Kind kommt nicht in 5. Klasse an

Hallo,
ich bräuchte mal Meinungen und Anregungen, wie und ob ich meiner Tochter helfen kann.
Wir mussten in den Sommerferien geplant aus familiären Gründen umziehen (es war leider unumgänglich). Zuvor hatte meine Tochter die 4.Klasse abgeschlossen, nach den Ferien hat sie regulär die 5. Klasse am Gymnasium begonnen.
Nun läuft das Schuljahr schon eine Weile, aber ich habe das Gefühl, sie kommt in der neuen Schule und Klasse nicht richtig an. Sie kannte natürlich im Vorfeld keines der anderen Kinder, in der Klasse sind leider auch nur 1/3 Mädchen. Durch die Corona-Situation, Maske im Unterricht usw. ist es vielleicht auch schwieriger als normalerweise, Kontakte zu knüpfen. Sie war bereits einmal mit einem Mädchen verabredet, möchte das aber nicht wiederholen, Vorschläge jemanden einzuladen schmettert sie kategorisch ab.
Ich weiß, es ist alles neu, schon durch den Umzug, und auch die Umstellung von Grundschule aufs Gymnasium ist nicht einfach. Aber wie kann ich ihr helfen? Kann ich überhaupt helfen? Natürlich dauert alles seine Zeit, aber ich habe auch das Gefühl, dass sie sich durch ihre Ablehnung den Zugang verbaut.
Über Tipps und Vorschläge bin ich dankbar...
Karbi

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Hallo,

ja, es schwierig, da als Eltern ruhig zu bleiben und einfach mal nur in der Beobachterposition zu bleiben.
Ich glaube auch , dass es durch die aktuelle Situation schwieriger ist, Kontakte zu knüpfen.
Aber trotzdem würde ich mir noch keine allzu großen Sorgen machen, solange dein Kind nicht ausgegrenzt wird und es nicht unglücklich ist.

Ansonsten würde ich schauen, dass es genügend Anreize bekommt, um auch etwas „Auswahl“ zu haben. Dazu gehören Hobbys, Vereine, Instrument erlernen oder auch schulische Angebote (z. B. Mitwirkung bei Schülerzeitung....).
Im Moment ist das zwar nahezu unmöglich, zu realisieren, aber das ist nicht für ewig so.

Ich finde es auch nie schlecht, sich als Eltern irgendwo zu engagieren, sofern dies möglich ist, denn das ist oft ein Türöffner und führt im besten Fall zu langen Freundschaften der ganzen Familie.

VG, midnatsol

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seid ihr weit weg gezogen?

Mein Sohn hat sich weiter mit seinen Besten Freunden aus der Grundschule getroffen, obwohl er auf einer anderen Schule gelandet ist. --- an den neuen Klassenkameraden hat er bis heute wenig Interesse.

Vielleicht könnt ihr vorerst mal die alten Freundschaften weiter pflegen. -- der Rest wird bestimmt noch kommen, wenn sie will ... aber ja: so unter der Maske sieht man keine Mimik und Gesichter sind verhüllt.. .das ist schon schwerer, als unter normalen Umständen.

Was für Hobbies macht sie? Meine Tochter z.B. trifft sich lieber mit den Hobbyfreundinnen, als den Schulkameraden.

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Hi,

jetzt zum erneuten Lock Down wird es noch schwieriger. Mein Vorschlag wäre nämlich, dass ihr schaut, welches Hobby ihr Spaß macht und sie dort Kontakte knüpft.

Und natürlich... die Umstellung ist schwierig. Alles Gewohnte ist weg und sie hat nicht nur die neue Schule sondern auch das private Umfeld "verloren". Gib ihr Zeit, biete ihr Möglichkeiten. Mehr kannst du nicht tun.

Ich selbst bin auch in Klassen gewesen, wo ich einfach keinen privaten Kontakt mit den Mitschülern wollte. Es passte da einfach nicht. Dafür hatte ich eben mein Hobby und darüber die entsprechenden Freundschaften. Wir ging zwar gemeinsam zur Schule, aber in verschiedene Klassen. Wichtig ist nur, dass deine Tochter trotzdem versucht sich in die Klassengemeinschaft zu integrieren und nicht alle von sich stößt.

