Kind kommt zu spät zur Schule

Hallo.
Ich habe das Problem, dass meine Tochter (2. Klasse) oft etwas spät zur Schule kommt. Meistenens nur wenige Minuten oder kurz vor Unterrichtsbeginn. Gefühlt gibt es jeden Morgen etwas neues, weshalb sie zu spät kommt. Entweder ein Mückenstich der so weh tut, dass sie nichts mehr machen kann, die Medikamente die ihr nicht schmecken und die sie daher nicht nehmen möchte, dann sitzt sie nich 30 Minuren im Bett und träumt vor sich her und die Sachen die sie abends ausgelegt hat gefallen ihr nicht mehr, die Schultasche oder das Trinken was noch zu Hause steht und weshalb wir nochmal zurück müssen, das Spiel was sie unbedingt noch spielen muss oder das Bild was sie noch für eine Freundin malen muss, dann ist sie auf einmal wieder so müde, dass sie sich hinlegt, obwohl sie bereits vor 2 Stunden alleine aufgestanden ist, weil sie nicht mehr schlafen konnte, dann sitzt sie noch 30 Minuten auf Toilette und beim Zähne putzen tun ihr auf einmal die Zähne so dolle weh, dass sie weinen muss, dann vermisst sie den Papa der schon zur Arbeit musste so dolle und dann wird ihr alles zu viel, weil Zeitdruck herrscht und dann funktioniert gar nichts mehr. Wir haben schon eine To do list für morgens geschrieben und gemalt, mit den wichtigsten Sachen (anziehen, Zähne putzen, Haare kämmen, frühstücken), die sie morgens erledigen muss angefertigt. Dies hat 2 Tage funktioniert, dann nicht mehr. Der Papa hat sie eine Stunde früher geweckt, aber auch das hat nur 2 Tage funktioniert. Die zusätzliche Stunde schafft sie inzwischen auch mit irgendwas zu vertrödeln. Ich habe mit ihr gesprochen, sie gelobt, wenn es morgens klappt und es gab Konsequenzen wenn es nicht klappt. Alles ohne Erfolg. Inzwischen sage ich ihr nur noch Bescheid dass wir in 15 dann in 10 und dann in 5 Minuren los müssen und warte solange mit ihrer kleinen Schwester im Flur. Ich hoffe dass es ihr vielleicht unangenehm ist, wenn sie zu spät kommt oder sogar einen Eintrag bekommt. Habt ihr vielleicht noch Tips für mich?

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Würde ich darauf setzen, dass mein Sohn (8) sich irgendwie morgens selbst organisiert, und wenn auch nur in Ansätzen, wir kämen nie aus dem Haus. Er ist ein extremer Morgenmuffel und sowieso ein Träumer.
Bei uns geht es nur so und nicht anders:

Alles, was Tags zuvor erledigt werden kann (Tasche packen, Klamotten rauslegen), wird Tags zuvor erledigt.

Ich stehe so früh auf, dass ich komplett fertig bin, wenn ich den Sohn wecke und als persönlicher Sklaventreiber hinter ihm stehe und gar nicht erst zulasse, dass er sich verzettelt.

Er braucht morgens viiiiiieeeeeel Zeit: Ich wecke ihn 90 Minuten, bevor er das Haus verlassen muss. So bleibt genug Zeit für Wachkuscheln (wichtig), Wäsche, Frühstück und danach puzzelt er noch meistens ein bisschen. (Aber erst wenn ALLES fertig ist) Den ein oder anderen Dramaqueen-Anfall müssen wir auch einplanen: er ist morgens auch irgendwie schmerzempfindlich und wehleidig. Zeitdruck würde ihn extrem stressen und alles verschlimmern.

Dolle finde ich das auch nicht... ich versuche immer mal wieder, mehr Verantwortung an ihn abzugeben und z.B. Timer zu stellen, die er selbst berücksichtigen muss. Klappt so semigut.

Ich stell mir immer vor, dass er morgens seinen Mutterliebetank füllen muss, um über den Tag zu kommen, denn sonst ist er unkompliziert...
Es ist eine Phase, Hase.... mein Mantra. Irgendwann ist er groß und kann das alles selbst.

