Bildungsempfehlung Klasse 6 Sachsen

Hallo zusammen,

Bei uns steht es aktuell an. Wir Eltern sollen unseren Wunsch äußern ob unser Kind in Klasse 7 auf die Hauptschule oder Realschule gehen soll. Unserem Sohn ist es eher egal. Allerdings will er Polizist werden. Wir meinen, Definitiv Realschule. Er war bis Ende Klasse 5 immer im 2er Durchschnitt. Nie ernste Probleme.

Im ersten Halbjahr bis Schulschließung hat er ziemlich rumgegammelt. Nie gelernt (ok, vorher auch nie), mangelnde Ordnung, zuviel Ag's und kaum Zeit.
Jetzt Kam erschreckend der Notenspiegel mit dem Hinweis. Von den Noten bliebe unserem Sohn nur der Hauptschulzweig. Ok, er brachte ein paar schlechtere Noten, wir sind davon ausgegangen das er nicht alle gezeigt hat. ABER es waren nur wenig Noten bis Dezember.

Alle A Noten: in Englisch eine 5, Deutsch eine 4 und Mathe nur eine 4. In Physik noch garkeine A Note.

B Noten: in Physik und Englisch je nur eine 3 und eine 4. Mathe und Deutsch mehr B Noten. Deutsch durchschnit 2,5 der B Noten und in Mathe 2,8

Gesamt dadurch deutsch aktuell auf 3,25
Englisch auf 4,25
Mathe auf 3,70
Physik auf 3,50

Klar, für Realschule darf man nur 2 Hauptfächer ne 4 haben.

Aber ist das zulässig, bei so wenig Noten wirklich eine Empfehlungen zu geben?

4 Hauptfächer und nur 3 A noten? Kann ein kind nicht mal was versammeln?

Alle anderen Fächer sind zwischen 2 und 3. Allerdings haben sie von 11 Schulfächern nur 8 A Noten 🤔

Wäre über Tipps Dankbar

LG WhiteAngel

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In Sachsen gibt es die Bildungsempfehlung in der vierten Klasse und zur Auswahl stehen Oberschule oder Gymnasium, aber das ist nicht der Punkt. Ich finde, das die Homeschooling-Zeit eine total Ausnahmesituation ist und nur bedingt vergleichbar mit Schule im normalen Modus. Könnt ihr nochmal in den Austausch mit der Schule gehen und hören, was sie abseits der reinen Noten empfehlen würden? Die haben ihn ja lange genug erlebt, um sich ein realistisches Bild zu machen.

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Grundsätzlich hat er das Zeug für die Realschule. Sagten die Lehrer bis Anfang des Schuljahres. Deshalb sind wir aktuell etwas irritiert. Da die Noten zwar im Mittelfeld sind aber eben sehr sehr wenig finden wir. In 3 von 4 Hauptfächer haben sie eine Klassenarbeit geschrieben. Unser Sohn will jetzt seine Freizeit etwas ändern und einige AG's streichen. Nur ein was will er nur noch machen. Das ist auch ok.

Ihm fehlte nur die Ordnung. Mit dem homescooling kommt er sehr gut klar.

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Ich vermute er hat Lücken angesammelt, da er ohne Druck nicht gearbeitet hat. Ginge es ihn ein Jahr wiederholen zu lassen?
Auf die Realschule würde ich ihn mit diesem Notenbild nicht schicken - weder als Elternteil noch als Lehrkraft. Die Lücken scheinen da zu sein. Und da er durchgängig so schlechte Noten geschrieben hat, kann man meines Erachtens auch nicht mehr von "mal versemmeln" sprechen.

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Hallo,
wenn er das mit der Polizei wirklich ernst meint und das sein sehnlichster Berufswunsch ist, dann unbedingt den Umweg über die Hauptschule zur Realschule nehmen. Ggf. kannst du deinen Sohn auch auf eine Gesamtschule schicken, wo das sowieso gemacht wird. Bei meinen Söhnen in der IGS machen alle Schüler standardmäßig die Hauptschulprüfung. Danach wird geschaut, wer noch den Realschulabschluß bestehen könnte und der darf weiter. Der macht dann im nächsten Jahr den Realschulabschluß. Dann wird wieder geschaut und die Besten gehen eben noch weiter zum Abitur.
Bei dem Berufswunsch deines Sohnes ist das keine Strafe, sondern eine echte Chance. Hat er sich mal über den Einstellungstest der Polizei informiert? Das ist einer der härtesten, die es gibt. Ganz junge „Frischlinge“ aus der Schule bestehen den kaum, weil sie einfach nicht die Interessen mitbringen. Sie kennen zwar die angesagten Musiker, aber die aktuellen Minister Deutschlands wissen sie nicht.
Lass ihn die Jahre jetzt nutzen, damit er sich informieren kann. Dieses Zeugnis jetzt wird Niemanden jemals wieder interessieren. Auch keine Polizei. Viel wichtiger sind die Tatsachen.

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Eine Gesamtschule ist bei uns leider nicht in der Nähe.

Wir sind eher der Ansicht, er soll es versuchen. Weniger Ag's, somit hat er etwas mehr Zeit und kann sich besser auf die Schule konzentrieren bis es besser wird. Sein Problem ist nicht der Stoff Ansicht. Sondern das drumherum. Ordnung, tafelbilder ordentlich mitschreiben, abhalten und co.. Wenn das nicht da ist, dann man sich das auch nichtmehr durchlesen.
Wenn er es nicht möchte, dann eher auf die Hauptschule wechseln. Wir denken, wenn er einmal Hauptschule ist, wird es schwerer dann den Stoff der Realschule aufzuholen. Er war noch nie ansatzweise versetzungsgefährdet. Auch jetzt nicht.
Wir finden nur, daß es wirklich viel zu wenig Noten sind, um wirklich die Empfehlung klar zu sagen.

