Homeschooling schwänzen

Hallo!
Kind 9j hat heut u morgen noch Homeshooling.
Donnerstag noch einmal Schule, wo die nur das Federpennal mitbringen sollen und Freitag ist Zeugnis.
Der Plan fürs heutige Homeshooling hat den selben Umfang, wie die Wochen zuvor.
Mein Sohn war die ganze Zeit über sehr fleißig, verlässlich, selbstständig und unproblematisch - ein Selbstläufer sozusagen.
Jetzt ist heute ein wunderschöner Tag, kein Wind (leben in einer Windgegend) und sein Papa ist auch zu Hause.
Ich würde unheimlich gerne den Tag nutzen und eine Radtour machen. Dafür wäre schön, schon bald loszufahren, weil später wirds richtig heiß werden.
Sohn sitzt grade bei den Schulsachen und ich hab gesagt, er soll das Begonnene fertig machen, wir gehen dann radfahren, den Rest darf er lassen, weil ich weiß, dass er abends zu müde sein wird.
Verlange auch nicht, dass er es morgen nachmacht, weil ja ich es bin, der sich die Radtour wünscht.
Ich steh dazu und trotzdem hab ich ein schlechtes Gewissen. Weiß, dass es wohl rein pädagogisch nicht sehr sinnvoll ist.
Was meint ihr? Steinigt ihr mich, od könnt ihr mich verstehen?
Bin einfach nur neugierig...
lg minitouch

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Vielen Dank für eure vielen Antworten!
Wir hatten einen wunderschönen Tag. Sind den Fluss, der durch unsere Gemeinde fließt, 45km von der Quelle bis nach Hause geradelt. Zum Abkühlen zwischendurch (in Unterwäsche 😁) reingesprungen und viele schöne Pausen am Ufer gemacht.
Junior muß nix nacharbeiten, weil wir einfach einen Sporttag daraus gemacht haben 😇.
Ich wünsche euch einen schönen Sommer mit vielen schönen Radtouren, lg minitouch

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Hallo, der Vorteil dieser Zeit ist doch, dass man alles flexibel gestalten kann.... Du kannst doch sicher einschätzen, wie gut er den aktuellen Stoff beherrscht.

Unsere Lehrerin sagte uns, dass die Kinder nicht immer stur alles abarbeiten müssen. Meinem Sohn (2. Klasse) hängt die seitenweise Wiederholung des 1x1 und Geteilt-Rechnens zum Hals raus, weil er es im Schlaf kann ... daher kann ich hier flexibel agieren.

Stofflich liegt die Klasse allerdings sehr gut, in den Ferien ist nichts notwendig.

Gesunder Menschenverstand :-)

VG
B

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Viel Spaß bei der Radtour!

Ich war hier auch immer erstaunt, wieviel Aufgaben während der Homeschooling-Zeit gegeben wurden, obwohl eine Menge Feiertage dabei waren (wir bekamen immer Aufgaben für 2 Wochen - aber immer etwa gleich viel, ungeachtet der Feiertage).

Auch, was in den letzten Tagen in der Schule (hier Präsenzunterricht) noch gearbeitet wurde... Als hätten die Kinder wochenlang nix gelernt... In normalen Jahren wurde in den letzten Schultagen gespielt, Ausflüge gemacht...

Wenn den Kindern in diesem Schuljahr die Lehrer und Eltern gleichermaßen im Nacken sitzen müssen wir uns nicht wundern, wenn die Kinder doppelt so viel lernen wie sonst ;-)


Wir haben hier auch immer mal dreitägige Ausflüge gemacht und statt dessen am Wochenende für die Schule gearbeitet. Im Homeschooling bin ich der Lehrer ;-)

Viel Spaß!

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Hallo!

