Fr├╝her Einschulen? (Hochbegabung)

Hallo­čśŐ

Wir wollten unseren Sohn (knapp 5) eigentlich erst n├Ąchstes Jahr einschulen, haben aber gestern die "Diagnose" "Universelle Hochbegabung" erhalten und die dringende Empfehlung, ihn noch dieses Jahr einzuschulen.

Jetzt ist es nat├╝rlich schon sehr sp├Ąt, die meisten Schulen hier m├Âgen weder Kann-Kinder, noch das Wort Hochbegabung, und Corona macht es auch nicht einfacher­čśĺ Ich m├╝sste sehr f├╝r einen Platz k├Ąmpfen.

Ich bin im Zwiespalt.

Einerseits f├Ąnde ich ein weiteres Jahr im Kindergarten f├╝r ihn sch├Ân (und es w├╝rde auch mich mit Baby deutlich entlasten), andererseits wird sein Vorsprung zu seinen sp├Ąteren Klassenkameraden immer gr├Â├čer.

Unser KiTa ist leider, trotz gutem Personalschl├╝ssels, wenig an einer speziellen F├Ârderung interessiert und seine zwei besten Freunde verlassen den Kindergarten nach den Ferien.

Einen Klassensprung bei sp├Ąterer Einschulung f├Ąnde ich ung├╝nstig, weil er dann als "Sonderfall" in eine neue Gemeinschaft gesetzt w├╝rde. Auch ist er sehr zierlich.

Eine Einschulung zum Winterhalbjahr w├Ąre besser zu organisieren und er h├Ątte noch 6 Monate im Kindergarten um sich "vorzubereiten". Allerdings w├╝rde ihm dadurch eine "normale" Einschulung entgehen (naja, so normal wie Corona das zul├Ąsst) und auch hierbei w├╝rde er in eine bestehende Gruppe kommen. Vorteilhaft w├Ąre, dass er nicht die absoluten Anf├Ąnge des Schulstoffes "ertragen" m├╝sste.

Nat├╝rlich versuchen wir ihn Zuhause mit Dingen zu besch├Ąftigen, die m├Âglichst wenig Schulstoff vorgreifen, aber das Interesse an Zahlen und Lesen kann man letztlich ja doch nicht abstellen.

War jemand hier schon in so einer Situation? Wie habt ihr euch entschieden und wie war es dann f├╝r eure Kinder?

Auch ├╝ber reine "Bauchgef├╝hl"-Antworten anderer Eltern w├╝rde ich mich freuen.

Welchen Weg w├╝rdet ihr gehen?

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Puuh, ja, bl├Âde Situation, schwere Entscheidung!

Einschulung zum Halbjahr kenne ich ehrlich gesagt gar nicht, aber das w├Ąre f├╝r mich gef├╝hlsm├Ą├čig total raus.... Dann hat er keine normale Einschulung, wird einfach so in eine Klasse "geworfen", die sich gerade so zusammengerauft hat, das ganze nette Kennenlern-Programm hat er verpasst und er w├Ąre dann genau wie beim ├ťberspringen der "Sonderfall".
Kann gut sein, dass seine dann schon eingeschulten Kumpel dann richtig gut in der Schule angekommen sind und sich in dem halben Jahr auch ein St├╝ck weit von dem noch-Kindergartenkind entfernt haben- das kann dann richtig frustrierend f├╝r deinen Sohn sein, sollte er in die Klasse der beiden kommen und dann nicht mehr da ankn├╝pfen k├Ânnen, wo sie im Kindergarten standen.
Das w├Ąre f├╝r mich absolut raus, ich sehe keine Vorteile!

Aber jetzt Einschulen oder n├Ąchstes Jahr (ggf. mit der Option zu ├╝berspringen)... Mmmmh, keine Ahnung! Dein Sohn ist mit gerade 5 Jahren ja auch noch verflixt jung- denn Hochbegabung hei├čt ja leider nicht automatisch, dass Sohnemann auch -emotional schon schulreif ist! Warum habt ihr testen lassen? Gibt es Probleme? Langeweile?

