Einschulung I-Kind

Hallo!

Morgen wird mein Kind eingeschult. Und mein Mama-Herz ist schon ganz schwer! đŸ˜„

Mein Kind hat ein paar Baustellen(auch im Sozialverhalten), ist aber kognitiv total fit. Es wird tĂ€glich von einer Individualbegleitung in der Schule unterstĂŒtzt.
Da wir in einem anderen Kindergarten waren, kennt es nur 4 Kinder aus unserer Siedlung. (Und das sind leider keine Freunde...)

Ich hab so Angst, daß mein Kind weiterhin Außenseiter bleibt.đŸ„ș

Gibt es in euren Klassen I Kinder?
Sind die integriert?
WĂŒrdet ihr euren Kindern eine Freundschaft zu einem Kind mit AuffĂ€lligkeiten erlauben?

Liebe GrĂŒĂŸe, krokant

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Hallo,
In meiner alten Klasse waren 2 I Kinder. Es war alles bestens, diese Kinder haben genau so, wie die anderen Freunde gefunden.

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Hi,
ja, unser Kleiner hat einen SchĂŒler mit einer Begleitung. Das klappt in der Schule gut, weil sie ja genau fĂŒr diese Zwecke da ist und schafft demnach Anschlusssituationen. In der Freizeit allerdings weiß ich nicht, wie es fĂŒr ihn lĂ€uft und ob er Kontakte zu Jungs aus der Klasse hat.
Auf einem Geburtstag war er letztens eingeladen.

vlg tina

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Hallo!

Ich glaube, ob ein Kind Freunde findet oder nicht, hÀngt nicht vom I-Status ab sondern von vielen anderen Dingen.
Meine Tochter (kein I-Kind!) z.B. hatte zwar in der ersten Klasse recht viele Freunde, die sind dann aber nach und nach weggebröckelt, und in der 4. Klasse hat sie selber gesagt, sie hĂ€tte keine Freunde. Sie war halt leistungsmĂ€ĂŸig extrem gut und wurde immer als Streber angesehen (dabei war sie stinkend faul und hat nicht einmal regelmĂ€ĂŸig Hausaufgaben gemacht. Aber sie wusste halt im Unterricht alles und schrieb auch immer gute Noten).

In der Klasse meines Sohnes waren anfangs 2 I-Kinder. Der eine ist ein ADHS-Kind, hat auch eine Schulbegleitung, ist aber soweit unauffĂ€llig und hat durchaus Freunde. Der andere hatte u.A. den Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung. Leider ging das damit einher, dass er jeden, der auch nur ein blödes Wort zu ihm gesagt hat, gleich verprĂŒgelt hat (das war im Kindergarten wohl nicht so, und nachdem sich das herausgestellt hat, wurde er engmaschig beaufsichtigt, sodass sich das dann auch wieder gab), da findet man natĂŒrlich so leicht keine Freunde. Mein Sohn hatte mit dem Jungen keine Probleme, und wenn er ihn auf dem Spielplatz getroffen hat, hat er auch mit ihm gespielt, aber Freunde direkt waren sie auch nicht. Das Kind ist dann allerdings nach der ersten Klasse auch auf eine Förderschule gewechselt, somit weiß ich nicht, wie es mit ihm weiter gegangen ist.

LG

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Als mein Sohn in die Schule kam, waren in seiner Klasse 3 I-Kinder, einer hatte eine Schulbegleitung, die kĂŒmmerte sich teilweise auch um die anderen. Am Anfang hat die Klasse versucht die 3 zu integrieren, das wurde aber immer schwieriger. Auf Klassenfahrt und zu AusflĂŒgen sind sie nie mit da die Lehrerin das Risiko nicht eingehen wollte, einen Teil den Unterrichts haben die 3 an einem Tisch auf dem Flur verbracht damit der Rest der Klasse nicht zu sehr gestört wurde, so wurde das in den anderen Klassen auch gehĂ€ndelt, ĂŒberall im Schulhaus standen Tische wo die I-Kinder dann abgestellt wurden.

