Schule "zu einfach"

Hallo
Mein Kind geht in die erste Klasse und findet alles zu einfach.
Wie wird das in eurer Klasse gehandhabt wenn ein Kind weiter voraus ist als die meisten anderen?
Bekommt er extra Aufgaben, oder von vornherein schwierigere?
Oder arbeitet es einfach mit und ist eben schnell?

Gruß

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Bei meinen Söhnen mussten selbstverständlich auch die Fixen erstmal die Aufgaben machen, die alle machen mussten. Wenn die ordentlich erledigt waren, gab es Zusatzfutter.

'Booh langweilig!' führte höchstens zu dem Lehrer-Kommentar 'Na, dann wirst Du ja schnell fertig sein.'

Es ist halt erste Klasse. Die einen lesen Harry Potter, die anderen brauchen ewig um 'Fara ruft Fu' zu entziffern. Die einen rechnen im Hunderterbereich, die anderen scheitern, wenn die Finger nicht mehr reichen. Spätestens in der 3.Klasse hat sich das dann angeglichen und manch ein Fingerrechner erklärt dem Hunderterrechner das Bruchrechnen.

Allerdings verstehe ich nicht, wieso Dir das beim Homeschooling Bauchweh bereitet. Da ist das doch ganz einfach: Wenn Söhnchen fertig ist, darf er spielen. Ist er schnell fertig, hat er viel Zeit zum Spielen.

Grüsse
BiDi

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Ich empfinde das übrigens als den falschen Weg. Es gibt sehr viele intelligente Schüler, die dadurch abgeschreckt werden. Diese Schüler fühlen sich eher bestraft, weil sie den normalen Stoff (mit vielen für sie unnötigen Wiederholungen) erstmal bearbeiten müssen und dann noch eine Extraaufgabe bekommen.

Außerdem sind nicht alle unterforderten Kinder sehr schnell. Einige langweilen sich auch bei den vielen Wiederholungen so, dass sie einfach langsamer werden und total die Motiviation verlieren. Sie kommen niemals zu den schwierigen Aufgaben. Auch wenn sie diese motivieren würden.

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"Außerdem sind nicht alle unterforderten Kinder sehr schnell. Einige langweilen sich auch bei den vielen Wiederholungen so, dass sie einfach langsamer werden und total die Motiviation verlieren. Sie kommen niemals zu den schwierigen Aufgaben. Auch wenn sie diese motivieren würden."

So ein Kandidat war mein Kind. Als er eingeschult wurde konnte er fließend lesen, ganz gut schreiben und einfaches Multiplizieren und Dividieren gingen auch gut. In der Schule wurde er selten mit den Arbeitsaufträgen fertig und die Hausaufgaben waren der Horror! Stundenlang saß er an 5 Matheaufgaben die bis 5 gingen. Das seitenweise Schreiben des gleichen Buchstabens oder des gleichen Worts, konnte sich über den gesamten Nachmittag ziehen. #augen

Es hat lange gedauert bis ich der Lehrerin klar machen konnte, dass es keine Option für meinen Sohn ist, mehr Aufgaben zu bekommen, er würde dann erstrecht langsamer machen, weil ihm das wie eine Bestrafung vorkäme. Irgendwann hat die Lehrerin angefangen ihm andere Aufgaben zu geben. Von der Menge her gleich wie bei den anderen Kindern, vom Schwierigkeitsgrad her aber wesentlich höher, aber immer den aktuellen Themen angepasst. Bis es aber soweit war, hat es 2 Jahre gedauert und im Unterricht selbst, war dieses System nicht immer machbar und bezog sich meist auf die Hausaufgaben. Sie hatten zwar überwiegend Arbeitsblätter mit 3 Schwierigkeitsstufen, aber fast immer waren sogar die schwierigsten Stufen noch zu leicht.

Wir hatten insofern Glück, dass mein Kind dennoch immer sehr gerne in die Schule ging, auch wenn er sich im Unterricht meist extrem gelangweilt hat, er hat für sich einen Weg gefunden sich, ohne die anderen zu stören, zu beschäftigen. War immer sehr aktiv, wenn es darum ging Aufgaben für die Klasse zu übernehmen oder wurde zum Teil von der Lehrerin als "Hilfslehrer" bei den anderen eingesetzt und irgendwann auch bei jüngeren Klassen. Das hat auch super funktioniert und wurde auch von seinen Klassenkameraden sehr gut angenommen.

