Grundschulkind - ich bin enttäuscht über nicht vorhandene Lehrerfunktion !

Hallo ihr Lieben,

ich muss mal mein Frust niederschreiben, vielleicht seht ihr ja einige Dinge ähnlich.

Mein Sohn wiederholt gerade die 3. Klasse da er letztes Jahr krank war und damals schon wegen Corona Probleme in Mathe hatte. Deswegen haben wir uns zur Zurückstufung entschieden.
Er kommt jetzt auch viel besser zurecht.

Nun sind ja die Schulen wieder geschlossen.

Und ich bin extrem enttäuscht wie leicht sich doch der Lehrer seinen Job macht.

Kurz dazu :
Wir bekommen per Email Aufgaben geschickt und das war es dann. Der Lehrer beantwortet keine Rückfragen meinerseits.
Wir drucken täglich mehrere Seiten völlig unsinniger Aufgaben auf teilweise ( 24 Seiten ) die die Kinder dann nach Bedarf bearbeiten können.
Obwohl wir die teueren Arbeitshefte und Bücher zuhause haben.
Wir bekommen den Aufgabenplan für die kommende Woche zb Sonntagabend 21.00 Uhr und dann werden auch keine Fragen beantwortet.

Sorry aber haben die denn nicht genug Zeit einen ordentlichen Plan zu entwickeln ?

Es gibt keine Lehrerfunktion, kein Feedback für die Kinder nichts.
Von Online Unterricht ganz zu schweigen.
Könnte man das nicht trotzdem mal mit den kleinen versuchen ? Wenigstens einmal die Woche ? Sodass ein bisschen Klassenzusammenhalt herrscht ?

Ich bin stinksauer und enttäuscht.

Lg

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Wow, ich bin immer wieder erstaunt, was für Ansprüche an Lehrer gestellt werden und wie sehr Eltern nur ihr Kind in der Schule sehen. Hier und im realen Leben ist es häufig so, das man Lehrer überhaupt nicht mehr als Menschen wahrnimmt, nein sie sollen 24Std am Tag funktionieren wie Roboter, dürfen kein Privatleben haben, Feierabend schon überhaupt nicht. Und sie sollen gefälligst alle Wünsche der Eltern erfüllen.....von Eigeninitiative oder sich selber mal Gedanken machen in der Elternschaft oftmals keine Spur. Nein, der Lehrer soll perfekt, passend zum eigenen Kind abliefern.
So empfinde ich auch leider bei deinen Post. Jetzt mal ehrlich, es kann doch nicht so schwer sein anhand eines Wochenplans die passenden Arbeitsblätter zuzuordnen, sich in den Ablauf eines Grundschularbeitstages reinzufuchsen/-denken. Ich frage mich wirklich, welche Fragen da noch übrig bleiben, wenn man das Prinzip verstanden hat und zusammen mit dem Kind umsetzt....selbst wenn die Arbeitsblätter nicht durchnummeriert sind und nicht jeder Schritt vorgekaut wird. Besonders wenn das KInd die Klasse wiederholt.
Wir Eltern sind das aktuelle Feedback für unsere Kinder zwischendurch, daran ändert weder eine Videokonferenz oder umgehend benatwortete Mails etwas.

So, und sollte ich dich jetzt wirklich zu unrecht angegriffen haben und ihr habt einen der wenigen Lehrer erwischt, der mit der aktuellen Situation überfordert ist, dann ist hatl von dir doppelt so viel Initiative gefordert. Das was du hier anklagst, das ist einfach zu oberflächlich, ob der Plan wirklich daneben ist oder nicht, kann man anhand deiner Ausführung nicht klar erkennen. Aber die Schimpferei auf "unfähige" Lehrer, ist weit verbreitet und leider zu häufig nicht gerechtfertigt. Das habe ich selber im Frühjahr erlebt, häufig waren es die Eltern, die mit ihren Kindern in der Zeit massive Probleme hatten, die durch die OGS überhaupt keinen Überblick bei den schulischen Dingen hatten.

