"Autistische Züge"

Huhu
Es geht um unseren Sohn. Mittlerweile 13 Jahre alt. Meine Cousine schult um und studiert aktuell Frühpädagogik. Jetzt kennt und begleitet sie unseren Sohn schon sein ganzes Leben und meint, etwas "erkannt" zu haben. Sie sieht ihn klar auf dem Autismus Spektrum, mindestens mit Autistischen Zügen, und findet, wir sollten der Sache unbedingt nachgehen.
Ihre "Erkenntnis" kommt für mich nicht so ganz überraschend. Dass er teilweise etwas speziell ist, ist uns natürlich nicht entgangen. Nennenswerte Probleme im Alltag, bei sozialen Situationen, Gruppengefüge,.. gibt es nicht. Er ist glücklich, hat Freunde und Hobbys. Gab es damals im Kiga oder jetzt in der Schule Rückmeldungen, kam schon mal etwas aus der Richtung (z.B. dass er es in der Grundschule anfangs stressig fand, wenn spontan Fächer getauscht worden sind). Das war aber nie etwas gravierendes.
Nun ja. Ich habe mir die Diagnosekriterien mal näher angeschaut und erkenne ihn schon mehr als gedacht darin.
Abläufe und Dinge die er beeinflussen kann (z.B. den Teppich nach dem Saugen wieder genau so hinlegen), macht er immer gleich. Liegt der Teppich mal anders, lässt ihm das keine Ruhe und er legt ihn wieder "richtig" hin.
Kann er etwas nicht oder nur bedingt beeinflussen, beschäftigt ihn das mal mehr und mal weniger. Letztendlich kommt er damit aber klar, weiß dass andere es nicht so sehen wie er oder versucht die Sache einfach anzugehen (Fragen kostet nichts, z.B. kommt er/seine Gruppe bei Präsentationen gerne als erstes dran, dann fragt er einfach ob das möglich wäre). Multitasking ist nicht so einfach für ihn, da haben wir gemeinsam dran gearbeitet und wenn es vor kommt, hält er sich an seinen Plan.
Er mag keine großen Gruppen und hält sich in solchen Situationen lieber zurück.
Das mal als Beispiele. Wie gesagt entstehen ihm dadurch keine nennenswerte Probleme.
Hat hier vielleicht jemand ein ähnliches Kind? Habt ihr irgendetwas gemacht, wenn auch nur mal nachgefragt? Das mit den Abläufen z.B. wurde mit den Jahren intensiver, so ab dem Kindergartenalter. Ich mache mir, jetzt wo ich mich in das Thema einlese, irgendwie Sorgen. Wie wird er sich weiter entwickeln? Hätten wir schon etwas machen oder merken müssen? Oder ist es vielleicht gerade richtig, auf sein Kind einzugehen und zu beobachten? Ohne gleich einen Stempel zu suchen, wenn etwas nicht wie bei dem Durchschnitt ist?

GLG

Nur weil die Cousine Pädagogik studiert, ist sie keine Medizinerin und schon gar kein Psychiater. Diese Berufsgruppe wäre für dieses Anliegen der richtige Ansprechpartner und auch nur, wenn den Sohn tatsächlich Probleme hat.

Man muss nicht alles pathologisieren, nur weil man es kann. Sprich nicht jeder der eine/einige "Macken" hat, muss therapiert werden.

"Man muss nicht alles pathologisieren, nur weil man es kann. Sprich nicht jeder der eine/einige "Macken" hat, muss therapiert werden."
Gut gelesen, der Meinung bin ich ebenfalls ;-) Trotzdem mache ich mir meine Gedanken , auch weil ich das so von meinen anderen Kindern nicht kenne. Austausch mit anderen und Erfahrungswerte, wenn vielleicht jemand mal vor den gleichen Gedanken stand, ist hier das was ich suche.

