An die Julikinder mit 7 oder gerade 6 eingeschult ?

Hey die Frahe steht bereits oben meine Tochter wird im Juli erst 6 und im August wäre sie quasi zur Einschulung mit 6 Jahreb und 4 Wochen. Wir u der Schularzt haben nun beschlossen das sie mit 7 und 1 Monat 2022 eingeschult wird auch in Hinblick ihrer noch sehr verspielten Ader das das coronaschuljahr nicht sonderlich fördernd wären. Habt ihr eure Entscheidung bereut oder wie entscheidet ihr ?

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Als Grundschullehrerin: Ich habe in 10 Jahren als Grundschullehrerin bisher nur 3 Kinder erlebt, die eine Klasse übersprungen haben. Dagegen gibt es an der Schule aber jedes Jahr mehrere sehr jung eingeschulte Kinder, die sich mehr oder weniger "durchwursteln". Wer einmal eingeschult ist, muss irgendwie klar kommen, ein Wiederholen ist sehr schwierig.
Sowohl als Lehrerin als auch als Mutter eines Grundschulkindes: Niemand möchte, dass ein Kind sich mehr schlecht als recht "durchwursteln" oder gar durch die Schule quälen muss. Selbstverständlich gibt es dabei auch jung eingeschulte Kinder, die gut zurecht kommen.

Wenn es durch einen Geburtstag kurz vor dem Einschulungsstichtag (bei euch vermutlich der 30.06.) nicht unumgänglich ist, würde ich in den seltensten Fällen dazu raten, ein Kind sehr jung einzuschulen.
Ich habe es (bis auf die 3 Überspringer) noch nie erlebt, dass ein Kind sich in der Grundschule gelangweilt hat. Nach oben differenziertes Material gibt es zur Genüge. Das Auffangen oder Mitziehen von Kindern, die aufgrund ihres Alters Entwicklungsrückstände im fachlichen Bereich oder der psycho-sozialen Entwicklung haben, ist oft für alle Beteiligten sehr frustrierend und kommt deutlich häufiger vor, als ein "überreifes Kind". Meiner Erfahrung nach Überschätzen viele Eltern ihre Kinder da sehr.

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Es ist sicher richtig, dass die jüngeren Kinder eher Probleme haben. Dies ist in der Klasse meines Kindes auch der Fall. Da sind einige Sommerkinder, denen ein weiteres Kindergartenjahr sehr gut getan hätte. Diese Kinder müssen dann immer wieder von der Lehrerin gesondert gefördert werden, damit überhaupt mit dem Stoff weitergemacht werden kann. Dies ist aber für die besseren Kinder auch schwierig, wenn diese zum x. Mal dieselben Matheaufgaben erklärt bekommen. Das kann man zwar mit Extraaufgaben auffangen, aber auch nur bedingt und vor allem schwer im Homeschooling.
Mein Sohn hat von Anfang an Extrablätter bekommen. Diese hat er dann aber verweigert mit dem zutreffenden Argument, dass er dadurch ja nur noch besser werde als die anderen und Alles nur noch langweiliger.

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Mit dem Stoff weitergemacht wird immer. Da wird auf niemanden gewartet. Die schwachen Kinder werden entweder durch additive Förderung (vor oder nach der Schule) gefördert oder von einer Doppelbesetzung während der Unterrichtszeit extra gefördert. Es kommt auch vor, dass diese Kinder vereinfachte Aufgaben bekommen.
Begabte Kinder arbeiten einen bestimmten Teil der Unterrichtszeit gar nicht an dem normalen Stoff. Sie nehmen an der Einführung ins Thema teil, bearbeiten einige Aufgaben dazu und bearbeiten anschließend z.B. Denksportaufgaben oder mathematische Probleme etc., an denen andere Kinder nie arbeiten.
Wenn ein begabtes Kind sich x Erklärungen und Wiederholungen zu einem Thema anhören muss, was es bereits extrem sicher beherrscht, differenziert die Schule nicht vernünftig. In Sicherungs- und Wiederholungsphasen sollte sehr starke Kinder an ihren eigenen Aufgaben im Nebenraum etc. arbeiten.

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Unsere Tochter wird Ende Juni 6 und wird eingeschult. Das stand nie zur Diskussion. Am Ende ist aber das Alter nur ein Indikator. Es gibt Kinder die schulreif sind mit gerade 6 oder auch gerade noch nicht 6 sind (also August und September kinder) und welche die es aus verschiedenen Gründen nicht sind. Und dann muss man schauen was eine Zurückstellung bedeutet und was das Kind braucht einfach noch ein Jahr Kindergarten? Grundschulförderklasse/Vorschule. Da ist das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich was es gibt und was möglich ist. Wichtig ist für mich auch die Einschätzung der Erzieher im Kindergarten.