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So sieht's aus!! #pro

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Sehr guter Beitrag! Ich kann auch bestätigen, dass die Probleme häufig daher kommen, dass es immer mehr Eltern gibt, die überhaupt nicht mehr mit ihrem Kind zu Hause zurechtkommen. Das wird dann gerne auf die Lehrkraft abgewälzt. Ich frage mich auch immer, wie Eltern sich das mit den Videokonferenzen vorstellen. Wenn ich meine Klasse in Gruppen a fünf Schüler einteile , sitze ich fünf Stunden täglich mit den Videokonferenzen an. Dazu kommt noch die Vor-und Nachbereitung der Stunden. Viele Lehrer arbeiten aber auch nur Teilzeit. Da kommt man mit seiner Arbeitszeit überhaupt nicht zurecht. Bedenken viele Eltern gar nicht.

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Das ist sehr schade, dass es bei euch so läuft.

Wir erfahren hoffentlich am Donnerstag, wie es für unsere Schule weitergeht. Ich persönlich hoffe auf Unterricht vor Ort irgendwie.

Ich persönlich werde wieder mit Wochenplänen arbeiten und bin telefonisch/ per Mail oder auch WhatsApp für die Eltern und Schüler während der Unterrichtszeit erreichbar. Wir haben seitens der Schulleitung auch den Auftrag mindestens einmal in der Woche mit den Eltern/ Schülern zu telefonieren. Das klappt leider nicht immer, daher kommuniziere ich auch per Mail.

Hoffe eure Schule findet eine gute Lösung

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Wir wohnen in Thüringen und unsere Fallzahlen sind so hoch das ich nicht an Präsenz Unterricht glaube 😕

Das ist schön das es bei euch so läuft, anscheinend geht es ja doch anders 👍🏻

Lg

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Wenn du dich an die Schulleitung wendest, wird sich das wohl schnell ändern.. ;-)

Ich verstehe deinen Unmut. So darf es nicht laufen.

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Hm weiß nicht ob ich den Schritt gehen möchte. Klar wird sich sonst nichts ändern.

Aber ich möchte nicht das mein Sohn durch meine Beschwerden irgendwelche Nachteile später in der Schule bekommt 🤨🤭

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Das kann ich verstehen. Uns würde tierisch die Hölle heiß gemacht!

Du könntest dich auch an den Elternvertreter wenden und ihn das übernehmen lassen. :-) Es handelt sich nicht um die Klassenleitung, oder? Ansonsten könntest du sie noch vertraulich ins Gespräch ziehen. In meiner Klasse hatten wir auch einen (Mathe-)Kollegen der abgetaucht ist. Dem sind wir dann regelmäßig auf die Füße getreten, damit bei den Kindern etwas angekommen ist.. :-(

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Ich würde mich zuerst mit ehrlichen Worten an den Lehrer und dann ggf. an die Schulleitung wenden. So einfach sollte es sich natürlich kein Lehrer machen, nur Aufgaben zu verteilen... Daher ist Kritik mMn berechtigt und angebracht.

Da ich selbst Lehrerin bin, möchte ich zur Verteidigung noch einwerfen, dass es gerade in diesen Tagen etwas drunter und drüber geht in den Schulen. Notbetreuung oder nicht, Pläne erstellen, umplanen, Angebote koordinieren - wenn er zum Planungsteam gehört, hat er evtl. viel zu tun. Die Situation ändert sich ja ständig.

Bitte beachte auch, dass nicht alle (Eltern) eine ständige Kommunikation wünschen und es manchmal wirklich schwierig ist, allen gerecht zu werden.

Dennoch sollte der Fernunterricht natürlich besser laufen, spätestens nach einem Hinweis, dass es deinem Kind / euch so nicht genügt. Auf (sinnvolle) Fragen antworten, ist ein MUSS.

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Ich überlege ob ich nochmal eine ausführliche Email schreibe, aber habe auch bedenken das es wieder nicht beantwortet wird 🙆🏼‍♀️

Natürlich, ich hab Verständnis. Aber ich fühle mich als Mutter ohne Pädagogische Ausbildung im Stich gelassen. Und für die Kinder fände ich auch Telefonate toll 👏🏻

Lg und danke für deine Antwort

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Wie lief es denn im Frühjahr? Es sind ja jetzt erst 7 Tage (mit denen vor Weihnachten), in denen zu Hause gelernt werden muss. Ich denke, es ist legitim mitzuteilen, dass ihr Hilfe benötigt. Nachteile sollten euch daraus natürlich nicht entstehen. Deshalb würde ich aber unbedingt auch erst nochmal den Lehrer und dann die Schulleitung kontaktieren.
Regelmäßige Telefonate mit den Kindern kenne ich nur von wenigen Kollegen. Aber für Fragen sollte es Raum geben.
Für viele Kollegen, die auch Notbetreuung leisten müssen, ist es leider nicht selbstverständlich auch für die Kinder zu Hause da zu sein. Für manche auch zeitlich schwierig, da sie eigene Kinder haben.