Mir tun allerdings dieses Jahr eh die Kinder leid, die eingeschult werden in diese merkw├╝rdige Corona-Situation und ohne einen richtigen Kindergartenabschluss. Wenn nun dein Sohn sich ja gedanklich auch noch gar nicht auf Schulstart einstellen konnte und nun soll es pl├Âtzlich in 6-8 Wochen loasgehen- ich glaube, fr├╝here Einschulung w├Ąre grunds├Ątzlich ggf. eine Option, aber dieses Jahr w├╝rde ich das unter den gegebenen Umst├Ąnden wirklich nur machen, wenn der Leidensdruck durch Unterforderung im Kiga sehr gro├č ist. Aber h├Ąufig wissen kluge K├Âpfe sich auch gut zu besch├Ąftigen und anzuregen, oder wie sieht es bei eurem Sohnemann aus?

Ich tendiere also zu: normal einschulen, ggf. ├╝berspringen lassen. Tats├Ąchlich haben wir das mit unserer Tochter auch so gemacht (ohne Hochbegabten-Testung, aber unsere Vermutung geht in die Richtung...), hatten kurz ├╝ber fr├╝here Einschulung nachgedacht, uns dann aber dagegen entschieden und unsere Entscheidung nie bereit (wobei nat├╝rlich jedes Kind anders ist....).

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Danke, f├╝r deinen Beitrag.

Im Kindergarten gibt es bisher nur m├Ą├čige Probleme (er zieht sich ├Âfters raus, ist frustriert, wenn seine Freunde seine Spielideen oder Gespr├Ąchsthemen nicht verstehen), aber bisher konnte er sich gut an die ├älteren halten und geht gerne hin. N├Ąchstes Jahr ist er einer von 3 "Gro├čen" in einer 20er Gruppe ab 1,5 Jahren...

Wir haben ihn f├╝r uns testen lassen. Vorher waren wir uns unsicher, ob wir uns bei ihm nicht etwas einbilden (auch, wenn wir oft R├╝ckmeldungen erhalten haben, dass wir dies nicht tun) und um bei sp├Ąteren Problemen in der Schule ggf ein Gutachten vorweisen zu k├Ânnen, schlie├člich ist "Mein Kind ist nicht dumm, sondern unterfordert!" derzeit wohl eine beliebte Aussage von Eltern­čÖä

Probleme haben wir eher Zuhause, seitdem er jetzt 9 von min. 20 Wochen Zuhause sitzt nat├╝rlich noch extremer. Er ist bei der Alltagsplaning super unflexibel, w├╝tet bei jeder Kleinigkeit, ist zu perfektionistisch f├╝rs Basteln, provoziert, langweilt sich bei jeder Routine (und sei es nur das Anziehen) und das alles, obwohl ich durch das BV wirklich Zeit nehme.

Jetzt k├Ânnen wir seine Eigenheiten besser zuordnen.

Eigentlich h├Ątten wir den Test schon vor 8 Wochen gemacht, aber durch Corona hat sich der Termin st├Ąndig verschoben­čśľ Auch sind Hospitationen jetzt nat├╝rlich nicht m├Âglich und die Schulleiter nicht an "noch mehr" Sondersituationen interessiert ­čĄŽÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ

3

Hallo,

die sozial- emotionale Reife ist echt wichtig. Hat er diese? Wie ist es mit seiner Frustrationstoleranz? Wie geht er mit Konflikten um? Wie reagiert er darauf, wenn er Dinge tun soll, die er nicht m├Âchte? Was sagen die Erzieherinnen?

Vom Kopf her sind viele 5 J├Ąhrige schon so weit fr├╝her in die Schule zu k├Ânnen, aber an der sozial- emotionalen Reife hapert es da oft noch. Deshalb ist die Einschulung eben auch mit knapp 6.

