Sohn (8) wiederspricht nur, diskutiert, etc

Hallo,

ich erhoffe mir von euch Tips wie wir mit dem Verhalten unseres Sohnes umgehen sollen. Er ist jetzt 8, geht in die 3. Klasse (ist dort der jüngste), lebhaft, aber er kann sich auch konzentrieren. Was uns Sorgen macht ist sein Verhalten, wenn es nicht nach seiner "Nase läuft". Kriegt er z.B seinen Willen nicht, diskutiert er, rebelliert gleich, schreit rum, oftmals muss auch seine kleine Schwester dran glauben (diese provoziert aber auch sehr gerne, ist 3,5 jahre alt, versucht ihn zu maßregeln, pitscht/ haut ihn etc). Wie kriegen wir das in den Griff? Reden, schimpfen, Strafen bringen keinen Erfolg. Ebenso redet er immer wieder nach Streitsituationen, wenn wir uns mit ihm in Ruhe hinsetzen und mit ihm reden und sein Verhalten reflektieren, das ihn ja eh keiner lieb hat (wo wir ihm vehement wiedersprechen und ihm auch zeigen das wir ihn lieben). Er hat auch viele Freiheiten, darf sich z.B tgl mit Freunden treffen, raus gehen, wir spielen mit ihm Spiele, Technik gibt es max 30 Minuten am Tag (aber auch da hält er sich oft nicht an die Absprachen das er z.B kein Fortnite auf Youtu** gucken darf, geschweige denn das spielen darf)

Wir sind mit unserem Latein echt am Ende... Er versteht es, wenn wir mit ihm reden, reflektiert sein Verhalten auch richtig aber keine 2h später bzw sobald die nächste Situation kommt wo es nicht nach seiner nase läuft, geht das ganze wieder von vorne los...

Hallo,

das ist typisch für das Alter. Ich habe neulich einen Bericht von einem Kinderpsychiater gesehen, in dem es um die geistige Entwicklung von Kindern geht. Wirklich vom Säugling bis zum Erwachsenen. Mit 8 Jahren begreifen Kinder ihre eigene Meinung. Bzw. sind in der Lage diese zu vertreten und durchzusetzen. Das muss geübt werden. Und wo übt sich das besser als Zuhause. Es ist nicht zu verwechseln mit dem eigenen Willen, den entwickeln Kinder schon viel früher. Bsp.: Fortnite: Ihr seid der Meinung, dass das zu früh für ihn ist. Dein Sohn ist der Meinung, er ist alt genug dazu, WEIL.... Dieses WEIL konnte er früher noch nicht. Da hatte er nur den Willen etwas zu wollen. In dem Alter entwickelt sich das Warum er etwas will. Oder warum ihm was nicht passt etc. Aus diesem Grund diskutieren 8-9jährige auch sämtlichen Mist aus. Kinder sind nun in der Lage, über bestimmte Situationen nachzudenken, sich ihre Meinung zu bilden und müssen lernen, diese kund zu tun. Das ist ein Lernprozess, der anfangs im Theater endet. Denn Übung macht den Meister. Viele sagen dazu Vorpubertät. Aber das ist Blödsinn. Fängt er an zu diskutieren, diskutiert sachlich mit ihm. Bringt eure Argumente an, lasst ihn seine Argumente bringen. So lernt dein Sohn, wie man seine Meinung vertritt. Grundlegend falsch, ist, die Diskussion mit den Worten: "Darüber brauchen wir nicht diskutieren" zu beenden. Dann wird es dein Sohn nicht lernen und mit Ausrastern reagieren, weil er nicht ernst genommen wird. Lasst ihn seine Argumente vorbringen, nehmt ihn ernst, erklärt eure Argumente und einigt euch. Eventuell könnt ihr ihm entgegen kommen, wenn seine Argumente überzeugend sind.
Und zu eurem Trost, das geht vorüber.
LG
Lotta

Danke für deine lieben Worte, das baut uns doch etwas auf...

Lieben Dank

Hallo,

"Grundlegend falsch, ist, die Diskussion mit den Worten: "Darüber brauchen wir nicht diskutieren" zu beenden. Dann wird es dein Sohn nicht lernen und mit Ausrastern reagieren, weil er nicht ernst genommen wird."

Das kann man aber nicht allgemeingültig sagen.
Es gibt Kinder, die diskutieren Thema XY endlos und das täglich. Gerade Mediennutzung ist da sehr beliebt. #schwitz
Wenn man da nicht irgendwann sagt, jetzt ist Schluss, darüber wird nicht diskutiert, dreht man sich nur immer weiter im Kreis.