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Zurzeit habe ich morgens leider wenig Zeit, da ihre kleine Schweter dolle krank ist und viel Aufmerksamkeit braucht. Da demnächst auch noch unser Baby kommt, was ebenfalls viel Aufmerksamkeit braucht, muss sie sich halt morgens schon etwas selbstständig fertig machen. Anziehsachen packen wir schon Abend zurecht und auch de Brotdose wird abends fertig gemacht. Frühstück bereite ich morgens für sie vor und beim Haare kämmennubd Zöpfe machen helfe ich ihr morgens auch. Sie muss sich eigentlich nur anziehen, Zähne putzen, Trinkflasche und Brotdose einpacken und frühstücken.

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„ Trinkflasche und Brotdose einpacken und frühstücken.“

Das muss sie ganz alleine? Das ist aber nicht schön! Sie kann ja nichts dafür, dass ihre Schwester krank ist bzw ihr noch ein Baby bekommt!

Sie braucht einfach auch deine Aufmerksamkeit, das ist doch völlig normal

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Mhm... klingt für mich ein bisschen danach, dass du sie machen lässt?
Kannst du sie denn nicht antreiben?
Mein Kind spielt nur dann noch wenn alles fertig ist.
Er ist jetzt erst in die erste Klasse gekommen, aber ich gebe vor: aufstehen, Frühstücken, anziehen, Zähne putzen, los...
Tasche ist fertig, Essen mache ich fertig.

Wir haben in Summe ein bisschen über ein Stunde Zeit.

Ich könnte ihn nicht machen lassen und das bestimmt auch noch nicht in einem Jahr.

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Ich gebe schon vor was sie morgens zu tun hat. Allerdings stehe ich nicht daneben und warte darauf, dass sie sich anzieht, sondern sage, ihr dass sie sich anziehen soll und in der Zeit mache ich dann Frühstück. Ich versuche allerdings möglichst darauf hinzuarbeiten, dass sie Selbstständiger wird und von sich darauf kommt was zu tun ist bzw. eine gewisse Routiene entwickelt.

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Ja, okay.
So mache ich das ja auch. Während sich das Kind anzieht und Zähne putzt mach ich mich zum Beispiel für die Arbeit fertig, aber zwischendurch erinnere ich ihn immer wieder und das mit steigender Stimme ;-)

30 Minuten im Bett ist einfach nicht drin. Ich wecke das Kind und er kann wach werden (meist mit nem Hörbuch) bis ich fertig bin mit duschen und das Frühstück fertig habe. Dann hat er aufzustehen...

Ich habe hier auch mal gelesen, dass zuviel Zeit auch nicht gut ist und es für einige besser ist, wenn der Morgen strickt durchgetacktet ist.
Vielleicht auch eine Möglichkeit?

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Sag ihr, wenn sie pünktlich fertig ist, bzw. überpünktlich, dann darf sie die Viertel Stunde vor der Schule noch ihre Lieblingsserie im Fernsehen anschauen

Bei uns klappt es so gut. Es gab eine Zeit die war ähnlich wie bei euch.
Mittlerweile haben sie fast immer die Viertel Stunde zum Fernsehen.

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Meine Söhne sind 10,bald 11 und 6 jahre alt und wenn ich dem Großen morgens nichts alles einzeln erklären würde und auch raus legen würde,käme er nie in der Schule an.Bei ihm geht es aber auch nicht anders.
Sie sind mein 3.und 4.Kind,es gab also noch mehr Kinder morgens die raus mussten,bzw.jetzt noch meine Tochter,aber die macht mittlerweile alles alleine.Die Zeit muss man sich irgendwie nehmen für das Kind,vor allem,wenn es soviel Unterstützung braucht.Ich bezweifel,das ein Eintrag helfen wird.Das scheint ein grundsätzliches Problem zu sein.Kinder sollen selbstständig werden,aber deines scheint einfach noch viel Hilfe zu brauchen.Direkt einen Tipp habe ich leider nicht,außer eben weiter zu helfen und zu schauen,das sie pünktlich ankommt.
LG Julia

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Ich kann mir höchstens vorstellen, dass ihr nicht ausreichend Struktur vorgebt bzw. nicht genug Puffer eingeplant habt.

Mein Sohn (8) ist auch ein Trödler vor dem Herrn. Aber in 15 Minuten schafft es auch er, sich anzuziehen. Die Zeit plane ich schonmal ein. Außerdem habe ich nach hinten raus 15 Minuten extra eingeplant. Wenn alles läuft, kann er da noch kurz spielen. Wenn mal etwas schief läuft, ist das eben kürzer oder fällt weg.