In diesem Fall wäre der KiA der richtige Ansprechpartner, der kann dann auch an ein KJP überweisen, sofern aus seiner Sicht notwendig.

Hallo.

Dein Sohn hat keine Probleme.
Ihr habt (mit ihm) keine Probleme.
Die Nichte (welche noch nicht mal fertig ist mit Studium) hat "irgendetwas erkannt".#schwitz

Glaub mir, bei so ziemlich jedem Menschen erkennt man "irgendwelche seltsamen Züge", wenn man genauer hinsieht oder lange genug danach sucht.

WAS versprecht ihr euch mit entsprechenden Recherchen? Es läuft doch alles gut, wie du schreibst.

Auch meine Kinder haben so ihre speziellen Rituale, Tics oder wie auch immer man es nennen mag.
Und? Solange es niemanden stört, ist doch alles prima.;-)

#winke

Hallo
Naja, bei ihm ist es doch schon deutlich extremer als "jeder hat seine seltsamem Züge und Macken". Das ist, auch wenn es aktuell keine größeren Probleme gibt, schon ganz klar.
Gedanken darf man sich ja machen. Oft habe ich jetzt z.B. gelesen, dass Schule und Studium noch gehen, es aber danach, im Berufsleben, problematischer werden kann. Da frag ich mich einfach, ob es etwas gibt, das gezielt helfen könnte, dass es nicht so kommt. Oder ob es nicht doch hilfreich sein könnte, zu wissen ob da mehr ist. Bei der Geschichte mit dem Multitasking z.B. oder den Umgang mit Situationen die seinen Ablauf stören,mussten wir daheim schon gut dran arbeiten. Kann damit nichts zu tun haben, klar.

Hallo 3kiddos,

Vielleicht schilderst du das Mal dem Kinderarzt wenn es dir keine Ruhe lässt.
Du sagst sonst gibt es keine Probleme.
Also mit Freunden oder in Gruppen.
Ich kann deine Intention schon verstehen ihm den Übergang ins Erwachsene Leben zu erleichtern falls es etwas gäbe woran man jetzt schon arbeiten kann.
Den Gedanken finde ich von dir richtig gut.
Er ist dein Sohn und du liebst ihn.
Und du wirst dir weiter Gedanken machen.
Pädagogik Cousine hin oder her.
Manchmal ist so ein Blick von außen gar nicht schlecht.
Und eigentlich hast du dir die Frage ja schon selbst beantwortet.
Egal was hier geschrieben wird.
Vertraue auf dein Instinkt.
Autismus hat wahnsinnig viele Facetten.

Ich finde schön das du ihm zuliebe das nicht abgetan hast,sondern dir das zu Herzen genommen hast und weiter denkst.

Was sagt den dein Mann dazu?

LG

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Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an.

Ich bin Lehrerin und habe manchmal das Gefühl, "autistisch" ist das neue "egozentrisch".

Besonders schlimm ist dieser inflationäre Gebrauch des Wortes nicht nur für die Kinder, deren Charakterzüge unnötig pathologisiert werden. Sondern auch für die, die tatsächlich von einer ASS betroffen sind. Die nimmt dann nämlich irgendwann keiner mehr ernst. Ähnlich wie bei ADHS.

Solange es deinem Kind gut geht, würde ich nichts unternehmen.

LG

Das ist interessant. Als Lehrerin hast du natürlich nochmal eine andere Sicht. Ich habe das im Zusammenhang mit den Kindern bisher noch nirgends gehört, im Gegensatz zu ADHS. Da hast du auch völlig recht.
Einen Stempel will ich ihm eigentlich auch nicht geben. Nur wird uns glaube ich erst jetzt wirklich bewusst, wie intensiv das ein oder andere doch ausgeprägt ist. Da es läuft und wir ihn ja nur so kennen, spielte das bei uns nie groß eine Rolle.

