Trauer Kinder

Hallo,

Mein Sohn ist 8 und sehr empathisch und sensibel. Das mal vorweg.
Vor inzwischen fast 3 Jahren ist mein Opa gestorben. Mein Sohn hat ihn und meine Oma regelmäßig gesehen und er war immer gerne bei den Urgroßeltern bzw. so lange der Uropa fit war auch im Garten und angrenzenden Wald. Dann wurde er krank und ist schnell verstorben. Mein Sohn hat mit großer Trauer reagiert. Das hat uns schon überrascht aber es war seine erste persönliche Erfahrung mit dem Tod. Nach der Beerdigung war es besser. Aber die Trauer kommt immer wieder hoch. Für mich ohne erkennbaren Auslöser. Seither ist sowohl die Oma meines Mannes als auch meine Oma (die Frau des Opas um den mein Sohn so trauert) gestorben. Beide Tode hat mein Sohn mit großer Fassung getragen. War traurig aber nie hatten ihn die Trauer so im Griff wie beim Opa. Heute kam er eine halbe Stunde nach dem ins Bett gehen wieder runter und hatte geweint. Er sagt er ist traurig weil der Opa tot ist. Aber kann das wirklich sein dass er noch so trauert? Wie können wir ihm helfen? Und warum wird nur der Opa so betrauert? Zumindest zu meiner Oma hatte er ein genauso enges Verhältnis und sie hat ja noch zwei Jahre länger gelebt? Ich frage mich ob er irgendwie Unterstützung braucht beim Trauern? Also mehr als mein in den Arm nehmen und über den Opa reden und dann wieder ablenken? Mach ich irgendwas falsch? Übersehe ich etwas? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Trauer bei Kindern gemacht?

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Trauer ist sehr individuell.
So lange es nicht sein Leben bestimmt, ist es eine gute Richtung.

Wenn du unsicher bist, kannst du auch bei Bestattern/Trauerunternehmen nach Adressen fragen. Manchmal gibt es Trauergruppen, Seelsorger oder Menschen, die begleiten. Auch Jahre nach dem Tod, kann es wieder aufkommen. Da muss man dann nicht alleine durch.

Zunächst würde ich aber nur selbst hingehen und um Rat fragen. Je nachdem welche Möglichkeiten es bei euch gibt, reicht es dann aus von, dass du selbst ge- und bestärkt bist, bis hin zu, dass er mit anderen sprechen kann.

Ich selbst habe meine Großeltern nie gekannt und dennoch getrauert. Auch als Erwachsene sind sie Teil meines Lebens, weil sie mir wichtig sind.
Um meine mir bekannte Oma habe ich sehr, sehr intensiv getrauert. Aus Trauer wurden schöne Erinnerungen. Heute denke ich mit Freude daran die schöne Zeit mit ihr verbracht zu haben.

Bei meinen Eltern habe ich sehr unterschiedlich getrauert. Zum einen war da der lange Abschied, zum anderen auch die unterschiedliche Bindung und auch ihre eigene Art damit umzugehen.

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Nein sein Leben bestimmt es nicht. Es kommt immer mal wieder alle paar Monate hoch. beim letzten Mal als er für die Schule was vorbereitet hat und da auch Fotos verwendet hat und selber wollte auf denen er mit dem Uropa drauf ist vor ein paar Wochen, da war mir klar dass es kommt und dann eben heute mehr oder weniger für mich ohne erkennbaren Grund. Wir haben gerade bei den Fotos auch lange darüber geredet, ob er die verwenden will oder ob das zu schmerzhaft ist, wenn sie dann im Klassenzimmer hängen und er sie jeden Tag sieht. Gut da werden sie nicht hängen, Corona kam dazwischen bevor er sein Plakat präsentieren konnte.
Ich denke ich werden mich mal aktiv um Unterstützung kümmeren!

Viele Dank!