Jetzt ist er in der 7. Klasse auf dem Gymnasium und seit der 5. ist er ein richtig begeistertes Schulkind. Diese "Grundschullangeweile" ist endlich weg. Allerdings muss ich sagen, wir hatten anfangs schon das Problem, dass er richtiges Lernen nicht gewohnt war und es hat fast 2 Jahre gedauert, bis er verstanden hat, dass er auf dem Gymnasium doch etwas mehr tun muss, als es in der Grundschule der Fall war. Er kommt zwar immernoch sehr gut mit, aber komplett ohne Lernen, geht es auf dem Gymnasium dann doch nicht mehr ;-)

#winke

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Hm, ein bisschen wenig Informationen, aber nun gut...

Das kommt zum einen auf das Fach als auch auf die Lehrkraft und das Kind an, manchmal auch einfach auf die aktuelle Unterrichtssituation.
Allgemeine Unterforderung + entsprechende soziale Entwicklung: Springen oder Drehtürmodell in einzelnen Fächern.
Ansonsten sind zusätzliche Aufgaben für die wenigsten Kidner die Lösung. Wenn man etwas kann, ist zusätzliche Übung auf dem Niveau einfach nur eine Strafe. Welchen Weg Lehrkräfte dann gehen, ist unterschiedlich. Manche Kinder kommen super damit klar, dass sie früher fertig sind und warten einfach ruhig. Dann ist aus Lehrersicht erstmal wenig Handlungsbedarf gegeben. Meistens sind komplexere Aufgaben die Lösung. So wird nicht im Stoff vorgegriffen und das Kind wird trotzdem gefordert.
Bei vielen Verlagen gibt es u.a. Arbeitshefte auf verschiedenen Niveaustufen bzw. Zusatzmaterial. Nach Absprache mit der Lehrkraft kann man das besorgen und dem Kind mitgeben.
Manche Lehrer geben auch individuelle Aufgaben.

Mein Großer liest in Englisch zum Beispiel einfach ein Buch, wenn er fertig ist oder löst in den Naturwissenschaften Wettbewerbsaufgaben.
Bedingung: Erst werden die Standardaufgaben ordentlich erledigt und die Rückkehr zum Unterrichtsgeschehen wird darüber nicht verträumt. Sonst sind die Privilegien weg.

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Was magst du denn noch für Infos haben?
Er liest laut Antolin Bücher der 4. Klasse, rechnet locker bis 20 plus und minus (Klasse hat mit minus noch nicht angefangen-steht nächste Woche wohl an).
So habe ich es ja gar nicht viel mitbekommen aber home school sieht man das ja alles.
Er findet Schule langweilig. Ich gebe ihm - weil er was lernen will - extra Aufgaben die jetzt nicht "vorgreifen" (buchstabensalat, Kreuzworträtsel, sudoko).

Ich wollte eigentlich nur wissen ob es normal ist, dass sie dann trotzdem alle "normalen" Aufgaben durchmachen müssen. (z. B vor Weihnachten Silben Blätter lesen).

Ich war im Ausland in der Schule und da durften Schüler die in einem Fach schon weiter sind in einer andern Klasse mitmachen (z. B Mathe in der 2. Klasse).

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Das liegt aber dann an der Schule mein Sohn geht auch in die erste. Und die rechnen in Mathe schon plus und minus bis 20 und bekommen immer reichlich extra Aufgaben. Und aufs Lesen wird hier auch viel Wert gelegt.

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Ist dein Kind denn wirklich "weiter" oder fällt ihm der Stoff einfach nur leicht?

Sind wir mal ehrlich, 1. Klasse ist Kuschelkurs und ein Kind, welches normal mitkommt, findet das alles stinklangweilig und einfach. Zwei Reihen denselben Buchstaben schreiben ist ja auch langweilig und einfach wenn man ihn schon kann. Um in der Schule gut mitzukommen gehört aber noch mehr dazu...arbeitet das Kind ordentlich, hört es bei der Aufgabenstellung gut zu und setzt das Geforderte vernünftig um, hält es Ordnung "in der Schultasche" usw..
Schule ist mehr als nur massig Zettel abgeben, das müssen auch Selbstläufer lernen. Und bevor man den Kindern "Extrafutter" gibt, sollte man an den anderen vorhandenen Baustellen arbeiten, sofern welche vorhanden sind. Erst wenn da alles Tutti ist, dann kann man das Thema mit der/den Lehrern besprechen. Denn schlußendlich gehört es auch dazu, vielleicht schneller als die anderen zu sein und dann mal die "Auszeit" auszuhalten und trotzdem nicht "abzuschalten", denn von einen Tag auf den anderen kann es doch mal schwieriger bei einem Thema werden.

