Spätfolgen Vollnarkose im Säuglinsalter

Hallo
Meine Tochter ist mittlerweile 7 Jahre und wurde im 3 und 6 Lebensmonat , jeweils 2 h 35 und 4 h 20 min an den Nieren operiert . Sie hatte nach den Operationen Probleme mit der Motorik und Sprache von Anfang an . Es zieht sich bis dato durch ihr Leben . Sie hat starke Probleme mit der Konzentration , Unruhe , Motivation , versagungsängste ect. Wer hat ähnliche Erfahrungen , suchen liebe Menschen zum austauschen ?! Liebe Grüße Caro

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"Da in der Familie keine Vorerkrankungen bekannt sind oder Entwicklungsstörungen."

Ach so und "sowas" sprich Kinder mit Konzentrationsproblemen etc passieren entweder durch Nebenwirkungen oder durch "kaputte Gene"? Ich denke dass nicht Narkosemittel das Problem sind, sondern dass viele Menschen eben Krankheiten und Entwicklungsverzögerungen als "Probleme an den Genen" ansehen und ein Kind mit Entwicklungsproblemen eben mit einem Makel der eigenen Gene oder dem sozialen Habitus (sprich zu wenig gefördert) zu tun hat. Haben sie eben nicht, es sind oft einfach Launen der Natur.

Zudem ist jede Operation ein schwerer Eingriff und auch die Erkrankungen wegen denen operiert wurde, beides sind starke Entwicklungshindernisse. Kinder die "heilen" entwicklen sich nicht. Weil sie ihre Energie in die Kompensation der Erkrankung bzw Heilung von der OP stecken müssen, und wenn eben solche Prozesse in einem Alter stattfinden in dem grundliegende Gehirnentwicklungen passieren kommt es eben zu solchen Spätfolgen.
Unser Sohn hatte im ersten Lebensjahr auch 2 größere und einen kleinen Eingriff jedesmal unter Vollnarkose, und ja er hat auch jetzt von klein auf Förderung gebraucht dass er fit für die Schule ist, aber ich sehe da ehrlich keinen Zusammenhang mit Medikamenten oder Narkosemitteln sondern eben mit den Erkrankungen und Eingriffen an sich.

Wir engagieren uns durch unsere eigene Geschichte in einer Elterninitiativ dier für Eltern da ist deren Kinder auf Intensivstationen sind bzw waren, und da kenne ich niemanden der diese Folgen die kranke Kinder oder ehemals kranke Kinder haben auf die Narkosemittel zurückführt. Erst mal solltet Ihr akzeptieren dass Euer Kind krank war, es brauchte immerhin 2 Operationen, und diese Krankheit und die OPs sind der Grund für die Folgen und nichts anderes.

Bitte verzeih mir die ehrlichen Worte, aber versuche irgendwie einen Weg zu finden einfach zu akzeptieren dass Euer Kind ist wie es ist, seine Einschränkungen zu akzeptieren, zu akzepieren dass ihr trotz "gesunder Familie" eben ein krankes und durch die Krankheit entwicklungsgehemmtes Kind habt, anstatt Schuldige zu suchen, verschwende keine Energie darin erfundene Schuldige zur Verantwortung ziehen zu wollen, sondern richte Deine Energie darauf aus dass ihr als Familie eben mit den Behinderungen zurecht kommt und das Leben Eurer Tochter durch Akzeptanz und Förderung auf solide Beine stellt. Vielleicht habt ihr ja auch Elterninitiativen bei Euch in der Gegend wo ihr gleichgesinnte Eltern kennenlernen könnt und Euch austauschen könnt. Mir selber hat da die Zusammenarbeit mit einer auf das Thema spezialisierten Seelsorgerin geholfen, Eltern deren Kinder solche Geschichten hinter sich haben tragen oft ein dickes Paket an Sorgen, Ängsten und ungesunden Verhaltensmustern mit sich herum, und bevor die Kinder sich vollständig von sowas erholen müssen es erst mal die Eltern tun, bzw haben sich die Kinder meist schon erholt, nur sehen es die Eltern nicht.