Nagel auf den Kopf getroffen! #pro

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mein Sohn ist da ähnlich ....
was ich mit der Zeit erkannt habe ... auch weil der Papa ebenfalls sehr speziell ist:

selbst wenn es so wäre, ... oder so ist ..... und dann? --- dann ändert sich nix.
Es gibt keine Rosa Pille, die man einwerfen kann und auch keine spezielle Therapie....

hemmende Verhaltensmuster muss man einfach wegtrainieren (-dressieren, .sagt mein Mann immer), -- denn sie sind einfach da -- und entsprechen keinem Schema "F" ..... also geht man einfach auf das Besondere ein, -- trainiert, --- übt , .... hilft.... zeigt Wege, wie man mit manchen besonderen Verhaltensweisen umgehen kann...

Menschen mit Einfühlungsvermögen können das auch ohne Therapeutische Hilfe... -- Ergo hilft manchen... -- aber letztendlich ist das keine Diagnose, - aber man kann einfach durch Üben oder Aufzeigen von manchen Verhaltensweisen einfach zeigen, wie es "besser geht" im Leben.....
Das versuche ich bei Junior.... und achte mehr bei den "Knackpunkten" drauf, dass es besser klappt...

#heul

Du weisst dass Pädagogik nicht Psychologie ist ?

Sag unserer Psyvhologin, dass wenn es ihr langweilig ist, kann sie am Daumen lutschen.:-[

Autistische Kinder - wenn du die hast, dann spürst du das Problem und nicht, dass jemand am Käffchen was vermutet.

Was sagt die Schule ?

#winke

Hi :-)
Ich hab einen Asperger Autisten (7 J) zu Hause.
Diagnostiziert von deiner Psychotherapeutin&Psychologin. Haben es uns aber nicht attestieren lassen, aus dem ganz einfachen Grund weil es mehr Nach- als Vorteile hat. Mein kleiner Mann war von Anfang an anders, glaub mir das würdest Du merken und nicht erst jetzt. Interessanterweise meinte selbst die Therapeutin, dass „autistische Züge“ keine Therapie bedürfen solange das Kind intelligent genug ist, da es die „menschlichen Konventionen“ erlernen kann. Mach Dir nicht so viel Kopf und freu Dich dass es so gut läuft :-) Das größte Manko einer Autismusspektrumsstörung ist die Empathie, das Sozialverhalten, viel davon gucken sie sich ab. Einiges muss man explizit „lernen“. Vorleben, erklären. Meinem Buben musste ich zB erklären was ein Freund ist, oder dass wenn ihn ein Kind anlächelt er nicht ausgelacht wird. Er ist distanziert anderen Kindern ggü, aber nimmt Rücksicht, das können sie lernen :-) alles liebe!

ja, so sehe ich das auch. Dadurch, dass wir schon mehrere "spezielle" Leute zu Hause haben, geschieht das irgendwie intuitiv. Mir fällt das nur auf, wenn ein Außenstehende und mal darauf anspricht, auf bestimmte Rituale zB.

Hallo,
ich habe 2 Jungs mit Frühkindlichen Autismus - diagnostiziert, attestiert und die Kinder bekommen deswegen auch diverse Hilfen (Autismustherapie, I-Kraft, sonderpädagogischer Förderbedarf, Nachteilsausgleiche, Hilfsmittel,...)
Nur muss man klar sagen:
Autismus ist ein Stempel. Das ist keine therapierbare Krankheit, sondern das bleibt lebenslänglich. Solange du also der Meinung bist, dein Kind kommt ohne weitere Hilfe zurecht und ist glücklich, dann lass es um Gottes Willen nicht diagnostizieren. Deinem Kind bleiben so im weiteren Leben deutlich mehr Chancen erhalten.

Außerdem solltest du bedenken, dass es nicht nur Autismus und Gesund gibt - der Übergang ist fließend. Ein Kind muss in allen Bereichen starke Auffälligkeiten haben, damit es Autist ist.