Ich finde nicht, das man das in der 1. Klasse schon beurteilen kann, ist die Situation in einem Jahr noch genauso dann kann man darüber sprechen. Bis dahin wird das Kidn vielleicht anstatt 20 Rechenaufgaben halt ein paar mehr bekommen, aber im Schulstoff viel weiter gehen, das passiert nur in Ausnahmefällen. Das sind dann die Kinder, die auch eine Klasse überspringen können (auch emotional). Bis dahin wird aber noch viel passieren, auch beim Schulstoff selber. Die Ansprüche steigen ja.

Letztes Jahr im Frühjahr als die Schulen geschlossen waren dachte ich auch noch, wo das wohl hinführen soll. Jetzt, ein Jahr später, ist sie eine ganz normal Schülerin. Ihr fällt der Schulstoff immer noch sehr leicht, richtiges Extrafutter ist aber nicht nötig. Sie kommt gut mit, das wird ihr die Zeit der Schulschließungen sehr erleichtern. Sie geht in die Notbetreuung, erledigt dort gewissenhaft und selbstständig ihre Aufgaben, das ist wohl nicht selbstverständlich wie ich gehört habe. Aber sie sagt schon länger nicht mehr, das alles langweilig und zu einfach ist.

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Genau sowas meinte ich.
In Mathe war letztens ein Matheblatt mit 6 Aufgaben auf (mauern). Das hat er in 4 min. Fertig gehabt.
Oder vor Weihnachten gab es noch Silben Türme zum Lesen obwohl er schon seit über einem flüssig liest.
Ich wollte eigentlich nur wissen ob das sogehandhabt wird, dass auch die "schnellen" due gleichen Sachen müssen wie die nicht so schnellen.

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In NRW gibt es die Schuleingangsphase. Sie beinhaltet Kl 1 und 2, kann aber 3 oder auch nur 1 Jahr lang sein.
Da wäre evt zu prüfen, ob Klasse 2 nicht besser geeignet wäre, jetzt schon.

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Die bekommen in Mathe und Deutsch die normalen Aufgaben. Wenn sie damit fertig sind gibts extra Aufgaben und danach müssen sie im Freiarbeitsheft arbeiten. Die Aufgaben sind alle die selben, im Mathe Freiarbeitsheft sind noch ein paar Knobelaufgaben. Wer in den anderen Fächern schon durch ist wartet ab oder darf schon mal jemand anderem helfen.

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Hallo
Was heißt „zu einfach“ genau? Ist der Lehrkraft das wirklich bekannt?
Grundsätzlich ist es ja ganz normal, dass es in einer Klasse eine unterschiedliche Bandbreite an Leistungsstärke gibt. Wenn ein Kind zu sehr vom Durchschnitt abweicht, kommt es zum einen auf die Schule bzw. die Lehrer an, zum anderen auch auf das Kind.
Wir haben in der Grundschule sehr gute Erfahrungen mit der Differenzierung des Unterrichts gemacht. Es wurde auf alle Bedürfnisse eingegangen und man war auch für größere Maßnahmen offen (überspringen, stundenweise in höhere Klasse).
Bei uns haben alle Maßnahmen in der Klasse nämlich einfach nicht gereicht.
Bei einem Kind das aber einfach schnell versteht und schnell arbeitet, sozial aber gut in der Klasse verankert ist und nicht mehr möchte, reicht das oft aber.
Wichtig ist aber wie gesagt, dass die Lehrkraft angesprochen wird. Manche Kinder leiden still, fangen an Quatsch zu machen,...

LG

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Was heißt zu einfach?

Fertig und dann gelangweilt?
Im Unterricht gab es dann Zusatzaufgaben (Herausforderung gegen sich selbst: wie viel schaffe ich; wenn das Kind selbst viel und richtig lösen wollte) oder Knobelaufgaben oder anderes.
Bei manchen Lehrern war auch lesen erlaubt. Hauptsache ruhig sein und niemanden stören. Bedigung: die Aufgaben sollten nicht nur schnell, sondern auch richtig gelöst sein.

Meistens um eine Ruhe zu behalten, damit andere in Ruhe weiter arbeiten können.


Im Homeschooling ist es eher so
- Pflichtaufgaben, die müssen gemacht sein, mit Frist
- Zusatzaufgaben; Vertiefungsaufgaben : wer Lust dazu hat a) was zu machen b) wer üben möchte oder c) wer sich in das Thema vertiefen möchte, ohne dass es schulisch relevant ist.
Allerdings weiterführende Schule

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Hallo,

hier wird es nicht gern gesehen und gern gehört, wenn man meint, dass sein Kind schneller lernt und eine schnelle Auffassungsgabe hat.