Und dann hilft meiner Meinung nach Struktur: jeder Tag läuft gleich ab. Anziehen, Frühstück, Bad, Pausenbrot einpacken. Der Ablauf im Bad ist schon immer und Tag für Tag der gleiche. Den haben wir jahrelang zusammen gemacht, jetzt läuft er auch allein. Dadurch entsteht eigentlich wenig Chaos, weil total klar ist, was zu tun ist: Zähneputzen, waschen, abtrocknen, eincremen, Haare kämmen, raus.

Klingt langweilig und spießig, aber in der Praxis bewährt es sich täglich.

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Wir haben schon eine feste Struktur und diese sogar schriftlich und gemalt gut Sichtbar ins Kinderzimmer aufgehangen. Erst anziehen, dann Haare kämmen, frühstücken, Zähne putzen und Brotdose und Trinkflasche einpacken, fertig. Zwischendurch erinnere ich sie auch noch daran was als nächstes ansteht. Morgens plane ich 1,30 Minuten ein, manchmal wenn sie durch den Papa wach wird, der schon etwas eher los muss, ist sogar 2 Stunden Zeit für alles. Aber sie ist extrem langsam, träum viel, vergisst was sie gerade machen soll. Wir stehen in der Küche ich bitte sie ihre Brotdose einzupacken die in der Küche ist und ihre Schultasche habe ich auch schon in die Küche gestellt und sie geht ins Bad. Da steht sie dann im Bad und schaut sich um. Hab dann gefragt was los ist und sie schaut mich an und fragte "Was soll ich nochmal machen?" Anziehen dauert bei ihr meisten 30 Minuten, wenn ich sie nicht zwischendurch erinnere kann es auch mal über 1 Stunde dauern bis sie fertig angezogen ist. Sie versinkt immer wieder in Tagträumen und vergisst was sie machen soll.

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Aber mal ernsthaft, eine Stunde zum Anziehen, das kanns doch echt nicht sein. Da kann man dann ja auch nicht mehr von einer Struktur oder Routine sprechen. In der Zeit hält sich Deine Tochter dann in ihrem Zimmer auf und spielt wahrscheinlich, oder macht irgendwas, aber sie zieht sich doch nicht an. Da würde ich dann schon empfehlen, mal ein bisschen deutlicher zu werden und die Umsetzung Deiner Aufforderung konsequent zu verfolgen. Das bedeutet Struktur vorgeben, nicht ein Bild an die Wand hängen. Das ist schon manchmal unangenehm und erfordert Beharrlichkeit.

Ich beobachte das manchmal zum Beispiel bei einer Bekannten. Wenn die hier ihre Tochter abholt, bittet sie sie einmal, sich anzuziehen, damit sie nach Hause gehen können. Das Mädchen macht dann einfach weiter, was es gerade gemacht hat, und reagiert überhaupt nicht. Die nächste Aufforderung erfolgt dann vielleicht 10 Minuten später, meist mit ähnlichem Ergebnis. In der Zeit steht die Mutter resigniert hier im Flur rum und wartet auf das Kind, das sich in der Zwischenzeit die Welt macht, wie es ihr gefällt. Bis die beiden hier draußen sind, dauert es regelmäßig bis zu 30 Minuten. Dabei müsste die Mutter meiner Meinung nach einfach ein bisschen hinterher sein und konsequent vorgeben, was zu tun ist. Bitte zieh Dir jetzt Deine Schuhe an - und so lange beharrlich bleiben, bis die Schuhe an den Füßen sind. Dann nächster Programmpunkt, und so weiter.