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Hallo
Das ist nichts dass man mal eben einfach vergleichen kann. Letztendlich ist es ja abhängig vom Kind, nicht von der einen Zahl.
Wir haben ein Sommerkind und ein Ende Septemberkind (damals noch regulär) eingeschult und das war genau richtig so. Dieses Jahr schulen wir ein Anfang Oktober Kind als Kann Kind ein. Es wäre eine Qual sie noch länger im Kindergarten zu behalten. Da sind sich alle einig.
Wenn ihr die Entscheidung gemeinsam mit allen die sie viel erleben getroffen habt, werdet ihr euch schon Gedanken gemacht haben. Entscheidungen die sich als nicht ideal herausstellen, gibt es in beide Richtungen. Wenn man an eine gute Schule gerät, ist aber auch das nicht der Untergang.

LG

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Meine Tochter ist am 08. September 6 geworden, die Einschulung war am 14. September. (Stichtag in BW ist/war der 30.09.)
Sie hat die Grundschule ohne Probleme durchlaufen und ist jetzt in der 6. Klasse Gymnasium, wird im September 12.
Ich war damals mit 10 anderen Mütten im Geburtsvorbereitungskurs, unsere Kinder sind also alle im Zeitraum von Ende Juli bis Ende September geboren.
Bis auf ein Kind wurden alle mit knapp 6 eingeschult.
Ein weiteres Jahr Kindergarten wäre für meine Tochter langweilig gewesen. Seitens der Erzieherinnen gab es keinerlei Anlass, sie zurückzustellen.
In BW gibt es noch die Möglichkeit der sog. Förder- und Diagnostikklasse. Das ist besonders für Kinder gedacht, die eigentlich schulreif sind - aber motorisch oder auch kognitiv noch Defizite haben.
Das ist eine Art "Schule light". Die Kinder werden eingeschult - aber eben in diese Vorbereitungsklasse. Dort lernen sie in Kleingruppen und werden individueller betreut. Sie gehen dann nach diesem Jahr in die Regelschule in Klasse 1.
Ich kenne einige Familien im Ort, die ihre Kinder in der Vorbereitungsklasse hatte und das hat diesen Kindern extre gutgetan.
Für uns war das keine Option, da es keinen Förderbedarf gab.
Ich hatte eigentlich erst Bedenken als es an die Wahl der weiterführenden Schule ging und mir bewusst wurde, dass meine Tochter - sollte sie ohne Stolperer durch das Gymnasium kommen - ihr Abitur mit 17 macht (G8) - das hat mich sehr beschäftigt.
In ihrer Klasse sind Kinder mit Jahrgang 2008/2009. Ihre Freundin wird im November bereits 13, meine Tochter im September "erst" 12.
Ob ich bei Corona anders enschieden hätte/entscheiden würde, kann ich nicht sagen. Bisher hat das Corona-Schuljahr an ihren Leistungen nichts Nachteiliges zutage gebracht und sie wuppt den Online-Unterricht komplett alleine (bin berufstätig).
Mir ist aber auch klar, dass eine 6. Klässlerin anders schulisch unterstützt werden muss als ein 1. Klässler.
Wenn der Schularzt (sowas kenne ich nicht) und ihr einer Meinung seid, dann würde ich dem Kind dieses weitere Jahr Kindergarten noch gönnen.

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Hallo meine Liebe,

bei uns ist es noch knapper. Meine Kleine wird am 15 September 6 Jahre alt und rate mal wann die Einschulung in Bayern ist? Am 14 September ;-)
Sie ist also noch 1 Tag 5 wenn sie in die Schule geht. Für uns ist es genau das richtige. Sie ist wissbegierig, löst Vorschulbücher, kann schon ihren Namen schreiben, bis 10 rechnen. Außerdem hat sie zwei ältere Brüder wo sie gelernt hat sich durchzusetzen. Es wäre schwierig sie noch für ein Jahr Kindergarten zu motivieren.
Aber das kommt auf das Kind an, kann es sich lange konzentrieren, wie mit Rückschlägen umgehen, möchte es lesen, schreiben, rechnen lernen? Sehr schüchterne Kinder haben es auch oft schwerer. Nur du kennst dein Kind und kannst das beurteilen. Auch die Erzieherinnen im Kindergarten können Tipps geben.
Liebe Grüße
Juliane

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Hallo! 😊
Ihr Eltern kennt euer Kind am besten. Wisst, ob es schon schulreif ist, oder ob noch ein Jahr Kindergarten gut tut.

