Haben wir die richtige Entscheidung getroffen? | Thema Einschulung

Hallo zusammen.

Ich weiß nicht ob es in ganz Deutschland so ist, aber bei uns müssen alle Kinder die eingeschult werden bis zum 30. September 6 Jahre alt sein. Unser Sohn hat erst 3 Wochen später Geburtstag. Wir hätten einen Antrag zur frühzeitigen Einschulung stellen können und dem hätte theoretisch auch nichts entgegen gestanden. Er ist von der Entwicklung weit genug und letztendlich ist sein Geburtstag ja nur 3 Wochen über die Frist.
Wir haben uns dagegen entschieden, weil wir es nicht für nötig halten ihn frühzeitig einzuschulen. Der "Ernst" des Lebens beginnt früh genug.
Er hat jetzt ein paar Freunde die eingeschult werden und ein paar die weiterhin in die Kita gehen. Er findet das im Moment aber alles andere als toll, will auch in die Schule usw. Er fragt uns das wirklich jeden Tag und wird teilweise deswegen sogar richtig bockig.

Ich frage mich jetzt ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Es ist eigentlich egal zu welchem Entschluss ich komme, weil man jetzt sowieso nichts mehr ändern kann. Es ist jetzt so wie es ist und er wird definitiv erst 2022 eingeschult. Ich weiß aber nicht wie ich ihm das erklären oder vermitteln soll. Es ist im Moment wirklich etwas schwierig mit ihm nur wegen diesem Thema.

Jana

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Das ist immer eine Einzelfall Entscheidung und selbst wenn das Jahr im Kindergarten blöd wird wirst du nicht wissen wie es in der Schule gelaufen wäre. Hier wurde der Stichtag gerade wieder auf den 30.6. vorverlegt ... Ihr habt die Entscheidung sicher nicht leicht fertig getroffen und jetzt hör auf zu zweifeln und vermittle deinem Kind dass es so ist wie es ist.

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Hallo
Klar kann das die falsche Entscheidung sein. Das geht durchaus in beide Richtungen und kann auch beides die Schulkarriere erschweren.
Bei so einer individuellen Frage ist so ein allgemeingültiges „Der Ernst des Lebens kann warten“ leider auch keine gutes Entscheidungsgrundlage. Dann hat er vielleicht mitbekommen dass ihr zumindest über diese Option nachgedacht habt oder wollte selbst in die Schule, und dann darf er nicht.
Wo wohnt ihr denn? Kann man tatsächlich nichts mehr machen? Bis zur Einschulung 2022 vergehet noch sehr viel Zeit. Ich würde mich da auf jeden Fall dahinter klemmen, diese Unzufriedenheit nicht hochkochen zu lassen. Das muss ja nicht unbedingt heißen, die Einschulung doch irgendwie umzusetzen. Aber aussitzen wirst du das wohl nicht können.

LG

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Hallo Jana,

da will ich Die mit einer Gewchichte antworten. Mein Sohn wurde vorzeitig eingeschult. Er war perfekt.

Er ist es auch bis zur fünften Klasse geblieben aber wir merkten ab der dritten Klasse, dass er immer der kleinste und jüngste war. So etwas prägt sich in das Verhalten des Kindes. Das Kind entwickelt Strategien, um damit umzugehen. Kinder in der Klasse waren bis zu 2 JahRe jünger.

Und du siehst zu, dass er sich nicht mit Gleichaltrigen misst. Und du siehst zwar immer noch, warum du ihn früher eingeschult hast aber.....du willst Rückstellung. Ich wünsche mir jemanden, der Selbstbewusstsein entwickeln kann. Der ruhig auCh mal der ältere und stärkere ist, der sich für schwächere einsetzt. Ich möchte ihm ein Jahr mehr Kindheit schenken

Und dann kommt noch Corona dazu und die Schulleitung WILL NICHT. So etwas kann Dir nämlich auch passieren. Und der Druck in der fünften Klasse wünsche ich keinem.

Schließlich muss das Kind dann sogar die Schule wechseln, damit Rückstellung möglich wird.

