Rechtschreibung 9.Klasse

Hallo,

Bisher habe ich viel still mitgelesen. Nun brauche ich mal weitere Meinungen und Tipps.

Es geht um meine Tochter, 9.Klasse im bay. Gymnasium. Texteschreiben war noch nie ihre Stärke - vor allem wegen der Rechtschreibung, aber auch der Inhalt der Aufsätze sind schwierig. Wegen der Rechtschreibung spreche ich die Lehrer seit der 3. Klasse jedes Jahr an. Immer wurde ich beruhigt, es sei noch alles im Rahmen, es wird besser ....
Ich bräuchte mir keine Sorgen machen. Die Noten waren nicht besorgniserregend, aber meiner Meinung nach sehr wohlwollend.

Es gab jetzt die erste Schulaufgabe. Inhaltlich nicht berühmt, aber die Rechtschreibung katastrophal (Note 5). Beim Elternsprechtag wurde ich "endlich" das erste Mal vom Lehrer darauf angesprochen. Er konnte keine Gründe sehen, warum sie so viele Fehler macht und dadurch auch der Satzbau leidet. Gramatikalisch richtig Sprechen ist für sie kein Problem. Auch Lesen macht keine Probleme. Er kann sich nicht erklären, warum sie im Schriftlichem solche Schwierigkeiten hat und unterdurchschnittlich ist.
Jetzt frage ich mich natürlich, wie ich ihr helfen soll. Der Lehrer war nicht besonders hilfreich. Ich habe schon in den letzten zwei Jahren an Nachhilfe gedacht, aber sie hat jedes Mal gerade so die Kurve bekommen. Auch habe ich mich gescheut ihr zusätzlich zu G8 und dem Musikunterricht weitere Termine aufzudrücken.
In den anderen Fächern ist sie gut - Noten zwischen 1 und 3. Ich habe Angst, dass diese über kurz oder lang wegen der schriftlichen Mängel leiden werden.

Gibt es eigentlich Kurse für Teenager, die sich auf Schreibtechniken für Aufsätze und Rechtschreibung fokussieren? Habt ihr Tipps wo ich nachfragen kann?

Danke für das Lesen

Hallo!

Ich habe eine isolierte Rechtschreischwäche.

Heisst, ich kann super lesen und auch auswendig lernen das gelesene aber meine Rechtschreibung und Grammatik ist der einer LRS.

Lass dein Kind testen. Es tut nicht weh. Und ihr wisst woran ihr seid. Und je nachdem was dabei raus kommt ,kann sie an entsprechenden Trainings/Programmen/Nachhilfen teilnehmen.

Danke für die Antwort.
An eine isolierte Rechtschreibschwäche habe ich auch schon eine Weile gedacht. Die Lehrer haben immer abgewunken.
Werde mich mal einlesen. Was hast Du als Training gemacht?
Viele Grüße

"Texteschreiben war noch nie ihre Stärke - vor allem wegen der Rechtschreibung, aber auch der Inhalt der Aufsätze sind schwierig"

Na, dann ist sie wohl ein klassischer Fall für Nachhilfe. Schreiben lernt man nur durch schreiben, aber auch das kann man üben. Das ist zwar zeitaufwändig und langwierig, führt aber zum Erfolg.

In der 9. Klasse steigt der Anspruch in Deutsch deutlich, schließlich geht es Richtung Oberstufe. Es ist also normal, dass jetzt die Probleme deutlicher werden.
Deine Angst, dass sich ihre Schwierigkeiten in Deutsch langfristig auf andere Fächer auswirken, ist durchaus richtig, schließlich werden jetzt dann in immer mehr Fächern ausführliche Stellungsnahmen und Begründungen verlangt.

An deiner Stelle würde ich mich nach einer guten Deutschnachhilfe umsehen und dort den Schwerpunkt auf Inhalt, Ausdruck und Grammatik legen. Rechtschreibung sollte natürlich nebenher auch mit einfließen und geübt werden.
Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass eine starke LRS erst in der 9. Klasse erkannt wird, schon gar nicht bei der Vorgeschichte, eine schwache wird aber kaum mehr erkannt bzw hätte keine Auswirkungen. Schlechte Rechtschreibung bedeutet nicht automatisch LRS, auch nicht isolierte Rechtschreibschwäche.