Liebe Gr├╝├če

Isabel

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Habt ihr keine Grundschule mit jahrgangs├╝bergreifendem Konzept (1/2 und 3/4 oder 1-3 und 4)? Ich w├╝rde solch eine Schule w├Ąhlen, da er so eine Klasse ├╝berspringen k├Ânnte (sofern es n├Âtig ist), ohne dass es auff├Ąllt und ohne, dass er aus seinem Umfeld gerissen wird. :-)

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Hallo,

so wie du Deinen Sohn hier auf die Schnelle beschreibst, w├╝rde ich ihm noch ein weiteres Jahr Kindergarten g├Ânnen und mich um viel Zusatzprogramm k├╝mmern (soziale Gruppen, Sport, ein Instrument lernen, Interessen ausbauen, Talente f├Ârdern, Neugier befriedigen).

Sp├Ąteres Springen in der Schule nicht ausgeschlossen. Eltern machen sich da h├Ąufig zu viele Gedanken, f├╝r Kinder ist dieser Weg oft wesentlich unkomplizierter.

"...und die dringende Empfehlung, ihn noch dieses Jahr einzuschulen....." - ├╝ber diesen Satz bin ich gestolpert. Wo habt Ihr ihn denn testen lassen?

LG

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Hallo!
So seh ich das auch. Man kann kognitive F├Ąhigkeiten auch f├Ârdern ohne dem Schulstoff vorzugreifen. Und die Sozial-emotionale Reife ist eben auch super wichtig.
Unsere Tochter ist auch sehr intelligent, alles fliegt ihr zu, was sie kann, wird schnell langweilig - die Grundschule war eine Qual. Im Kindergarten hat sie von anfang an am liebsten mit den Gro├čen - sprich mit den Vorschulkindern gespielt. Das wurde bereits im 2. Jahr schwierig, da sie da dchon den Vorsch├╝lern absolut ebenb├╝rtig und teils dogar ├╝berlegen war. Mit 4,5 Jahren hat sie dann Blockfl├Âtenunterricht bekommen - da wurde ihr schlaues K├Âpfchen dann unabh├Ąngig vom ├╝blichen Schulstoff gef├Ârdert umd gefordert (und nach einem halben Jahr meinte sie nicht mehr ├╝ben zu m├╝ssen, weil sie auch ohne ├ťben ihrer etwas ├Ąlteren Unterrichtspartnerin ├╝berlegen war).
Mit 6 wurde sie dann regul├Ąr eingeschult, und da sie 3,5 Wo vor dem Stichtag geboren ist, wird sie immer eine der j├╝ngsten in der Klasse sein. Und genau das war auch ihr Problem in der Schule. Kognitiv war sie den Mitsch├╝lern immer voraus, von der sozial-emotionalen Entwicklung her waren viele ynderen Kinder weiter. Das war auch der Grund, warum ein ├ťberspringen nie zur Debatte stand, obwohl soewhl die Klassenlehrerin als auch dir Mathelehrerin meinten, dass sie das vom Kognitiven her locker schaffen k├Ânnte. Nun ja, dir Grundschulzeit war zeitweise sehr m├╝hselig, die Mitsch├╝ler hielten sie f├╝r einen Streber, obwohl sie nicht einmal das N├Âtigste f├╝r die Schule gemacht hat (Hausaufgaben waren in der 2. Klasse nur noch selten, ab der 3. Klasse gar nicht mehr vollst├Ąndig).
Mittlerweile geht sie in die 5. Klasse eines Gymnasiums, welches in der 5. Und 6. Klasse nach G8 unterrichtet, danach k├Ânnen die Sch├╝ler w├Ąhlen, ob sie auf dem G8-Zweig bleiben oder doch G9 machen. Sie ist nach wie vor eine super Sch├╝lerin (besseres Zeugnis als auf der Grundxchule), ist aber hier viel gl├╝cklicher, weil der Leistungsunterschied zu den Mitsch├╝lern nicht mehr so gro├č ist. ├ťberspringen ist derzeit kein Thema mehr und w├Ąre sicher auch nicht optimal - in der 6. Klasse sind die Kids teils sogar 2 Jahre ├Ąlter als unsere Tochter, und jetzt kommt die Pubert├Ąt... Nebenbei lernt unsere Tochter auch noch Gitarre und Cello spielen, die Blockfl├Âte wurde durch die Querfl├Âte ersetzt. Mit dem Cello spielt sie als j├╝ngstes Mitglied im Schulorchester, da kann sie ihre ├╝berxch├╝ssigen Kapazit├Ąten loswerden. Und emotional kann sie im normalen Tempo reifen und mus sich nivht an ├Ąltere Mitsch├╝ler anpassen.

