Hilfe!mein Sohn entwickelt sich zum Klassenclown!

    • (1) 29.08.06 - 15:23

      Hallo! Letzte Woche rief mich Finns Lehrerin (nach nur zwei Schulwochen) an um mir zu sagen das er sich zum Klassenclown entwickelt. Sie hat mir Dinge erzählt, wie das er morgens schon gröhlend rein kommt. Fußballlieder singt. Fratzen schneidet und noch vieles mehr. Ich war total geschockt.#schock Ich...im vierten Monat ungeplant schwanger#kratz, mit meiner 11 Monate alten (schreihenden, erkälteten) #schreiTochter auf dem Arm. Ich... die so stolz war auf ihren Sohn, weil alles so gut klappte. Er erzählt immer so begeistert von der Schule. Erledigt Hausaufgaben prima. Und jetzt das...
      Ich habe mit Finn lange gesprochen und er wußte auch was gemeint war. Habe ihm jetzt Fernsehverbot ausgesprochen, bis zum nächsten Gespräch mit der Lehererin...wenns dann besser ist. Was soll ich bloß machen, damit er ruhiger wird?Warum will er immer im Mittelpunkt stehen? Das hat er doch gar nicht nötig?Jetzt hab ich auch Angst, das sie ihn in eine Schublade steckt und er keine Schnitte mehr hat! Heute rief sie an (10 Min. vor schulschluß) und sagte Finn habe Bauchschmerzen und er krampfte, ich solle ihn abholen... Sie wüßte allerdings nicht ob er nur schow mache... Und meiner meinung nach hat er wirklich nur schow gemacht denn zu Hause gings ihm gut. Was soll ich bloß machen? Danke Euch schonmal! LG kraeke

      • (2) 29.08.06 - 15:32

        hi kraeke,

        meine tochter (7 jahre ,2.klasse) ist ähnlich drauf wie dein sohn.

        waren letzte woche beim arzt und die meinten sie sei eventuell unterfordert.

        jetzt soll sie einen int.test machen.

        vielleicht ist dein sohn unterfordert.

        wenn er die hausaufgaben so prima erledigt, scheint er ja keine probleme mit dem unterrichtsstoff zu haben.

        ich würde da mal mit dem kinderarzt sprechen.

        alles liebe.

        vanessa#stern

      (4) 29.08.06 - 18:20

      Hallo kraeke,

      Du hast einen sehr interessanten Satz geschrieben: "Warum will er immer im Mittelpunkt stehen?" Versetzte Dich mal in seine Lage: Er war sein ganzes Leben lang der "kleine Prinz" mit einer auf ihn stolzen Mutter gewesen und da kam vor 11 Monaten so ein kleines Ding und machte ihm den ersten Platz streitig. Vermutlich hast Du ihn auf seine Schwester vorbereitet, aber ein Bruch im Leben war es sicher für ihn.

      Dann beginnt der neue Lebensabschnitt: Die Schule. Endlich gehört man nicht mehr zu den Kleinen - man ist Schüler! Vielleicht spielt man jetzt wieder die erste Geige in der Familie....

      Und was passiert stattdessen? Die ungeplante Schwangerschaft nimmt auch noch einen weiteren Teil der Aufmerksamkeit der Mutter in Anspruch - und durch die Sorge um die Erkältung der Schwester ist aus dem früheren Mittelpunkt eine "mäßige Randlage" geworden. Und das während des Beginns dieses tollen, neuen Lebensabschnittes.

      Alle Kinder leben nur im "Hier und Jetzt" und können sich einfach nicht vorstellen, daß die Liebe der Mutter nicht in Sekunden-Zuwendung pro Zeiteinheit gemessen wird! DU weißt, daß er sich Deiner Zuwendung sicher sein kann, ER nicht. Er will die Zuwendung ständig und andauernd - egal, wie sehr das an Deinen Kräften zehrt.

      Was macht also ein Kind in einer solchen Lage? Es verschafft sich seine Zuwendung - und wenn es nur die negative Zuwendung ist mit langem (siehste!) Gespräch und ernsthaften Ermahnungen - aber Du hast Dich mit ihm beschäftigen müssen.

      Das mit den Bauchschmerzen ist auch klar: Je näher das Unterrichtsende rückte, dest näher kam der Moment der Rückkehr nach Hause, dort, wo das Ungeborene und die kranke Schwester die Aufmerksamkeit der Mutter in Anspruch nehmen würden - wir Erwachsene sagen, "etwas" (seelisches) schlägt uns auf den Magen. Kinder kriegen Bauchweh!