Auch du kannst ihr helfen (wenn sie das zulässt). Kontrolliere ihre Hefte und Hausaufgaben nach Rechtschreibfehlern. Lass sie sie dann selbst finden. Vielleicht erkennt ihr ein Muster, um welche Rechtschreibfehlres sich handelt (Flüchtigkeitsfehler, Regeln missachtet, Probleme mit Silben...) und wann sie passieren ( in Eile, unter Stress, bei lauter Umgebung...).

Hallo,

wie wurde bei Deiner Tochter denn Rechtschreibung unterrichtet?

Falls es durch Schreiben nach Gehör oder Lernworte war, kann es gut sein, dass sie es einfach nie richtig gelernt hat. Das ist alles andere als selten.
Dann würde ich gucken, ob ich irgendwo im Netz oder als Buch einen Kurs für Rechtschreibregeln finde. Ich kenne leider nur Material für jüngere Kinder, aber Deine Tochter wird das schneller lernen, wenn es keine Rechtschreibschwäche ist.
Üben kann man das z.B. mit der Schlaukopf-Seite. Da müsst Ihr eventuell bei einer niedrigeren Klasse nach Rechtschreibübungen gucken, je nachdem, auf welchem Stand Deine Tochter ist.

Wenn die Rechtschreibung bei ihr mit Regeln unterrichtet und gut geübt wurde, aber trotzdem nicht klappt, würde ich bei ihr an eine Schwäche in dem Bereich denken.

Aufsätze schreiben lernt man nur durch Aufsätze schreiben. ;-)
Ich kenne nur ein Lernheft für die 4. Klasse dafür. Aber ich schätze, das gibt es auch für ältere Kinder.

Gibt es an Eurem Gymnasium Lernbüros?
Das gibt es hier in der Form, dass zu bestimmten Zeiten Fachlehrer in einem Raum sind. Schüler können die ansprechen, wenn sie Dinge nicht verstanden haben oder Übungsmaterial brauchen.

LG

Heike

abgesehen von diveresen möglichen Krankheitsbildern (Dyskalkulie, LRS usw...) finde ich die letzten Jahre einfach ALARMIEREND, wie geleert wird.

Seit der Grundschule bestehen die Übungsblätter in Mathe, als auch in Deutsch mit diesen "workbooks" nur noch aus "fertigmachen".

Die Kinder schreiben "SS" in Lücken oder "ß", -- oder "g" oder "k", - aber sie üben nicht die fertigen Wörter.
In Mathe schreiben Sie nur Ergebnisse in fertig angedruckte Übungen.
Diese Entwicklung fördert diese ganzen Krankheitsbilder oder macht auch gesunden Kindern, auffälltige Kinder. - Aber meiner Meinung zu einem großen Teil eben durch mangelnde Übung und nicht, weil es ein Krankheitsbild ist.

Ich weiß, früher war nicht alles besser. - Aber hier finde ich schon, dass jede WOche zuhause als Hausaufgabe 2 Kurzdiktate pro Woche plus eine Geschichte schreiben in der kompletten Grundschulzeit "Spuren" hinerlässt. Postive: denn man hat einfach die Rechtschreibung besser gelernt, als nur "Lücken ausfüllen".

Selbes gilt für Mathe: wenn ich tausend mal die 1x1-Aufgaben ins Heft schreibe, habe ich sie wirklich gefestigt "drauf". - -wenn man in workbooks nur 5, dann 38 dann 40, dann 66 schreibt und der Rest nur im Kopf passiert, wird meiner Meinung nach nicht richtig gelernt.

Sprich: Das alte und ausgeleierte Sprichwort ist die einzige Hilfe: "Übung macht den Meister" und zwar konsequent von der Grundschulzeit täglich oder wöchentlich.