LG

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Danke, das war sehr hilfreich.

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Ich glaube, dass viele Eltern untersch├Ątzen, dass Interesse an Zahlen und das Interesse am Lesen lernen zum einschulen ganz einfach nicht ausreicht.

├ťber sein Sozialverhalten, seine generelle Entwicklung und emotionale Reife hast du nichts geschrieben. Das ist aber ein wesentlicher Punkt der f├╝r und gegen Einschulung sprechen kann.

Das Lesen und Rechnen der ersten Klasse ist mit Flei├č schnell gelernt. Ganz ohne Hochbegabung. Wenn alles andere nicht passt wird er gro├če Probleme mit seinen Klassenkameraden haben. Steht vielleicht als Au├čenseiter da. Du sagst seine beiden Freunde verlassen den Kindergarten. Umzug? Oder werden sie eingeschult?

Ich w├╝rde mir ├╝berlegen ob ich jetzt auf biegen und brechen eine Einschulung durch dr├╝cke oder mir nicht doch in Ruhe eine andere F├Ârderstelle suche. Zur Not eben ohne Unterst├╝tzung des Kindergartens.

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Hallo,

Gibt es in eurer Umgebung alternative Schulformen, die ihr euch anschauen k├Ânntet?
Durch die aktuelle Situation nicht einfach. Aber auch durch Gespr├Ąche k├Ânnte man bestimmt das Konzept kennen lernen.

Mein Sohn liebt aktuell das freie Lernen Zuhause.
Endlich in seinem Tempo und das was ihn interessiert. W├Ąre das in der Schule m├Âglich, w├Ąre es toll.

Eine fr├╝here Einschulung und/ oder Klassensprung helfen meist nur kurzfristig. Dazu kommt, dass die emotionale und soziale Reife meist dem Alter entspricht und es f├╝r hochbagabte Kinder dann dort Probleme gibt. Oft nicht gleich aber wenn es in h├Âheren Klassen dann Richtung Pubert├Ąt geht, machen 1-2-3 Jahre schon viel aus.

Gr├╝├če
Jojo

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"Einerseits f├Ąnde ich ein weiteres Jahr im Kindergarten f├╝r ihn sch├Ân (und es w├╝rde auch mich mit Baby deutlich entlasten), andererseits wird sein Vorsprung zu seinen sp├Ąteren Klassenkameraden immer gr├Â├čer. "

Das finde ich den wichtigen Punkt: wenn er sich im Kindergarten wohl f├╝hlt, w├╝rde ich ihn dort lassen.

"Einen Klassensprung bei sp├Ąterer Einschulung f├Ąnde ich ung├╝nstig, weil er dann als "Sonderfall" in eine neue Gemeinschaft gesetzt w├╝rde. Auch ist er sehr zierlich."

Das w├Ąre er auch jetzt. Nur schon viel fr├╝her und emotional noch nicht soweit.


Hochbegabung hei├čt, dass man kognitiv viel kann,
emotional aber eben auch so alt ist, wie man ist oder sogar j├╝nger.


Fr├╝here Einschulung: ja, wenn: er im Kindergarten unterfordert ist, Probleme hat, nicht klar komm, untergeht

nein wenn: er sich im Kindergarten wohlf├╝hlt, aufgenommen ist, lebt, sich entwickelt.




