RÄCHTSCHREIBUNK

Guten Morgen,

mein Sohn geht in die 2. Klasse. Für den letzen Wochenplan musste er eine Geschichte zu Ende schreiben, was er in der Notbetreuung in der Schule gemacht hat.

Als ich die Geschichte zu Hause gelesen habe, war ich ziemlich entsetzt über die Rechtschreibung. Fast in jedem Wort war ein Fehler.

Meine Fragen: Ist das normal?
Wann ändert sich das?
Welcher Lehrbücher-/hefte gibt es, die wir zu Hause nutzen können?

Wie sind Eure Erfahrungen in diesem Bereich? Ich höre immer nur meine Nachbarin die darüber schimpft, dass Ihre Kinder (15 und 12) bis heute wohl noch immer recht grauslig schreiben.

Grüße, fuxx

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Meine Großen (5. und 3. Klasse) schreiben nahezu fehlerlos. Denen rollen sich bei solchen Fehlern die Fußnägel hoch.

Sie lesen viel, die Lehrerin hat drauf geguckt - und auch ich habe immer korrigiert und erklärt was warum falsch war.

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Da hast Du offensichtlich sehr schreibtalentierte Kinder. Sei froh! ;-)

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Bei meiner Großen ist das auch so. Die hat anfangs nach Gehör geschrieben, aber schon am Ende der 1. Klasse wurden Rechtschreibfehler korrigiert, und mit Beginn der 2. Klasse wurde Rechtschreibung trainiert.
Mein Sohn ist jetzt in der 2. Klasse (er liest übrigens mehr als seine große Schwester - daran kann es also nicht liegen). Er wird nach dem gleiche Konzept unterrichtet, und trotzdem fällt ihm die Rechtschreibung deutlich schwerer als meiner Tochter. Meine Tochter hat in der 2. Klasse einmal ein Diktat geschrieben, unter dem stand "Du hast super geübt!" Ich hab mich daraufhin gefragt, mit wem bzw. wann das Kind geübt hat. Mit mir jedenfalls nicht. Mit meinem Sohn übe ich viel mehr, und trotzdem macht er deutlich mehr Fehler als die Große im gleichen Alter.
Und wenn ich an mich selber denke: Kaum das ich lesen konnte, waren mir die Bücher quasi unter der Nase festgewachsen - ich hab fast nichts anderes mehr gemacht als zu lesen. Bei uns wurde obendrein die Rechtschreibung noch ganz anders unterrichtet als heute (nach Gehör durften wir nie schreiben). Trotzdem war ich in Sachen Rechtschreibung eher schwach - im Gegensatz zu meiner Schwester, die zwar kaum gelesen hat und auch sonst viel schwächer in der Schule war, der aber Rechtschreibung quasi zugeflogen ist.

Ich denke, man kann hier nicht verallgemeinern und auch keinem Kind, keinem Lehrer und keiner Mutter einen Vorwurf machen. Es gibt Kinder, die tun sich schwerer mit der Rechtschreibung, und in der 2. Klasse fangen sie ja auch gerade erst mit der Rechtschreibung an. Man muss halt als Mutter (Vater) darauf schauen, wie die Kinder schreiben, erklären und zeigen, wie es richtig geht. In der 2. Klasse ist da denke ich noch viel Luft nach oben.

LG

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Also bei meinen Kindern (11. Klasse Gym, 9. Klasse Gesamtschule und 4. Klasse Grundschule) dreht sich mir regelmäßig der Magen um, wenn ich ihre freien Texte lesen muss. Beim Großen geht's inzwischen, aber der macht ja auch nächstes Jahr Abi...aber der Kleine schreibt immer noch Sachen wie fiele #schock Alle 3 lesen viel, so richtig erklären kann ich mir das nicht #schwitz

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Beim Titel musste ich schmunzeln, wegen der Schreibfehler😅
Spass beiseite...

Ich denke für die Kinder ist es wichtig woher das Wort kommt, also dass man es ihnen erklärt warum es falsch ist.

Zb: man schreibt träumen und nicht treumen weil es von Traum kommt.

Natürlich muss man einige Wörter einfach lernen, aber mit Geschichten lesen und Briefe schreiben kannst du da viel fördern. Vielleicht kann dein Sohn 1x die Woche einen kurzen Brief an Oma schreiben, dann hat das Ganze auch einen Sinn.

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Schöne Idee mit dem Brief!