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Hallo

ich kenne diese Trauerphasen auch von meinem Sohn (8Jahre). Sein Uropa ist nun 1,5 Jahre tot aber immer wieder reden wir darüber. Er hat sogar ein Foto am Nachtisch stehen. War durch die Krankheit abzusehen das der Opa stirbt? Wenn ja habt ihr darüber gesprochen das irgendwann der Opa sterben wird?
Der Uropa meines Sohnes war auch immer wieder mal im Krankenhaus und wir haben sehr früh darüber geredet das der Opa ja schon alt ist und irgendwann stirbt. Wir reden da einfach auch offen darüber was es bedeutet und wie sich das anfühlen kann. Warum man stirbt und was dann passiert(sieht ja jeder durch seinen glauben anderst). Wir glauben an ein Leben nach dem Tod und das der Opa nun wieder bei der Oma ist. Das hat meinem Sohn sehr gefallen weil er wusste das Opa nicht alleine ist und auch das er immer mit ihm reden kann. Er kann ihm keine Antwort geben aber manchmal braucht man das auch nicht. Mein Sohn ist auch ein sehr feinfühliges Kind und ihm tut es gut zu wissen das er immer mit uns reden kann. Viele Menschen finden es befremdlich wenn kleine Kinder über den Tod reden aber ganz ehrlich mit dem ersten Atemzug sind wir ein Schritt dem Tod näher. Ich denke je natürlicher ihr damit umgeht umso besser. Vielleicht hatte dein Sohn fragen und es wurde unbewusst so weggeschoben von anderen?

LG Hexe12-17

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Eigentlich haben wir viel darüber gesprochen. Es ging ihm ein Jahr vorher sehr schlecht und wir haben damals nicht gedacht, dass er die nächsten zwei Wochen überlebt. Dann hat er sich nochmals aufgerappelt und wir hatten ein tolles, intensives Jahr mit ihm. Zwar immer wieder mit schlechten Phasen. Die Kinder haben ihn zwei Wochen vor seinem Tod das letzte Mal gesehen, da war es absehbar, dass er bald stirbt auch wenn er die Stunde die wir dort waren extra aufgestanden ist und am Tisch sass. Aber es war nicht überraschend und auch mein Sohn wusste das. Keine Ahnung, ... geredet haben wir immer, wenn er Fragen hatte, ich wusste schon, dass er das braucht. Hatten die Tage bis zur Beerdigung, jeden Abend eine Kerze auf dem Esstisch und auch danach immer dann, wenn es mir oder ihm wichtig war sie angezündet. Nun ja ich werde mal versuchen rauszufinden was ihm hilft. Danke!

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Hallo

wohnt ihr weit auseinander? Wenn er daheim gestorben ist ward ihr dann vor Ort? Für meinen Sohn war es sehr wichtig das er sich nochma verabschieden konnte. Er sass wirklich noch sehr lange am Bett vom Opa als er verstorben war. Er hatte ihm extra was gemalt und auch in sein Hemd gesteckt. Hat viel geredet am Bett. Auch noch nach den Monaten erzählt er immer wieder das er sich noch so toll von ihm verabschieden konnte.
Ich hoffe ihr findet einen weg.

LG Hexe12-17

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Hallo,
ich finde das Bich toll. Hat meiner Tochter (sie wird 8) gut getan.
Liebe Grüße

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Danke. Habe ich gerade bestellt.

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Hallo,

Mein Sohn ist 7 und hat im April seinen Papa durch Covid19 verloren.

Wir haben vom Bestatter diese Broschüre und einen Flyer der Caritas
erhalten. Da stehen Adressen drin an die man sich wenden kann.
Ich habe angerufen und 2 Tage später stand die Dame schon vor der Tür.
Sie hat dann mit meinem Sohn geredet und gemalt und auch mir dann
Tipps gegeben. Da ich es auch der Schule mitgeteilt habe, hat sich auch
die Schulseelsorgerin bei uns gemeldet. Vielleicht gibt es das bei Euch auch.

Ich war zwar schon über 20, als mein Bruder gestorben ist, aber wir hatten
So ein enges Verhältnis, dass ich es ohne Hilfe nicht geschafft hätte. Deshalb
will ich auch jetzt für meinen Sohn Unterstützung.

Liebe Grüße.

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Mein herzliches Beileid! #liebdrueck

Und vielen Dank für die Tipps. Ich werde es mir mal anschauen. Bisher dachte ich in der Konstellation Uropa, fast 90 und krank, schaffen wir das selber, weil wir den Tod (im Alter) als natürlich ansehen und alle zwar traurig waren, aber auch froh, dass er sterben durfte. Im Fall von Menschen die jung sind oder mitten im Leben stehen, hätte ich da sicher auch schneller nach Hilfe geschaut.

Wünsche Euch alles Gute!