Videokonferenz ;Zeitfresser oder tatsächlich hilfreich??

Hallo,

Unsere Jungs [Kl. 6] arbeiten mit I-Serv.
Soweit die Technik es zulässt, läuft es gut. Jedoch kommen nun immer mehr Videokonferenzen dazu, die auch alle verpflichtend sind. Im Grunde bin ich ja froh, dass nun mehr getan wird als lediglich Aufgaben hochzuladen und auf die Abgabe zu warten. Aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass diese Konferenzen zum echten Zeitfresser werden. Die Kinder sollen strikt nach Stundenplan arbeiten und die Konferenzen werden von den Fachlehrern dann in ihren Stunden abgehalten. Hauptsächlich um Fragen zu beantworten, die aktuellen Aufgaben zu besprechen ect. Soweit die Theorie... Die Praxis ist jedoch ganz anders.
Da werden dann Aufgaben aus vergangenen Wochen besprochen, Buchseiten bearbeitet, die mit der eigentlichen Aufgabe gar nichts zu tun haben usw... Nimmt so eine Konferenz nun die gesamte Schulstunde in Anspruch, ist diese Zeit zum Arbeiten einfach weg.
Das schlimmste ist aber immer die Unzuverlässigkeit vieler Mitschüler. Ständig muss etlichen Schülern hinterher Telefoniert werden, weil sie wieder nicht pünktlich zur Konferenz erschienen sind, während alle anderen warten...
Die Klassenlehrerin habe ich darauf bereits angesprochen. Das Problem versteht sie zwar, wollte es auch mit den Schülern besprechen. Passiert ist aber nichts.

Mich würde mal interessieren, wie solche Konferenzen bei anderen ablaufen? Sind sie tatsächlich hilfreich, wenn sie anders Strukturiert sind? Oder sind sie beim Arbeiten nach Stundenplan einfach nur Zeitfresser, da die Schulstunde dann zum Arbeiten weg ist??

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Ich weiß nicht, ob dir das weiterhilft, denn ich bin in einer Berufsschule und wir sind alle zwischen 20 und 30 als Schüler.

Bei uns gibt es zwei Arten, wie Videokonferenz en gehandhabt werden (wir arbeiten mit Teams) :
A) Zu Beginn der Stunde werden die Aufgaben der letzten Woche besprochen (da wir nur 1x die Woche Schule haben). Abgabe der Aufgaben ist immer bis Sonntag. Montag gibt es ein Feedback schriftlich zu den Aufgaben und Dienstag geht unsere Lehrerin meist noch mal vertiefend darauf ein - besonders, wenn ihr Probleme aufgefallen sind. Dann gibt es eine kurze Überlegung zu den neuen Aufgaben, die wir die restliche Zeit bearbeiten sollen (sind meist noch so anderthalb Stunden, bis die nächste Stunde und Videokonferenz anfängt). Falls man nicht fertig wird, muss man nacharbeiten und bis Sonntag halt alles hochladen.
B) Ganz normaler Unterricht via Videokonferenz. Das machen die restlichen Lehrer so. Wir gehen ganz normal zu stundenvlbeginn in die Videokonferenz und machen Unterricht, der nicht groß anders ist, als während des Präsenzunterrichts auch. Gruppenarbeiten, melden, Ergebnisse präsentieren (Bildschirm teilen) das geht alles. Gefühlt bekommen wir auch genauso viel geschafft wie sonst.

Also bei uns bin ich immer erstaunt, wie reibungslos das funktioniert.

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Bei meiner Tochter (6). Klasse sind grundsätzlich alle Kinder da, ohne hinterher telefonieren. Und es ist ganz normaler Unterricht. Ob Sport, Mathe oder Physik. Von daher ist es bei uns kein Zeitfressee.

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Wir (1. Klasse) haben "gottseidank" nur 2x die Woche Videokonferenz. Das ist für die Kleinen völlig ausreichend, es werden neue Dinge besprochen, jeder darf erzählen, sie lesen und rechnen zusammen und freuen sich, sich zu sehen. Die restlichen Tage arbeiten sie nach Wochenplan.