Als Erziehungsberechtigter muss man sich manchmal zum Wohle des Kindes durchsetzen, auch wenn das Kind sich dann nicht ernst genommen fühlt und ausrastet.

In der Schule kann das Kind nicht über alles mit den Lehrern diskutieren.

Mit Erwachsenen wird auch nicht über jedes Thema diskutiert. Chefs diskutieren nicht alles mit ihren Mitarbeitern durch. Da gibt es viele Dinge, die sind, wie sie sind und entweder macht man das oder man kann sich einen anderen Job suchen.
Du brauchst auch nicht anfangen, mit der Polizei über Verkehrsregeln zu diskutieren oder ähnliches.

Wenn ein Kind nicht damit leben kann, dass manche Regeln einfach gelten und dann jedesmal ausrastet, weil es sich nicht ernst genommen fühlt, muss es das lernen.
Solche Menschen kommen nämlich nicht durch's Leben. Ich hatte einen Kollegen, der das nicht konnte. Was meinst Du wie schnell der wieder weg war...

LG

Heike

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Ich kann nichts rauslesen, was nicht völlig normal in dem Alter wäre#kratz.
Er diskutiert und widerspricht? Ja, auf meinem Kalender sind die ersten beiden Ziffern 20, nicht 19 oder 18. Auf deinem nicht? Ist doch gut, wenn er diskutieren übt, dass der Ton dabei angemessen bleiben muss, ist auch Übungssache. Klar muss er nicht mit allem, was er möchte, durchkommen, ihr seid die Eltern und trefft die Entscheidungen; aber diskutieren und widersprechen wird er doch wohl dürfen. Ihr widersprecht, schimpft und straft doch auch, wenn es nicht nach eurer Nase geht#kratz?

Sorry. Aber wenn du Freunde treffen und spielen als große Freiheit definierst... dann weis ich, es geht etwas strenger bei euch zur Sache.
Meine Tochter ist 9 und man merkt eindeutig seit sie 8 ist dass da die pupertät langsam anklopft. Das ist bei Jungs nicht anders.
Das ewige ausdiskutieren geht bei meiner Tochter nicht .... erst recht nicht, wenn sie gerade am fluchen ist. Am besten fährt man hier mit Ruhe. Das heißt kleinere Dinge werden ignoriert und größere Dinge führen dazu dass sie erst mal eine Weile in ihr Zimmer muss.
Mit Medien sind wir nicht so streng wie du. Es muss aber alles andere laufen. D.h Schule ok und Hausaufgaben gemacht, Zimmer in Ordnung... dann darf sie auch ans I- Pad spielen oder Netflix Kids gucken. Da steht keine Stoppuhr daneben.

Ich kann dir nur den tip geben euch mehr zur zu halten. Die Pubertät wird noch mehr Streit-Potential beret halten und daher lieber Ressourcen schonen.
Last ihn ruhig in seinem Zimmer abfluchen. Und ja rebellion gehört dazu. Hier endet es am Ende immer in einen DEAL. So haben beide Seiten aufeinander zugehen müssen.
Und wenn er alles was anfällt gut erledigt hat, mein Gott, dann lass ihn auch mal etwas länger an sein Spiel. Tägliches Freunde treffen ist für mich normal und wird hier auch unterstützt. Insbesondere verhindert das hohen medienkonsum oder ständige Streits mit kleinen Geschwistern. Daher sehe ich das nicht als Freiheit an, sondern eher als notwendigkeit. Stubenarrest gibt es hier faktisch nicht. Das wäre eher eine Strafe für mich.

Ach es hat doch nicht immer alles mit Pubertät zu tun nur weil Kinder mal nicht rund laufen!!

Kinder haben ihre gesamte Kindheit Entwicklungsschübe und Phasen!

Denn wenn man nach deiner Aussage geht, hat die Pubertät auch schon in der Trotzphase im Kleinkind alter begonnen!

Das ist nämlich nichts anderes, heißt nur nicht so!

Kaum bocken Grundschüler mal, kommen sie gleich in die Pubertät... 😂

Wenn die richtige Pubertät vor der Tür steht, dann merkst du das. Da klopft auch vorher keiner!
Versprochen 😂

Es geht hier aber nicht um mal bocken..... sondern das ab 8 viele Kinder wirklich täglich vehement gegen schießen wie man so schön sagt. Das ist nicht vergleichbar mit einem Kleinkind was die Schuhe nicht anziehen will.