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Hallo,
ich glaube, Deine Tochter hat morgens einfach zu viel Zeit. Ich würde sie wesentlich knapper wecken und dann das Morgenprogramm "runterattern". Ich kenne das von mir, wenn ich zuviel Zeit für irgendwas habe, verzettele ich mich total.
Bei uns ist es so:
Ich stehe um 5.30 Uhr auf, mache mich fertig, füttere den Hund und wecke den Großen (16) um 6.15 Uhr. Gut, er könnte von selbst aufstehen, aber solange er möchte, darf er den Luxus genießen. Dann mache ich sein Frühstück, er isst, geht dann ins Bad, waschen, Zähne putzen, Haare waschen. Geduscht und rasiert wird abends. Dann zieht er sich an und geht um kurz vor 7 Uhr zum Bus. Die Schultasche ist abends fertig gepackt bis aufÄs Frühstück.
Den Kleinen (11) wecke ich um 6.30 Uhr, er frühstückt mit mir zusammen, geht ins Bad, das gleiche Prozedere wie der Große, außer dass ich mitihm abends vorher seine Sachen rauslege und er seinen Rusack und ggf. Sporttasche, Portemonaie, Mundschutz schon in die Küche legen muss, sonst vergisst er irgendwas.Er ist im Moment ziemlich verpeilt. Er geht dann um zehn nach sieben zum Bus. Auch er duscht abends, das würde morgens einfach alles zu lange dauern. Rasieren muss er sich ja noch nicht.
Während die beiden im Bad sind, mache ich die Frühstücksdosen fertig und stelle es jedem auf seinen Platz. Der Frühstückstisch wird schon abends vorher, bis auf die Sachen aus dem Kühlschrank, gedeckt. Das spart morgens Zeit.
Zu Grundschul- und Kindergartenzeiten war es ähnlich, nur alles etwas später. Zeit zum spielen hatte nie einer von den beiden, sonst wären sie auch nie fertig geworden.
Ich selbst gehe um 7.30 Uhr aus dem Haus, lasse den Hund eben in "seiner" Ecke im Garten seine Notwendigkeiten verrichten und fahre dann zur Arbeit. Die große Hunderunde kommt erst nachmittags oder abends. Er ist da GsD sehr genügsam.
LG
Elsa01

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Dann sei doch etwas strenger, du bist doch dabei.

Für mich hört sich das wie eine dreijährige an, nicht wie ein 8jähriges Schulkind. Irgendwie habe ich das Gefühl, sie tanzt dir mit ihrem Getue ganz ordentlich auf der Nase herum.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man morgens auch zu viel zeit haben kann. dann fällt den Kindern nur irgendwin Mist ein, den sie noch machen könnten.
Besser ist es so aufzustehen, dass man gerade genug Zeit hat um alles Nötige morgens stressfrei zu erledigen.
Eine 8jährige weiß, was morgens zu tun ist, macht einfach kein Theater daraus und fordert eine gewissen Pünktlichkeit konsequent ein.
Vielleicht kann sie auch mit dem Bus fahren, der wird nämlich nicht auf sie warten.

Außerdem würde ich mit der Lehrerin reden. Mehrmalige Unpünktlichkeit muss für deine Tochter auch unangenehm sein.

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Ich will jetzt nicht verurteilen den jeder erzieht wie er es für richtig hält. Ich erzähl dir mal wie es bei uns läuft wenn mein Mann in der Arbeit ist.
Um 6:00 läutet mein Wecker (ich bin ein Morgenmuffel) dann rauf zu den großen zweien fast 7 (1 Klasse) und fast 4 (Kiga) diese ruhig Wecken dann frag ich sie ob ich Kleidung raus legen soll oder ob sie es selbst tun. Die große tuts meist selbst. Wenn niemand Hilfe braucht geh ich wieder runter lasse mir den Kaffee runter, füttere Hund und Katzen und richte in der Zeit Brotdosen (zuhause gefrühstückt wird meist nur am Wochenende) dann geh ich zur Minimi (4mon) und wecke sie zum stillen und nebenbei Kaffee trinken. Dann wieder hoch Minimi anziehen und die großen abwechselnd zum Zähneputzen und kämmen holen. Wenn alle fertig sind packen sie die Jause ein und haben dann "Freizeit" bis ich fertig bin. Um 6:55 schlappe ich den Hund und wir gehen los Richtung Schule/Kiga.
Was andere vom unseren Morgen Plan halten ist mir egal für uns funktionierts.
😁😉

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Was sagen die Lehrer?
Zu meiner Schulzeit gab es entweder Strafarbeit oder Nachsitzen. Bei manchen hat es gewirkt, bei manchen nicht.

Das ist heute schwierig, da viele Eltern dann direkt auf der Matte stehen.
Stört es den Unterricht, kann man als Elternteil durchaus mit dem Lehrer sprechen. Was würden sie gerne tun? Ok für Konsequenz geben. Das zieht manchmal mehr, als wenn es "nur die Mama" sagt.
Bei meiner fiel es oft gar nicht auf, wenn Kinder zu spät kamen. Da ein Lehrer mehrere Klassen betreuen musste, dauerte es morgens einige Minuten bis die Klassen in ihren Räumen waren und es lief. In dieser Zeit konnten sich Zuspätkommer reinschleichen ohne schleichen zu müssen.

