Corona-Beschulung Realschule Bayern

Meine Tochter geht in die 6. Klasse einer Realschule in Bayern. Die Online-Beschulung wurde bislang nach dem Motto "möglichst wenig Aufwand für die Lehrer" durchgeführt. D. h. es gibt in den einzelnen Fächern wöchentlich einen Satz Arbeitsblätter und andere Arbeitsaufträge wie z. B. ein Plakat erstellen oder einen kurzen Aufsatz verfassen. Insgesamt ist das Pensum gering und es wird nichts korrigiert - weder die Aufsätze noch die Plakate noch sonst irgendetwas.

Ich kenne als Vergleich nur die Erzählungen von Eltern mit Kindern an Gymnasien und hier zeigt sich durch die Bank ein anderes Bild: ein enormes Arbeitspensum in allen Fächern, Videokonferenzen, Korrekturen durch die Lehrer, etc.

Jetzt frage ich mich, ob es an der Schulform liegt (Resteschule Realschule versus Elite Gymnasium) und es einen diesbezüglichen Befehl von oben gibt oder ob ich an eine besonders coronafaule Schule geraten bin. Denn eigenartigerweise tauchen sogar Lehrer ab, die im Normalbetrieb mit überdurchschnittlichem Engagement auffallen.

Welche Erfahrungen macht ihr gerade an bayerischen Realschulen?

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Ich lebe zwar in NRW, aber arbeite auch in einer Schule. In NRW darf nichts neues gemacht werden. Die Rückgabe der Aufgaben ist freiwillig.
Ich korrigiere rückgegebene Aufgaben und gebe den Schülern eine Rückmeldung.

Ich habe auch zwei Kinder, da sieht es mit den Vorgaben mal ganz anders aus.
Der Kleine (auch Real 6. Klasse) hatte gut zu tun, aber nicht so viel. Er war schon 2 Mal in der Schule und seine bearbeiteten Aufgaben sind mit einem
+ bewertet worden. Er bekommt in der Schule jetzt Aufgaben, die er zu Hause bearbeiten muss. Aufgaben für Fächer die er nicht im Unterricht hat, bekommt er teilweise Aufgaben über eine Lernplattform. Die kann er dort auch nach dem Lösen, hochladen.

Der Große (8. Klasse Gymnasium) ertrinkt seit der Schulschließung in Aufgaben in allen Fächern. Oftmals neue Inhalte, die er sich alleine beibringen muss. Es gibt Drohungen seitens der Lehrer, ja Termingerecht Aufgaben wieder hochzuladen. Von solchen Mails habe ich Fotos gemacht und werde sie ggf. an die Schulleitung senden, da ich es unmöglich finde. Er ist nonstop beschäftigt, Ferien, Feiertage, Wochenenden. Ihm fehlt das Umfeld Schule, er ist verzweifelt und am Ende.

Er hat online Unterricht, dass sind seine einzigen Lichtblicke. Zur Schule geht er noch ganzen3 Tage a 6 Stunden und das erst ab Juni.

Ich glaube, Schulen handhaben es sehr unterschiedlich, aber sowohl ich, als auch die Lehrer meiner Kinder sind präsent und halten regelmäßig Kontakt zu den Familien. Bei uns gibt es keine Lehrer der Abgetaucht ist. An anderen Schulen bei uns ist das aber sehr wohl so
Lg Basket

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Hallo,
so unterschiedlich ist das auch in NRW.
Unser Kleiner geht in die 5. Klasse einer RS. Da gibt es sowohl Wiederholungen als auch neuen Stoff, den sich die Kinder irgendwie aneignen müssen. Und er hat wirklich fast jeden Tag mindestens 3,5 bis 4 Stunden Arbeit. Meist braucht er allerdings länger, da er momentan auch sehr gerne trödelt und sich ablenken lässt. Bei unserem Kleinen ist es aber auch so, dass die Sachen, die zu Hause bearbeitet werden, auch eingesammelt und ggf. korrigiert werden. Die Schulleitung möchte einfach, dass die Arbeit der Kinder auch wertgeschätzt wird. Der Kleine geht auch seit vorletzter Woche schon einmal in der Woche zur Schule und es läuft, den Umständen entsprechend, richtig gut. Er geht bis zu den Sommerferien also insgesamt 6mal zur Schule. Ach so, ganz wichtig: Seit Beginn dieses Chaos ist die Klassenlehrerin jederzeit für Eltern und Kinder da und tritt ggf. in Kontakt mit den anderen Lehrern.
Unser Großer ist in der EF. Dort läuft auch viel über Videokonferenzen, Hausarbeiten werden auch per Email eingesammelt und entweder korrigiert zurückgeschickt oder gemeinsam in der Videokonferenz besprochen. Er hat zwar gut zu tun, aber er ertrinkt noch nicht in seinen Aufgaben. Er darf ab Donnerstag wieder zur Schule und wird bis zu den Ferien auch insgesamt 6mal gehen.
LG
Elsa01

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Hier NRW, 5. Klasse und EF Gymnasium und überall neue Themen. Keine Wiederholungen.

So unterschiedlich ist das.

