Frage zum Körpergewicht

Hallo!
Ich habe mich gerade gefragt, wie das mit zunehmendem Alter wohl richtig berechnet wird, ob ein Kind „schon übergewichtig“ oder „noch normalgewichtig“ ist.
Bespiel: das betreffende Kind ist 8,5 Jahre, männlich und wiegt 36kg bei einer Größe von etwa 133cm. Die Mutter (selbst stark übergewichtig) sagt, er sei auf der obersten Perzentile, weswegen alles in Ordnung sei. Laut BMI ist er übergewichtig. Er bewegt sich viel, aber frisst (entschuldigt bitte, aber es ist leider so) zu den Mahlzeiten (eine 400g Dose Wurst alleine, 200g Schinken am liebsten nur den Speck, 3 Berliner zum Kaffee....)
Ich versuche immer wieder zu sensibilisieren, aber es funktioniert nicht, da er ja immer schön auf der obersten Perzentile ist. Meine Ansprache, dass wenn er drüber kommt, er dann ja zu dick sei, hilft nicht. Es ist ja noch nicht so 🤷🏼‍♀️
Ich weiß, es ist schwierig, aber ich sehe, welche Probleme die Mutter jetzt schon hat gesundheitlich (Asthma, Arthrose, kommt kaum in ihre Wohnung im 3. Stock, arbeitet nur im sitzen, etc) und dass sie schon eine Essstörung hat, die sie aufs Kind überträgt. Habt ihr einen Tipp, wie man sie unterstützen kann?
Der Vater verstarb leider schon vor 6 Jahren nach Krankheit.

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Wenn Du nicht gerade die Ärztin, Psychotherapeutin oder Ernährungsberaterin der Familie bist, wirst Du nichts machen können. Jegliche Einmischung wird übel genommen und früher oder später zum Kontaktabbruch führen.

Du hast Deine Bedenken geäußert und Hilfe angeboten. Lass es damit gut sein.

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Ich fürchte da kannst du wenig machen ausser wirklich die Essensmengen anzusprechen, aber selbst das wird die Mutter sicher nicht ewig tolerieren.
Solche Hinweise sollten vom Kinderarzt kommen, wenn sie von dir kommen wird die Mutter es sicher nicht annehmen, vor allem nicht wenn sie selber eine Essstörung hat.

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Nachdem ich im Freundeskreis meines Sohnes (mittlerweile sind alle 17/18 Jahre alt) zwei Jungs hatte, die noch bis zur 6./7. Klasse leicht bis deutlich übergewichtig waren und beide heute große, normal gewichtige Jungs sind, würde ich da nicht viel machen. Vieles verwächst sich tatsächlich. Und das der Junge kein Couch-Potato ist, sehe ich da echt kein Problem. Meiner Meinung nach hat die Mutter das durchaus im Blick, denn sie scheint mit dem Kinderarzt gesprochen zu haben.

Das Gewicht finde ich jetzt auch absolut nicht dramatisch. Zumal mittlerweile klar ist, dass der BMI gerade bei Kindern keine wirklich Aussagekraft hat.

https://www.edeka.de/ernaehrung/tests-rechner/bmi-koepergewicht-pruefen/index.jsp?ns_campaign=SEA&gclid=EAIaIQobChMIq7y9tYTt6wIV1e5RCh2mXQoJEAAYASAAEgL0GvD_BwE#xtor=SEA-10005-GOO-[30203913849]-[342242404050]-S-[bmi%20kinder]

Das einzige, was ich versuchen würde, wäre selbst mit gutem Beispiel voran zu gehen und die zwei einzuladen und viele leichte, sättigende, gut schmeckende und gesunde Alternativen auf den Tisch zu bringen. Oder vielleicht kochst du gerne und möchtest dem Jungen gesundes kochen beibringen. Nur, wer Alternativen kennt, kann sie auch essen.

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https://www.edeka.de/ernaehrung/tests-rechner/bmi-koepergewicht-pruefen/index.jsp?ns_campaign=SEA&gclid=EAIaIQobChMIq7y9tYTt6wIV1e5RCh2mXQoJEAAYASAAEgL0GvD_BwE#xtor=SEA-10005-GOO-[30203913849]-[342242404050]-S-[bmi%20kinder]

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Schade. Es wird nie der gesamte Link blau eingetragen. Gibst du auf dieser Seite alle Daten ein und gehst neben dem BMI dann auf das +, dann bekommst du auf der zweiten Seite viele Infos zum BMI für alle Altersstufen. Besonders der letzte Absatz "BMI bei Heranwachsenden" ist interessant.