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Hallo,

einerseits machen das alle Kinder in dem Alter, andererseits gibt es welche, mit denen es besonders schwierig ist.
Dein Sohn klingt schon nach einem Kind von der schwierigen Sorte.

Ich will nicht gleich den Teufel an die Wand malen und das Problem AD(H)S nennen, aber in die Richtung scheint es schon zu gehen.
Diese mangelhafte Impulskontrolle und diese Unfähigkeit einigermaßen zeitnah aus Konsequenzen zu lernen, ist da sehr typisch. Auch dieses Überempfindlichkeit, wo das Kind gleich meint, keiner mag es mehr, ist typisch für diese Störung.

Es gibt auch Kinder, die nur gewisse Züge von AD(H)S haben und nicht den vollen Krankheitsbildern vom Zappelphilip oder vom Träumerchen entsprechen.
Oder Dein Sohn ist einfach noch etwas zu jung für die Anforderungen, die an einen 3. Klässler gestellt werden. Solche Kinder können auch ADHS-artige Verhaltensweisen entwickeln.

In der 3. Klasse wird es für Euren Sohn ja gerade ernster, weil der Stoff anzieht, die Hausaufgaben mehr werden und die Leistung durch die Noten sichtbarer wird.
Vielleicht braucht Dein Sohn noch Zeit, um sich da einzufinden.
Vielleicht gab es bei Euch auch Veränderungen durch einen Lehrerwechsel?
Vielleicht gibt es gerade im Freundeskreis Schwierigkeiten?

Eventuell ist es auch anders herum, und er ist unterfordert und deswegen sehr unzufrieden.
Auch sehr begabte Kinder können bei Unterforderung anfangen, AD(H)S-Verhaltensweisen zu zeigen.

Unser Sohn (fast 10) hat leichtes ADS (also die Träumer-Variante). Der wird immer besonders schwierig, wenn er sich über- oder unterfordert fühlt.
Bei ihm ist das gerade so, weil ihn das Drumherum in der 5. Klasse Gymnasium überfordert. Fachlich ist das, bis auf Englisch, kein Problem.
(Bevor gleich einer meckert, dass wir unser armes Kind mit ADS mit 9 auf's Gymnasium schicken, die Lehrer sind auch der Ansicht, dass er da richtig ist. Bei ihm gibt es leider immer diese Diskrepanz zwischen dem Kognitiven und dem verspielten Träumer. Wenn man dem verspielten Träumer Raum gibt, wird er rebellisch, weil er unterfordert ist. Das haben wir auch schon ausprobiert. #schwitz)

Was bei unserem Sohn funktioniert, ist erstens Konsequenz hoch drei. Da muss immer ganz klar sein, dass B passiert, wenn er A macht. Da sollte man ihn aber nochmal dran erinnern, bevor die Folge B eintritt.

Bei Mediennutzung wird es für ihn schlimmer, je mehr er den Aufstand probt. Wenn er motzt, dass er nicht länger spielen darf, spielt er am nächsten Tag eben gar nicht.
Wenn unser Sohn auf Youtube etwas gucken würde, was ihm ausdrücklich verboten worden war, wäre das Gerät erstmal ein, zwei Tage weg. Wenn das nicht hilft, gibt es das Gerät eben nur noch X Minuten pro Tag unter Aufsicht.

Das heißt nicht, dass man über Dinge nicht diskutieren sollte. Es kommt drauf an, worum es geht. Täglich über die Mediennutzung zu diskutieren, halte ich für sinnlos. Das merkt das Kind irgendwann auch und spart sich die Rumpelstilzchen-Einlage, auch wenn das länger dauert, als bei anderen Kindern.

Was auch gut funktioniert, ist, unserem Sohn Eigenverantwortung zu übertragen, wo das möglich ist. Ich habe ihm z.B. gesagt, dass ich mich mit ihm nicht mehr über das Üben mit seinem Instrument zanke. Ich erinnere ihn daran und wenn er nicht will, oder zu kurz übt, kommt er eben nicht weiter und wenn das nachhaltig so ist, melden wir ihn ab. Da er das nicht will, übt er jetzt brav, wenn ich ihn daran erinnere. ;-)

" Ebenso redet er immer wieder nach Streitsituationen, wenn wir uns mit ihm in Ruhe hinsetzen und mit ihm reden und sein Verhalten reflektieren, das ihn ja eh keiner lieb hat (wo wir ihm vehement wiedersprechen und ihm auch zeigen das wir ihn lieben)."