LG

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Hallo, mein Sohn geht ebenfalls 6. Klasse Realschule in Bayern und hier war kein Unterschied zwischen Gymnasium und Realschule festzustellen.
Sie bekommen über Teams die Aufgaben gestellt und müssen diese zu bestimmten Terminen abgeben. Hier bekommen sie auch Rückmeldung, mal ausführlicher, mal nur ein Danke. Auch Videokonferenzen hat er in den Hauptfächern gehabt. Nun hat er auch teilweise wieder Schule, da die Klasse in zwei Gruppen geteilt sind.
Neue Inhalte wurden dann nach den Osterferien ebenfalls vermittelt. Dieser wird nun in der Schule nochmal kurz wiederholt und alle Fragen dazu beantwortet. Insgesamt kommen sie gut voran, hat mein Sohn gemeint. Auch die Lehrer sind mit seiner Klasse sehr zufrieden und loben sie immer wieder (was den Kindern unheimlich gut tut).
Wenn ich mich mit Eltern mit Kindern an dem hiesigen Gymnasium austausche, läuft es dort ganz ähnlich.

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Das liegt an der Schule.

Ich habe durch meine Arbeit Einblick in die verschiedensten Corona-Systeme von Schulen.
Und da ist alles dabei, von der Lehrern, die einmal die Woche 5 Mini Aufgäblein ausspucken und das Wochenplan nennen, bis zu tagtäglich 3 Stunden Onlineunterricht plus mehreren Stunden Hausaufgaben am Tag.
Beide Extreme sind übrigens Gymnasien.
Du bist da einfach an die falsche Schule geraten.

"Denn eigenartigerweise tauchen sogar Lehrer ab, die im Normalbetrieb mit überdurchschnittlichem Engagement auffallen."
Bist du dir sicher, dass sie wirklich abtauchen?
Durch die Klassenteilungen werden sehr viel mehr Lehrer benötigt und das vorrangige Ziel ist es die Abschlussklassen möglichst gut durchzubringen. Da werden natürlich schon mal Lehrer von den unterren Klassen abgezogen und "tauchen ab".

"Resteschule Realschule versus Elite Gymnasium"
Das glaubst du hoffentlich nicht wirklich. Gerade in Bayern stimmt das ja nun wirklich nicht.

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Hallo.

Mein Sohn geht auch in Bayern auf eine Realschule und wird reichlich mit Stoff eingedeckt. Er ist allerdings in der 9. Klasse.

Vielleicht lassen es die Lehrer in den unteren Klassen auch bei uns etwas lockerer angehen. Das kann ich so nicht beurteilen.

Meine Tochter geht auf eine Mittelschule (6. Klasse) und bekommt jede Woche einen Wochenplan, den sie abzuarbeiten hat. Dieser beinhaltet Deutsch, Mathe, Englisch, NT, GPG.




LG

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Hallo!

Meine Große geht in die 5. Klasse Gymnasium in Hessen. Bei uns gibt es sogar großen Unterschiede zwischen den einzelnen Klassen, und jeder Lehrer hält das auch anders.
Trotz mehrfacher Anweisung von KM und Schulleitung hatte meine Tochter sogar Aufgaben in Kunst und Sport bekommen, dafür hielt sich der Bio-Lehrer anfangs komplett zurück (ich halte ihn mittlerweile auch für etwas verpeilt: am Montag hat er in der 8. Stunde die Klasse gesucht, dabei war groß kommuniziert worden, dass Stunden, die am Nachmittag eingetragen sind, zur Aufgabenübermittelung fürs Homeschooling dienen. Außerdem stand groß "Fernunterricht Zuhause" über der Spalte). Ansonsten gab es in Mathe arbeitstäglich Aufgaben, in Latein anfangs täglich, dann hieß es irgendwann "erarbeit Euch die Lektion 10 und sagt mir, wenn ihr fertig seid", in Englisch und Erdkunde gab es Wochenaufgaben, und der Deutschlehrer hat seinen Arbeitsauftrag für jeweils 3Wochen formuliert.
Auch die Kontrollen der Aufgaben waren sehr unterschiedlich. Während einige Lehrer nichts zurück haben wollten, war es beim nächsten Lehrer freiwillig, wieder andere wollten Stichproben und einige tatsächlich alles zurückgeschickt bekommen.
Aber so chaotisch, wie es bei uns lief, war es aber nicht in allen Klassen. Von einer Parallelklasse weiß ich, dass fast alle Aufgaben zeitnah kontrolliert wurden, die hatten auch immer eine Deadline. Andere Klassen hatten Videokonferrenzen, die gab es bri uns auch nicht.
Nun ja. Das alles fand ich vor den Osterferien ja noch für OK, die meisten Menxchrn waren ja auch davon ausgegangrn, dass der Präsenzunterricht nur für wenige Wochen ausgesetzt wäre. Aber spätestens nach den Osterferien hätten die Lehrer doch Konzepte für den Fernunterricht entwickeln müssen, damit die Schüler am Ende des Schuljahres nicht allzu weit vom Lehrplan entfernt sind. Diese Konzepte fehlen mir noch komplett. Und jetzt war unsere Tochter den erdtrn Tsg wieder in der Schule und hat tatsächlich in keinem Fach Hausaufgabrn bekommen. Das kann es doch auch nicht sein.