Echt?
Bei uns wurden die Aufgaben während der kompletten Schulschließung in Anlehnung an den Stundenplan gestellt, wobei Sport, Musik und Kunst außen vor blieben. Seit die Große wieder 2 Tage in der Schule ist, gibt es ganz normale Hausaufgaben (2-3 Std. Zeitumfang 2* in der Woche), an Tagen, wo eigentlich Homeschooling angesagt wäre, gibt es keine Extra-Aufgaben mehr. Ich hab also bei der Großen eher das Gefühl, dass seit Mitte Mai eher weniger als mehr gemacht wurde als sonst. Und ich hab ganz und gar nicht das Gefühl, dass die Kinder im Stoff großartig voran gekommen sind. In Latein (1. Fremdsprache) haben sie z.B. die Lektionen 1-9 in der Schule in 26 Wochen bearbeitet, seit März (13 Wochen, jeweils reine Schulwochen) haben sie nur noch 3 Lektionen geschaft - wenn man hochrechnet, hätten sie eigentlich 4,5 Lektionen schaffen müssen. Allerdings hat die Lehrerin auch kein wirklich konsequentes Homeschooling betrieben. Die Aufgabenstellung lautete da in etwa "erarbeitet Lektion 10 und schickt mir Eurer Ergebnisse, wenn ihr fertig seid" Aber auch in den anderen Fächern war und ist der Arbeitsaufwand nie besonders hoch gewesen.
In der Grundschule bei unserem Sohn war es etwas anders, die Lehrerin hat für jede Woche einen Arbeitsplan aufgestellt mit täglichen Aufgaben. Seit gut einer Woche dürften die Kinder jetzt wieder jeden Tag gehen (mein Sohn geht nicht), und hier ist der Arbeitsplan seit dem etwas umfangreicher. Und für meinen Sohn gilt ganz klar die Regel: Wenn er unter der Woche lieber spielen möchte, muss er die Aufgaben am Wochenende nachholen. Das hat uns am Sonntag 4 Stunden lernen eingebracht. Aber gestern hat der Kurze dem Papa doch tatsächlich wieder erzählt, er wäre mit seinen Aufgaben fertig - der Papa kontrolliert nicht, und abends hatte er lediglich die Hälfte der Deutsch Aufgaben und seine Sachunterrichtsaufgaben gemacht. Mathe fehlte komplett, in Deutsch fehlte eine Seite im Übungsheft. Wenn er es heute nicht nachholt (er ist beim Papa), haben wir morgen einen wunderschönen Schultag mit 6 Stunden effektivem lernen - mir macht das nichts, aber mein Sohn findet das bestimmt nicht so lustig (ich muss allerdings sagen, so luschig ist er erst seit letzter Woche, vorher hat das meiste funktioniert).

LG

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"Wir" sind erst in der 2. Klasse.
Hier gab es immer ein Aufgabenpaket für 14 Tage.
Das fanden wir erst blöd, weil unübersichtlich, aber wir haben bald die Vorteile erkannt ;-) Z.b. arbeiten mein Mann und ich meist an Feiertagen. Das hat das Töchterlein brav mitgemacht und so hatte sie dann eben auch öfter mal werktags frei. Wobei wir darauf geachtet haben, dass sie eher vorarbeitet, denn nacharbeiten ist ja frustrierend.

Ich denke, mit der Schulmethode ("Ableiten") könnte meine Tochter bis heute noch nicht das 1x1. Die letzten 14 Tage des Schuljahres hätten nie im Leben gereicht, um alle Reihen zu lernen (so war es von der Schule vorgesehen). Aber bis wir erkannt haben, dass die Schule da ein bestimmtes, pädagogisches Konzept umsetzen will, hatte unsere Tochter das halbe 1x1 schon auswendig gelernt.
Was sie in Deutsch erledigt hat, ist unglaublich. Die Schulbücher sind durchgearbeitet und zusätzlich 2 Lektüren gelesen und Lektürehefte bearbeitet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in einem normalen Schuljahr gleich zweimal vorkommt... Dazu zahllose Briefe, Anton App, Antolin und und und...

Und das alles in faktisch viel kürzerer Zeit als sie in der echten Schule verbracht hätte - sie hat ja den Schulweg gespart, manchmal an den Pausen gespart und saß oft einfach "nur" 3 Stunden am Schreibtisch, wo sie sonst von 7.00-13.30 außer Haus gewesen wäre.

Also wir sind jetzt Homeschooling-Anhänger ;-) jederzeit wieder. Da wird die individuelle Förderung, die die Schule uns seit 2 Jahren verspricht, endlich mal umgesetzt ;-)

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Ist es online Unterricht mit Anwesenheitspflicht? Dann würde ich nicht schwänzen lassen.

