Tochter NR 2 und Schule - nur noch furchtbar

Hallo.
Vlt habt ihr ja mal einen guten Rat für mich.
Meine zweite Tochter sackt in der 3 Klasse ganz grausam ab gerade.
Sie komm nur noch mit 4 oder 5 nach hause, WENN sie überhaupt mit macht.
Oft ist es so, das sie die Mitarbeit komplett verweigert und auch klar sagt: ich mach nix mehr.
Sie hat einen totalen Dickkopf, geht etwas nicht nach ihrem Willen, macht sie dicht. Sie ist seit einigen Wochen in psychologischer Behandlung (ihre große Schwester hat eine schwere Erkrankung, die macht de rkleinen halt auch zu schaffen). Da habe ich schon Bescheid gegeben.
Das ätzende ist: zu hause kann sie alles. Übe ich mit ihr, ist alles gut. E sliegt also nicht am fehlenden Wissen.
Die Psychologin meinte vor Wochen mal. sie sei eher über dem durchschnittlichen IQ und will gerne einen Test machen, ihre große Schwester is tmit 125 auch drüber.
Doch was nutzt das, wenn sie sich so quer stellt?
Ich weiß absolut nicht mehr ,w as ich machen soll. In Gesprächen ist sie einsichtig und auch motiviert, bis sie wieder in der Schule ist.
Manno!
Liebe Grüße

Das sind wohl zwei Punkte,

die 1. einzeln betrachtet werden sollten
sich 2. aber gemeinsam toppen können

zu 1.
a) die Situation mit der Schwester ist wichtig und nicht zu unterschätzen.
Aufmerksamkeit, Angst um die Schwester, Unklarheit wie es weiter geht und vieles mehr können da vieles anrichten.

Wie weit bekommt sie psychologische Unterstützung?
Entsteht bei ihr der Eindruck: weil die Schwester krank ist, muss sie behandelt werden?

Habt ihr Unterstützung?
Sowohl psychisch für die Familie? Lernen damit umzugehen, Leben mit der Krankheit, wie damit klar kommt, was verändert sich (akut, langfristig), wird es wieder wie es mal war usw.

Auch als Familie: wie könnt ihr damit kommunizieren.
Wie könnt ihr die Kleine begleiten? Die Große hat die Krankheit, die Kleine die Folgen und braucht auch Hilfe. Anders aber auch.
Der Spagat ist schwierig.

Bekommt sie konkrete Unterstützung? Also die Kleine. Nicht nur psychologisch, Gesamtsituation; sondern eben auch Hilfestellung, wie sie damit umgehen kann, Zeit das zu verkraften, selbst auch als Person mit ihren Ängsten wahrgenommen werden
und zusätzlich eben in Bezug auf die Erkrankung, die verändernde Familie, Eltern die selbst mir ihrer Angst zu kämpfen haben, sich anders verhalten usw.


Hochbegabung bei kognitiver Unterforderung kann Probleme bereiten. Hier ist die Frage in wie weit sie Unterstützung braucht.
Langeweile kann zu Verweigerung führen. Kann, muss nicht.


2. Wie sich das Toppen kann:

wenn sie kognitiv weiter ist und das auch unausgesprochen von ihr erwartet wird
(sie könnte ja können)

aber emotional völlig überfordert ist, dann kann das explodieren und zu Verweigerung führen.

Kommt dann noch dazu, dass von ihr erwartet dass sie es versteht, adäquat damit umgehen kann, weil der IQ höher ist, dann .... falle ich heute noch in Komplettverweigerung.

Warum soll ich (damals Kind, heute erwachsen) etwas besser können, was andere Erwachsene nicht verkraften? Zeit haben zu lernen damit umzugehen. Ich, weil mein IQ irgendwann mal gemessen wurde, einen Wert hat, weil mir mathematisches einfach so zufliegt, soll ich superduper mit anderen Situationen umgehen?
Da streike ich!


Daher würde ich zunächst den Weg gehen, dass Schule zwar Pflicht ist, aber erst mal mit weniger Druck auskommt.