Du kannst ein Kind im Kindergarten fördern und wenn es dann so super schlau ist, soll es doch eventuell Klasse überspringen oder oder....

Nur weil ein Kind im Kindergqrten soweit sein könnte, heißt es nicht, es ist dann soweit für spätere Jhrgänge...

Ich mache drei Kreuze. Jetzt kann er keine Ausreden mehr haben. Jetzt hängt es von ihm ab, was er daraus macht. Schlau bleibt er trotzdem aber schlau zu sein ist nicht lallen..

#winke

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Wir haben die Entscheidung genau anderes getroffen. Unsere Tochter geboren im Oktober 15 wird heuer im September eingeschult, vorzeitig. Ich habe keine Ahnung ob es die richtige Entscheidung ist, das weiß man sowieso wenn überhaupt erst viel später. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, ich glaube immer noch, dass sie für unser Kind in unser Situation richtig ist. Ihr habt sicher genauso überlegt ind eben für euch diese Entscheidung getroffen. Also wäre mein Rat, akzeptiert eure Entscheidung, kommuniziert sie Euerem Kind ganz klar und dann wird das alles schon so passen.

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Hallo :-)

Hier auch mal ein kleiner Erfahrungsbericht.

Wir haben so ziemlich genau die gleiche Situation wie ihr, nur sind wir ein Jahr voraus ;-)

Sohnemann hat am 22.10. Geburtstag. Einschulungs-Muss war bis 30.9..
Sohnemann hat nen großen Bruder, der 2,5 Jahre älter ist und wollte in die Schule, seit der große Bruder Ende 1. Klasse war. Seitdem is er davon ausgegangen, dass er mit noch 5 in die Schule kommt. Wir wollten ihn dann dementsprechend auch in die Schule lassen..
Der Kindergarten und die Schule haben da aber nicht so richtig mitgespielt. War etwas seltsam, ein halbes Jahr vor der Entscheidung ob Vorschulkind ja/nein, war das "ja" kein Problem, kaum wäre es soweit gewesen, hatte er angeblich diese und jene Probleme (die m.E.n. vorgeschoben waren). Die Rektorin der Schule ist grundsätzlich dagegen und hätte einen Schulpsychologen auf jeden Fall verlangt. Wir haben dann die Vorschule gemacht, das Einschulungsscreening hat er ohne Probleme bestanden!!!! (Die selbe Dame, die das Jahr zuvor den 6,5jährigen Bruder zurückstellen wollte).
Ende vom Lied.. wir haben ihn nochmal die Vorschule machen lassen, weil er zur Rektorin in die Klasse gekommen wäre, und wir das für nicht gut empfunden haben. Sohnemann hat aufs "doch-nicht.einschulen" gar nicht so dramatisch reagiert, wie angenommen.

Mittlerweile kann ich auf die letzten 1,5 Jahre zurückschaun und muss sagen, dass wir es bis jetzt nicht bereut haben. Das letzte Kindergartenjahr war super. Er hat es irgendwie richtig genossen. Die 1. Klasse jetzt ist für ihn bisher ein Klacks. Er tut sich leicht, macht die Hausaufgaben super schnell fertig.
Kurz vor Weihnachten kamen die ersten Problemchen.. er ratscht immer mehr im Unterricht.. jetzt in der Coronazeit fängts an, dass ihm die Matheaufgaben zu langweilig werden (er hat in den Sommerferien vor der Schule schon mit den Lern-Apps bis 20 gerechnet).. bin gespannt, wie das weitergeht #schein

Ob eure Entscheidung richtig war oder nicht, kann euch keiner sagen. Du wirst sehen, wie es sich entwickelt.
Ich kenne hier bei uns im Ort ein Kind, das wurde als Dezemberkind "normal" eingschult. Wissen war da, Reife war unsicher.. dieses Kind ist dann glaub ich im Halbjahr von der 2. in die 3. Klasse gehüpft.. war nicht einfach, aber sie hams gemacht und geschafft. Das hat mich damals etwas beruhigt, weil meiner schon einer is, der sehr schnell nur Dummheiten macht, wenns ihm langweilig wird #schwitz

Ich drück euch die Daumen, aber egal wies kommt, ihr findet den richtigen Weg.. es entwickelt sich #klee

Lg

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Ich finde das immer schwierig mit der Aussage. Hättest du in unseren Bundesland gewohnt hättest du dir die Frage wohl gar nicht erst gestellt, weil hier Stichtag 30.06. ist.