Alles Gute Euch!

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Wir für unseren Teil haben das akzeptiert. Deswegen habe ich der TE auch geschrieben, das sie in anderen Forum suchen sollte um Leute zu finden,die die unterstützen.

Es ist nun mal wie es ist.

Natürlich macht man sich seine Gedanken,geht in schwachen Momenten die OP Berichte durch und schaut Bilder an und fragt sich :"Was lief schief?"

Ich google schon lange keine Symptome mehr,den da wird man wahnsinnig.

Meine Familie kaut dieses Thena auch immer wieder durch,wie eine wiederkäuende Kuh. Was bringt es den? Nichts?

Je entspannter ich bin ,umso entspannter ist auch mein Kind.


Impfegegner würden jetzt sagen:"Es kommt von der Impfung". Man findet also,wenn nan möchte immer einen Grund.

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Vielen Dank für deine ehrliche Meinung . Es geht nicht darum den Schuldigen zu finden , es geht darum um mehr Aufklärung , für die Eltern , um das was nach diesen Operationen passiert . Wir wurden nicht aufgeklärt in keinster Weise . Ansonsten hätte man von Anfang an , nach der Genesung , anders gefördert. Und ein Kind ist wie es ist ! Ich liebe und akzeptiere mein Kind so wie es ist ! Nur sollten das auch andere Eltern , in derselben Situation wissen und mehr aufgeklärt werden!
Lg

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ICH kenne das Problem.

Meine Tochter ( bald 10 J ) hatte mit 10 Monaten eine 6 stündige OP. Mit 12 Monate nochmal 4 Stunden. Mit 3 Jahren einmal eine 3 Stündige und 1 Stündige.

Die zweite OP war die schlimmste. Ich hatte das Gefühl ein fremdes Kind zurück zu bekommen.

Mein sonst so fröhliches Baby,was viel lachte und vor sich hingebrabbelt hat,war plötzlich stumm und hat keinen einzigen Babylaut von sich gegeben, (ausser schreien,nicht weinen...nein das war ein total verzweifteltes hilfloses schreien,was Wochen anhielt) . Das zog sich bis zum dritten Lebensjahr,das sie nicht Sprach.
Konzentrationsprobleme hat sie ebenfalls. Große Probleme suich auszudrücken und Kondakte zu knüpfen.

Ob ihre psychischen Probleme auch von da kommen,kann nur vermutet werden.

Wir machen das Beste aus der Situation. Sie wird gefordert und gefördert.

Natürlich streiten Ärzte ab,das es damit zusammen hängen könnte.

Aber so eine extreme Wesenveränderung nach einer OP ist schon Merkwürdig.

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Hallo ja das ist richtig , alle streiten ab , dass es keine Spätfolgen gibt . Doch die gibt es und das sollte überprüft werden , da das Narkose Mittel , in den ersten Lebensmonaten , die Entwicklung hindert und schädigt . Da in der Familie keine Vorerkrankungen bekannt sind oder Entwicklungsstörungen . Sollten das überprüft werden dringend . Da unsere Kinder dieses Leid ein Leben lang tragen und lernen müssen damit zu leben , sie sind in vielen stark beeinträchtigt und das ist der ausschlaggebende Punkt . Vielleicht sollte man da in der Öffentlichkeit einen Aufruf machen um weitere Kinder zu schützen und Angehörige aufklären . Und die Medizin unter Druck setzten , dass sich was ändert . Aus gesunden Kinder sollen keine Kranken und lebenslang beeinträchtigten Kinder werden .!

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Da würde ich dann an deiner Stelle im Forum von Rheakids.de mal nachfragen als hier bei Urbia.