Klassensprung: ja, wenn es Hinweise gibt, dass es ihm nicht gut geht, die Noten schlecht sind, Unterforderung ist

nein, wenn er gut mitkommt, seine guten Noten genie├čt, die freie Zeit f├╝r seinen individuellen Input nutzt

F├╝r Hochbegabung gibt es viele Wege.
Diejenigen, die easy im gleichen Alter durch die Schule gehen (sie haben es oft erst an der Uni erfahren, dass sie es sind)

Diejenigen, die durch Unterforderung massive Probleme haben: Handlungsbedarf.

Diejenigen, die zwar hochbegabt sind, aber null Interesse an Schulf├Ąchern haben. #schwitz
Schule muss aber sein. Durch Schullangweile qu├Ąlen und Sonderf├Ârderung durch Kinderuni, Vortr├Ąge, Musikschule, Sonderlehrg├Ąnge usw.


Achte darauf, was DEINEM Kind GUT tut. Informiere dich zu M├Âglichkeiten, vernetze dich mit anderen Eltern, aber entscheide was f├╝r DEIN Kind gut ist, nicht was pauschal "empfohlen" wird.

Warum eine Statistik nur eine Statistik ist und sich dein Kind au├čerhalb der Statistik wohler f├╝hlt, wird es dir schon bald selbst erkl├Ąren ;-)
Egal, ob das nun Schulunterricht oder HB-Empfehlung nach HB-Statistik ist.


Wichtig ist, dass ihr die M├Âglichkeiten kennt, nicht zu viel verschiedenes experimentiert, sondern darauf achtet, was eurem Kind gut tut
und auch, dass ihr durch die Diagnose nicht zu viel erwartet!

Bsp. du bist zu klug .... und von ihm Verst├Ąndnis erwartet, das selbst Erwachsene emotional ├╝berfordert

Bsp. dass er sein Potential aussch├Âpft. Nur weil man es kann, muss man es nicht immer machen. Begabung und W├╝nsche sind nicht immer die gleichen.
Eine Freundin kann super gut effizient den Haushalt machen, sie hasst es. Ihr Mann kann es nicht halb so gut, aber liebt es, weil es ihn entspannt.

Ein guter Freund hat Hoch/H├Âchstbegabung in Bereich A. Er studierte aber Bereich B. Keine Hochbegabung in dem Bereich und er liebt es.
Seine Aussage: Bereich A hat ihn schon damals gelangweilt. Er kann es zwar, kann f├╝r sich aber nichts davon abgewinnen. Studium w├Ąre vielleicht noch gegangen , wie in der Schule : Zeit absitzen und gute Noten schreiben. Es w├╝rde ihn aber nicht erf├╝llen.

In Bereich B liebt er die Herausfoderung, den Inhalt, das tun. Auch, dass er dort "nur" Mittelfeld ist, dass er es sich selbst erarbeitet, dass es ihm Spa├č macht, dass er etwas daf├╝r tun muss, dass ihn der Bereich fasziniert.

Dass ihm von seinem Umfeld nicht zugetraut wurde, seine Entscheidung selbst zu treffen, hat ihn schwer getroffen.
W├Ąre er in beiden Bereichen nicht begabt, h├Ątte es ihn niemanden interessiert.

Weil er aber in Bereich A Potential hat, wurde er zur Dummheit entm├╝ndigt, weil er sich f├╝r seine Interessen und nicht f├╝r sein Talent entschieden hat.
In Bereich A w├Ąre er trotz Talent nicht gl├╝cklich. In Bereich B bl├╝ht er auf.

Harter Tobak f├╝r sein Umfeld, das in ihm ; das ihn als sein Potential gesehen haben und ihn nicht merh als Mensch mit eigenem Leben.



Achte darauf, was eurem Kind gut tut.
Eine Stastik besagt auch, dass gl├╝ckliche Kinder besser durchs Leben kommen.