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Okay, das wĂ€re schon mal keine Schule wo ich ein I-Kind hingeben wĂŒrde.

An der Grundschule meiner einen Tochter gab es 4 Klassen + eine sogenannte temporĂ€re Förderklasse mit max. 15 PlĂ€tzen. Die hatte erstmal keine fest geplanten SchĂŒler. Wenn Lehrer in den Regelklassen feststellten, dass Kinder mit der Schule ansich, dem Stoff, einzelnen FĂ€chern, oder irgendwas nicht klar kamen, bekam das Kind eine Bescheinigung und wĂŒrde vorĂŒbergehend in dieser temporĂ€ren Förderklasse beschult. FĂŒr manche Kinder war das nur fĂŒr bestimmte Stunden/FĂ€cher so, andere waren öfter da, weil sie halt sehr umfassende EinschrĂ€nkungen hatten. FĂŒr manche war das nur einige Wochen und danach gar nicht mehr. Andere kamen immer wieder. Das Kind hatte also seine normale Klasse, konnte aber in Kleingruppen von einer speziell ausgebildeten PĂ€dagogin, die auch Ahnung hatte z.B. von Dyskallkulie und Legasthenie beschult werden genauer auf sein individuelles Problem. Das fand ich ideal. Es war auch nicht verpönt dahin zu gehen, denn in der Regel verbesserten sich die Leistungen, die Kinder waren motivierter und es gingen auch viele sonst ganz normal entwickelte Kinder zeitweise dort hin. Meine ging auch Mal fĂŒr drei Woche, weil sie zu schĂŒchtern anfangs war. I-Kinder traf man da natĂŒrlich hĂ€ufiger an, aber wo es gut ging, waren sie wann immer möglich im KlassengefĂŒge.

Ich finde es richtig unpĂ€dagogisch, sie auf den Flur vor die TĂŒr zu setzen. Das hat doch schon sowas von: Ihr seid Außenseiter. Ihr mĂŒsst draußen bleiben. Und AusflĂŒge kann man doch auch im Sinne der Klassengemeinschaft planen oder die Eltern im Einzelfall um UnterstĂŒtzung als Begleitung dafĂŒr bitten.

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Wir hatten leider nur im Kiga einen I-Status in der Schule hat das aber nicht geklappt, wir hatten am Anfang die Hoffnung daß es klappt aber bei 25 SchĂŒlern incl 3 I-SchĂŒlern und beim Rest hatte sicher die HĂ€lfte ADHS, ADS, Legasthenie...dazu gab es eine sehr junge Lehrerin die damals ihre erste eigene Klasse hatte. Die Schule warb mit Inklusion, hatte aber weder das Personal noch den Platz um das auch ordentlich durchzuziehen. Das sie die I-Kinder nicht zu AusflĂŒgen mit nahm konnte ich gut verstehen, ich habe die Kinder auf Schulveranstaltungen erlebt und da hĂ€tte ich auch Angst die Verantwortung zu ĂŒbernehmen, die 3 waren kaum unter Kontrolle zu halten und sehr aggressiv, die anderen hatten Angst vor ihnen.
Mein Sohn bekam eine Art Förderunterricht in Mathe und Deutsch, allerdings viel das oft aus und die Lehrer hatten auch keine Zusatzausbildung, kannten sich nicht wirklich bei Dyskalkulie und Legasthenie aus, ich weiss nicht ob das was genutzt hat.

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In unserer Klasse ist ein Junge mit Schulbegleitung. Er hst infantile Zebralparese, kann nicht laufen bzw nur mit einer Art Rollator, hat eine deutlich verlangsamte Arbeitsgeschwindigkeit und extreme feunmotorische Probleme. z.b. hat er einen Laptop, auf dem er ArbeitsblĂ€tter bearbeiten darf, weil er es sonst nicht schaffen wĂŒrde. Sozial ist er auch etwas schwierig- nicht aggressiv aber sehr bestimmend. 😅
Und was soll ich sagen? Dieser Junge ist der erklĂ€rte beste Freund meines Sohnes und Mitglied einer supertollen 4er Gang an tollen Jungs. Die sind tlw sehr sportlich, trotzdem nehmen sie RĂŒcksicht und passen sich ihm an.