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Hallo
Manchmal passt es einfach nicht, auch wenn man im gleichen Alter ist. Bitte dräng sie nicht zu Verabredungen. Wenn ihr niemand sonderlich sympathisch ist oder kein großer Kontakt besteht, macht es da nur schlimmer.
Ich würde auch versuchen, auf die Interessen zu setzen. Gibt es AGs an der Schule? So lernt sie vielleicht jemand aus anderen Klassen kennen, mit dem sie sich versteht. Privat natürlich auch.
Vielleicht kannst du ja auch nochmal nachfühlen, ob es irgendwelche Probleme gibt oder sie geärgert wird. Positiv bestärken kannst du sie auf jeden Fall. Und erzählen, wie viele „Freundschaften“ nach der Schule auseinander gehen, weil es mehr Zweckgemeinschaften sind.

LG

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Hi,

also bei uns war das Kontakte-knüpfen auch schwierig. Es ist in der 5. halt für alle Kinder eine neue Situation und ich denke, dass es völlig natürlich ist, dass man sich dann an die hält, die man kennt. Sprich, wenn sich andere Gruppen schon aus der Grundschule kennen, dann bleiben die meist erstmal zusammen.
Meine beiden sind jetzt 6. und 7. Klasse und sind auch noch nicht angekommen, wobei bei uns ein Punkt ist, dass die Klassen zur 6. wegen der Sprachwahl noch mal neu gemischt werden. Mehr oder weniger in seltenen Fällen auch gar nicht. Beide meiner Kinder sind schon in der 5. in Klassen gelandet, wo sie niemanden (meine Tochter) oder fast niemanden (mein Sohn) kannten.
Meine Große, die sich ohnehin schwer tut, hat zaghaft angefangen und zu ihrem Geburtstag im April neben ihren alten Freunden ein einziges Mädchen aus ihrer neuen Klasse eingeladen. Versuche meinerseits (‚komm wir laden mal alle „neuen“ Mädchen ein') hat sie auch abgelehnt. Mit dem einen Mädchen hat sie sich auch einmal in den Sommer- oder Pfingstferien getroffen. Zur 6. waren sie dann aber in unterschiedlichen Klassen, wobei etwa die Hälfte ihrer Klasse mit der Hälfte einer anderen Klasse zusammengelegt wurde. Die neue 6. Klasse fand sie prinzipiell netter als die neue 5. aber bis Corona sind auch die nicht zusammengewachsen. (Es gab sogar noch kurz vor der Schulschließung Überlegungen, dass man gezielt Aktivitäten macht, um die Klasse besser zusammenzubringen ... - tja). Jetzt zur 7. sind noch Kinder abgegangen. Und leider gibt es nur ganz wenige Mädchen in der Klasse.

Mein Sohn ist sozial völlig anders, sehr kontaktfreudig und hatte bisher immer überall schnell Anschluss gefunden und war schnell beliebt. Aber auch der hat sich in er 5. schwer getan. Er hatte dann aber doch zwei neue recht gute Kumpel (Freunde) gefunden (+ einer, den er schon vom Fußball kannte), wobei es auch bei ihm große Cliquen aus zwei anderen Grundschulen gab, die halt einfach unter sich geblieben sind. Seine Klasse wurde jetzt zur 6. komplett zerpflückt, so dass er wieder bei Null steht (hat auch Chancen, denn die Klasse vorher war wohl sehr anstrengend und chaotisch; angeblich bei den Lehrern verschrieen, so dass niemand gerne rein gegangen ist). Jetzt nach zwei Monaten Schule fällt schon mal der ein oder andere Name, den er nett findet, aber seine Pausen verbringt er mit Jungs aus anderen Klassen. Wobei ich zwei Monate aber auch noch recht kurz finde, um neue Freunde zu finden.

Bei meiner Tochter hab ich jetzt mit der Klassenlehrerin gesprochen, weil ich allmählich Angst habe, wie sich das weiter entwickeln soll. Der Punkt da ist eben auch, dass sich die anderen Mädchen da schon seit der Grundschule bzw. schon aus dem Kindergarten kennen (d.h. über 6 Jahre und meine Tochter jetzt ein halbes Jahr vor Corona und jetzt noch zwei Monate). Die anderen grenzen sie nicht absichtlich aus oder so, aber die sind irgendwie fest zusammengeschweißt (kommen von weiter weg und fahren schon morgens gemeinsam mit dem Zug zur Schule).
Also, meine Tochter wurde jetzt umgesetzt, auch wenn Corona ist und das mit den Masken doof etc. Aber sie sitzt jetzt zumindest mal bei den anderen Mädchen (dafür mussten Tische umgestellt werden und wir brauchten wegen Corona eine Extra-Genehmigung), um ihr wenigstens die Chance auf ein bisschen mehr Kontakt zu geben. Außerdem hat sie jetzt in zwei Nebenfächern eine Zusammenarbeit mit Mädchen aus anderen Klassen.
Das mit Gruppenarbeiten ist mit Corona ja leider schwierig, sonst könnte man, denke ich mehr machen. Es fallen ja auch alle Veranstaltungen und Reisen weg, die dazu dienen sollen, damit sich die zusammengewürfelten Klassen besser finden.