Autistische Züge sind übrigens keine Behinderung, sondern einfach Zeichen der normalen, gesunden Entwicklung eines Menschen. Jeder Mensch hat sie ;). Nur ein Autist hat sie in extremen Maße.

Also Autismus erkennen oft nicht mal Therapeuten, weil es oft schwer greifbar ist.
Das Studium deiner Cousine in allen Ehren, vorsichtig wäre ich schon. Lass dein Kind nicht zum Versuchskaninchen werden.

Hinhören, ok. Prüfen, ok. Sich verunsichern lassen (nachvollziehbar, aber) falsche Richtung.


Der Arzt, der bei einem Freund Asperger Autismus diagnostizierte, meinte:
in jedem Menschen steckt ein bisschen Autismus.

- es kommt auf die Menge an
- es kommt darauf an, ob/wie es das Leben beeinträchtigt oder nicht

Offenheit, so nehmen wie jemand ist, umdenken (loslassen von "das muss aber Strategien weil sie bei anderen funktionieren") sind schon hilfreich.


Mein ADHS Therapeut sagte, dass ADS/ADHSler häufig einen Streifschuss autistischer Züge mitbringen. Nicht, weil sie Autismus haben, sondern weil sie in der reizüberfluteten Welt ihre Struktur brauchen, suchen und sich bauen.

Bei mir stimmt es. Ich habe keine Autismus, bin von den Symptomen her manchmal damit zu verwechseln.

Es gibt aber auch vieles anderes, was zu ähnlichen Symptomen führen kann.

- Ordnung schaffen, in einer unruhigen Welt
- Gewohnheit aufzuräumen
- Ordnung als Sicherheit
beim einen mehr, beim anderen weniger.


Da Autismus und ADS/ADHS so vielschichtig und vielfältig auftreten, Hochbegabung auch, können Symptome bei jedem Menschen auftreten. Je nach Situation, Vergleichsituation, Erfahrungen, emotionaler Moment usw.

Daher ist es wichtig viele verschiedene Lebensbereiche zu betrachten.
Familie, Sport, Verein, Kindergarten, Schule, Gruppe, Einzelsituationen

und dann ist auch die Frage, wie beeinträchtigt es das Leben.

Eine Diagnose kann helfen Hilfe zu bekommen, Hilfe zu beantragen.
I-Kraft, Therapien, Elterntraining, Zeitausgleich, Frühförderung usw.

Dann macht eine Diagnose Sinn, wenn man selbst nicht weiter kommt und/oder merkt, dass es dem Kind selbst nicht gut geht damit.

Hilfe zur Selbsthilfe.

Schwierig wird es, wenn es darum geht eine Diagnose zu bekommen, aber eigentlich gar nicht weiß wofür. Emotional kann das belasten, verunsichern und bringt nicht weiter.
Im schlimmeren Fall kann es das, was bisher gut lief zerstören, einschränken oder kaputt machen, weil die Verunsicherung ein Damoklesschwert über Situationen hängt.


Daher ein paar Fragen:

kam dir früher schon der Gedanke dein Kind testen zu lassen?
Anders sein, kann vieles sein.
Hattest du den Eindruck, dass er oder du Hilfe braucht? Dass es Sinn macht, ihn mal ansehen zu lassen?

Was sagt dein Bauchgefühl?


zum Multitasking:
1. ich kenne einige Männer (und auch ein paar Frauen), die das gar nicht können
2. einige, die es sehr gut können
3. ich mache es ADHS bedingt, weil ich mich nicht auf eine Sache konzentrieren kann.
Seit ich ADHS Medikation nehme, mache ich BEWUSST kaum noch Multitasking. Es tut mir gut, EINE Sache ordentlich zu machen, als verschiedene chaotisch oder halb.

Nicht-Multi-Tasking musste ich erst lernen!