      Hast Du Dich dann, als Du ihn abgeholt hattest, um ihn gekümmert, mit ihm gesprochen, nach seinem Wehwehchen gefragt? Vermutlich ja - da hatte er seine Zuwendung!

      Ich möchte mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen, dazu weiß ich zu wenig von Euch, aber ich vermute, daß Du es in der Hand hast - ohne große Verbote und Strafen - die Sache wieder auf die Reihe zu bringen. Versuche ihn mehr einzubeziehen, sag ihm immer wieder, wie sehr Du ihn und die beiden anderen lieb hast, spiel mit ihm so oft es geht (ich weiß, ein krankes kind und schwanger!). Und, falls möglich, beziehe Deinen Mann mit ein, Arbeiten abnehmen, damit Du mehr Zeit für Finn hast, außerdem kann er seinem Sohn Zuwendung schenken, das hilft genau so.

      Wir machen die Erfahrung andauernd, daß sich Kinder selbst Strafen aussetzen, nur um von den Eltern mehr beachtet zu werden - und das was Du geschildert hast, war absolut typisch für diese Art Verhalten.

      Halt, noch etwas: Die Reaktion auf mehr Zuwendung müßte eigentlich recht schnell eintreten: Wenn er sich zu Hause beachtet fühlt, braucht er keinen Klassenclown zu spielen.

      Denk mal drüber nach.....

      Gruß
      mac.user

      • (5) 29.08.06 - 21:13

        Super Beitrag wow#freu#freu#freu
        Lg Bianca
        (musste ich einfach mal eben feststellen)

        (6) 31.08.06 - 09:26

        Danke für Deine Ausführliche Antwort! Kindererziehung ist echt nicht einfach! Eigentlich weiß ich ziemlich viel darüber, denn ich bin selbst Erzieherin und habe fast 10 Jahre Berufserfahrung. Aber beim eigenen Kind! Ich glaube das sein Verhalten vielleicht auch damit zusammenhängt, daß ich als er zwei war, wieder vollzeit angefangen habe zu arbeiten. Im Kindergarten. Ihn habe ich mitgenommen, aber er mußte mich ja immer mit vielen Kindern teilen obwohl er in einer anderen Gruppe war. Ich versuche Deinen Rat zu befolgen und mich mehr mit ihm zu beschäftigen. Denn es stimmt ich spiele in letzter Zeit nur selten mit ihm. Entweder ist da seine Schwester die Zuwendung brauch oder der haushalt oder ich bin zu müde... veilen Dank nochmal! LG kraeke

    Ich denke auch, dass Eure Familienkonstellation das Hauptproblem ist. Da ist er mehr als 5 Jahre allein und bekommt dann einen Konkerrenten. Und damit nicht genug - jetzt bist Du wieder schwanger und er weiß nun schon, was da auf ihn zukommt.

    Er ist der Große, von dem erwartet wird, dass er sich so verhält, dass alles klappt.

    Auffällig sind eben die Bauchschmerzen so kurz vor Schulschluß. Sag mal holst Du ihn sonst auch immer von der Schule ab, wenn er normal Schluß hat???

    Bei Unterforderung kann es auch zu Bauchschmerzen kommen, allerdings treten die immer morgens beim Aufstehen auf, denn das Kind versucht dann gar nicht erst in die Schule zu gehen. Also da sehe ich nicht den Hauptansatzpunkt. Wenn Kinder sich im Unterricht langweilen, dann stören sie halt dort direkt, Dein Sohn provoziert ja von vorneherein, das ist in so einem Fall eher ungewähnlich.

    Ich werte es auch klar als Schrei nach mehr Aufmerksamkeit und wenn es eben durch negative Sachen ist!

    • Danke für Deine Antwort! Ich sehe das alles auch so.Allerdings weiß ich nicht warum er soo nach Aufmerksamkeit hechelt. Die bekommt er nach wie vor hier zumindestensd. Und ja, ich hole ihn jeden Tag von der Schule ab. Und morgens geht er mit Begeisterung hin. Ich habe auch schonmal an Unterforderung gedacht bin mir aber nicht sicher. Muß wohl im Gespräch mit der Lehererin bleiben! LG

      • Ich hatte nach dem Abholen gefragt, um nach einer Erklärung zu suchen. Aber wenn Du ihn sowieso jeden Tag abholst, machen die Bauchschmerzen ja wieder keinen Sinn!

        Was sagt er denn selbst dazu? Versuch doch mal, was rauszukriegen und sprich mit ihm darüber, ohne Vorwürfe zu machen.

        Du könntest natürlich auch die Lehrerin auf eine mögliche Unterforderung ansprechen, aber dabei bitte rrecht behutsam vorgehen, das ist immer ein heißes Eisen!

        LG Martina

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