Kinder-und Jugendpsychiatrische Ambulanz

Halli Hallo,

Mein Erstklässler leidet seit seiner frühen Kindheit an Ängsten, die mittlerweile nicht mehr "zu steuern" sind. Dazu kommt, dass er sehr impulsiv und unüberlegt handelt und kaum zu bremsen ist. Jetzt soll er eigentlich zu einer Psychotherapie, um zu ergründen wieso weshalb warum. Leider hatte niemand auf der Telefonliste Termine frei und ich wurde zur Psychiatrischen Ambulanz weitergeleitet. Dort haben wir in nächster Zeit einen Termin. Wie läuft so etwas ab ? Mein Sohn hat seine Ängste höchstwahrscheinlich von mir " geerbt". Ich habe Angst,dass man mir dadurch einen Strick dreht und Entscheidungen über meinen Kopf hinaus tätigt "zum Wohle des Kindes"? Ich arbeite schon Jahrelang an mir und versuche immer meine eigenen Ängste im Umgang mit meinen Kindern zu ignorieren. Versuche stets meinen Sohn zu ermutigen, zu stärken, etc.
Wird medikamentös behandelt? Davor graut es mir.
Ich bin für jede Antwort dankbar.

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Hallo,

ich bin mit meinem Kind derzeit in psychotherapeutischer Behandlung, den Platz habe ich mit 6 Monaten Wartezeit und viel Hartnäckigkeit (jede Woche 1 Anruf auf den AB mit "Hallo, ich bin noch da und hätte immer noch Bedarf.")

In der Psychoambulanz waren wir zu Vorschulzeiten auf Anraten der Kinderärztin auch, da gab es ein Anamnese-Gespräch und danach Psychomotorik, die auf dem Gelände der Klinik durchgeführt wurde. Einmal im Quartal musste ich zum Elterngespräch dorthin.

Mach dich erst mal nicht verrückt, bevor es Medikamente gäbe, müsste ja auch erst mal eine Diagnostik laufen und auch wenn du selbst psychische Probleme hast, hast du doch immer noch das letzte Wort.
Über deinen Kopf weg läuft da gar nichts.

LG

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Es wird Gespräche und vermutlich Tests geben,so war es zumindest bei uns,bzw.meinen Kindern.Speziell bei meinem 10jährigen wurde eine Angststörung abgeklärt.Er hat panische Angst vor Wespen und eigentlich allem,was es so an Insekten gibt.Das ist auch nichts schlimmes.Da brauchst du dir keine Sorgen machen.Drei meiner Kinder sind dort in der Praxis in Behandlung und haben einige Termine hinter sich.Es wird auch nichts über die Eltern hinweg entschieden.Die Medikamentengabe haben wir gemeinsam besprochen.
Wenn man weiß,wobei dein Kind Unterstützung braucht,kann man auch helfen.
LG Julia

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Hallo,

ich würde immer den Weg über die Ambulanz einer Psychiatrie wählen. Ich war mit 2 von meinen Kindern dort um auf ADHS testen zu lassen. Zuerst hat man ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten. Dort wird die Anamnese gemacht und man bekommt Fragebögen mit nach Hause. Dann wird ein weiterer Termin zu Diagnostiktests gemacht. Bei uns waren es beim ADHS 2 Tests an 2 verschiedenen Tagen. Nach den Tests kommt ein weiterer Termin zur Auswertung und ihr bekommt die Diagnose mitgeteilt. Da wird auch über die Therapie entschieden. Entweder reicht eine Psychotherapie (Verhaltens- und Gesprächstherapie) oder es werden Medikamente empfohlen. Die Verschreibung von Medikamenten erfolgt nur mit der Zustimmung der Eltern und man wird darüber gut aufgeklärt. Benötigt das Kind Medikamente, bekommt ihr einen weiteren Termin beim Psychiater. Der Psychotherapeut, der die Diagnose gestellt hat, gibt dann Diagnose etc. an den Psychiater weiter und dieser bespricht mit euch die Medikation. Sollten keine Medikamente nötig sein, müsst ihr nicht zum Psychiater und könnt in der Ambulanz mit der Therapie bei den Psychotherapeuten beginnen. Du musst dir keine Sorgen machen, dass man über deinen Kopf etwas "zum Wohle" des Kindes entscheidet. Im Fokus steht dein Kind, seine Probleme und diese zu beheben. Nach mir hat damals gar keiner gefragt. Du musst auch für jeden Test etc. deine Zustimmung geben. Wenn deine Sorge ist, dass sie das Jugendamt einschalten, weil du selbst eine Angststörung hast, ist deine Angst unbegründet. Deine Angststörung würde ich erwähnen um die Diagnostik zu erleichtern. Aber ansonsten steht deine Angststörung nicht zur Debatte und wird nicht weiter hinterfragt. Du musst dir das wie beim Arzt vorstellen. Du kommst hin und dein Kind hat Symptome und der Arzt versucht herauszufinden was es ist. Deine Probleme kannst du nennen (wäre von Vorteil) musst du aber nicht. Ich bin nicht danach gefragt worden. Auch in den Fragebögen wird nicht nach der psychischen Gesundheit der Eltern gefragt oder Fragen gestellt, die darauf hindeuten könnten. Dein Kind wird behandelt und nicht du. Eine Ambulanz der Psychiatrie würde ich aus dem Grund wählen, weil die Therapeuten und Ärzte dort schon viel und alles an psychischen Störungen und Krankheiten gesehen hat. Unsere ist auch auf Autismus spezialisiert. In den KJP findet man alles. Von Depressionen, Angststörungen, Essstörungen über AD(H)S etc. Meine Freundin ist Psychotherapeutin und hat mir empfohlen, in eine Institutsambulanz zu gehen. Die Diagnostik und Behandlung wäre dort wesentlich besser.

LG
Lotta

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Hallo Pfirsich,
Ich finde es immer ziemlich zwiespaltig, im Kindesalter schon mit Psychologen rum zu Doktorn am Kind.
Jedoch gibt es natürlich Probleme die man alleine nur schwer in den Griff bekommt...
Mein Sohn hatte auch früh viele Ängste und Unsicherheiten.
Jedoch haben wir eine schwierige Vergangenheit und die Trennung im frühen Kindesalter von einer häuslichen Gewalt Ehe überstanden, wenn Gewalt auch nur an Mama und nicht den Kindern.
Doch da war es ganz klar ich, die die Ängste vermittelt hat.
So gibt es neben meiner noch viele Meinungen, das oft die Probleme bei den Eltern zu finden sind, und somit an ihnen und nicht an den Kindern behandelt werden sollte.
Nichts desto trotz würde ich vorab auch nur wieder den Weg eines früherkennungszentrums zu gehen.
Da sind für jeden bereich viele Spezialisten die gezielt testen und demnach Empfehlungen geben können, was nun wirklich sinnvoll wäre und was nicht oder ob vielleicht eine spezielle Störung wie ads oder adhs vorliegt.