freuen. Einfach zufrieden sein und froh sein, dass mein Kind ohne großen Aufwand durch die Grundschule kommt. Ich finde die Kids in der Grundschule sollen noch Zeit haben um zu spielen und um einfach nur Kind zu sein. Falls die Kids unterfordert sind, könnte man ja auch daheim noch zusätzlich nach Herausforderungen suchen.

      Wie seht ihr das?

      Liebe Grüße
      jesmila

      • (2) 19.11.19 - 19:02

        Hallo,

        wie ich das sehe?

        Die Eltern haben sich da einfach rauszuhalten. Die Lehrerin wird wissen was sie tut.
        Sie ist kein Spielball der Elternschaft.

        VG

        • (3) 19.11.19 - 20:02

          Leider hat die Lehrerin der ersten Klasse auf Wunsch der Eltern im ersten Schuljahr schon den Stoff angezogen.
          Das ist auch bei den Elternabenden immer ein Gespräch.
          Da wird ganz offen gesagt, dass sie sich mehr Hausaufgaben wünschen und ihre Kids sich langweilen.

      (4) 19.11.19 - 19:03

      Vor Ostern, also in etwas über einem Halbjahr war der Stoff in Deutsch der ersten beiden Schuljahre durch?

      Schwer vorzustellen. Und ich bin Lehrerin

        • (7) 20.11.19 - 14:43

          Das kenne ich auch so. Angepeilt ist Ostern um Raum zu haben für eventuelle Ausfälle, Projekte etc. Lass mal wegen Hochwasser oder so die Schule 2 Wochen dicht haben, das ist hier immer wieder der Fall, und dann heulen wieder alle dass das nicht sein kann weil man den Stoff ja nicht schafft.

      (8) 20.11.19 - 07:28

      Das kann die TE vermutlich nicht beurteilen und schreibt es nur, um ihrem Ansinnen Nachdruck zu verleihen.

(9) 19.11.19 - 19:22

verwechselst Du Geschwätz unter Eltern (in dem Fall übereifriger Mamas) nicht mit dem, was dann tatsächlich passiert?

Eine Lehrerin wird sich durch Eltern nicht in Ihr Konzept reinreden lassen, -- egal ob langsam unterwegs oder übereifrig und schnell.
Erst einmal quatschen die doch nur miteinander ... und selbst wenn, sie zur Lehrerin gehen würden: ich bin davon überzeugt, dass diese sich nicht in ihren Plan reinschwätzen lässt...

Ich sehe, dass du mit Deinem Kind einfach versuchst, mitzukommen, - in Deutsch aufzuholen usw.... aber ich würde mich aus dem ganzen Geschwätz der anderen Mamas einfach raushalten....

du weißt durch die große, was ein Kind Ende 4. KLasse alles können sollte bzw. kennst die Schulbücher, die dann "durch" sein sollten.... --- und kannst demensprechend zuhause mehr üben.

aber ja: gerade mangelhafte Aufsatz-Übung hat all unseren 4t-Klässlern echt in 5+6 arg viel Mühe bereitet ... sie hatten leider 4 Jahre lang die selbe Deutsch-Lehrerin, die leider zu wenig mit den Kindern gemacht hat ... --- da bin ich mit der jüngeren Tochter jetzt mehr hinterher ...

  • (10) 20.11.19 - 08:54

    Es ist doch aber nicht Sinn der Sache, dass die Eltern den Job der Lehrerin machen müssen nur weil sie theoretisch wissen was ein Kind nach Abschluss der 4. können muss.
    Nur weil Lehrer zu Gunsten der tendenziell starken Klasse durch den Stoff „fliegt“ ?!

    Natürlich muss ein eher schwacher Schüler zu Hause mehr machen als ein eher starker Schüler.
    Das ist ganz klar.
    Aber nicht in dem Umfang den die TE beschreibt.

    Manche Eltern können das gar nicht übernehmen weil sie ganz einfach beide arbeiten.

    • (11) 20.11.19 - 16:48

      Erfahrungsgemäß machen Eltern, die beide arbeiten, mit ihren Kindern mehr zuhause als Eltern, wo beide zuhause sind.

      • (12) 20.11.19 - 17:46

        Ja genau! Weil sie gerne möchten dass ihre Kinder gut mitkommen und nicht hinten runter fallen!