Eine Freundin, NICHT ADS/ADHS hat bewusst auf Nicht-Multitasking umgestellt.
Mit Kindern muss sie es zwar. Aber im Beruf setzt sie klare Grenzen. Im Zweifel müssen Kollegen auch mal kurz warten.
Sie merkte, dass ihr Stresspegel steigt und sie eine höhere Fehlerquote hat, wenn sie mehrere Sachen macht. Es sind dann zwar oft keine gravierenden Fehler, aber doch so, dass sie einiges noch mal machen musste. Eines nach dem anderen spart bei ihr Zeit.

Hallo,

bei mir muss ebenfalls alles nach dem selben Schema ablaufen. Ich hab ebenfalls den Tic, dass es mich wahnsinnig macht, dass der Teppich immer so liegen muss wie er liegt oder alles seinen Platz braucht. Wenn ich Situationen nicht beeinflussen kann, werde ich ebenfalls kribbelig und nervös. Ich würde aber in keinster Weise behaupten, dass ich autistische Züge habe. Die Tochter meiner Freundin hat Asperger. Ja, sie hat auch solche Eigenheiten, aber da kommen noch eine ganze Bandbreite von Auffälligkeiten dazu. Bei mir sehe ich es als Charaktereigenschaft und auch teilweise als Angewohnheit. Ich brauche Struktur, und in meinem Kopf gibt es für alles einen Plan und zur Sicherheit noch einen Plan B. Ganz einfach um die Kontrolle über gewisse Situationen nicht zu verlieren. Das wurde bei mir auch mit zunehmendem Alter intensiver. Ganz einfach weil man reifer wird und mehr Erfahrung hat. Ich brauche es auch immer ordentlich. Bei mir muss alles exakt so stehen wo es seinen Platz hat. Ein unaufgeräumtes Schuhregal, ein quer liegender Teppich oder zerwühlte Sofadecken und -kissen können mich wahnsinnig machen. Das ist eine Marotte und Perfektionismus von mir. Wenn dein Sohn keinerlei Schwierigkeiten hat, würde ich auf die Meinung der Cousine nichts geben. Man kann im Prinzip in jede Eigenart eines Menschen Dinge hineininterpretieren.

LG
Lotta

Ich habe Asperger-Syndrom, und zentral sind einfach die Kommunikationsstörungen.
Wenn die nicht vorhanden sind, hat er halt Ordnungsliebe oder sonstwas. Lass dich nicht verückt machen.

Hi du! Also gleich vorweg ich hab ein AUTISTEN - KIND! Somit kann ich manches verstehen. WAs euch angeht seid ihr aber die letzten Jahre trotz manch spezieller Sachen gut zurecht gekommen. Sicherlich ist die Cousine keine Fachfrau, aber du hast dir selbst auch schon manches gedacht wie du schreibst. So gings mir vor seeeehr vielen Jahren auch und mich nahm damals kaum einer ernst. Aber ich hatte am Ende doch recht. Egal wie auch immer, stell ich mir natürlich die Frage was es euch brächte testen zu lassen. Denn wie ich schrieb ihr seid bisher soweit gut zurecht gekommen.
Wie würdet ihr damit umgehen wenn ihr eine Diagnose bekommt? Wie würde dein Sohn damit umgehen? Was würde es euch bringen und wie würde sich möglicherweise daraufhin die Zukunft entwickeln? Käme dein Sohn damit klar wenn er schwarz auf weiß hätte ANDERS zu sein? Wollt ihr überhaupt testen lassen?
Was würde sich danach für euch ändern mit möglicher Diagnose? Oder habt ihr vielleicht Stellen wo man ansetzen kann danach ( auch Vorteile die man aufgrund gewisser Dinge bekommt) in Form von Therapien die es deinem Sohn in manchen Sachen doch noch leichter machen kann?
War es für ihn bisher sehr schwer im Leben?