Die zweite Klasse hat jeden Tag Videokonferenz und haben genau die gleichen Erfahrungen gemacht. In der ViCo wird zwar viel gemacht und geredet, aber eben max 1 Blatt der eigentlichen Aufgaben gemacht. Eine Mama meinte neulich zu mir, sie ist schon fix und alle, weil der Sohn jeden Tag von 9 bis 11 Konferenz hat und danach erst die Aufgaben bearbeiten kann. Nach der Konferenz ist er aber erstmal durch, sowas ist ja echt anstrengend, geht mir ja auch so. Also machen sie erst Mittag und danach die Aufgaben. Und das sind dann so viele, dass er sicher nochmal 3 - 4 Std sitzt. Aber eben Nachmittags. D.h. er ist quasi von 9 bis min. 15 Uhr im Schulmodus und schon ziemlich frustriert. Vor der Konferenz was abarbeiten geht nicht, die Lehrerin möchte das nicht, sonst sind ja nicht alle auf der Vico auf einem Stand. Abends müssen die Aufgaben aber elektronisch eingereicht werden. Die wären so froh über etwas weniger, oder zumindest produktivere Konferenzen, in denen auch was weggearbeitet wird.

Aber anscheinend denkt sich die Lehrerin, sie haben ja eh den ganzen Tag Zeit... Die Große (6. Klasse) hat übrigens auch jeden Tag ViCo, aber die haben "echten " Unterrichts und danach nur noch Aufgaben in normalem Hausaufgabenumfang. Und sie ist Mittags rum fertig und geht raus zum spielen, rodeln etc. Während der kleine Bruder da erst loslegen muss...

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Ganz ehrlich, ab einem gewissen Punkt wäre es mir herzlich Schnurz, was die Lehrerin dann noch will.

Wenn diese Videokonferenzen mehr blockieren als helfen, dann gäbe sie diese bei mir nicht oder zumindest nicht so lang. Entweder der Lehrer sieht das als Schulstunde, dann sind aber die anderen Aufgaben Hausaufgaben und sollten dieser Menge entsprechen.

Niemand und schon gar nicht Kinder sind den ganzen Tag leistungsfähig und brauchen dann unnötig lange.

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Bei uns ist es hilfreich. Es werden neuen Themen erklärt und die Kinder dürfen fragen stellen. Allerdings läuft es nicht nach Stundenplan.

Bei einen fachlehrer ist es aber auch ein Chaos. Die Kinder stellen die Lehrerin stumm oder schmeißen sie raus, machen Chaos. Es ist ein Albtraum. Es war aber auch eine Lehrerin, die in Präsenz keine Autorität hatte. Es wundert mich daher nicht.

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Würde mir aber zu denken geben wenn mein Kind sich so benähme. Ob in Distanz oder Präsenz. (Nciht direkt das Ihre aber wenn ich das mitbekomme als Elternteil muss man da eingreifen. In der Schule übrigens ebenso. )

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Sehe ich genauso, aber ich habe den Eindruck, es sitzen die wenigsten Eltern im selben Raum wie das Kind, wenn es Unterricht hat. 🤷🏽‍♀️

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Hallo
Hier gab es anfänglich fast zu jeder Stunde eine Konferenz, quasi hauptsächlich Frontalunterricht. Dann kam die Anweisung von der Schule dass das nicht Sinn der Sache ist. Seitdem tragen alle Lehrer die Woche vorher im Klassenkurs in den Plan ein, wann Konferenz ist und wann zB. erst Bearbeitungszeit, mit der Möglichkeit in der Konferenz Rückfragen zu stellen, ist. Das ist aber meist schon vorher klar, ergibt sich halt aus dem Verlauf des Unterrichts.
Das klappt größtenteils gut. Es wird allerdings, wie vor Ort auch, nicht immer gewartet, wenn jemand fehlt.
Schwierig ist es vereinzelt. Da wo Präsenzunterricht ebenfalls etwas anstrengend ist ;-)
Dass man nochmal zurückgreift finde jedoch normal. Ist sonst doch auch so bzw. es ist gut, wenn nicht gnadenlos der Lehrplan durchgezogen wird. Gearbeitet wird auch nicht immer. Aber das ist ja auch in der Schule so.