        Das heißt aber nicht dass die Eltern es toll finden den Job der Lehrerin NACH der eigenen Arbeit nochmal wiederholen zu dürfen.

        Es ist schon lang nicht mehr so dass "nur" die Kinder in die Schule gehen. Eltern sind heute ganz schön mit eingespannt.

        • (13) 21.11.19 - 17:04

          Eltern waren schon immer eingespannt, es ist Teil des Halbtags-Schule mit Hausaufgabenkonzept dass auch Eltern ihrem Bildungsauftrag nachkommen. Leider ist die heutige Generation Eltern ist anscheinend der Meinung das wäre was Ungewöhnliches ode Unzumutbares.

          Es gibt in Deutschland zweierlei Schulkonzepte, Halbtagsschule mit Hausaufgaben die eigentlich in die Verantwortung der Eltern fallen, heute aber ganz modern gerne outgesourced werden, und Ganztagsschulen. Wenn Du der Meinung bist das Eltern nach der Schule mit Schule nix mehr zu tun haben sollten solltest Du Dein Kind auf eine Ganztagsschule schicken.

          • (14) 21.11.19 - 18:16

            "Wenn Du der Meinung bist das Eltern nach der Schule mit Schule nix mehr zu tun haben sollten solltest Du Dein Kind auf eine Ganztagsschule schicken."

            Auch das ist kein Konzept von Ganztagsschulen, auch hier sind Eltern mit eingebunden.

            (15) 22.11.19 - 13:07

            "Eltern waren schon immer eingespannt, es ist Teil des Halbtags-Schule mit Hausaufgabenkonzept dass auch Eltern ihrem Bildungsauftrag nachkommen. "

            Das ist ja das Problem der heutigen Gesellschaft:
            Rein juristisch und von der Politik gewollt ist ja, dass Frauen möglichst Ganztags wieder zurück in den Job sollen.
            Gleichzeitig übersieht man aber, dass das Bildungssystem das gar nicht her gibt. Denn nach der Arbeit mit den Kindern noch lernen ist ganz schön happig. Für alle.

            • (16) 22.11.19 - 18:27

              Danke 🙌🏼

              (17) 22.11.19 - 22:17

              Wie bitte ist es juristisch festgelegt dass beide Eltern Vollzeit arbeiten müssen? Und wo bleibt der Elternprotest? Ich hab ehrlich nich nix von Elterndemos und Elterninitiativen gehört die sich mal dagegen wehren. Jammern tun alle gerne den arsch hoch bekommen tun leider nur wenige.

              • (18) 25.11.19 - 09:06

                Schaust Dir mal das Scheidungsrecht an?
                Dort ist schon lange nicht mehr vorgesehen, dass eine Frau/ ein Elternteil zuhause bleibt für die Kids oder maximal halbtags arbeitet.
                Mit den Reformen seit einigen Jahren wird deutlichst unterstrichen, dass Frau/bzw der Elternteil, der nicht Vollzeit arbeitete schnellstmöglichst nach der Scheidung wieder alleine für ihren/ seinen Unterhalt zu sorgen hat.

                Übrigens werden bei uns weder in der Ganztagesschule Hausaufgaben ordentlich betreut noch in der Betreuung über Hort...
                Das macht man dann als Vollzeit arbeitendes Elternteil zuhause abends.


                Elternproteste wofür?
                So lange die wenigsten Frauen Vollzeit arbeiten UND die halbtags arbeitenden Muttis das Konzept derart gut reden wie Du es zB tust wird sich in Deutschland an der Betreuung nichts ändern.
                Oder würdest Du mit demonstrieren damit sich was ändert?

                • (19) 25.11.19 - 16:28

                  Zur Ganztagsschule kann ich nur sagen dass in Bayern in den gebundenen Ganztagsschulen sehr wohl sowohl Übungszeiten als auch wirklich betreute Hausaufgaben gemacht werden. Und wenn ein Kind um 16:30 aus der gGS kommt wird sogar empfohlen nichts mehr mit dem Kind zu machen, Hausaufhaben und Übungen am Wochenende gibt es natürlich.