Mit Lehrern sprechen. Einzelbehandlung würde ich nicht erwarten, aber mal mit ihnen sprechen, in wie weit sie die Gesamtsituation nachvollziehen können.
Fragen, welche Möglichkeiten es gibt.
Wäre es tragisch, wenn sie wiederholen müsste? Freundschaften oder sonstiges oder wäre es sogar gut ihr die Option offen zu halten. Sie kann es ja, aber emotional ist sie gerade komplett anders belastet.

Tut ihr Schule sogar gut als Abstand zur Krankheit, zur Ausnahmesituation
oder ist Schule momentan ein Faktor, den sie bekämpfen muss, weil es sie von der aktuellen so stark prägenden Situation ablenkt und sie nicht zu Hause sein kann, nicht bei ihrer Schwester sein kann.


Je nachdem welche Krankheit ihre Schwester hat, wäre auch die Überlegung für Selbsthilfegruppen oder Gruppen für Geschwisterkinder.

Freunde können das oft erst nicht verstehen. Für die geht das Leben weiter. Selbst für erwachsene Freunde sind Ausnahmesituationen oft mit Unsicherheit verbunden. Für Kinder noch mal anders.
Gleichaltrige Kinder, deren Geschwister ähnliches haben, können da oft helfen.

Auch besprechen welche Alternativen es gibt bezüglich Schule.
Nachhilfe um sie auf Kurs zu halten
Ferienfreizeit mit anderen Kindern, deren Geschwister ähnliches haben.
uvm.

Evtl. auch Familienhilfe, die mit in die Familie kommt und entlastet. Eine verlässliche Erwachenenperson, die den Bezugspart für einige Zeit mitübernimmt. Dann wenn Mama und Papa selbst unsicher sind oder von neuen Nachrichten gebeutelt werden.



Ein Test bezüglich des IQs kann Sinn machen, wenn die Verweigerung darauf zurück zu führen ist und zusätzlich zu den genannten Problemen, eine kognitive Unterforderung belastend ist.

Ist aber umgekehrt: so dass die emotionale Seite sie so sehr belastet, dass sie das Kognitive Können nicht abrufen kann/nicht abrufen will, weil sie so die EMOTIONALE Überforderung ausdrückt, dann würde ich da versuchen mehr zu helfen, für sie da sein und Unterstützung suchen.

Hallo und danke dir!
Sie bekommt seit einiger Zeit Musik therapie. Das habe ich nicht als "Du musst weil die große" aufgezogen sondern eher als: guck mal, das ist was für dich, vlt macht dir das Spass?"
Die Psychologin weiss bescheid, thematisiert das in der Teamsitzung evtl kriegt die kleine dann ein paar Stunden bei der ebenfalls da tätigen Tiefenpsychologin. Das läuft alles, macht der kleinen auch Spaß.
Wir haben eine ehremamtliche geschulte Helferin in der Familie, die sich oft nur alleine um die kleine künmmert und hier auch bei FRagen usw da ist. Da kann sich die Lütte auch mal auskotzen.

Das sie kognitiv weiter ist, thematisiere ich vor ihr nicht. Sie ist sehr sozial, schnell im denken und hat dann aber auch eine super niedrige Toleranzschwelle sich selber gegenüber.
Ich erwarte nicht von ihr, ein zweiter Einstein zu sein. Die 5en finde ich klar nicht toll, aber sind nicht das Problem des ganzen. Nur den Dickkopf mal vor der Tür zu lassen, das wäre schön.
ansonsten mag sie Schule, bekommt da auch so eine Lesepatin einmal die Woche, einmal die Woche eine Art Lerntherapie, das reicht finde ich. Oftmals kriegt sie im Klassenverband Hilfe einer Zweitkraft. WENN sie denn nicht (Wie heute) entscheidet einfach mal vor der Tür stehen zu bleiben, weil keinen Bock.
Dahe rbin ich ein wenig ratlos.
Ansonsten ist die Lage bei uns 3 en eigentlich ruhig geworden. Etwas wie Alltag, auch mit den Einschränkungen durch die Große, die kleine lasse ich bei allen Gesprächen aussen vor, damit sie sich nicht damit belastet und überlastet. Fragen beantworte ich - in einem gewissen Rahmen.
Liebe Grüße

Da ihr sie schon viel unterstützt und Hilfe annehmt:

was sagen denn die Hilfestellenden Personen zu dem Dickkopf?
Wie schätzen sie es ein?

emotionale Überforderung?
kognitive Unterforderung?
wie kann man sie bei ihrem Dickkopf packen?