LG

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ich finde die KOnferenzen fürs "miteinander" einfach wichtig....
so ganz alleine im Zimmer hocken den ganzen Morgen ist ja nicht schön für die Kinder...

aber ja:
VKs sind Zeitfresser. Die Lehrer laden Aufgaben für die Stunde hoch, die zusätzlich zur VK zu machen sind und die Gesamtzeit stimmt nicht. Die Kids werden nicht fertig und müssen mittags ganz schön viele "Hausaufgaben" machen.

Der Große (7.Kl.) lässt inzwischen die VK einfach rennen und macht nebenher die Aufgaben ... oder sogar andere Aufgaben eines anderen Fachs und lässt stellenweise einfach "labern" ... das ist bestimmt auch nicht Sinn + Zweck der Sache ....

Aber ja: ein paar Mal die Woche ist die VK wirklich wichtig, weil der Lehrer neuen Stoff erklärt, der dann ja auch verstanden sein muss.... das geht mti einer persönlichen Lehrererklärung halt einfach besser, also sich selbst aus einem Aufgabenblatt anlesen...

Wobei: -- da waren Links aus youtube teilweise echt hilfreicher ... ganz einfach, weil man anfangs nicht ewig Zeit mit technischen Problemen, Anwesenheitskontrolle oder "ich hört dich nicht -- mein ton geht nicht- dingen" beschäftigt ist....

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Meine Tochter, 6. Klasse Gymnasium, hat in fast allen Fächern Videokonferenzen nach Stundenplan. Da sehr viele Fächer in Doppelstunden unterrichtet werden (war auch schon vor Corona so), kann man das gut einteilen. Eine Stunde Video, eine Stunde erarbeiten des eben Gelernten. Bei Fragen steht der Lehrer mittels Chat zur Verfügung.
Ist ein Kind krank oder kann - aus welchen Gründen auch immer - nicht am Online-Unterricht teilnehmen, muss man ganz normal dem Sekretariat eine Entschuldigungsmail schreiben - wie zu "normalen" Unterrichtszeiten auch.
Online-Unterricht:
Es gibt einen Anwesenheitsbutton über den man sich anmeldet. Puffer 15 Minuten, danach kann man sich nur noch als verspätet anmelden.
Erfolgt keine Anmeldung und ging auch beim Sekretariat keine Entschuldigung ein, gilt man als unentschuldigt Fehlend.
Die Arbeitsaufträge, welche im Unterricht behandelt werden, sind meist schon am Vorabend eingestellt, so dass man vorab grob weiß, welche Materialen notwendig sind (Geodreieck, Zirkel in Mathe) oder Buch und Arbeitsheft in Französisch oder nur der Grammatikordner in Französisch, etc.
Da ich die ganze Woche zuhause war, konnte ich den Unterricht mitverfolgen. Ich saß nicht daneben - da meine Tochter aber Homeschooling im Wohnzimmer macht - bekomme ich mit, wie und was so läuft.
Fehlende Mitschüler gab es 2 - die waren krank, bzw. Arzttermin - ansonsten sind alle da und machen auch mit. Einzig die immer wieder auftretenden Internetprobleme oder nicht funktionierende Mikros sind nervig und kosten Zeit.