Das ist ja in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Meine Schwester dachte z. B. immer, daß ich meinen Sohn zurückstelle, weil er ein Frühchen war und Anfangs ein paar leichte Baustellen hatte. Aber dort war der Stichtag einfach ein anderer. Dort hätte er früher gemusst. Er ist quasi mit genau 7 eingeschult worden (hatte 1 Tag vorher). Und er war nicht der Älteste.

Bei meiner Tochter muß ich mir die Frage auch nicht stellen. Sie hat Anfang Oktober und es ist klar, daß sie ganz regulär erst nächstes Jahr geht.

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Das Kind kann gar nicht absehen, was der Schulbesuch wirklich bedeutet. Und der 30.09. ist sowieso ein später Stichtag. Hier liegt er beim 30.06. Ich hätte da auf keinen Fall frühzeitig eingeschult.

Ganz ehrlich: Die Kinder müssen nach der Einschulung in jeder Schule unter anderem verhältnismäßig lange still sitzen, sich konzentrieren, sehr selbständig sein, sich einfügen, sich an viele Regeln halten, Dinge tun, auf die sie vielleicht keine Lust haben, ruhig sein, zuhören, sich anpassen, abwarten. Es gibt wenig Zeit für Freispiel oder "einfach mal das tun, worauf ich gerade Lust habe". Und dabei sollten sie natürlich fachlich auch gut zurecht kommen.

So funktioniert Schule und das Lernen in der Gruppe eben. Viele Kinder würden sich dabei aber sehr viel leichter tun, wenn sie noch etwas länger Zeit gehabt hätten, um die Reife zu erlangen, das alles zu können und zu akzeptieren.
Sage ich als Grundschullehrerin. Ich finde die "starre" Stichtagsregelung völlig ungeeignet und würde eine flexiblere Regelung, die es erlaubt, Kinder im Zweifel ein Jahr später einzuschulen, total favorisieren!

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Hallo Jana,
Unser Sohn hat am 16.10. Geburtstag. Bei ihm haben wir nicht überlegt, da er ein paar Dinge vorher noch abzuschließen hatte, z. Bsp. Logopädie.

Ich bin kein Befürworter, viele der Gründe stehen schon in den Antworten über meiner.

Meinem Sohn hat das letzte Kitajahr sehr gutgetan. Als Ältester hat er Verantwortung übernommen, geholfen, war Vorbild und es hat sich unheimlich viel in seiner Persönlichkeit getan.
Auch jetzt in der Schule ist er umsichtig, organisiert und hilfsbereit.
Was soll dieses frühere Einschulen, wenn man bedenkt , dass einige Bundesländer immer noch den 30.06. ansetzen?

Damit dein Sohn eure Entscheidung akzeptiert, hilft wohl nur ein klares Statement. Ihr könntet ihm ja auch durchaus im Bereich Hobbies einiges mehr anbieten, falls er sich langweilt.
Grundsätzlich glaube ich aber, das sein Unmut sich legen wird.
Es gibt eben Entscheidungen, die die Eltern treffen.

Liebe Grüße
Love

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Ich kann nicht aus persönlicher Erfahrung durch mein Kind sprechen, sondern nur aus zweiter Hand durch die Tante meines Mannes.

Ihre Tochter (die Cousine meines Mannes) ist 14 Tage nach Einschulungsstichtag geboren und wurde frühzeitig eingeschult.

Volksschule klappte toll, aber die Unterstufe dann war anfangs eher "Horror". Sie war einfach noch ziemlich verspielt und phantasievoll. Ihr Klassenkameradinnen volle Dröhnung in der Pubertät. Eh klar, manche waren 2 Jahre älter schon. Erst jetzt kurz vor der Oberstufe wird es besser (Klassenwechsel inklusive).


vlg