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Hallo,

häufig sollen die Kinder erstmal so schreiben, wie sie die Worte hören. Korrigiert wird nicht, weil das die Kinder angeblich demotiviert.
Die Folge ist, dass sich bereits lauter falsche Schreibweisen eingeprägt haben, wenn die Lehrer irgendwann mit der Rechtschreibung anfangen.
Die Fehler wieder aus dem Kopf zu bekommen, ist viel schwieriger, als es gleich richtig zu lernen.

Ich kann nur raten, von Anfang an, bzw. spätestens jetzt gegenzusteuern und mit den Kindern gleich die richtigen Schreibweisen zu üben.
Sonst passiert nämlich genau das, was Deine Nachbarin beschreibt.

Mittlerweile gibt es hier am Gymnasium in jedem 5. Jahrgang Rechtschreibförderkurse. In denen sind viele Kinder, und einige Kinder, die man zu unserer Zeit dort hinein gesteckt hätte, sind nicht drin, weil sie noch zu gut sind. #schwitz

Zum Üben haben wir mit "Rechtschreibung 1" von Peter Wachendorf gute Erfahrungen gemacht.
Die Lehrerin unserer Tochter hat das Heft sogar im Unterricht verwendet.

LG

Heike

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Gerade gegoogelt: das Heft verwenden wir auch im Unterricht :-D

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Huhu

2te Klasse finde ich ganz normal das noch Fehler sind.

Wie lernt dein Kind denn in der Schule, haben dir irgendwelche Rechtschreibstrategien?

- Silbenschwingen
- Wort verlängern
- Merkwörter
- Wortbausteine ect?

Viel wird gesagt das Lesen viel bringt, was wir nicht sagen können.

LG

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Ja, diese Strategien haben sie (Gott sei Dank!), so dass ich noch Hoffnung habe

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Meine Tochter ist in der 4ten Klasse... schreibt schon recht gut aber nicht perfekt...Muß sie aber auch immer an die Regeln erinnern.

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Ich bin Deutschlehrerin, allerdings für die Oberstufe, und kann dich "beruhigen": dein Kind wird auch später in guter Gesellschaft sein. Rächtschreipunk beherrscht kaum noch jemand.

Da ich das so traurig finde, bespreche ich mit meinem Sohn von Anfang an Ableitregeln, also Bäume kommt von Baum, daher au nicht eu, rund kann man verlängern zu runde und dann hört man das t.

Wortarten und damit einhergehend Groß- und Kleindschreibung habe ich auch mit Beginn der ersten Klasse zum Thema gemacht.

Damit es nicht zu sehr frustriert, korrigiere ich seine Texte und er guckt mir dabei über die Schulter und denkt mit, d.h. ich übernehme die Radierarbeit etc....

Beim Sport mache ich mit ihm manchmal "Buchstabier-Wettbewerbe" und lass mir schwierige Wörter buchstabieren. Da muss ich aber Fingerspitzengefühl beweisen, weil ihn das auch schon mal nervt.

Ansonsten liest er viel.

Er macht Fehler beim Schreiben, aber ich finde, es geht... schauen wir mal, ob es fruchtet.

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OMG, Du schreibst genau das, was ich NICHT lesen wollte!

Wie haben wir das damals eigentlich in den Griff bekommen????

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Am Vorbild? Und da gab es ja noch eine ganz andere Form der Rückmeldung. Rechtschreibung hatte einen ganz anderen Stellenwert und wer schlecht rechtschrieb, wurde in irgendeiner Form sanktioniert (und sei es durch Spott, Kommentare etc.). Das fehlt heute weg. In den Social Media kann jeder schreiben wie er will. Ich habe das Gefühl, Orthographie ist zum neuen Feld individuellem Ausdrucks geworden, ähnlich wie Mode.

Das finde ich auch okay. Ich mag Jugendsprache, ich finde auch diese typische WhatsApp-Sprache kreativ und gut und sie hat ihre eigene Berechtigung.

Aber ich möchte, dass mein Sohn switchen kann und den elaborierten Sprachcode in Wort und Schrift AUCH beherrscht und da ich nicht sehe, wer ihm den vermitteln soll, wenn nicht ich, mache ich das halt.

Aber wie gesagt: ich bin da berufsbedingt altmodisch und ich sehe die Grenzen (Missverständnisse, Ungenauigkeiten), wenn jeder schreibt und spricht wie er das für richtig hält.

Aber, das verspreche ich dir: in 10 Jahren wird Orthographie noch viel mehr als seltsames Relikt aus alten Zeiten erscheinen als heute.