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Hallo,
das ist sehr unterschiedlich.
Unser Großer ist in der Q1 und da gibt es tatsächlich den ganz normalen Stundenplan als Videokonferenzen, d.h. er sitzt am Tag mindestens für 7 Schulstunden vor dem PC. Dazu kommen anschließend die Hausaufgaben. Bei ihm läuft also der "richtige" Unterricht als Videokonferenz. Das ist aber auch die einzige Schule im Stadtgebiet, die das so handhabt. Es hat sicherlich seine Vorteile, aber auch Nachteile. Er sagt, dass das tatsächlich anstrengender ist als Präsenzunterricht.
Der Kleine ist in der 6. Klasse, hat pro Fach mindestens eine Videokonferenz pro Woche, bei der Klassenlehrerin hat er mindestens zwei. In den Konferenzen wird der aktuelle Stoff besprochen, die erledigten Aufgaben besprochen, teilweise versucht, Neues beizubringen. Dazu gibt es an jeden Tag, an dem es keine Videokonferenz gibt, für die entsprechenden Faächer nach Stundenplan Aufgaben, die innerhalb einer gewissen Frist zurückgemeldet werden müssen. Bei den meisten Lehrern klappt das ganz gut, einzig in Englisch hapert es. Die Lehrerin ist während der Konferenzen in der Schule, erstellt mit den Kindern Tafelbilder, die die Kinder abschreiben sollen. Das funktioniert aber leider überhaupt nicht, weil es für die Kamera zu weit weg ist. Das versteht die Gute aber nicht.
Bei anderen Lehrern werden auch Tafelbilder erstellt, die dann aber von den Lehrern abfotografiert werden und dann online gestellt werden.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Klassenlehrerin des Kleinen für die Eltern immer ein offenes Ohr hat und versucht, auch die Probleme, die es am Anfang mit dem ein oder anderen Lehrer gab (bzw. mit der Englischlehrerin noch gibt) mit den Kollegen zu klären. Sie ist über Mail immer erreichbar und meldet sich schnellstmöglich zurück. Entweder via Mail oder sie ruft an. Gestern hat sie z.B. auch für die Schüler eine nichtverpflichtende Konferenz gemacht, wo die Schüler einfach nur miteinander gequatscht hat, sie durften ihr Haustier vorstellen...ist bei den Schülern und Eltern gut angekommen, dass sie sich die Zeit genommen hat, um sich einfach nur mal so mit ihrer Klasse zu unterhalten.
Bei beiden Söhnen ist es aber auch so, dass hinter keinen Schüer "hergelaufen" wird. Wer nicht online ist, ist nicht online. Wenn ein Schüler aus Grund X nicht an der Konferenz teilnehmen kann, muss er sich vorher abmelden. Wenn es während der Konferenz Probleme gibt oder er sich nicht einloggen kann, wird ein Mitschüler über WA angeschrieben mti der Bitte, eben kurz Bescheid zu sagen, dass irgendwas nicht funktioniert.
Im Großen und Ganzen funktiomiert das also ganz gut. Aber es freuen sich alle schon wieder auf Präsenzunterricht, und sei es im Wechselmodell......
LG
Elsa01

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In den ersten beiden Jahrgangsstufen ist es nur Zeitfresser. Wissensvermittlung findet nicht statt. Statt dieser Erzählrunden sollten die Lehrer diese Zeit lieber anders nutzen. Mein Kind ist nur noch genervt von den Konferenzen. Da die Kinder das auch nicht alleine können, sind bei fast allen die Eltern dabei. Das geht eigentlich gar nicht...
Manche wollen nur sehen, wie toll ihre Kinder sind und wie schlecht die anderen.

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Bei uns werden in den Videokonferenzen (1. Klasse) die neuen Buchstaben eingeführt, es wurde Minusrechnen eingeführt, Platzhalteraufgaben, Umkehraufgaben. HSU wird gemacht. Möchtest du das alles mit deinen Kindern allein machen? Wie würdest du mit deinen Kindern einen neuen Buchstaben einführen? Möchtest du ihnen Minus, Umkehraufgaben, Platzhalteraufgaben erklären? Da möchte ich euch Eltern wieder hören. Wie man es macht, ist es falsch.

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Das wurde bei uns mit Videos der Lehrerin erklärt, aber nicht in der Videokonferenz. Das geht mit 20 Erstklässlern nicht. Die können das nicht alleine und Eltern dürfen in den Konferenzen gar nicht dabei sein.

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