Also vor Weihnachten fände ich es in der 5. noch ganz schon früh für neue Freunde, aber du könntest ja in der Tat mal bei der Lehrerin nachfragen, wie das mit dem Sitzplan so ist, und ob man nicht bei Gruppenarbeiten gezielt auch anders steuern könnte. Vieles liegt ja auch einfach am Mangel an Gelegenheit, denke ich.

Viele Grüße

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Hallo Karbi,

mein Sohn hatte es auch wahnsinnig schwer in der 5. Klasse Realschule anzukommen.
Und das vor Corona / ohne neues Umfeld und mit alten Klassenkameraden.
Persönlich würde ich fast sagen, du müsstest ihr noch mehr Zeit geben. Bei meinem Sohn hat das mindestens ein halbes Schuljahr gedauert.
Aber natürlich muss man auch dran bleiben und schauen, wie es deiner Tochter damit geht.
Wenn sie traurig/angespannt wirkt würde ich an deiner Stelle das direkte Gespräch suchen.
Die sind in der weiterführenden Schule durchaus fähig auch solche Gespräche zu führen und klar zu sagen, was sie brauchen.
Wünsche euch alles gute!!

Viele Grüße
Jenny

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Vielen Dank für Eure Antworten!

Leider sind wir recht weit weggezogen und können die alten Kontakte nur per Telefon und Videochats aufrecht erhalten. Das klappt auch ganz gut.

Meine Tochter hat drei Hobbies hier begonnen und auch eine Freundin darüber gefunden, die sie öfter sieht. Corona-bedingt fallen die offiziellen Termine aber nun aus.

Ich habe tatsächlich schon den Eindruck, dass sie nicht glücklich in der Schule ist. Allerdings ist sie nicht sehr auskunftsfreudig sondern eher abwehrend.

Bestimmt ist es richtig, dass ich sie nicht zu Treffen drängen sollte. Ich werde versuchen, das Thema eine Weile ruhen zu lassen und vielleicht in ein paar Wochen nochmal ansprechen, ob sie jemanden treffen oder einladen will.

Danke für eure Tipps und Erfahrungsberichte!
Viele Grüße
Karbi

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Hallo,

unser Sohn (6. Klasse) war noch nie mit einem Klassenkameraden verabredet.
Er hat immer noch seine Freunde aus der Grundschule.
Er kam quasi alleine in die Klasse, mit einem Mädchen aus seiner Grundschulklasse und einem aus der Parallelklasse.

In der Klasse hat er zwei Kumpel, mit denen er sich gut versteht und in der Pause spielt.

Einen echten Klassenzusammenhalt gibt es erst seit kurz nach den Sommerferien eine Klassenfahrt stattgefunden hatte.
Vorher gab es unter den Jungs lauter Grüppchen aus verschiedenen Grundschulen und öfter Streit.

Das Mädchen aus der Grundschulparallelklasse unseres Sohnes, findet jetzt erst langsam überhaupt Anschluss. Sie war leider bei der Klassenfahrt krank.

Also, das kann dauern mit den Freunden in der Klasse.

Wie hier schon geschrieben wurde, kann man es nach dem Lockdown mal über Hobbies probieren.

LG

Heike

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Mein Jüngster ist auch in die 5. Klasse gekommen. Er kannte ziemliche viele Kinder und wurde auch zum Klassensprecher gewählt. Aber im Gegensatz zu seinen GS Zeiten ist er sehr häuslich geworden und trifft sich vielleicht 1-2 mal wöchentlich mit anderen Kindern (früher täglich). Das Verhalten kenne ich auch von meinen großen Söhnen (10. und 12. Klasse). Die waren auch ab der weiterführenden Schule lieber für sich und haben erst mit 13 wieder angefangen sich mehr mit Freunden zu treffen.
Ich war in dem Alter auch so!
Also wenn deine Tochter nicht leidet, dann lass sie. Das ist das Alter.