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Mach dir mal keine allzu großen Sorgen, das ist in der 2. Klasse normal und jetzt gerade erst recht. Ich habe bei meiner Tochter, 3. Klasse, gemerkt, dass sie ebenfalls in der Notbetreuung und auch zuhause, wieder oft keinerlei Punkte macht und danach folglich nicht groß schreibt. Ich habe das nun ihren Lehrer gefragt, auch mit der Frage, dass sie doch unheimlich viel liest und das also egtl ja da auch sehen müsste. Er schrieb mir, dass dies eine Beobachtung sei, die er und seine Kolleginnen bei fast allen Kindern machen und das in dieser Zeit total normal sei. Er meinte, beispielsweise "Punkt machen, danach groß schreiben" sage er in einer normalen Stunde unzählige Mal, genau wie andere Rechtschreibregeln. Das sei auch bei Drittklässlern noch absolut notwendig, da sie das noch nicht so verinnerlicht haben wie man denkt. Leben sei natürlich nicht schlecht, aber diese passive Vermittlung reiche in dem Alter noch nicht aus, um solche Regeln präsent zu halten... Lg

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Meiner Tochter (8) /2 Klasse hatte das auch.

Die Lehrerin gibt regelmässig Texte auf zum abschreiben und Lernwörter.

Da ich selbst eine isolierte LRS habe ,bringe ich ihr gerade bei wie man den Duden (Grundschulausgabe) nutzt. So lernen wir gemeinsam und es wird immer besser.
Das nachschauen mit dem Duden geht langsam aber sicher immer schneller,so das sie keine unnötige Zeit verliert.
Schwere Wörter schreiben wir wirklich bis es sitzt,gefühlt 1000 mal.

Die Lernwörter nutzen wir aus den Schulbüchern.

Dann nutzen wir die Webseite Grundschulkönig noch.

Und wir arbeiten mit Worterverlängerung und Abwandlungen Bsp. Haus ...schreibt man mit a ...Häuser dann mit Ä . Auch lasse ich sie noch immer Silbenschwingen. Das hilft sehr gut.

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Schwieriges Thema.

Bei mir damals hatte es sich schnell gelegt, allerdings wurde Wert darauf gelegt und da ich in Diktaten gut war, hat mich das motiviert.

Logische Regeln waren schon immer meine Stärke.
Die mehrfachen Rechtschreibreformen haben mich fast auf die Palme gebracht.


Dank der vielen Rechtschreibreformen kann ich meinem Kind kaum helfen, die jetzt Richtige anzuwenden.
Das meine ich leider ernst! Die dann wirklich gültig gebliebene kam nach meiner Schulzeit.


Wir haben folgende Strategien
- Mut zu fragen, sie darf gerne immer fragen bei Rechtschreibung. Dafür darf sie auch die meisten meiner Tätigkeiten unterbrechen.

Mir ist lieber, ich gebe ihr 2 Minuten Zeit, sie schreibt es direkt richtig und es prägt sich dauerhaft richtig ein, als dass sie dann frustriert aufhört ihre Geschichte/Hausaufgabe weiter zu machen oder es sich falsch einprägt.

Anderes muss warten, bei Rechtschreibung nehme ich mir die Zeit

- Mama weiß es auch nicht!
Das gibt ihr manchmal auch den "Kick", dass sie etwas besser weiß als ich ;-)
Sie weiß, dass ich viele Veränderungen erlebt habe und daher meine Version früher richtig war, jetzt aber falsch sein kann.

- Duden ist unser Freund!
Die neueste Ausgabe versteht sich.

Wir haben Spaß daran auch mal gemeinsam nachzuschlagen.
Eben auch mit dem Wettbewerb, wer wohl Recht hat.


- Logik
Wobei ich hier den Duden als Prüfstelle nutze.
Einiges früher Logisches ist vergangen und die "neue Logik" erschließt sich mir nicht.

Maionäse (oder wie auch immer man das schreibt) wurde eingedeutscht, weil es einfacher sein soll.
Champignons blieben in der Fremdsprache, weil Nahrungsmittel zu einer Eigengruppe gehören und daher ihre Schreibweise behalten, behalten dürfen (und Mayo verändert werden durfte.

Spaghetti sind glaube ich ebenso erlaubt wie Spagetti (bei denen sich mir alles sträubt).
Ich liebe sie zu essen. Auf der Speisekarte habe ich sie daher auch schon als Kind mit und ohne Rechtschreibung gefunden #schein


- Synonyme
Wenn es darauf ankommt und ich unter Zeitdruck stehe, nutze ich Synonyme.
Ältere Kollegen bevorzugen oft die alte Rechtschreibung, jüngere die aktuell korrekte und wenn ich mir nicht sicher bin, formuliere ich um.