Ist es Homeschooling in Form von: Schulsachen zu bearbeiten mit/ohne Abgabefrist?
Dann wäre es für mich kein Schwänzen, sondern nur ein zeitliches verlegen.
Machen müsste es meine trotzdem, nur zu einem Zeitpunkt, der für sie auch passt. Also nicht am Abend, sondern an einem anderen Tag. Bei Langeweile in den Ferien (wenn es keine Abgabefrist gibt).

Den Lehrern ist es egal, ob die Kinder Frühstaufsteher sind und die Aufgaben schon um 4 Uhr morgens erledigen oder abends ihre Fitness haben. So lange es gemacht wird, sie zu Online-Präsenzzeiten anwesend sind, Abgabefristen einhalten.

Sport in dieser Zeit begrüßen sie sogar. Es gibt keinen offiziellen Home-Sportunterricht. Wenn Schüler/innen vormittags Sport machen, wird das für gut befunden. Schriftliche Aufgaben sollten nicht schleifen gelassen werden, diese dürfen dann aber gerne an einem weniger schönen Wettertag gemacht werden.

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Ich finde das total in Ordnung!
Solange klar ist, dass das eine Ausnahme ist und (unter anderem) auch nur möglich weil dein Sohn sonst immer fleißig war, finde ich sowas überhaupt nicht problematisch.

Das ist meiner Meinung nach das tolle am Homeschooling, der Stoff muss natürlich vermittelt werden und sitzen, aber es gibt keinen vorgeschriebenen Tagesablauf wie in der Schule. Und ob jetzt mal eine Aufgabe gemacht wurde oder nicht, ist somit nicht wirklich wichtig.

Schreib’s als Sportunterricht ab, damit’s deinem Gewissen besser geht ;)

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ich hätte von vornherein gesagt, dass zwischendrin eine Radfahrpause ist und er dann heute Abend und morgen das Pensum aufholt.

Bei uns gibt es Wochenpläne, keine Tagespläne -- somit kann man durchaus auch einmal einen Tag weniger (oder nichts) machen und dafür am anderen Tag eben mehr.

aber nein: komplett sagen, er soll es lassen, hätte ich nie gemacht...

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Ist doch simpel:

Homeschooling besteht bei uns aus einer Mischung von Online-Unterricht mit und ohne Anwesenheitspflicht und Hausaufgaben.
Ersteres wird mit Sicherheit nicht geschwänzt.
Hausaufgaben können zu jedem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden.

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Hallo,
ich würde wohl fahren, aber die Aufgaben müssten auf alle Fälle noch erledigt werden.
Wir haben zwar jetzt schon Ferien, aber während der HomeSchooling-Zeit haben wir auch, wenn es nötig war, flexibel reagiert und die Aufgaben wurden dann halt nicht morgens gemacht, sondern nachmittags, abends oder wann auch immer. Aber gemacht werden mussten sie, denn die Aufgaben wurden eingesammelt. Da habe ich auch letzte Woche noch drauf bestanden. Am Montag war der letzte Schultag, aber es gab für den Rest der Woche noch Aufgaben, klar, Ferien gab es ja erst am Freitag. Aber da meinten einige Mütter, dass die Kinder das doch nicht mehr machen brauchten, würde ja doch nicht mehr nachgesehen. Das weiß man nicht, aber da eben noch keine Ferien waren, wurden bei uns alle Aufgaben erledigt. Wer weiß, ob die Lehrer das nicht doch noch nach den Ferien sehen wollen. Und wenn mein Sohn die Aufgaben jetzt umsonst gemacht hat, schadet es dem Lerneffekt ja nun mal nicht.
Lg
Elsa01

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Du bist doch die Mutter und somit für dein Kind und sämtliche dazugehörigen Angelegenheiten verantwortlich.
Du brauchst doch keine anderen Mütter fragen!
Wenn ihr Lust auf eine Radtour habt dann macht das:-)

Bei meinen Kindern bzw vor allem bei der jüngeren entscheiden wir des öfteren dass sie nicht alles machen muss(ist zwar eine andere Geschichte aber die Lehrer sind da sehr entspannt)