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Meiner Ansicht nach wird die Mutter keine weiteren Hilfen annehmen, wenn sie aktuell schon nicht auf deine Bedenken engeht oder einlenkt.

Im schlimmsten Fall Ist er momentan eben gerade noch auf der oberen Perzentile und irgendwann dann ja nur "ein bisschen übergewichtig" und so weiter... Wer das Gewicht von Beginn anbagatellisiert, tut das wahrscheinlich auch weiterhin.

Für mich ist das Gewicht dabei auch weniger der entscheidende Faktor, sondern die offenbar eher schlechte und scheinbar kaum regulierte Essgewohnheit des Kindes. So lernt der Junge leider keine gesunde Ernährung, sein Gehirn wird schon direkt auf viel zu viel Zucker, schlechte Fette und verarbeitete Lebensmittel "programmiert". Ich denke mal, dass er es schwer haben wird, später eine gesunde Lebensweise zu erlernen.

Man sieht ja z.B. auch im Kindergartenalter viele schlanke Kinder, die aber auf den Spielplätzen munter nur Rosinen- und Schockobrötchen, Kekse, Chips und Limo in sich rein kippen. Da spielt für mich eben das tatsächliche Gewicht des Kindes eine eher untergeordnete Rolle, aber die Eltern sollten sich dringend Gedanken darüber machen, was diese Nahrung in den Kinderkörpern und -gehirnen anrichtet.

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Da stimme ich Dir zu.

Eine Sandkasten-Freundin von mir war bis ins Teenageralter schlank, hat aber schon immer viele Süßigkeiten, Nutella, Weißbrot und Fast Food gegessen.
Ich war als Kind eifersüchtig, weil meine Eltern mehr auf gesunde Ernährung geachtet haben.

Sie hat dann aber ab 16, 17 sehr zugenommen und ist bis heute stark übergewichtig.

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Hallo

du kannst leider kaum was machen.

Das einzige ist das du dem Jungen vorschlagen kannst dass ihr gemeinsam zum Sport geht.

Unser mittlerer hatte vor einem Jahr mit 143 cm 36 kg und da hat der KInderarzt und der Narkosearzt im Krankenhaus schon gsagt es ist der obere Bereich vom normalgewicht. Zwar keine Diät aber darauf achte das das Gewicht möglichst erstmal nicht mehr wird sondern nur die größe

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Hallo,

um andere Menschen zu bekehren, musst du subtiler vorgehen.
Und bei der Mutter anfangen. Unternehmungen, die eine leichte Aktivität erfordern, wie Ausflüge in den Zoo, an einen besonderen Spielplatz...
Wenn sie Kekse und anderes mitbringt, sorgst du für den Ausgleich mit selbst gemachtem. Evtl. schmeckt das Mutter und Kind besser und sie wollen das Rezept.
Unmöglich ist es nicht, dass die Mutter Lust auf ein „besseres“ Leben hat, aber auch keine Garantie.
Und da hört für mich auch die Einmischung auf, jemandem den eigenen Lebensstil als den besseren verkaufen zu wollen.

VG, midnatsol

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Die Perzentile geben nicht an ob ein Kind Übergewichtig ist, daran kann man nur ablesen wie sehr das Kind von der P50, dem Durchschnittswert abweicht oder anders gesagt 97% der Kinder in seinem Alter sind leichter als er.
Für ein Kind das auch bei der Größe bei P97 ist kein Problem weil beides im Einklang ist. Bei ihm ist wenn ich das richtig sehe die Größe Durchschnitt das heisst die vom Gewicht sollte auch etwa um die P50 liegen.
Der BMI ist da richtig, daran kann man leider nicht rütteln.

Unterstützen wird schwierig, evtl. bringt es etwas das Missverständnis mit der Perzentilenkurve gerade zu rücken um überhaupt das Befürfnis zu wecken etwas zu ändern. Man könnte auch anregen das der Junge zur U10/11 geht fals er noch nicht war, dann wird der Kinderatzt etwas dazu sagen.

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Ich frage mich eines gerade:

Wenn die Mutter sehr schlank und gesund wäre, der Junge sich aber trotzdem so ernähren würde oder kräftig wäre - würde mann dann auch versuchen, die Mutter zu beeinflussen?

Ich habe da so meine Zweifel. Denn der Gedankengang wäre vermutlich: "Die Mutter weiß ja, wie man sich gesund ernährt und ist schlank - dann kommt das bei dem Kind sicher auch noch oder es verwächst sich. Sie hat das schon im Blick."

