Auslandsaufenthalt in der 9.oder 10.Klasse für 3 Monate! Wer kann berichten?

Huhu....
Mein Sohn ist 14 und geht in die 9. Klasse gymi.
Nun kommt er öfters mit dem Wunsch paar Monate an eine Englisch oder auch französischsprachige Schule gehen zu wollen. Am liebsten mit einem Austauschpartner.

Wie steht ihr zu solchen Sprachkursen ?
Er ist ja noch minderjährig.
Es gibt viele Organisationen die so was anbieten. Was könnte es Kosten? Wie finde ich eine vertrauensvolle Gastfamilie?
Fördert es der Entwicklung meines Sohns ?
Fragen über Fragen.
Mein Mann ist gleich abgeneigt, kostet ihm zu viel. Ich sehe es offen. Finde es toll dass sich Sohnemann so Was zu traut. Und wann wenn als Jugendlicher kann man so Was machen. Es muss ja nicht gleich Neuseeland oder USA sein. VL England oder Frankreich.
Über Erfahrungen würde ich mich freuen.
Lg

Also ich habe die 11. Klasse, ca 10 Monate bei einer Gastfamilie in Australien verbracht. Ist inzwischen schon über 15 Jahre her und war für mich und meinen weiteren Lebensweg sehr prägend. Ich würde es immer wieder machen und weiter empfehlen. Damals funktionierte das noch ohne ein Schuljahr wiederholen zu müssen. Wie das heute ist weiß ich leider nicht.

Ich bin damals mit der Organisation afs im Ausland gewesen und hatte ein vollumfängliches Stipendium. Ich meine meine Eltern haben damals nur die Flüge und mein Taschengeld bezahlt.

Die Organisationen kümmern sich vor Ort um die Betreuung der Jugendlichen aber auch im Hintergrund um Versicherungen usw.. Eigentlich müsste es in der Schule eures Sohnes einen Lehrer geben, der für solche Sachen Ansprechpartner ist. Zudem veranstalten die Organisationen Informationsabende. Dein Sohn könnte sich ja mam informieren und dann schaut ihr dort gemeinsam vorbei und informiert euch einfach mal alle zusammen ganz ergebnisoffen 😊

Wie kamst du zu dem Stipendium? Sehr gute Noten ?

Durchschnittliche Noten, Schnitt war so bei 2,0-2,5. Also übermäßig gut war ich nicht 😃
Es gab einen Bewerbungsprozess bei dem ich eine Aufsatz schreiben musste und danach ein Gespräch über meine Motivation usw. führen musste. Davor gab es aber auch einiges an Seminaren die darauf vorbereitet haben. Andere Organisationen machen sowas aber evtl. auch am Einkommen der Eltern fest bzw. laufen die Programme grundsätzlich über Stipendien. Die Rotary und Lions Klubs haben zum Beispiel eigene Programme.

Warum nicht. Das kann durchaus sehr lehrreich sein. Ich kannte mal aus meiner Schulzeit eine die war so das typische Teeny Girlie, Einzelkind und Zuhause das Prinzesschin. Sie schaute 10x pro Tag in den Spiegel, ob ihr Make Up noch cool war und es ging nur um Styles und Boys......und als es dann an den Austausch ging, war sie so. Aaaah Amerika.....Hollywood....soooo cool. Die Jungs werden sweet. Und hah..... das wird mega..... so ohne Eltern und mit Highschool.....und Prom. Also wirklich: rosarotes Gelaber mit viel Einhornpups. (Ich mochte sie deswegen nicht so)

Sie kam nach einem Jahr wieder .... trug plötzlich vernünftige Sachen, sah nicht mehr aus wie in den Make Up Topf gefallen und plötzlich kamen schlaue, sozial kritische Dinge aus ihrem Mund. Sie sprach darüber wie schlimm sie die Obdachlosigkeit vieler Menschen da fand und war richtig empört, dass immer noch so viele rassistische Vorurteile über die farbige Bevölkerung existierten. Natürlich hatte sie auch viele gute Dinge zu erzählen, aber die drehten sich gar nicht um Hollywood, Make Up und Boys. Und.....ja ....sie war selbstständig....und selbstbewusst geworden....und sie hatte was zu sagen, was nicht nur Einhornpups war. Das Jahr war sicher für sie ein Härtetest, hat aber ihrer Reife, Eigen- und Bodenständigkeit wirklich sehr gut getan.

Um wirklich etwas über sich und die Welt zu lernen, schadet es manchmal nicht das heimische Nest und die eigene Komfortzone zu verlassen. Das Englisch unserer Austauschüler war hinterher ausnahmslos sehr gut. Wir hatten 7 davon in der Klasse. Und auch sonst, brauchte man sich um die keine Sorgen mehr machen, dass die in einem späteren eigenständigen Leben nicht zurecht kommen. Für rein schulisches ist es eine eher unnötige Investition, aber für all die Erfahrungen, die man macht, ist es vermutlich sein Geld wert.

