Hausaufgaben Streitereien - Was tun?

Hallo zusammen,

mein Sohn geht seit Anfang September in die Schule. Er hat sich riesig drauf gefreut, hat eine ganz liebe Lehrerin, sein bester Freund ist mit in der Klasse und er sagt es macht ihm viel Spaß. Jetzt kommt das große Aber, sobald es an die Hausaufgaben geht hat er "keinen Bock". Er trödelt dann ewig rum, lümmelt auf dem Tisch, macht mal eine halbe Aufgabe, dann stöhnt er schon, etc. Kurzum, es ist eine Qual und endet eigentlich jedesmal in Streit oder sinnlosen Drohungen meinerseits weil ich mir anders nicht mehr zu helfen weiß und ja, mir ist natürlich klar, dass das völlig idiotisch ist, aber wie gesagt, ich weiß einfach sonst keine Lösung. Motivieren klappt leider auch nicht, oder ich hab noch nicht die richtige Strategie gefunden. Er macht seine Sache eigentlich richtig gut und wenn er nach gefühlter Ewigkeit und ständiger Nörgelei dann mal fertig ist, ist auch immer alles super und er bekommt viel Lob.

Ich glaube irgendwie, dass er vielleicht auch einfach müde ist und die Schule ihn so k. O. gemacht hat, dass er einfach keine Energie mehr hat. Nur was tun? Nach dem Mittagessen müssen wir ja die Hausaufgaben auch erledigen, denn er will sich dann ja auch mit Freunden treffen, was spielen etc.

Wie ist das bei euch? Machen die Kinder da auch so ein Drama um die Hausaufgaben? Ist das vielleicht einfach normal am Anfang bis sie sich an den neuen Alltag gewöhnt haben? Oder hatte jemand vielleicht das gleiche Problem und eine Idee, wie man die Sache angehen kann / Motivationsideen / oder ähnliches?Ich freue mich über jede Idee und Anregung, denn der tägliche Streit schlägt mir wirklich aufs Gemüt und ich möchte auf keinen Fall, dass mein Sohn schon in den ersten Wochen die Lust auf die Schule verliert...

Danke euch,
Zabibu

2

Hallo Zabibu,

hast du ihn mal gefragt, was ihm helfen würde?

Probiert doch verschiedene Tageszeiten durch, oder ihr setzt euch gemeinsam hin und arbeitet gleichzeitig etwas (du könntest in der Zeit ein Haushaltsbuch führen, eine Fremdsprache lernen, was für die Arbeit machen, einen Essenplan erstellen......). Also mit gutem Beispiel vorangehen.

Ich kann auch schlecht auf Kommando konzentriert arbeiten, unsere Kinder suchen sich schon immer selbstständig eine Nische (räumlich und zeitlich), in der sie gut arbeiten können, das ist stellenweise von Tag zu Tag unterschiedlich.

Drohen ist kein guter Weg, dass merkst du ja selbst. Lässt euer Familienleben nicht zu sehr von der Schule bestimmen, Lernen sollte etwas Positives und keine lästige Pflicht sein.

LG
Kyrill
(Gymnasiallehrerin und Mutter von drei Schulkindern)

9

Danke, für deine ausführliche Antwort. Ich habe ihn schon gefragt was für ihn eine gute Lösung wäre. Er möchte auf jeden Fall vor dem Spielbesuch und Hobbys die Hausaufgaben fertig haben. Jetzt sagte er gerade er möchte es morgen mit Pausen versuchen und zwischendurch ein Hörbuch oder eine Geschichte gelesen bekommen. Das werden wir definitiv versuchen.

Die Idee dass ich parallel eine Schreibarbeit erledige finde ich spitze. Vielen Dank dafür. Ich glaube, dass könnte ihm tatsächlich helfen und er würde sich nicht so "überwacht" vorkommen als wenn ich nur dabei sitze.

1

Hi,

also pass auf, wir haben zwei Kinder. Der eine 16, die andere 11.

Es sind beides Kinder, die die Schule nicht unbedingt erfunden haben. Mehr als das Nötigste wurde nie gemacht.

Den Großen habe ich bis zur 8ten Klasse täglich geschoben zu den Hausaufgaben und Lernen. Bei der Kleinen ist es das Gleiche. Von selbst passiert da gar nichts. Ich muss klare Ansagen - auch lauter und energisch machen - fast täglich. Strafen, Lob helfen nix. Belohnung gibt es bei Hausis generell nicht.