Zudem ist der Junge ja aktiv, bewegt sich viel - und wird entsprechend Hunger haben. Hier würde ich mich tatsächlich nicht um das Gewicht sorgen sondern um die eigentliche Ernährung.

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:-)
Ich muss gerade grinsen.
Meine 11jährige ist auch sehr kräftig, sie gehört zu den Menschen, die Süßigkeiten nur anschauen müssen um zuzunehmen. Ich selbst war schon immer groß und schlank, hatte nur in der Pubertät ein paar Speckröllchen zu viel.
Ich bin tatsächlich noch nie auf das Gewicht meiner Tochter angesprochen worden (bis auf von meiner Mutter, die sich Sorgen macht, weil meine beiden Schwestern auch stark übergewichtig sind). Die Kinderärztin hat anfangs das ganze tatsächlich sogar ein bisschen abgetan - das Kind kommt halt nach dem Vater (in der Familie haben alle einen etwas gedrungenen Körperbau).
Die Bemerkungen, die ich mir anhören musste, wenn ich mich besorgt über das Gewicht meiner Tochter geäußert habe, waren eher "das verwächst sich bestimmt noch". Das hat es aber bisher noch nicht. Nach einer Reha im vergangenen Jahr schwankt das Gewicht meiner Tochter immer zwischen "leichtem Übergewicht" und "oberer Bereich Normalgewicht". Ich achte wirklich sehr auch die Ernährung unserer Kinder (der Kleine ist auch ein Spargel, der kommt mehr nach mir), aber bei der Großen müssen wir ständig kämpfen.
Ich kann natürlich jetzt nicht sagen, ob mich keiner angesprochen hat, weil alle wissen, welche Sorgen ich mir um das Gewicht meiner Tochter mache, oder weil ich selbst schlank bin. Jedenfalls hätte ich nie zugelassen, dass meine Tochter 3 Berliner oder eine ganze Dose Wurst in sich hinein stopft. Aber die TE beobachtet ein kräftiges Kind mit einer adipösen Mutter und einem absolut unverhältnismäßigen Essverhalten. Da darf man sich als Freundin tatsächlich durchaus Gedanken machen. Und Adipositas ist ja weit mehr als nur ein ästhetisches Problem. Das zu hohe Gewicht führt irgendwann zu einer Überlastung des Bewegungsapparates und zu Gelenkschäden. Außerdem führt Übergewicht oft zu Bluthochdruck und damit verbunden zu einer koronaren Herzkrankheit. Oft entwickelt sich ein sogenannter Altersdiabetes und auch unter Gicht leiden übergewichtige Patienten deutlich häufiger. Ganz schweigen möchte ich von den Sozialen und psychologischen Folgen des Übergewichts...

LG

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"Aber die TE beobachtet ein kräftiges Kind mit einer adipösen Mutter und einem absolut unverhältnismäßigen Essverhalten."

Bei 3kg weniger wäre der Junge auf jeden Fall lt BMI im oberen Bereich des Normalgewichtes. Er isst falsch - dazu habe ich in meinen beiden Posts auch etwas geschrieben und wie ich mir vorstellen könnte, wie man vorgeht. Und wenn er jetzt noch einen Schuß macht (und das Gewicht hält), dann ist er schnell normalgewichtig. Deshalb finde ich einfach, dass man natürlich einen Blick darauf haben sollte, aber nicht alleine den BMI dazu zur Beurteilung nehmen sollte.

Dazu kommt: sie schreibt, der Junge bewegt sich viel, ist also kein Couchpotato - es könnt also durchaus auch sein, dass der Fettanteil am Körpergewicht gering(er) ist als hier angenommen wird. Muskelmasse wiegt ja schwerer als Fett.

Und ich finde nicht, dass es der Mutter egal ist - immerhin hat sie ja scheinbar mit dem Kinderarzt gesprochen.

Und ja, ich bin überzeugt davon, dass mann dich nicht oder seltener angesprochen hat, weil du schlank bist und vielleicht auch deine Sorgen um das Gewicht der Tochter thematisiert hast.

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Mei, die Größe sollte halt schon zum Gewicht passen... auf der Grössenperzentile ist er genau in der Mitte, da ist es schon ungünstig wenn er mit dem Gewicht ganz oben schrammt...

Ich nehme an ihr eigenes Gewicht liegt nur an schweren Knochen und familiärer Veranlagung? Dann wird sie auch bei ihrem Sohn die Augen verschließen.
Wenn ihr das eigene Problem bewusst sein sollte könnte man knallhart sagen: du musst jetzt gegensteuern sonst endet er so wie du.
Kann aber auch schief gehen...