Sorry wenn ich soviel frage aber das sind alles Fragen die ich mir eben stelle weil ich weiß wir wären ohne Diagnose nie an den Stellen gewesen wo wir heute sind. Für uns hat es ne Menge Hilfe bedeutet und Vorteile und Fortschritte. Er wäre so niemals zurecht gekommen. Mein Sohn geht übrigens auch mit Integrationshilfe in die Schule und käme sonst gar nicht zurecht.

Liebe Grüße Ela

Hallo!

Ich passe super in das von dir beschriebene Spektrum! Habe auch mal so einen Test gemacht, da kam so ein Ergebnis raus...
Bin der Sache nicht weiter nachgegangen, wieso sollte ich auch!

Bei meiner besten Freundin haben ich auch so etwas diagnostiziert. Noch einen Tick ausgepraegter als bei mir...
Die Frau hat einen super Job und kommt super durchs Leben! Ich habe also darauf verzichtet sie darauf anzusprechen.

Dein Sohn soll so bleiben wie er ist, deine Cousine soll erst mal fertig studieren!

LG

Schon beim Lesen des Satzes mit "studiert" und "hat diagnostiziert" musste ich fast lachen. Das ist ehrlich gesagt auch nur eine Stufe über Dr. Google. Wenn ich mich zurück erinnere, was für Krankheiten meine Kommilitonen oder ich gerade alles hatten, wenn es in der Vorlesung dran war...
Und auch direkt nach dem Examen ist das nicht besser, denn da gehört nun mal auch Erfahrung dazu, insbesondere um zu entscheiden, aber wo etwas therapiebedürftig ist.
Was die Züge angeht: das ist fließend. Du wirst an vielen Menschen ähnliches feststellt (mein Aha-Erlebnis war in der Psychiatrie-Vorlesung das Thema Persönlichkeitsstörung. Da erkennt jeder irgendwann irgendwelche Züge bei sich). Wenn du den Eindruck hast, dass er im Alltag eingeschränkt ist oder Probleme hat oder entsprechende Rückmeldung aus der Schule bekommst, würde ich mich an einen Spezialisten wenden. Wenn nicht, würde ich persönlich es eher nicht tun. Der Sohn einer Kollegin hat auch solche Züge. Wurde durch die Maschinerie gedreht ohne, dass was Wesentliches raus kam. Er ist anders als die anderen und wird auch so bleiben, mit allem, was daran positiv und negativ ist. Dafür schlägt er mit 9 schon Erwachsene beim Schach. Aber er kommt klar. Bei uns sagt man "er isch halt ä Käpsele"

Alles Gute

PS: das mit dem Teppich hab ich auch. Und eine kleine Obsession mit den Sofakissen 🤔

Wenn dich das Thema durch diese Aussage so beschäftigt, dann mach einen Termin beim Kinder-Psychiater aus und lass ihn testen. Dann hast du Gewißheit. Sonst wird dich das Thema ein Leben lang begleiten und uU wirst du dir später Vorwürfe machen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.

Ich lese nicht heraus, dass ihr ein Problem mit seinem Verhalten habt, oder irre ich mich?
Jeder Mensch hat seine Eigenheiten und jedem ordnungsliebenden Menschen werden Hobbypsychologen autistische Züge diagnostizieren.

Ich würde mich mit ner Tasse Tee entspannen und drauf warten, was die Cousine dann als Nächstes findet.

P.S.: Kinder die dabei sind in einer für sie immer größer werdenden Welt Orientierung zu suchen reageren allgerisch auf Verändrungen der grade erkannten Ordnung. Wenn in der Grundschule Stundenpläne wegen Erkrankung umgeworfen werden müssen, dann sind die alle durch den Wind.

Also mein Sohn ist auch so einer wie deiner. Was du beschreibst trifft auch genau so auf ihn zu.