Das ist einfach so verschieden.

Ihr könnt in Deutschland wählen. Bei uns in Österreich gibt es einen Stichtag. Der 31.08.
Wer davor 6 wird, wird eingeschult. Ein zusätzliches Kindergartenjahr ist nicht möglich. Obwohl es manchen Kindern gut täte. Das sehe ich oft in meiner Arbeit als Kindergartenpädagogin...
Wenn man ein Herbst-Kind hat, das schon schulreif ist, kann man um vorzeitige Aufnahme ansuchen. Das haben wir vor einem Jahr gemacht und nicht bereut.

Ihr habt eine sicherlich gut überlegte Entscheidung getroffen und wollt für euer Kind das beste.
Deshalb wird eure Entscheidung auch richtig so sein! 😉

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Leider können wir in Deutschland nicht wählen. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Stichtage. Bei uns ist es der 31.08. Alle Kinder, die bis dahin 6 sind müssen in die Schule. Das Kind zurück Stufen geht nur mit vielen Untersuchungen, Empfehlungsschreiben und dann das ganze Jahr bis zur Einschulung "Förderung" durch Logopädie, Ergo, Physio oder was auch immer die Behörden als sinnvoll ansehen um das Kind auf die Schule vorzubereiten.

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Hallo,
wann habt Ihr denn Stichtag?
Bei uns in NRW ist es der 30.09. und daher stände das überhaupt nicht zur Debatte (außer bei schwerwiegenden Gründen).
In der Klasse unseres Kleinen waren tatsächlich 5 oder 6 Kinder, die Mitte August eingeschult wurden und teilweise erst Ende September 6 wurden.
LG
Elsa01

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Ich persönlich würde das stark vom Kind abhängig machen. Wenn der Schularzt und Ihr Euch einig seid, dass noch 1 Jahr Kindergarten gut tun würde, solltet Ihr das machen. Die Schullaufbahn ist noch so lang, da kommt es kaum auf 1 Jahr mehr oder weniger an.

Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung berichten: ich habe einen 11jährigen Sohn und eine 7jährige Tochter.

Bei uns wird mit 5 verpflichtend in die Eingangsstufe eingeschult, E1 und E2 (2 Jahre bilden quasi 1 Grundschuljahr). Für meinen Sohn war das mit 5 eine Katastrophe. Er war lange noch nicht soweit. War verspielt und zum Lernen null bereit, Ende vom Lied war, dass wir ihn aus dem Druck rausgenommen und mit 7 eingeschult haben. Heute mit knapp 11, 4. Klasse, hat er eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen und es hat sich alles ziemlich zum Guten gewendet. Er hat einfach ein bisschen länger gebraucht.

Unsere Tochter hat angefangen zu lesen, als sie 4 war. Sie war im bilingualen Kindergarten und sprach englisch und deutsch relativ flüssig. Sie hat Informationen nur so aufgesaugt. Sie war in der E1 völlig unterfordert und begann Blödsinn zu machen und Ihre Freundinnen vom Lernen abzuhalten 😕 immer wieder suchte Ihre Lehrerin das Gespräch mit uns, um eine Lösung zu finden. Heute hat sich das eingependelt. Sie ist in der E2. Zwar immer noch vorne dabei, wehe wenn jemand anderes schneller oder besser ist als sie, da wird sie fuchsteufelswild, aber trotzdem haben sich die Schwierigkeiten mehr oder weniger in Luft aufgelöst.

Ich meine deshalb, hört auf Euer Herz, Ihr kennt Euer Kind besser als jeder andere. Und wenn Ihr meint, es ist noch nicht so weit, dann ist es so.

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Meine Kinder (NRW ) wurde mit noch 5 bzw. gerade 6 eingeschult. Für den Großen (damals noch 5) war es ein Sehen endlich in der Schule zu sein. Der Kleine hätte noch ein Jahr gebraucht, musste aber in die Schule. Jetzt in Klasse 7 hat er emotional aufgeholt und es läuft besser. In der Grundschule war es oftmals sehr schlimm, da er emotional noch nicht reif genug war. Freu dich, dass es bei euch möglich war. Ich hätte es meinem Sohn so gegönnt. Da er immer gut in der Schule war, durfte er in der Grundschule auch nicht wiederholen, die Seele hat aber gelitten.
Lg

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Sehen=Segen