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Ich bin glasklar f├╝r eine regul├Ąre Einschulung:

1. Er scheint dir auch mit einen weiteren Kitajahr nicht aufs Dach zu steigen und seine intellektuellen Bed├╝rfnisse k├Ânnen notfalls sehr wohl noch Zuhause gestillt werden. Immerhin werdet ihr ihm wohl was eure Abschl├╝sse angeht wohl so viel bieten k├Ânnen, dass ihr mit seinen Themen durchaus noch Schritt halten k├Ânnt. Oder ist er sowas wie Sheldon Cooper und interessiert sich f├╝r Sachen von denen ihr keine Ahnung habt? Langeweile ist ├╝brigens nicht sch├Ądlich f├╝r Kinder, sondern ein Motor f├╝r Kreativit├Ąt und Erfindungsreichtum.

2. Interesse an Zahlen und Buchstaben haben viele Kinder heute zeitig. Die Spielzeugindustrie f├Ârdert das. Schon auf Babyspielzeug sind gro├če bunte Buchstaben und irgendeine Qu├Ąkstimne erkl├Ąrt einem, dass das ein A ist, wenn man drauf dr├╝ckt. Das hei├čt gar nix.

4. Macht eine fr├╝here Einschulung nur Sinn wenn die Sozialkompetenz ├Ąhnlich weit ausgebildet ist, da hapert es aber oft bei sehr vielen Kindern mit Hochbegabung. Sie profitieren vom sozialkomperenzfokussierten Arbeiten in einer Kita ohne Notendruck und Kopfnoten.

5. Fr├╝h eingeschulte Kinder sind oft in bestimmten Punkten scheinbar "zur├╝ck" im Vergleich mit anderen Klassenkameraden. Das macht sich mitunter stark bei der hormonellen Entwicklung bemerkbar. Das kann ein Kind verunsichern, wenn pl├Âtzlich alle um einen herum wachsen wie Zunder, Geschlechtsmerkmale ausbilden und voll in die Pubert├Ąt rutschen und bei einem selbst passiert gar nichts und man kapiert es auch nicht, was mit den anderen pl├Âtzlich los ist.

6. Schau Dir mal bitte die Welt an. Es wird schon jetzt gesagt, dass das n├Ąchste Schuljahr nicht regul├Ąr starten wird, weil wir bis dahin keinen Impfstoff haben werden. F├╝r die Erstkl├Ąssler bedeutet das Homeschooling mit sporadischen Schulbesuchen. Er wird also gr├Â├čtenteils nix machen au├čer H├Ąschen basteln und viel Zeit verlieren oder von euch beschult werden. Gleichzeitig kann er das System Schule gar nicht richtig lernen. Die Regeln, das selbstst├Ąndige Arbeiten, das Verhalten in der Klasse. Das alles fehlt. Die erste Klasse jetzt in der Krise ist praktisch eine verlorene Generation von der v├Âllig unbekannt ist, ob sie diese Vers├Ąumnisse ├╝berhaupt aufholt. Tausende Kinder k├Ânnen da nicht mal im Ansatz so lesen oder rechnen, wie das normalerweise um diese Zeit der Fall w├Ąre. Ich sehe das, weil ich selber so ein Kind in der Betreuung habe. Sie kamen in die Schule und schon nach wenigen Monaten sind sie wieder au├čen vor. So l├Ąuft es gerade. Ums Verrecken w├╝rde ich mein Kind nicht diesem Irrsinn aussetzen, wenn die Chance f├╝r eine normale Beschulung 1 Jahr sp├Ąter um so vieles h├Âher liegt. Definitiv w├╝rde ich meinem Kind einen geordneten Schulstart w├╝nschen. Im Notfall kann es bei Unterforderung immer noch Klassen ├╝berspringen, wenn die Lehrer dies empfehlen.

Das ein Kind zum Halbjahr in den Schulbetrieb neu einsteigen kann, w├Ąre mir v├Âllig neu und habe ich noch nie geh├Ârt.