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Es steht und fällt leider mit den Lehrern.


Mein Kind hatte beim ersten Lockdown nicht mal eine Klassenlehrerin, das ganze Schuljahr über. Und das ganze Jahr jam kein Ersatz.

Uns wurden auch viele Blätter von einer Aushilfe zugesandt ,die sich zwar Mühe gab aber selbst Null Ahnung hatte. Wir Eltern gaben unser Bestes,die Direktorin vertröste uns nur. Man konnte machen was man wollte. Es blieb alles auf der Strecke.

Jetzt in der dritten Klasse merkt man deutlich den Unterschied zu den Parallelklassen,wieviel Schulstoff fehlt ist erschreckend, vor allem in Deutsch. Die hatten nämlich Lehrer die sich gekümmert hatten mit Onlinelernen,Vidrokonferenz, wöchentlichen telefonaten usw. Das hatten wir alles nicht.

Und nicht nur bei ein oder zwei Kindern merkt man das Desaster...nein...man merkt das bis auf zwei Schüler, das der Rest der Klasse einfach nicht mehr mitkommt,sogar gute Schüler schreiben inzwischen schlechte Noten und kommen nicht mehr mit.

Ich verstehe deinen Ärger, Wut,Frust und Enttäuschung sehr gut. Und dann noch diese Hilflosigkeit. Versucht immer wieder mit den Elternbeirat, Lehrer und Schule zu kommunizieren.

Bin gespannt was bei uns kommt. Meine Tochter hat eine neue Klassenlehrerin,die es immerhin schaffte die Kinder zu motivieren. Und hat online schon mit den Kindern eine Lernplatform ausprobiert. Hat sich gekümmert das jeder ein Drucker hat und Endgerät. Es kann nur besser werden.

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Ich habe 2 Grundschulkinder (Klasse 2 und 4).

Wir bekommen einmal die Woche den Wochenplan mit Pflichtaufgaben und "was du machen kannst" Aufgaben. Das sind meistens Aufgaben aus den Schulbüchern. Arbeitsblätter werden per Mail verschickt (überschaubar), oder in den Briefkasten geworfen (Lehrerin hat sie verteilt). Einmal die Woche müssen wir die Hefte in der Schule abgeben und am nächsten Tag abholen (feste Termine), falls es zeitlich nicht passt, dann einfach per Mail Bescheid geben. Die 4. Klasse hat jetzt morgen eine Videokonferenz mit der Lehrerin (Klasse wurde in 2 Gruppen eingeteilt, damit es nicht so viele sind). Bei Klasse 2 habe ich noch keine Info dafür. Alle unsere Lehrer und Rektorin sind per Mail erreichbar und antworten in der Regel zeitnah. Wenn Hefte abgegeben werden, dann kann man auch noch Zettel mit Fragen mitgeben (wurde schon vor Corona so gehandhabt).

Bis auf die Video-Konferenz wurde es schon im letzten Lockdown so gemacht und es hat im Großen und Ganzen gut geklappt. Im Schulelternbeirat haben wir im Sommer von der Rektorin die Info bekommen, dass die Kinder keinen Rückstand hätten (bis auf ein paar Ausnahmen).

Die Methode Hier-ist-Material-macht-was-damit macht meine Tochter schon das ganze 4. Schuljahr in Mathe, da sie hier schon der Stoff der 5. Klasse macht, teilweise der 6. Klasse. Sie hat Mathe der 4. Klasse bereits in der 3. Klasse gemacht. Das ist das Drehtürenmodell. Allerdings sollte das keine Methode für die gesamte Klasse sein und als einzige. Einige Kinder werden alles machen und andere wenig davon.

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Uii wieso ist das den bei euch so 🙄 mein sohn geht auch in die 3.Klasse und wir bekommen die aufgaben uber TEAMS. (das ist so ein internetportal) alle kinder haben benutzernamen und passwort bekommen wir melden uns da an der lehrer ist unter de woche von 8-12 uhr immer erreichbar!