Klar: jetzt in der 9. ist schon viel übern Berg, aber auch da kann man mit täglichen Diktaten die Konzentration schulen und Rechtschreibung üben.

Und zwar, ohne das jemande eine Modediagnose LRS o.ä. gestellt hat. Und selbst wenn man diesen Zettel hat: das Ergebnis ist das selbe: jeden Tag 15 Minunten auf den Hosenboden sitzen und gezielt die Defizite üben.

Gerade bei so einem Text finde ich es dann doch sehr wichtig, dass man nicht "geleert"schreibt 😅


Ich finde übrigens das Lerntempo meiner Tochter, zweite Klasse, enorm und natürlich üben wir auch zu Hause immer wieder ein bisschen. Und die Rechtschreibung wird immer besser.

Das Kind der TE scheint ja relativ früh unter dem Durchschnitt der anderen zu liegen in diesem Bereich, obwohl es die gleichen Übungsaufgaben erhalten hat wie der Rest der Klasse.
Da scheint also nicht die Lehre an sich mangelhaft gewesen zu sein.

Was ich schlimm finde, ist, dass die Lehrer nie etwas gesagt haben und die Mutter sich nicht auf ihr Bauchgefühl verlassen hat und selbst gehandelt hat.
Ob es nun fehlende Übungen zu Hause sind oder eine Schwäche, weiß ich nicht.
Aber ich würde es abklären lassen. Besser schon vor drei Jahren, aber nun gut..

Ich bin übrigens froh, dass heute solche Schwächen diagnostiziert werden und Kinder nicht automatisch einfach als dumm abgestempelt werden, wie es früher oft der Fall war.

Angesichts des übrigen Textes gehe ich davon aus, dass die Mutation von Lehre zu Leere nicht zufällig war.

Hallo,

"Gibt es eigentlich Kurse für Teenager, die sich auf Schreibtechniken für Aufsätze und Rechtschreibung fokussieren? Habt ihr Tipps wo ich nachfragen kann?"

Nennt sich Nachhilfe und es gibt die bekannten Institute oder auch in jeder Stadt kleinere, private Institute. Einfach mal die gelben Seiten befragen oder auch Mitschüler.
Das sind dann meistens Kleingruppen. Bei deiner Tochter würde ich tatsächlich mit Einzelstunden anfangen, da der Lehrer dann herausfinden kann wo es am meisten hapert.
Danach kann sie in eine Gruppe wechseln.
So haben wir es bei unserem Sohn in Mathe gemacht.

Allerdings hätte ich niemals so lange gewartet.

LG
Tanja

Ich würde sie auch auf isolierte Rechtschreibschwäche testen lassen. Das kann man bei Schulpsychologischen Beratungsstellen oder niedergelassenen Kinderpsychologen. Klar, das dauert ein bisschen, aber dann habt ihr ein zuverlässigeres Ergebnis als nur "Vermutungen" von Lehrern - die in eurem Fall wohl noch nie gehört haben, dass es diese Störung gibt. Und ihr könnt sie evtl zu einer qualifizierten Lerntherapie schicken. Wenn eine Gymnasiastin im 9. SJ noch so schwach in Rechtschreibung ist, kann man davon ausgehe, dass sie von den "normalen" Lernangeboten im Bereich Rechtschreibung nicht profitiert - dann nützt auch Nachhilfe nicht.
Schaut doch mal auf der Internetseite des Bundesverbandes für Legansthenie und Dyskalkulie - da gibt es viele gute Informationen.
Und: Handeln solltet ihr auf jeden Fall, die schlechte RS wird sie sonst dauerhaft einschränken. Besser spät als nie!

Ich habe für meinen Sohn Lernstrategie Basiskurs gewählt. Er ist in der Grundschule, aber die Lehrer haben bereits bemerkt, dass die Rechtschreibung ziemlich schlecht ist. Ich habe das Internationales Centrum für Begabungsforschung kontaktiert und nach einem Privatlehrer gefragt.

https://lern-ort.de/rechtschreibung-verbessern https://essaydune.com/write-my-homework/