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Punkt 5 ist ein wichtiger punkt. Das war f├╝r meine Nichte auch sehr schwierig. Ganz schwierig wurde es so mit 14.5 Jahren. Die meinsten waren 1 Jahr ├Ąlter und durften abends schon weggehen. Oft war sie die einzige die nicht in den Kinofilm durfte oder wo der Betreiber gesagt ja der Film ist f├╝r das Alter l├Ąuft aber bis 22.30 Uhr also ist nichts ohne Eltern.
Das n├Ąchste Problem war das sie zum Studium z. B keine Wohnung gefunden hat weil kaum Vermieter u 18 j├Ąhrige wollten und WGS auch nicht.

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Ich sehe hier eine chronisch gelangweilte Viertkl├Ąsslerin, mit deren Lehrerin ich mich seit Einschulung herumstreite, ob sie unterfordert oder langsam/ungezogen/usw ist. Zus├Ątzlich ist das Niveau von Klasse/ Unterricht verh├Ąltnism├Ą├čig schlecht. Aus diesem und anderen Gr├╝nden wurde die Situation leider nie so akut, dass wir weitere Ma├čnahmen wie Diagnose/Wechsel/... durchgezogen h├Ątten.
Im Grunde ist es, egal, wie ihr weitermacht, absolut abh├Ąngig, auf was f├╝r Menschen ihr trefft und das ist leider ├╝berwiegend Gl├╝ckssache und kaum vorher herauszufinden.
Was ich damit sagen will: Sieh zu, m├Âglichst engen Kontakt zu den P├Ądagogen zu halten und lass dich nicht beschwichtigen und abwimmeln, wenn die Situation nicht passt.
Meine Horrorvorstellung derzeit ist, dass das jetzige Schuljahr bis zum Winter verl├Ąngert werden k├Ânnte, wie bereits vorgeschlagen wurde.
Dann w├Ąre wieder die Frage: weiter qu├Ąlende Langsamkeit ertragen oder trotz R├╝ckstand den vorzeitigen Wechsel in die bestehende 5. anstreben. Ich hoffe, dass es zu dieser Situation nicht kommt.

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Hallo meine Liebe,

ich w├╝rde ihn nicht vorzeitig einschulen. Die soziale Komponente ist sehr wichtig und er muss in der Klasse mit Kindern zurecht kommen, die 1 Jahr oder teilweise sogar 2 Jahre ├Ąlter sind. Wird er das schaffen? Du sagst er w├╝tet viel herum zu hause. Wird er schon verstehen wenn er als Hausaufgabe eine Seite voll 1, 2 oder 3 schreiben und ├╝ben muss? Oder h├Ąlt seine perfektionistische Art es aus, wenn das "a" nicht perfekt ist und er es noch 20 mal schreiben muss? Man untersch├Ątzt leicht die wirkliche geistige Reife die ein Kind mitbringen muss um den Schulalltag mitzumachen, sitzen zu bleiben, zu verstehen, dass man nicht aufstehen und herum laufen darf nur weil man selbst schon fertig ist aber die anderen noch nicht. Dazu geh├Ârt viel Verst├Ąndnis. Intelligenz ist nicht alles. Meine Tochter ist 4,5 Jahre alt und kann auch schon im 10 er Raum rechnen und ihren Namen schreiben. Sie interessiert sich sehr f├╝r B├╝cher und ist nat├╝rlich wegen ihrer 3 ├Ąlteren Geschwister schon weiter als andere Gleichaltrige. Trotzdem w├╝rde ich niemals auf die Idee kommen sie fr├╝her einschulen zu lassen, da ich sie so lange wie m├Âglich ihre Kindergartenzeit genie├čen lassen will. Wenn dein Sohn sich im Kindergarten wohl f├╝hlt, dann lass ihm noch ein Jahr Zeit. Freu dich, wenn ihm die Schule dann leicht fallen wird und er ohne M├╝he durchkommt. In den h├Âheren Schuljahren wird sich das n├Ąmlich h├Âchstwahrscheinlich wieder ausgleichen, wenn der Schwierigkeitsgrad heftiger wird und die Kinder fauler ;-)
Liebe Gr├╝├če
Juliane