Wecker stellen. Wir haben einen : jetzt ziehen wir unsere Sachen an Wecker.
Selbst achte ich manchmal nicht darauf oder habe zu viel im Kopf. Vor wichtigen Terminen stellen wir uns einen Wecker, der klingelt, wenn wir uns anziehen müssen. Nicht erst zum Losgehen, sondern zum Anziehen. Mit 10 Minuten Puffer. Im Winter mehr Puffer als im Sommer.


Warum trödelt sie so?
Will sie nicht in die Schule?
Ist sie auch sonst im Alltag verpeilt?
Ist es morgens intensiver als abends?
Wie ist es, wenn es zu Terminen geht, auf die sie sich freut?

Bei meiner habe ich folgendes ausprobiert:
- Termine, die sie doof fand: mehr Zeit, selbst aktiv geholfen
- Aktionen, die sie super fand: sie machen lassen. Schafft sie es, dann gehen wir. Schafft sie es nicht, dann haben wir es eben verpasst.

Da sie bei ihren Aktionen sehr schnell sein konnte, wusste ich, dass sie es durchaus kann. Wenn die Motivation passt.
Hätte sie es da nicht können, hätte ich andere Wege gesucht. Auf alles verzichten lassen, weil sie es nicht kann, wäre gemein gewesen.


Klare Regeln: welche klaren Regeln habt ihr?
Meiner kam zu Gute, dass wir mal den Bus verpasst haben. Der war dann weg. Großer Lerneffekt.

Was passiert, wenn sie dies und jenes nicht mag?
Wie viel Diskussion ist möglich?
Bei uns gilt: es ist ok, wenn sie es nicht mag. Sie hat dann EINE andere Alternative. Entweder sie sagt konkret, was sie will. Ist es möglich, darf sie wechseln. Ist es nicht möglich, diskutiere ich nicht. Auswahl zwischen genau zwei Sachen. Eines ist genehm? Prima. Ist es nicht genehm? Pech. Dann entscheide ich, was angezogen wird.

Einerseits ist sie gerne autonom und entscheidet gerne selbst. Andererseits ist sie dazu manchmal überfordert. Dann braucht sie klare Verhältnisse und direkte Entscheidungen.

Mit jammern kommt sie bei mir nicht weit. Sie darf sagen, wenn ihr was nicht passt. Fängt sie aber an zu jammern, entscheide ich. Dann diskutiere ich auch nicht. Redet sie wieder vernünftig mit mir (ohne Jammern), dann gehe ich gerne auf Wünsche und Ideen ein. Das gilt für alle Lebensbereiche.

Sie darf etwas vermissen. Die Situation ist jetzt aber: anziehen, Schule.
Das wiederhole ich auch wie eine kaputte Schallplatte. Es ist ok, dass du so fühlst. JETZT, anziehen, Schule.
Kein Betüddeln, kein darauf eingehen....
Wenn sie dann angezogen ist, nehme ich sie in den Arm. Kurz, wenn die Zeit knapp ist, länger, wenn die Zeit da ist. Trösten, falls sie es dann noch braucht.
Manchmal ist es echtes vermissen, Gefühle, doof finden.... dann braucht sie umarmen, trösten etc. und manchmal ist es , dass sie sich unbewusst drücken wollte. Dann ist sie selbst stolz darauf, es geschafft zu haben. Die Aufmerksamkeit, dass es ihr gelungen ist, ist dann wichtiger. Die Äußerungen von davor längst vergessen.

Morgens spielen: da ich selbst dazu neige, die Zeit zu vergessen und es hasse unterbrochen zu werden: vor Terminen und morgens wird nichts anderes angefangen. Punkt.

Ich selbst habe mir früher Musik angemacht, die auf die Minuten genau getimet waren. 3 Lieder = 14 Minuten. Bei Lied 1 konnte ich in die Gänge kommen. Bei Lied 2 wusste ich wie gut ich in der Zeit lag.... Bei Lied 3 wusste ich: jetzt aber los. Wenn das Lied aus ist, Gerät ausschalten und starten.
Bei meinem Kind bringt das nichts. Sie geht dann zu sehr in dem Gehörten auf und vergisst den Rest drum herum.

Der Ablauf ist bei uns so geregelt, dass es zwar Zeitpuffer gibt, aber alles so getimet ist, dass es keine Zeit für "damit fangen wir noch an...." ist.