Zu Hause gibt es nur noch Mayo ! oder "rot weiß". Ketch up interessiert uns nur auf dem Einkaufszettel. Das schreibe ich so unleserlich, dass nur erkennbar ist, WAS es ist, nicht wie es geschrieben wird. #schein


- Lernwörter
kamen von der Schule aus. Dankenswerterweise hat mein Kind da einen Blick dafür.

Mich hätte man damit jagen können. Bzw. ich hätte sie Wörter sehr, sehr, sehr oft aufschreiben müssen. Mit Logik kam ich besser klar.

- Alternativen

Meine hat gerne buchstabiert,
mir auf dem Rücken geschrieben oder ich sollte ihr, raten,
Ratespiele (Galgenmännchen)
Scrabble und ich brauche häufiger den Duden, wenn ich ein tolles Wort habe, die Buchstaben aber nur für die alte Rechtschreibung.

Wortspiele. Wenn ich ein "Wort" sage, dann sagt die andere Person ein Wort, das mit "T" beginnt. Letzter Buchstabe = erster Buchstabe.



Da kommt es wohl auch darauf an, welcher Lerntyp jemand ist.
Meine liest viele Bücher mit der alten Rechtschreibung. Sie schreibt konsequent die Neue.

Ich habe fast nie gelesen und es ging trotzdem.

Eine Freundin hat sehr, sehr viel gelesen. Rechtschreibung und Logik waren ihre Feinde.
"Beim Lesen tauche ich in die Geschichte ein, die Buchstaben sind mir da egal" #winke

Da gibt es wohl auch Studien dazu, dass das Gehirn viele Buchstabendreher ausblenden kann. Je nachdem welche Buchstaben es sind.
Das Gehirn kann sich aus wenigen deutlichen Informationen viel ergänzen.

Bei mir glaube ich das sofort.
Durch meinen Augenfehler muss ich viel ausgleichen.
Was für andere scharf ist, ist für mich oft unscharf, auch mit gut eingestellter Brille.

Da greift das Gehirn auf Tricks zurück. Wortlänge, Höhe der Buchstaben usw.

Manche Fehler springen mich an, andere merke ich gar nicht.

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So wie ich Deinen Text lese, machst Du offensichtlich die Hausaufgaben mit Deiner Tochter gemeinsam.

Mein Sohn ist (leider) in der OGS, so dass die Hausaufgaben - wenn alles gut läuft - nach der Schule fertig sind. Klar schaue ich drüber, aber bislang haben wir uns abends nicht mehr explizit hingesetzt und korrigiert, weil irgendwann auch die Luft raus ist (auch bei mir).

Ich merke schon, dass mein Sohn beim Lesen manchmal nachfragt " schreibt man das so?" und werte es als gutes Zeichen in der Hoffnung, dass er sich die Wörter einprägt.

Wahrscheinlich hilft nur eins: Diktate, Diktate, Diktate schreiben lassen

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Nein, ich mache die Hausaufgaben nicht mit meiner Tochter gemeinsam.
Es sind ihre, nicht meine.

Für Fragen bin ich da.
Lernwörter abfragen, ja.
Vokabeln lernt sie besser ohne mich (abschreiben, wiederholen, Karteikasten usw.)

Im Hort gab es zwar Hausaufgabenzeit. Wer sie gemacht hat, hatte sie. Wer nicht, der nicht.
Der Hort machte, was möglich war. Nachdem Räume gestrichen wurden und am Personal gespart wurde, war ich froh, dass es überhaupt noch Betreuung für Grundschulkinder gab.



Die Alternativen und Spiele machen wir in der Freizeit, bei Wartezeiten (Arzttermine, Haltestellen, Zugfahrten) usw.


"Ich merke schon, dass mein Sohn beim Lesen manchmal nachfragt " schreibt man das so?" und werte es als gutes Zeichen in der Hoffnung, dass er sich die Wörter einprägt."

Das zeigt zumindest, dass er
- Interesse hat
- aufmerksam ist
- hinterfragt
- Motivation hat
Das würde ich weiter unterstützen.

Diktate haben mir selbst Spaß gemacht.
Mein Kind kann ich damit jagen.
Es kann zwar helfen, muss aber nicht.

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