Ich glaub, ob ein Kind "ankommt" oder Außenseiter bleibt, liegt nicht an einem I-Status, einer Schulbegleitung oder "Baustellen", sondern einfach daran, welche Menschen da zusammenkommen. Bei manchen passt es sofort, bei anderen leider nicht... đŸ€·â€â™€ïž

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Meine Kinder sind I-Kinder. Sie besuchen heute die 7. bzw. 8. Klasse einer Regelschule (IGS). Beide haben eine jeweils eigene Schulbegleitung - davor hatten sie eine I-Kraft im Kiga.

Ich möchte absolut ehrlich sein:
In den allermeisten deutschen Schulen klappt Inklusion nicht. Da muß man nichts schönreden. Es gibt nur ganz wenige positive Ausnahmen. Grundschulen bedeutend mehr als weiterfĂŒhrende Schulen. Manche Schulen sind staatlich, aber nicht wenige davon sind freier TrĂ€gerschaft und da ist dann eben (nicht wenig) Schulgeld zu zahlen.
Ich bin mit den Schulen meiner Söhne stets sehr zufrieden gewesen - ABER: wir haben grundsÀtzlich schon ca. 1,5 Jahre vor Schulwechsel/Schulbeginn nach einer geeigneten Schule gesucht und wir waren auch stets bereit umzuziehen (wir arbeiten eh von zu Hause aus). Wir sind bisher 2 Mal umgezogen wegen der Schulen der Kinder.

Inklusion klappt nur dann, wenn wirklich ALLE in der Schule das Konzept tragen. Außerdem mĂŒssen der Schule ausreichend Ressourcen zur VerfĂŒgung stehen, um ein Kind inklusiv zu beschulen. Außerdem sollte man noch hoffen, dass es in der Klasse nicht eine allzu hohe Anzahl gesunder Kinder gibt, die deutlich auffĂ€llig sind, die aber keinen Förderbedarf und keine Schulbegleitung haben.

Bei meinem Ältesten (kognitiv fitter frĂŒhkindlicher Autist, deutliche Sprachentwicklungsstörung, regelbeschult) ist es so, dass er leidet. Er merkt durchaus, dass er anders ist. NatĂŒrlich haben wir mit ihm darĂŒber gesprochen. Er wird zum GlĂŒck nicht gehĂ€nselt oder ausgelacht. Wir sind froh, dass er seine Freunde hat und gut inkludiert ist ... nur er will mehr. Wir haben hart daran gearbeitet, er hatte viele Jahre Therapie - mittlerweile ist er kein Außenseiter mehr. Aber die Regeln des sozialen Miteinander wird er nie wirklich verstehen.

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...zu zeitig abgeschickt:

Mein JĂŒngster (Geistige Behinderung, FrĂŒhkindlicher Autismus, Epilepsie, mehrere (sichtbare) Fehlbildungen, die nur zum Teil operativ behoben wurden,...) hat immer die gleichen Schulen besucht, 1:1 Schulbegleitung, Förderbedarf GE. Er war der Liebling der Klasse, der Schule, der gesamten Stadt.
Es hat nichts damit zu tun, dass jemand behindert ist, oder nicht. Es hat auch nichts damit zu tun, wie schwer jemand behindert ist. Manche Menschen sind einfach beliebt - andere nicht. Das ist auch bei Gesunden nicht anders. Nur ein Schulbegleiter kann deinem Kind den Alltag in der Schule nochmal ein ganzes StĂŒck erleichtern....wenn er gut ist.