Da sagen wir unserem Sohn immer, dass wir nicht ihn kritisieren, sondern sein Verhalten. Ihn haben wir ganz, ganz lieb, aber sein Verhalten mögen wird manchmal nicht.

Wenn unser Sohn etwas gut macht, was sonst schlecht klappt, loben wir ihn auch immer ganz viel.
Gestern hatte ich ihm gesagt, er braucht nicht mehr Duschen zu gehen, weil es zu spät wird, weil er da immer ewig trödelt. Daraufhin ist er doch Duschen gegangen und war nach 13 Minuten fertig. Dafür durfte er dann 10 Minuten länger im Bett lesen. :-)

Was Ihr noch machen könnt, ist mal in ein AD(H)S-Buch gucken. Da gibt es Tips, wie man mit mangelhafter Impulskontrolle und diesem schlechten Lernen aus Konsequenzen umgehen kann.

Wenn Ihr das Gefühl habt, dass Euch die Sache total über den Kopf wächst, könnt Ihr Euch auch Hilfe von außen suchen.
Entweder probiert Ihr es mit einer Erziehungsberatung (aber möglichst nicht beim Jugendamt), oder Ihr lasst Euren Sohn mal bei einem Kinderpsychiater durchchecken. Die sind für ADHS zuständig.

Der Sohn (11) meiner Freundin hat zwar kein echtes AD(H)S, weil die Impulsivität fehlt, aber die Schusseligkeit und die Hibbeligkeit davon. Der macht gerade eine Therapie bei einem Kinderpsychiater, und das scheint einiges zu bringen.

LG

Heike

Unterm Strich halte ich das Verhalten von deinem Sohn für recht normal.

Aber du kannst ja mal zu einer Familienberatungsstelle gehen. Nur du ganz alleine und mit einen der Therapeuten reden. Da gibt es bestimmt gute Tipps wie man mit einfachen Mitteln die Situation zu Hause entschärfen kann.

Ich war mal in einer ähnlichen Situation und habe das gemacht. Es hat mir und meiner Familie einfach nur gutgetan.

An sich finde ich es relativ normal unser knapp 8jähriger diskutiert auch viel und tickt zur Zeit auch wieder schneller aus als es schon mal war. Was ich in deinem Beitrag "fraglich" finde ist deine Aussage zu Handy-/Mediennutzung und dass er da auf Abwege gerät. Da würde ich enger dran bleiben und ihm das Gerät sofort entziehen, wenn er sich nicht an die Regeln hält. Vielleicht sehe ich das in einem halbem Jahr anders, aber bisher ist unser Sohn mit Handy oder Tablet im Wohnzimmer/in meiner Nähe und ich bekomme schon mit was er da macht.

Wir haben auch noch eine Nr. 2 die nun 4 ist und auch gerne ihn angegriffen hat, da hat sehr geholfen die Kleine deutlich aus der Situation zu nehmen und den Großen zu schützen. Auch wenn er ihr körperlich überlegen ist, hat er sich nie gewehrt und die Kleine hatte Oberhand. Da muss auch mit der Kleinen (die gefühlt ja noch ach so klein ist) ein ernstes Wörtchen geredet werden und für den Großen Grenzen gesteckt werden.

Konsequenz, klare Regeln, viel Liebe und Zuwendung, und Geduld, es geht vorbei.
Ich glaube auch, dass die Diskussions-Phase normal ist, empfehle aber NICHT, jeden Tag das gleiche zu diskutieren. Klar sollt ihr ihn anhören, seine Argumente ernst nehmen, aber dann kann man eine Entscheidung treffen, z.B. "nicht länger als 30 Minuten gaming pro Tag bis zu den Ferien (man kann eine sinnvolle Frist setzen, dann neu verhandeln, die Kinder werden ja auch älter...). Und dann eben NICHT mehr jeden Tag diskutieren. Bei manchen Kindern kann man hin und wieder eine Ausnahme machen. Bei anderen Kindern nicht, das führt dann danach zu 3 Wochen täglich Krach und Tränen, weil man die Ausnahme nicht jeden Tag macht. Da werdet ihr euren Sohn kennen und einschätzen können.
Plant bewusst und regelmäßig auch Aktivitäten, wo der Junge einen von euch oder beide Eltern für sich hat - damit er nicht immer auf die kleine Schwester Rücksicht nehmen muss. Auch das könnte die Situation entspannen.