Aber schlagartig wurde es beim Großen gut. Er macht es sofort ohne zu meckern oder anzutreiben. Von dem her habe ich Hoffnung!

Kurzum, ich habe da kein Mitleid. Das sind Dinge, die gemacht werden müssen und das verklickere ich auch den Kindern. Sie können Pause machen klar, bis zum Essen ist aber alles erledigt oder eben bis zum Spielbesuch. Notfalls würde ich das Treffen auch mal absagen, damit es verstanden wird.

Durchhalten! Es wird nicht besser nur anders! 🙃🤪

LG
Caro

8

Danke für deine Antwort. Es wird nicht besser nur anders :) guter Satz, dass muss ich mir wohl immer mal vor Augen halten!

3

Der Zeitpunkt nach dem Mittagessen ist nicht für alle Kinder passend.
Während mein Mittlerer die Aufgaben sofort nach der Schule macht, um schnellstmöglich fertig zu sein, hat mein Ältester sie oft später gemacht, im Gymnasium sogar oft erst nach dem Abendessen. Das muss man einfach ausprobieren.

Ein weiterer Punkt: Passen die Hausaufgaben zum Kind und sind nicht zu schwer oder zu leicht? In den beiden Fällen müsste man mit der Lehrerin reden.
Mein Mittlerer hat sich in den ersten Klassen (wegen noch nicht erkannter LRS und ADS) sehr schwergetan, während mein Großer die Aufgaben nicht machen wollte, weil er komplett unterfordert war.

Am wahrscheinlichsten finde ich aber, dass dein Schulanfänger sich erst mal dran gewöhnen muss und das schon noch von allein mit der Zeit besser wird.

10

Ich hoffe auch, dass es einfach an der Umstellung liegt. Bislang hat er sich mit neuen Gegebenheiten sehr leicht getan, ich bin daher vielleicht auch einfach etwas zu verwöhnt und muss ihm da mehr Zeit geben.

4

Ich hatte mit meiner Tochter schon in den Ferien vor dem Schulstart besprochen, das SIE erstmal rausfinden muß, wann, wie und wo es mit den Hausaufgaben gut laufen kann. Richtig, ich habe mit ihr das besprochen und ihr nicht einfach meine Vorstellung aufgedrückt. Und ich hatte ihr gesagt, das die ersten 4 Wochen nur am Wochenende zum Spielen verabredet wird.

Sie hat selber rausgefunden, das sie bei langweiligen Sachen keine Lust hat. Wer hat auch schon Lust denselben Buchstaben reihenweise zu wiederholen? Und das schwierige Sachen besser nach einer kurzen Pause laufen. Sie hat auch selber rausgefunden, das nach einer Spielverabredung Hausaufgaben nicht mehr so der Brüller sind. Auch das es einfacher ist "doofe" Hausaufgaben zuerst zu machen und tolle zum Schluß. Sie hat den Eßtisch ausprobiert, den Fußboden, ihren Schreibtisch, unterschiedliche Stühle. Das Ende vom Lied Eßtisch und kein Drehstuhl lief am Besten.

Mach dir einfach mal kurz bewußt, das es aktuell noch gar nicht darum geht perfekt "abzuliefern" und in einem perfekten Zeitrahmen fertig zu werden. Aktuell ist ALLES neu, das Kind muß doch erstmal im Schulleben ankommen. Du schießt gerade einfach über das Ziel hinaus und als logische Konsequenz macht dein Kind dicht.

Drohungen sind tödllich. Du mußt auch keine Stragtegie finden, aber gib deinem Kind die Freiheit zumindest Probleme selber zu erkennen. Probiert gemeinsam Varianten aus. Du merkst er ist nach dem Essen eigentlich gar, vielleicht hilft 10 Minuten Pause oder 10 Minuten frische Luft oder ganz stumpfsinnig 10 Minuten TV. Mach ihm außerhalb der Hausaufgaben klar, das auch langweiliger Kram leider dazu gehört. Binde dein Kind mit ein, nicht erst wenn er über den Aufgaben brütet.

Und Humor, ganz viel Humor auf beiden Seiten gehört hier dazu. Mein oberstes Gebot (für mich) am Anfang Drama vermeiden, egal wie. Und Zeit geben, Zeit um sich selber zu sortieren.

Was soll ich sagen, jetzt in der 2. Klasse sitzt sie an ihrem Schreibtisch (immer noch ohne Drehstuhl), startet und macht alleine Hausaufgaben, wir besprechen sie danach. Und sie hat eine Dose Kaugummis auf dem Schreibtisch stehen, weil sie so konzentriert arbeitet und sich dabei total anspannt...wirkt Wunder.