LG

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5. Klasse Gymnasium BW.
Wöchentliche Arbeitsblätter, Lösungen werden am Ende der Woche online gestellt, zur Selbstkontrolle.
Der Deutschlehrer benennt wahllos Schüler (am Ende der Woche), von denen er die gelösten Aufgaben möchte. Alle anderen Lehrer vertrauen auf die Selbstkontrolle. Lediglich in Geografie sollte man eine Deichlandschaft nachbauen und diese den fotografieren und das Bild übermitteln.
Allerdings gilt das hier für die Klassen 5 und 6. Ab Klasse 7 scheint es wohl ordentlich anzuziehen. Da gibt es auch Abgabefristen.
Videokonferenzen werden angeboten, Teilnahme ist freiwillig. Bei der letzten Mathe-Videokonferenz waren es nur 7 Schüler (von 31).
Zwei nehmen nie teil, da sie in der Notbetreuung sind und es dort keine technische Möglichkeit gibt.
Eine Schülerin muss sich mit den älteren Schwestern (4 Kinder insgesamt) absprechen, wer jetzt den PC nutzen kann.
Dann fällt in einem Stadtgebiet für mehrere Stunden W-Lan aus, weil bei Bauarbeiten ein Kabel demoliert wurde, etc. Video-Unterricht ist hier keine Pflicht und auch bei uns Eltern eher umstritten.
Abgesehen davon gehen von 60 Minuten Video-Unterricht mindestens 20 Minuten wegen technischer Probleme drauf. Da fällt bei einem die Kamera aus, der andere hat keinen Ton, irgendwer ist plötzlich ganz "weg", etc.
Der Klassenlehrer meiner Tochter bietet das immer am Ende der Woche an um Probleme zu besprechen aber es ist vor allem eine Art Online-Klassentreffen (hat er selber so kommuniziert).
Das Arbeitspensum ist nicht vergleichbar mit einem normalen Schultag. Aber es ist trotzdem umfangreich.

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Resteschule realschule, in der die Schüler auf Anweisung von höchster Stelle nur mangelhaft mit lernnstoff versorgt werden? Ah ja...

Ich würde mal behaupten, dass das eher an untermotivierten Lehrern an eurer Schule liegt.

Unsere große geht auch in Bayern auf die realschule und hier hat die beschulung zu hause von anfang an relativ reibungslos geklappt. Die Schülerinnen werden über Schulcloud stundenplangemäß mit lernnstoff versorgt, der lernnstoff wird auch einfach fortlaufend durchgenommen, wie sie das in der Schule auch machen würden. Dazu gibt es arbeitsaufträge und arbeitsblätter zum ausdrucken, die in einer bestimmten Zeit bearbeitet werden müssen und die Resultate müssen dann abfotografiert und an die jeweilige Lehrkraft geschickt werden.
Unsere Tochter ist damit in der Regel den ganzen Vormittag, teilweise auch nachmittags noch beschäftigt und eben zusätzlich mit Lernen, wie eben in der normalen schulsituation auch.

Lg waldfee

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Hi,
ich arbeite an einer Gemeinschaftsschule in BW und im Vergleich zum Gymnasium des Ortes, dort ist unser Großer, sind wir schneller auf Spur gekommen und haben weit vorher nützliche Tools eingesetzt. Bis wir das Go von ganz ganz oben hatten, mittlerweile ist alles erlaubt, was zielführend ist, haben wir uns in datenschutzrechtlichen Grau-und Rotbereichen bewegen müssen. War aber nötig, sonst hätten wir eine ganze Menge Kinder verloren. Wir hatten einfach die nötige Traute.
Ich denke das ist von Schule zu Schule verschieden und hat nichts mit der Schulart zu tun.

vlg tina

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Hallo,
mein Sohn geht in die 6. Klasse Gymnasium in Bayern. Hier ist es auch von Klasse zu Klasse bzw. von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich.
In manchen Fächern bekommt er so viel zum selbst bearbeiteten und erlernen, dass hätte der Lehrer nie in 2 Doppelstunden die Woche durchgenommen, in anderen Fächern ist es sehr wenig. Manche Lehrer sind echt motiviert mit Video-Chats oder kreierten Arbeitsblättern und Abgaben zur Kontrolle. Manche machen Wochenplan und Freitag zur Selbstkontrolle die Lösungen.
Bei seinen Freunden aus der Parallelklasse sieht es ganz anders aus, die machen nichts Neues und haben nur minimal zu tun, nur Wochenplan und dann Lösungen. Bei Bekannten auf der Realschule ist es auch so, die einen ertrinken fast vor Aufgaben, die anderen haben sehr wenig.
Diese Woche war er 3 Tage in der Schule und sie haben fast nichts gemacht und auch kaum Hausaufgaben auf. Unter anderem hatte er auch Kunst, Musik und Reli, also von wegen Hauptfächer. Unterricht nach Stundenplan.
Verstehen tue ich das schon lang nicht mehr.