Ist das bindend was die Lehrer sagen, oder haben wir Eltern da Mitspracherecht?

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Das habe ich in der sächsischen Schulordnung Ober- und Abendoberschulen gefunden:

§ 3
(4) Die Klassenkonferenz entscheidet zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres der Klassenstufe 6 auf der Grundlage der bisher gezeigten Leistungen und der voraussichtlichen Leistungsentwicklung, welchen Bildungsgang der Schüler besucht. Der Wille der Eltern soll berücksichtigt werden.
(5) Die Teilnahme am Unterricht im Realschulbildungsgang kommt in der Regel nicht in Betracht, wenn der Schüler in der Halbjahresinformation der Klassenstufe 6 in mehr als 2 Differenzierungsfächern mit der Note „ausreichend“ oder schlechter bewertet wurde.
(6) Die Klassenkonferenz ändert am Ende des zweiten Schulhalbjahres eine nach Absatz 4 für den Hauptschulbildungsgang getroffene Entscheidung, wenn die im zweiten Schulhalbjahr gezeigten Leistungen und die voraussichtliche Leistungsentwicklung dies rechtfertigen.

Euer Wunsch wird berücksichtigt, ist aber nicht ausschlaggebend.

Interessanter finde ich in Eurem Fall Absatz 6. Falls Söhnchen im zweiten Halbjahr ordentlich Gas gibt, kann nochmal anders entschieden werden.

Grüsse
BiDi

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Naja, Dein Kind hat nicht mal was versemmelt, sondern gleich die Arbeiten in 3 Hauptfächern. Und Du schreibst ja selber, dass er in diesem Halbjahr nix gemacht hat. Damit sind die miesen Noten folgerichtig und nicht nur Ausrutscher.

Ich habe keine Ahnung, ob man für dieses Halbjahr irgendwo ein Schlupfloch findet. Die Frage ist doch auch, ob das sinnvoll ist. Denkst Du Dein Sohn kann sich soweit motivieren, dass er die Noten wieder in den 2 - 3er Bereich zieht? Schliesslich muss er jetzt auch noch Lücken schliessen, die in diesem Halbjahr augenscheinlich entstanden sind.

Grüsse
BiDi

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Hallo!

Ich denke, du solltest dir dein Kind mal zur Brust nehmen, fragen, was er erreichen will und was er dafür gedenkt zu tun.

Wenn er grundsätzlich fit ist, aber euch jetzt nur entglitten, dann lass ihn erst mal auf die Realschule gehen. Wechseln kann er immer noch, wenns nicht klappt. Wenn er sich aber erstmal auf HS-Niveau eingerichtet hat, wird es schwierig.

Wenn er Polizist werden will, braucht er dafür Abitur und muss studieren.

Dann solltest du in Zukunft die Zügel enger stellen und ihn und seinen Schulerfolg besser im Auge halten.
In meiner Klasse sind die die erfolgreichen, deren Eltern ein Auge auf sie haben und mit der Schule in Kontakt stehen. Die werden dann über versemmelte Noten informiert und nicht mit dem Notenspiegel konfrontiert.


Liebe Grüße
Schoko

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Für den mittleren Polizeidienst braucht man weder Studium noch Abitur...

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Oh danke für den Hinweis. Den mittleren Polizeidienst gibt es in meinem Bundesland seit knapp 20 Jahren nicht mehr. Da ist Fachabi Voraussetzung. Dachte, das wäre einheitlich.

Dennoch würde ich versuchen, dass der Junge zur RS geht. Hinterher wird er bei der Polizei nicht genommen und hat durch den HSA schlechtere Karten.

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Ganz ehrlich mit den Noten wirst du deinem Kind keine Freude auf der Realschule machen.

Mit 4.25 es in Englisch ja schon kurz vor dem 4 -

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Naja, ihr sollt jetzt euren Wunsch äußern. Ihr könnt ja den Wunsch Realschule äußern. Und nehmt euren Sohn auf die Pötte, dass er mit Faulheit nicht zur Polizei kommt.
Je nach Noten im Laufe des Schuljahres wird die feste Entscheidung zum Schuljahresende gefällt. Jetzt wird nur erst einmal eine Tendenz festgelegt, die selbst bis Jahresende noch angepasst werden kann. Und selbst wenn die Entscheidung erst einmal Richtung Hauptschule geht, kann jährlich ein Antrag auf Wechsel gestellt werden, wenn die Noten passen. Und falls doch nicht, kann ja nach einem gelungenen Hauptschulabschluss noch die 10. Klasse angehangen werden. Von daher ist ja erstmal nix verloren. Jedenfalls hält sich das Kultusministerium noch zurück, inwieweit auf Grund von Corona die Regelungen zur Bildungsempfehlung angepasst werden. Soweit ich mitbekommen habe, wurde es ermöglicht, Halbjahresinformationen auch nur aus sonstigen Noten zu erstellen. Also sind keine KA-Noten auch möglich zum Noten errechnen.

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Ich würde mit den Lehrern reden. Bis zum lockdown hatte das Kind doch gute Noten, oder? Dann würde ich mich mit den Lehrern auf Realschule einigen und fragen, ob eine Lernstanderhebung möglich ist um zu sehen wo die Lücken sind. Diese dann mit Nachhilfe wieder schließen. Oder gleich bei einen Nachhilfeinstitut vorbeischauen und der Stoff der 6. klasse wiederholen lassen bis zum nächsten Schuljahr. So kann er ohne Lücken und mit fundierte Kenntnisse in die 7. klasse starten. Das muss natürlich auch das Kind wollen, aber wäre meiner Meinung nach eine gute Lösung/Kompromiss.