Bevor hier jeder was anderes schreibt: sprich mit der Lehrerin / dem Lehrer und lass dir von ihr / ihm seine Sichtweise darlegen.

Mein Kind äußerte nach 8 Wochen 1. Schuljahr, dass es am Unterricht des 2. Schuljahres teilnehmen möchte. Wäre aufgrund des Schulkonzepts problemlos möglich gewesen. Lehrerin war dagegen, „der Vorsprung ist bald weg“. Meine Frage nach Mathe wenigstens im 2. schuljahr: „was soll er dann im 4. machen?“, obwohl es auch zum Schulkonzept gehörte.

Konsequenz: mein Kind fing im 1. Schuljahr an den Unterricht zu verweigern, wollte nicht mehr in die Schule, musste teilweise 3x die Woche wegen diverser schmerzen abgeholt werden!

Wir veranlassten auf Eigeninitiative einen IQ Test nach dem 1. Schuljahr. Kind wurde mit dem KAB-C getestet vom schulpsychologischen Dienst. Es kam eine HB heraus. Erst nach diesem Test hätte mein Kind springen dürfen, was es nicht mehr wollte. „Warum sollte ich? Da müsste ich lernen!“ So war die Grundschulzeit für alle eine Qual, vor allem weil meinem Kind jegliche Motivation genommen wurde.

Im letzten Sommer stand der Übertritt an, Gymnasium, das auch unser ältestes Kind besucht. Nicht, dass der Kleine dort aufblüht und Schule toll findet (dieser Zug ist glaube ich dir immer abgefahren), aber dort wird er angemessen gefordert, der Stoff wird schnell (angemessenes Tempo die ein Gymnasium) durchgezogen, alles was in der Grundschule fehlte. Das Zeugnis war hervorragend (mehr schreibe ich dazu nicht), lernen muss er nicht und verweigert es.

Aber in der Schule wurde schnell erkannt, was er auf dem Kasten hat, könnte an der Begabtenförderung mitmachen, will er aber nicht. Zumindest geht er wieder fast immer ohne zu Murren in die Schule. Homeschooling klappt super. Ist aber auch perfekt organisiert.

Sehr lange Rede, sprich mit der Schule, beobachte und wenn er möchte, gib ihm zusatzaufgaben, soll er lesen oder das machen, was er gerne macht. Für Mathe kannst du nach Känguru Aufgaben oder Olympiade Aufgaben im Netz gucken.

VG

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Hallo,

jetzt, bei Corona, ist das doch egal. Dann ist er halt schneller fertig.

Im normalen Unterricht gab es bei unseren Kindern nur eine Differenzierung nach unten, sprich Förderung für die Schwachen. Die flotten Kinder sollten sich gefälligst friedlich vor sich hin langweilen.

Unser Sohn war damit in der 2. Klasse sehr unzufrieden. Die Lehrerin sagte dann, er bekäme schwierigere Aufgaben, wenn er die x Wiederholungen der Dinge, die er längst konnte, die aber alle Kinder machen mussten, fertig hätte.
Das hat unser Sohn getestet und festgestellt, dass die neuen Aufgaben nur minimal schwieriger waren. Daraufhin war seine Motivation komplett im Keller. Er sagte, er würde die Schule kündigen, weil er da eh nichts lernen würde.
Die Wiederholungen zu verringern und ihm wirklich schwierigere Aufgaben zu geben, hat die Lehrerin abgeblockt. Unser Sohn ist dann in die 3. Klasse gesprungen, was ich aber auch nicht empfehlen kann.
Wir mussten den Stoff des fehlenden Jahres nämlich neben dem Unterricht der 3. Klasse zu Hause nachholen. Vorarbeiten hatte er ja nicht gedurft.

Leider gab es hier in der Nähe keine Schule mit jahrgangsübergreifenden Klassen. Das wäre besser gewesen.

Ich würde mal beobachten, wie es bei Euch läuft, wenn wieder Präsenzunterricht ist.
Die erste Klasse ist für viele Kinder Pillepalle, weil die erstmal alle Kinder auf den gleichen Stand bringen müssen.
Ich denke außerdem, auch Lehrer, die eigentlich nach oben differenzieren würden, machen das während des Home Schoolings nicht.

LG

Heike

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bei uns hatten bisher alle Lehrer eine Kiste mit Extra-Aufgaben, wenn ein Kind schneller fertig war.