11

Danke für deine Antwort. Ja wir haben das auch bereits vor dem Schulbeginn besprochen und er hat für sich sofort entschieden, dass er seine Hausaufgaben an seinem Schreibtisch im Kinderzimmer erledigen möchte. Das darf er selbstverständlich auch so machen.

Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt aber ich erwarte keinesfalls, dass er perfekt abliefert. Ich erwarte lediglich, dass er die Aufgaben erledigt. Ich denke das ist nicht zu viel verlangt.

Ich gebe dir aber auf jeden Fall Recht, vielleicht ist der Zeitpunkt nach dem Essen einfach nicht der richtige, da muss er mal probieren ob es vor dem Essen oder auch mit kurzer Pause danach evtl einfacher ist.
Vielleicht braucht er einfach noch eine Weile bis er da das passende für sich findet

5

Hallo,

unsere Kinder haben im 1. Schuljahr beide ein Drama um die Hausaufgaben gemacht. Die Große hat das in der 3. oder 4. Klasse aufgegeben. Der Kleine macht bis heute (6. Klasse) immer wieder mal Theater.
Besser klappte es in der Grundschule in der OGS.

Bei uns gibt es die klare Ansage, keine Hausaufgaben, keine Verabredung oder Hobby.

Was ganz gut war, als es bei unserem Sohn ganz schlecht lief, war, ihm einen Wecker hinzustellen und zu sagen, bis wann die Hausaufgaben fertig sein mussten.

Die Kinder sehen zu Hause eben nicht unbedingt als den Ort an, an dem man arbeiten muss, sondern sind da auf Freizeit gepolt.
Aber es hilft ja nichts. Es muss gemacht werden.

LG

Heike

12

Ja ich denke das ist auch eine krasse Umstellung. Zuhause ist eigentlich ein Ort der Freizeit und jetzt steht plötzlich "Arbeit" an. Da müssen sich die Kinder wohl erstmal dran gewöhnen.

Wie war das mit dem Wecker? Hat er es dann in der Zeit erledigt? Und was, wenn er es nicht geschafft hat?

6

Hallo,
Das kenne ich nur zu gut von meiner Tochter, sie ist jetzt in der 2. Klasse und hat ADS. Ich hatte anfangs auch die romantische Vorstellung sie macht ihre Hausaufgaben und ich mache in der Zeit Haushalt oder so. Kann ich vergessen.

Manchmal helfen Kuscheltiere, manchmal was zu knabbern, oft Musik oder Hörspiel. Es variiert immer mal wieder.

Direkt nach dem Mittagessen ist vielleicht nicht so günstig, viele haben da erstmal ein Tief. Vielleicht erstmal ein wenig raus gehen und toben oder einfach ne halbe Stunde ruhen, was vorlesen oder Hörspiel. Probiere es einfach mal aus, manche sind auch am späten Nachmittag erst wieder fit. Ich habe meine Aufgaben in der Grundschule immer Abends gemacht.

LG
Sunny

13

Ja die Idee mit dem Hörspiel oder kuscheln und was vorlesen werden wir morgen auf jeden Fall mal ausprobieren.

Mein Sohn tat sich auch im Kindergarten oft schwer mit der Konzentration. Während dem Unterricht scheint es aber sehr gut zu klappen. Vielleicht ist am Mittag dann die Luft einfach raus und er braucht diese Pause nach der Schule. Wir werden das mal testen.

Es tut auf jeden Fall gut zu lesen, dass es wohl doch einigen so geht oder ging und sich das dann doch nach und nach einspielt.

7

Ich würde mal verschiedene Hausaufgabenzeiten ausprobieren.
Bei meinem Sohn (auch 1. Klasse) hab ich schnell gemerkt, dass nach dem Mittagessen ziemlich die schlechteste Zeit ist. Da ist er grad so richtig angekommen Zuhause, hat den Kopf voller Ideen, was er jetzt machen will und null Bock auf Hausaufgaben.

Da er Mittags eh immer "keinen Hunger" hat, sondern erst nach ca einer Std daherkam, dass er jetzt doch was möchte (🙄) machen wir jetzt die Hausaufgaben gleich als erstes nach der Schule, also noch vor dem Essen. Da ist er mit dem Kopf noch mehr in der Schule und es klappt hervorragend. Danach hat er "frei" und genießt es.