Hallo
Solche Sprachkurse? Ein Austausch mit Schulbesuch ist doch schon ein bisschen anders, als ein ein Sprachkurs.
Wir hatten ab September knapp 4 Monate eine Austauschschülerin bei uns. Davor habe ich mit dem Thema schon Erfahrung gemacht durch Freunde und befreundete Familien die Schüler/innen aufgenommen haben.
Grundsätzlich kann das eine gute Sache sein. Bei „nur“ 3 Monaten muss man sich aber im Klaren sein, dass das alleine das Sprachniveau nur bedingt nachhaltig bessert. Dann braucht man ja auch Zeit um sich einzugewöhnen, einen Alltag zu finden und Kontakte aufzubauen. Bei 3 Monaten wird man, kaum richtig angekommen, ja schon wieder rausgerissen. Ob das Thema ist, kommt natürlich auch auf den Charakter des Kindes an.
Bei besonderen Talenten gibt es die Möglichkeit eines Stipendiums. Und wenn nicht, etwas mehr Zeit ist oft nicht einmal viel teurer. Da würde ich, wenn ihr es zählen könntet, definitiv darüber nachdenken.

LG

Was bietet seine Schule so an?

Ok, das sind meist nur 1-2 wöchige Austauschmöglichkeiten im Klassenverband, könnte aber ein Anfang sein.

Meine Schule hatte damals auch Tipps für längere Aufenthalte. Externe Angebote mit denen die Schule gute Erfahrungen gemacht hatte. Immerhin besteht ja Schulpflicht und der Ablauf mit dem Schulstoff lief bei manchen Angeboten sehr gut und bei anderen weniger.
Der Vorteil war, dass es so schon Kontaktmöglichkeiten mit Austauschulen gab.

Für Ältere gibt es noch die AuPair Möglichkeit. Da kenne ich einige mit sehr guten, aber auch sehr schlechten Erfahrungen.

Sprachkurse kenne ich eher in Form von "Zeltlager". Mehrere Kinder reisen als Gruppe in ein anderes Land, sind dort zwar untergebracht, aber haben gemeinsam Unterricht. Als Ferienaktion ganz nett.

Am effektivsten war laut Erzählungen im Freundeskreis: Schüleraustausch. Gastfamilie mit Schulbesuch.
Und später dann AuPair oder ein ganzes Schuljahr im Ausland.

Es ist nach meiner Erfahrung eher unüblich, daß sich die Kinder in Klasse 9 / 10 einen längeren Auslandsaufenthalt gönnen. In Klasse 9 / 10 sind das eher die von der Schule organisierten 2 - 3wöchigen Austauschprogramme mit Partnerschulen im Ausland.

Zumindest unter G9 sind die mehrmonatigen Auslandsaufenthalte in Klasse 11 durchaus verbreitet. Allerdings geben die Schule da auch Spielregeln vor. An der Schule meiner Söhne darf man sich einen mehrmonatigen Austausch ohne die 11. Klasse wiederholen zu müssen nur erlauben, wenn das Abschlusszeugnis der Klasse 10 einen Schnitt von 2.0 oder besser aufweist. Kosten? Das geht von 5000 - 30000€ - je nach Land / Ansprüchen und Dauer.

Grüsse
BiDi

Wir haben in der Familie drei verschiedene Auslandsmodelle „meiner Generation“ durch. Die Cousine ging drei Monate in die USA, dort zur High School. War auch 10. Klasse. Sie hatte dort positive Erfahrungen, spricht inzwischen gutes Englisch. Es war selbst organisiert, Gastfamilie war entfernte Verwandschaft mit Kindern im selben Alter.

Meine zweite Cousine war nach dem Abi in England. Mama hat alles organisiert, auch den Gastfamilienwechsel. Selbständiger ist sie dadurch nicht geworden.

Ich war nach dem Abi in Asien, habe bei verschiedenen Hilfsorganisationen hospitiert. Englisch Unterricht, Tierschutz, Frauenhilfe usw. das war schon sehr cool und hat mich menschlich weit gebracht. War übrigens komplett unorganisiert und selbst finanziert über Ferienjobs.

Was ich damit sagen will: Es gibt zig Wege Auslanderfahrung zu machen. Alle sind gut. Man muss sich nur Gedanken machen was zu einem passt.

> Mein Mann ist gleich abgeneigt, kostet ihm zu viel. Ich sehe es offen.

Naja, kommt halt auf eure finanziellen Möglichkeiten an. Ein komplett selbst finanzierter Auslandsaufenthalt kostet schnell mal fünfstellig.

Das einfachste wäre, wenn es an eurer Schule ein echtes Austauschprogramm auf Gegenseitigkeit gibt. Deutsch ist als Fremdsprache aber nicht so gefragt, demzufolge wollen zwar viele deutsche Schüler nach England, aber kaum englische Schüler nach Deutschland. Es ist also eher Glück, wenn man in so ein Programm reinkommt. Mit Frankreich geht es vielleicht eher, aber je nachdem, wo man hinkommt, ist man den Deutschen dort nicht unbedingt wohlgesonnen. Eine Bekannte hat da während ihres Schüleraustauschs leider keine so schöne Zeit verbracht, zum Glück war es bei ihr nur eine kurze Zeit.

Ansonsten bleiben noch diverse Stipendien, die es aber meist nur für ganzjährige Aufenthalte gibt, und man muss sich da frühzeitig bewerben, für nächstes Schuljahr ist das womöglich schon zu spät.

Als erstes müsstet ihr mit der Schule abklären, ob und wann ein solcher Aufenthalt sinnvoll integriert werden kann. Einfach 3 Monate wegbleiben geht womöglich nicht so leicht, es fehlen dann ja die Noten.