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Hallo!
"In den allermeisten deutschen Schulen klappt Inklusion nicht. Da muß man nichts schönreden"

Ich seh das genauso. Das muss aber gar nicht unbedingt an der Schule selbst liegen. Oftmals sind es auch die Ă€ußeren UmstĂ€nde. Gerade die Grundschulen sollen machen, machen, machen... und welche Hilfe bekommt die Grundschullehrerin?
Bei meinem Sohn waren in der ersten Klasse 2 Kinder mit bereits festgestelltem Förderbedarf (ich habe oben bereits davon geschrieben). Die Lehrer waren allesamt bemĂŒht, haben ein Jahr lang alles getan, damit KEIN Kind zu kurz kam. Trotzdem waren sich am Ende alle Beteiligten einig, dass der eine Junge auf der Förderschule besser aufgehoben ist. Aber die Voraussetzungen fĂŒr Inklusion waren in dieser Klasse auch alles Andere als einfach: Mit 25 Kindern war die Klasse ohnehin schon sehr groß (ab 26 Kinder wird geteilt!), wenn davon noch 2 Kinder Förderbedarf inkl. Schulbegleitung haben und ein weiteres Kind schlichtweg noch nicht schulreif ist, bringt das einfach viel Unruhe in so eine ohnehin schon wuselige erste Klasse, zumal das ADHS-Kind auch noch permanent durch die Klasse gerannt ist (was aber nach Aussage der Klassenlehrerin nicht weiter gestört hat #kratz).
Im Kindergarten ist es bei uns (Hessen) so, dass fĂŒr Kinder mit Inklusionsbedarf ein höherer Betreuungsbedarf besteht - sprich jedes Inklusionskind reduziert die maximale GruppenstĂ€rke einer Kindergartengruppe. Mein Sohn hatte im Kindergarten ein MĂ€dchen mit Cochlea-Implantat. Davon habe ich kurz vor der Einschulung dieses MĂ€dchens erfahren, weil es hieß, dass dadurch, dass dieses I-Kind weg fĂ€llt, ein Kind mehr in die Gruppe aufgenommen werden kann. Das Kind hatte wenn ĂŒberhaupt einen Minimalen Förderbedarf, zĂ€hlte aber im Kindergarten als 2 Kinder. Und in der Grundschule sitzen dann Kinder mit hohem Förderbedarf in der Klasse und zĂ€hlen eben betreuungstechnisch auch nur als ein Kind. In einer kleineren Klasse wĂ€re der Junge u.U. sogar klargekommen, aber bei so vielen Kindern... Von kleineren KlassengrĂ¶ĂŸen wĂŒrden letztlich alle Kinder profitieren, aber bei vollen Klassen ist Inklusion schlichtweg nicht möglich.

LG

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Hallo

Ich arbeite als I Hilfe in der Grundschule. Mein I Kind selbst hat eine BewegungseinschrÀnkung, in einer anderen Klasse haben wir eine Betreuerin einem ADHS Kind. Ich kann nichts negatives sagen. Die Kinder sind voll Integriert. Der Junge ist auch durch die Betreuung viel umgÀnglicher geworden.

LG

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Ich arbeite an einer Grundschule. Die I-Kraft hindert die Kinder nicht daran Freunde zu finden, im Gegenteil, gute I-KrÀfte fördern das eher.

Zudem sehe ich jeden Tag Kinder, bei denen ich mich immer zurĂŒckhalten muss, die aber in der Klasse integriert sind. Das ist schon manchmal irre zu sehen, das ein Junge im Unterricht rumlĂ€uft und andere Kinder Ă€rgert und 10Minuten spĂ€ter genau diese Kinder zusammen spielen. Das sehe ich jeden Tag in vielen Klassen.

Nur Mut.

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In der Schule meines Kindes gibt ein blindes Kind. Es ist sonst keine iSchule und es ist das einzige Kind mit Schulbegleitung. Er wurde nach langen GesprÀchen aufgenommen, war eine Einzelfallentscheidung. Das Kind ist extrem intelligent und hat Mathe oft mit der höheren Klasse gemacht. Er wird von den anderen bewundert, wie gut er alles kann und ist sehr gut integriert.