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Hallo,

mein Sohn hatte als Neugeborener eine Sepsis. Bedingt durch ecoli-Bakterien im Kreißsaal. Dadurch bekam er eine starke Hirnhautvereiterung und lag 2 Wochen im künstlichen Koma. Unabhängig davon, dass man allein durch die Krankheit schon mit schweren Folgeschäden des Gehirns rechnete, wurden wir auch darüber aufgeklärt, dass die Zeit des Komas und auch die Medikamente Entwicklungsverzögerungen, Konzentrationsprobleme, AD(H)S etc. zur Folge haben kann. Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben, jede Narkose ebenfalls. Uns wurde genau gesagt, dass solche Eingriffe auch Eingriffe in die kindliche Entwicklung sind. Wie eine Userin schon schrieb, ein Körper der heilt, steckt alle Energie in die Heilung und nicht in die Entwicklung. Allerdings gibt es da keinerlei Alternative. Niemand verwehrt seinem Kind medizinische Hilfe. Schon gar nicht, wenn es lebensbedrohlich ist oder es zu Langzeitfolgen kommen kann. Operationen werden nicht grundlos gemacht, deshalb ist es Blödsinn da einen Schuldigen zu suchen. Allerdings können die Probleme deiner Tochter auch eine völlig andere Ursache haben. Mein Sohn hat AD(H)S. Das kann eine Folge der Krankheit sein, muss aber nicht. Ich gehe sogar davon aus, dass es eher unwahrscheinlich ist. AD(H)S ist häufig vererbt. In älteren Generationen kannte man solche Krankheiten nicht und weder Verhaltensauffälligkeiten noch Konzentrationsprobleme wurden diagnostiziert. Die Kinder waren dann halt langsam, verträumt, dumm, zappelig, unerzogen, nicht intelligent etc. Bei jemandem, der in der Schule Probleme hatte, wurde nicht nach Ursachen gesucht. Da dies als Makel galt, wurde natürlich auch mit nachfolgenden Generationen nicht darüber gesprochen. Oder kennst du die Schulgeschichte deiner Großeltern oder Urgroßeltern? Oder weißt du etwas über die Entwicklung der vorangegangenen Generationen? Vererbung findet über zig Generationen statt. Manche Sachen tauchen erst 3 Generationen später auf. Ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass solche Probleme vererbt werden als wahrscheinlicher als das es eine Folge einer Operation ist.

LG
Lotta

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Mein Jüngster hat u.a. die Diagnose „encephalopatische Wesensveränderung“.
Er wurde übrigens mit 12 Monaten operiert, jedoch war das nicht der Grund. Danach ging es ihm noch monatelang super. Er fiel 6 Monate nach der OP für 3 Tage ins Präkoma. Danach hatte ich ein anderes Kind. Da gab es gar keine lautsprachliche Äußerungen mehr. Nicht mal weinen oder lachen. Erst mit 6 Jahren fing er an zu sprechen.

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Meine kleine Tochter hatte bisher auch drei Vollnarkosen, die erste mit 3,5Monaten, die anderen beiden bis 18Monaten. Ihre Gaumenspalte wurde operiert, Paukenröhrchen gesetzt bzw ausgetauscht und Zähne gezogen.
Nach der ersten OP war sie sehr schlecht drauf, hat viel geweint, musste auch noch ein paar Tage eine Sonde tragen und das hat sie vermutlich gestört.
Sie war zwar immer kognitiv fit, aber robbte ewig lange. Erst mit 12,5 Monaten konnte sie krabbeln.
Das war schon etwas spät dafür dass sie sich schon mit 6Wochen gedreht hat.
Aber mit 14Monaten konnte sie dann laufen und sonst war in ihrer weiteren Entwicklung nichts auffällig. Sie ist jetzt 4Jahre alt und in allen Bereichen altersentsprechend entwickelt.
Im Vergleich zu meiner größeren Tochter ist sie trotzdem in vielen Bereichen langsamer. Die große war halt sprachlich noch schneller und fitter, aufgeschlossener und ehrgeiziger.
Ob das jetzt aber an der Narkose liegt bezweifle ich. Eher verschiedenes Naturell oder einfach in andere/schwierigere Lebensumstände hineingeboren.
Denn natürlich ist es für meine zweite Tochter schwieriger gewesen sich gut zu entwickeln, da sie monatelang schlecht gehört hat, chronische Ohrentzündungen hatte, eine gestresste überforderte Mutter hatte und eben mehr Zeit bei Arztbesuchen verbracht hat.