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Viele Grundschullehrer haben einen 25 h-Vertrag. Ich wüsste da auch zu gern, wie sie diese abgelten, wenn sie nur per Mail die Aufgaben zusenden und nicht mal nachschauen. Wende dich an die Schulleitung.
Ich bin Vertretungslehrerin (Quereinsteigerin, also keine echte Lehrerin) und habe JEDEN Tag richtigen Unterricht online. Die Schüler hören mich, können mich ansprechen oder anschreiben. Zudem lade ich Materialien hoch, habe eine interaktive Tafel - das ist Unterricht und nicht dieses Zusenden von Aufgaben. Eltern sind keine Lehrer.

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Hallo,

vorab, so wie es bei der TE läuft, ist es in der Tat etwas unglücklich, aber dein Beitrag strotzt vor Arroganz!

In welchem Bundesland arbeiten Grundschullehrer 25 h in Vollzeit? In NRW sind 28+Vertretungsstunden.

Und! Schwarze Schafe gibt in jeder Berufssparte. Die werden dann immer als Beispiel herangezogen, und die 95%, die ihren Job gut und vernünftig machen, werden verunglimpft.

Nicht jede Schule hat die technische Ausstattung um mit Teams Videokonferenzen abzuhalten, geschweige denn interaktive Tafeln.
Ich arbeite seit 22 als grundständig ausgebildete Lehrkraft im Sek 1 Bereich. Meine jetztige Schule verfügt nicht über diese Ausstattung, Wir arbeiten mit der vom Land bereitgestellten Lernplattform, die noch immer keine Videokonferenzen anbietet. Zusätzlich haben wir eine Kommunikationsapp. Trotzdem erreichen wir nicht alle Schüler, telefonieren uns die Finger wund, sind morgens im Präsensunterricht mit unserer ganz regulären Stundenverpflichtung, nachmittags machen wir das Gleiche, für die Kinder, dir in Quarantäne sind oder von den Eltern zuhause gelassen werden. Dazu sollen wir jetzt noch gefühlte 200 Eltern und Kinder anrufen und jede Aufgabe kontrollieren. 95% meiner Kollegen haben vor Weihnachten bis zur Erschöpfung gearbeitet, der Krankenstand war hoch, da alle am Limit waren. Auch wir haben Kinder zu versorgen, auch wir müssen mal schlafen, was bei vielen meiner Kollegen nicht mehr funktioniert, so fertig waren sie.
Zur Präsens am Vormittag, kam DEI Lernplattform am Nachmittag / Abend. Dazu noch die tägliche Unterrichtsvorbereitung und die Korrektur der Klassenarbeiten.

Bei meinen Kinder läuft es super, ihre Schule arbeitet mit Teams und bekommen eine bunte Mischung Unterricht.

Da ich weiß, wie schwierig Distanzunterricht sein kann, stelle ich an die Lehrer meiner Kinder keine Erwartungen. Zweifelsohne sind sie toll und sehr bemüht, aber mit weniger Engagement käme ich auch gut klar, da ich die Lehrerseite kenne.

Aber schön, dass du JEDEN Tag richtigen Unterricht online hast.

VG (und nein, ich bin nicht frustriert, aber Beiträge wie deine, lassen alle engagierten Lehrkräfte blöd dastehen. Ich mache den Job auch nach 22 Jahren noch gerne, ICH würde mich über mehr Elternengagement freuen, indem sie einfach mal unsere Kontaktaufnahme annehmen!)

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Dem ist nichts hinzuzufügen

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Hallo,

Online-Unterricht ist so eine Sache, das ist tatsächlich nicht immer so einfach, es gibt viele Hindernisse - einfach machen dürfen Lehrer nicht. Thüringen zählt übrigens zu den Bundesländern, in denen Zoom und Padlet beispielsweise verboten sind und von den Lehrern nicht genutzt werden dürfen. Kein Wunder, wenn Arbeitsaufträge als Arbeitsblätter per Mail verschickt werden.

Dass ihr weder eure Arbeitshefte nutzen sollt noch Rückmeldung bekommt noch Fragen stellen könnt, ist allerdings ganz und gar nicht in Ordnung und das darfst du auch bei der Schulleitung ansprechen. Wenn du das nicht gleich möchtest, sprich erst mal mit dem Elternsprecher eurer Klasse.

LG