Keine Spiele. Punkt. Da kann man zu sehr verzörgern, hinauszögern, verlängern.
Musik bei mir: ja. Da gibt es keine Verzögerung. Die Lieder haben eine präzise länge. Die Dauer ist auch beim 100. hören immer die gleiche (sofern es die gleiche CD ist).

Ich fange auch keinen Haushalt an, wenn es wichtige Termine sind. Ich hasse es, wegen Zeit aufhören zu müssen, wenn ich aber gerade einen Lauf habe und "nur noch schnell...." das zu Ende machen möchte.

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Es gab bis jetzt nur ein Hausaufgabeneintrag, dass sie bitte etwas eher in die Schule sein soll. Ansonsten gab es noch keine Konsequenzen von der Schule, wobei ich denke, dass es ihr schon unangenehm ist, wenn alle Kinder schon auf ihre Plätze sitzen und sie grade zur Tür reinkommt.

Im Alltag ist sie leider auch so, ob es zum Fest oder zum Kindergeburtstag geht, sie trödelt extrem, sodass wir immer mehr Zeit einplanen müssen. Zur Schule geht sie eigentlich sehr gerne. Wenn ich sie frage warum sie für bestimmte Sachen so lange braucht, meint sie es ist ihr zu viel, Zähne putzen, anziehen, Toilette gehen und was dann noch so anfällt sind ihr zu viele Aufgaben. Ich habe es schon auf das nötigste gekürzt, aber ohne Zähne putzen oder Haare kämmen kann ich sie nicht zur Schule schicken, da Diskutiere ich auch nicht mit ihr. Abends ist es auch sehr schlimm. Ich schicke sie mit ihrer kleinen Schwester duschen oder sich waschen und in der Zeit koche ich dann essen. Wenn das essen fertig ist sitzen alle am Tisch auch die kleine Schwester, die sogar noch zeit hatte und beim Tischdecken geholfen hat, nur meine Große fehlt und das obwohl es ihr Lieblingsessen gibt.
Es ist einfache ihre Art ihr Charakter, dass sie ein bisschen langsamer und verträumter ist als andere.

Morgens nach dem Aufstehen wird sich sofort angezogen und erst wenn mann mit allem fertig ist und noch Zeit hat kann sie spielen oder malen. Zum Essen sollen beide sauber und angezogen sein. Zähne putzen ist morgens und abends Pflicht. Anziehsachen werden abends rausgesucht und morgens nicht nochmal umgeändert. Die Schultasche wird abends auch bis auf Trinken und Essen gepackt und Hausaufgabenheft sowie Hausaufgaben und andere Schulunterlagen werden noch am gleichen Tag vorgezeigt

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Das mit den zu vielen Aufgaben kenne ich.
Ich muss mir dann kleine Portionen machen.

Max. 3 Dinge. Diese erledigen. Dann die nächsten 3 und danach wieder 3.

Erst wenn 2 von 3 Abläufe komplett automatiesiert ablaufen, dann erst kann ich sie. Erst dann zähle ich sie nicht mehr zu den dreier Portionen auf.

Morgens: Ansage Aufstehen, duschen.
Wenn das erledigt ist: Ansage: Abtrockenen, Anziehen.
Wenn das erledigt ist: Frühstücken, Zähne putzen.

Wir gehen los.
Schuhe anziehen. Jacke anziehen.

Das jeden Tag so lange, bis sie einiges automatisiert hat. Dann kann man auch Ansagen dazwischen weglassen.

Bei manchen Kindern reichen drei mal. Bei anderen übt man das 6 Monate und mehr. Jeden Tag, immer das gleiche. Keine Veränderungen, bis der Ablauf automatisiert sitzt.

Zwischenschritte ansagen. Zwei höchstens 3 auf einmal.
(wenn ich mir mehr als 3 Sachen merken UND umsetzen soll, dann schaffe ich höchstens eines. Vielleicht noch eines halb... dafür die andere Hälfte chaotisch).
Bei mir liegts am ADHS.

Abläufe auf 2 Sachen portionieren, so lange üben, bis das 100% klappt, ohne dass man es ansagen muss , dann erst die Ansage weglassen.
Sofern das Kind es selbst können möchte.

Bei Kindern, die könnten, aber sich einfach nur auf Mama verlassen, wären es andere Wege. Da deine Tochter schon sagt, dass es ihr zu viel auf einmal ist, würde ich das wirklich portionieren und darauf achten, dass es wirklich erledigt ist. Dann erst die nächste Ansage.