Mir ist schon sehr lange bewusst, dass er autistische Züge zeigt. Aber da er keinerlei Einschränkungen und Probleme deswegen hat, sehe ich da keinen Handlungsbedarf. Warum auch?!
Was sollte ich mit dieser „Diagnose“ anstellen? Ist doch nur interessant wenn Handlungsbedarf besteht.
Und wenn ich das sehe oder die Lehrer massive Probleme sehen, dann werde ich was unternehmen, vorher sicher nicht.

Hallo,

"Wie gesagt entstehen ihm dadurch keine nennenswerte Probleme."

Warum sollte man dem nachgehen, wenn das Kind keine nennenswerten Probleme hat? #kratz

Ich sehe es auch so, dass das nichts bringt.
Den Leute mit Asperger, die im Leben nicht klar kommen, kann man u. U. mit einer Therapie helfen, besser mit anderen Menschen klar zu kommen, aber heilen kann man Autismus sowieso nicht.

Wenn Dein Sohn jetzt schon zurecht kommt, und Ihr lasst ihn testen, hat er nachher einen Zettel, auf dem steht, dass er Asperger Autist ist (oder auch nicht).
Den kann man dann in einem Ordner abheften.
Aber sonst würde sich doch sowieso nichts ändern, oder?

Ich arbeite in einem Beruf, der "merkwürdige" Menschen anzieht. Ich glaube, da könnte man so einiges diagnostizieren.
Aber wozu? Die Kollegen kommen ja klar. ;-)

LG

Heike

Wenn du deinen Sohn anschaust, siehst du einen glücklichen heranwachsenden Mann? Dann erspar ihm einen Gang zum Psychiater. Diagnose hin oder her, es wird ihm unweigerlich das Gefühl geben, nicht nur ein bisschen anders zu sein. Er ist nicht dumm und alt genug, um das Türschild zu lesen.
Behalte es im Hinterkopf, sollten gravierende Probleme auftauchen aber bitte rede nicht darüber und erst recht nicht mit anderen über ihn. Wie er ist ist er geliebt und angenommen, rüttel nicht dran rum.

Mein Vater hat in Erwachsenen Alter Asperger diagnostiziert bekommen. Er wollte einfach Klarheit haben, es ging nicht um "Vorteile" oder sonst was. Er kommt mehr als zurecht durchs leben und ist beruflich sehr erfolgreich. Er mag aber Leute nicht so gerne bzw. als wir aus dem Haus waren, musste er sich wirklich bewusst um Freundschaftspflege kümmern. Nach außen wirkt er wie der König der Party sozusagen und kennt jeder und jedem. Aber es ist zB für ihn eine bewusste Arbeit, die er sich vorgenommen hat.

Ich erkenne in vielen Persönlichkeitszüge meines Vaters mich und meinen 8 Jährigen. In der Krippe fand die Erzieherin seine Art zu spielen sehr auffällig. Er ist aber ein 1er-Schüler und ist in der Klasse super integriert. Er hat jetzt kein bester Freund in dem Sinne, sondern ist eher wie der Opa und kommt mit jeder klar, einigermaßen. Das ist für ihn auch ok so. Ich finde mein Kind nicht wirklich seltsam, aber das kann auch daran liegen, dass wir schon genug "seltsame" Leute in der Familie haben und damit umgehen können? Ich habe im Züge der Diagnose/Behandlung von meinen Vater mich sehr mit dem Thema beschäftigt und bei mir selbst kommen online tests (ich weiss ich weiss) immer als auffällig/asperger autismus raus.

In der Schule fällt er aktuell nicht auf, hat keinerlei Lernschwierigkeiten. Ich sehe daher weder beim Kind noch bei mir momentan Handlungsbedarf. Bei meinen Vater war es auch nicht eine Sache von Handlungsbedarf, es ergab sich einfach sozusagen, dass es diagnostiziert wurde. Er ist aber nicht in Behandlung oder sonst was, er kommt so zurecht. Die Erkenntnis war aber für ihn wertvoll.

Ich glaube, das muss jeder für sich entscheiden und je nachdem, wie man zurecht kommt?