Das ist sehr individuell und würde ich behutsam vorgehen bzw. oder wenn sie es gerade braucht, eben mit der Keule.


Bei mir HB- und ADHS Dickkopf:
je nach Situation brauche ich etwas anderes. Den Wink mit dem Zaunpfahl verstehe ich grundsätzlich nicht !

Oh, da fliegt ein Zaun, oh das Schwein pfeift und läuft herum.

Was ich damit aber machen soll, verstehe ich dann trotzdem nicht.
(Kognitiv bin ich aber soweit, dass ich den Zaun reparieren könnte, Vorschläge machen könnte welches Zaunmaterial besser ist usw.)

Den Wink damit, verstehe ich nicht.

Da muss man mich entweder mit der Nase drauf stoßen: hier, guck da, ist der Zaun kaputt, reparier mal.

Oder es braucht die Keule.



Wenn ich verweigere gibt es verschiedene Wege
a) ich brauche Zeit
die Situation einzuordnen, Übersicht bekommen, selbst einen Weg finden
b) die Keule!
Jetzt ist genug. Bis hierer und nicht weiter. Wenn Frist abläuft, dann....

Für mich selbst habe ich gelernt mich da einzuschätzen und das anderen auch mitzuteilen.

Im Alter deines Kindes konnte ich es noch nicht. Da kam dann der Dickkopf.
Manche Menschen konnten mich einschätzen und beg-leiten, an-leiten. Andere bissen auf Granit und schlugen sich die methaphorischen Zähne bei mir aus.


Daher würde ich mal mit den Lehrern und auch mit den unterstützenden Personen sprechen.
was braucht sie in dem Moment? Wo liegt der Knackpunkt. Wie kann man den Knoten lösen, damit sie selbst in der Lage ist umzusetzen, was an "mindestverhalten" sein sollte bzw. was sie in dem Moment vielleicht auch gar nicht dickköpfig sein will.


Welche Methode (Verhalten der Erwachsenen) bewirkt, dass sich ihr Verhalten ändert?
Kann sie es selbst einschätzen, was in solchen Momenten "mit ihr durchgeht" oder eher nicht?

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"über dem durchschnittlichen IQ". Ja wahrscheinlich der mathematisch-logische. im sozialen dann eher unterdurchschnittlich. Meist gleicht sich sowas aus. Ihr solltet auf alle Fälle die sozial-emotionalen Defizite aufholen, denn im hohen IQ in der mathematisch-logischen Intelligenz ist nicht die Ursache zu suchen

Und was genau ist da deine Aussage? Oder dein Ratschlag?

Ich hab gelesen, dass sich diskrepante Testbereiche üblicherweise nach oben angleichen. Abgesehen davon, dass deine Bezeichnungen von irgendwoher kommen. Oder auf welche Art Test beziehst du dich?

Guten Morgen.
Genau so ist es eher nicht.
Sie hat eine super soziale Ader und manchmal ist genau das ihr Problem.
Sie macht sich um alles und jeden Sorgen, will sich kümmern, grübelt über Probleme anderer nach und will sie lösen. Sie erträgt es nicht gut, wenn es anderen nicht gut geht und hat einen ziemlichen Beschützer instinkt.
Nur bei sich selber legt sie die Latte sehr sehr hoch und scheitert daran. Dann kommen so Aussagen wie "Ich bin eh zu doof"
LG

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Ich würde einen IQ Test machen lassen. Schadet doch nicht, sondern macht den meisten Kindern viel Spass.
Das mit der Erkrankung kann durchaus die Ursache sein, Leistung kann man schlecht zeigen, wenn man so abgelenkt/mitfühlend/besorgt ist.