                  Ja wofür protestieren? Genau das ist die Einstellung von Eltern bei allem. Die Medien laufen heiß die Foren quellen über, aber mal aktiv politisch was tun kann irgendwie kaum einer. Ich sehe das hier im Ort wo es Probleme mit der Betreuungssituation gibt. gefühlt jammern alle, Trauben von Eltern vor den Kindergartentoren die sich darüber echaufieren wie mies doch alles ist... aber wenn Gemeinderatssitzung mit offiziell angesetzter Bürgerstunde ist ist keiner zu sehen. Jammern tun alle, irgendwie engagieren fast niemand.

                  Und warum schön reden, wenn mir unsere Ärzte, Erzieher und Lehrer bestätigen dass es für unser Kind das Beste Konzept wäre wenn ich es so einrichten kann ist das nicht schöngeredet.

(20) 19.11.19 - 19:38

Normalerweise ist es so, dass die Kinder, die vor Einschulung schon lesen und schreiben konnten, bis Weihnachten (spätestens Ostern) keinen großen Wissensvorsprung mehr haben. Meine Ältesten waren solche Kandidaten. Alle anderen holen so schnell auf, dann sind alle auf ähnlichem Stand, was auch Sinn des ganzen ist. Nichtsdestotrotz wird es immer Mathe-Asse, Deutsch-Talente und Fremdsprachen-Blitze geben und auch Kinder, die da mehr Unterstützung benötigen.

Was kümmert es dich, was irgendwelche "Jungs-Eltern" oder "Mädchen-Eltern" meckern/sich wünschen/fordern......richte deinen Blick lieber auf dein Kind und guck, dass er gut mitkommt. Das Tempo bestimmt der Lehrplan und nicht irgendwelche Eltern. Einige Kinder müssen gefördert, andere gefordert werden, ganz normal.

VG

  • (21) 19.11.19 - 20:09

    Das ist ja genau das Problem.
    Es geht viel schneller. Viele Bücher/Arbeitshefte sind schon nach 2/3 der Zeit durchgearbeitet.

    Und ja die Lehrerin hat explizit gesagt, dass es eine sehr starke Klasse ist und deshalb fordert sie mehr. Mein Sohn kommt trotzdem gut mit, hat nur 1en bis auf Deutsch. Aber manchmal wird es einfach zuviel. Wenn wir das dann ansprechen, heißt es nur, sie muss das Tempo wegen der anderen halten. Und es wären ja nicht viel Hausaufgaben, da die anderen Eltern sich über "zu wenig" beschweren.
    Genau das verstehe ich ja nicht.
    Warum beschwert man sich über zuwenige Hausaufgaben?
    Auf die Idee käme ich nie.....;-)

    • Es ist schon so, dass man mit sehr starken Klassen zwangsläufig mehr macht als mit durchschnittlichen oder starken Klassen. Auch ist es immer ein wenig fies in solchen Klassen für die Normalos. Die fühlen sich schwach, obwohl sie eigentlich ziemlich normal bis gut sind. Warum sich irgendwer über zu wenige Hausaufgaben beschwert, weiß ich nicht.

      • Das mit dem Beschweren über zuwenig HA gab's hier auch, allerdings Klasse 9 Gym. Was der Meckernde allerdings nicht wusste, war, dass SEIN Sohn die HA fast nie macht - meine Tochter und viele andere hocken jedoch an manchen Tagen 2 Stunden dran.....das klärte sich erst nach dem Elternabend auf #augen

(24) 19.11.19 - 19:49

"Aber auch alle anderen Themen wurden so zügig bearbeitet, dass bereits vor Ostern der Stoff der 1. bzw. 2. Klassenstufe durch war."

Und um welchen Stoff handelt es sich dan?

Eigentlich dürfte es das Problem garnicht geben, denn, dank Inklusion, müßte die Lehrerin ihren Lernstoff min. dreimal differenzieren - gut - normal - mäßig , um es jetzt mal platt auszudrücken.

Da müßte also immer für jeden etwas dabei sein. Der Stoff, der gemacht werden muss, steht im Lehrplan, den solltet ihr Jungeneltern vielleicht mal einsehen. An unserer Schule ist der auf der Internetseite einzusehen, sonst an der Schule um Einsicht bitten.

Schule ist ja kein Wunschkonzert, auch nicht für die Eltern....

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