Ich selbst hab als Kind immer Abends Hausaufgaben gemacht, ich konnte mich Mittags einfach nicht konzentrieren, hatte da ein richtiges "Loch". Ich wusste dann aber auch, dass ich um 17 Uhr wieder nach Hause musste, weil ich das noch machen muss- war mir aber lieber und hat besser funktioniert als Mittags 😉🤗

14

Ich würde andere Zeiten versuchen, je nachdem, wann die Schule aus ist.

Meine Tochter geht nun die dritte Woche zur Schule und wir haben anfangs ausloten müssen, wann sie mit den Hausaufgaben am Besten zurecht kommt. Abends ist hierbei keine Option, da wir meistens ziemlich lange unterwegs sind oder Besuch haben und ich mir das abends dann auch nicht noch zusätzlich antun möchte.

Aber nach dem Mittagessen darf sie erst eine Folge TV schauen oder aber auch erst etwas spielen / malen und danach dann die Hausaufgaben machen.

Ich selbst habe damals die Hausaufgaben immer direkt nach der Schule gemacht und später lieber abends.

Das ist sicherlich sehr individuell, ich denke aber, dass eine Pause nach dem Mittagessen nicht schaden kann.

15

Ich finde eher, dass die meisten Eltern ein Drama um die Hausaufgaben machen. Ich bin selbst eine Lehrerin und ich finde es zum Kot..., dass die meisten Eltern die Hausaufgaben als ihre Aufgabe ansehen. Wie oft habe ich von 5.-6. Klässlern schon Referate gesehen, die eideutig vom Mama oder Papa stammen. Wie soll man das bewerten?? Was lernen die Kinder dabei? Meine Schwester und ich sind in einer Akademiker Familie aufgewachsen, die seit Generationen nur aus Lehrern und Ärzten besteht. Trotzdem wurde uns nicht 1 Mal bei den Hausaufgaben geholfen. Es wurde auch niemals überprüft, ob irgendetwas für die Schule gemacht wurde. In der 11. Klasse habe ich monatelang geschwänzt, meine Eltern haben da einfach zugesehen. Trotzdem habe ich mein Abi mit 1,3 gemacht. ( Damals gab es noch 13 Jahre Schule) Wenn ein Kind lernen möchte, dann schaft es das auch! Meine Eltern haben uns beiden vor der Grundschule das Lesen beigebracht, damit war für sie die Schule zu unserem Problem geworden. Meine Tochter ist 4, sie hat unglaublich viele Hobbys. Sie spielt Klavier, besucht Schauspiel- und Tanzunterricht. Desweiteren geht sie zum Kunst- und zum Fremdsprachenunterricht. Ich habe bei ihr noch keine einzige Aufgabe nachkontroliert. Sie kann schon lange lesen und übt selbstständig. Auch in der Schule werde ich mich stark zurückhalten, es ist ihr Leben, nicht meins.

17

Hi,

dein Ehrgeiz in manchen Dingen in aller Ehren....aber was soll dein Kind denn in Klasse 1 lernen, wenn es mit 4 jetzt schon lange lesen kann. Da ist Langeweile ja vorprogrammiert. Sie hat ja noch über 1 Jahr, vielleicht sogar 2 und ihr Lesen ist bis dahin vermutlich schon perfektioniert.

Insgesamt ist es mit den Hausaufgaben auch einfach eine Typsache. Es gibt Kinder, die arbeiten von Anfang an alleine und andere müssen das eben erst lernen. Außerdem gibt es für mich einen sehr großen Unterschied zwischen "Die Hausaufgaben als ihre Aufgaben ansehen" und Referate von Mama gemacht. Ich habe schon ein Auge drauf, dass meine Kinder ihre Hausaufgaben erledigen und natürlich machen sie diese selber. Bei meiner Tochter schaue ich nur noch sporadisch, da sie da sehr zuverlässig ist (jetzt 4. Klasse) und es auch richtig gut macht. Bei meinem Sohn (seit dieser Woche 2. Klässler) schau ich noch mehr drauf, dass die Sachen erledigt sind. Natürlich lernt Kind nichts, wenn Eltern ein Referat machen. Aber nicht alle Eltern, die nach den Hausaufgaben schauen bereiten auch Referate für ihr Kind vor! Um so etwas wirklich zu umgehen, brauchen die Kinder Zeit im Unterricht, um die Referate dort vorzubereiten.

LG

Isabel

20

Du findest es schlimm dass Eltern ein Drama um Hausaufgaben machen aber schickst dein 4-jähriges Kind in 4 verschiedene Hobbies?

Das finde ich einfach nur krass.

weitere Kommentare laden