Kind kommt nicht zu Freunden in die Klasse

Hallo zusammen,
nach einer schlaflosen Nacht, hoffe ich vielleicht hier ein paar Ratschläge, Ideen o.ä. zu bekommen.

Mein Sohn wird im Sommer eingeschult. Bei der Schulauswahl haben wir uns gegen die Schule entschieden, in die die meisten seiner Freunde gehen werden. Das war schonmal nicht leicht. Er war einverstanden, da er in seine jetzige Schule mit einem sehr guten Freund, 4 anderen Kita Kids, die er auch mag und einem Kind aus der Nachbarschaft eingeschult wird. Bei der Anmeldung durfte jedes Kind EIN Wunschkind angeben. Laut Direktor konnte man zu 99 Prozent davon ausgehen dass dieser Wunsch erfüllt wird. Mein Sohn gab seinen Kita Freund an. Der Nachbarsjunge meinen Sohn. Wir waren uns eigentlich sicher, dass er mit seinem Freund in die Klasse kommt und sonst halt mit dem Nachbarsjungen.

Gestern kam jetzt der Brief mit den Klasseneinteilung und ich bin todtraurig. Mein Sohn kommt als einziger seiner Freunde in eine Klasse in der er niemanden kennt. Sogar der Nachbarsjunge ist bei seinen Kita Freunden in der Klasse, er selbst aber nicht. Mein Sohn ist eher zurückhaltend und findet nicht schnell Freunde, braucht lange um in neuen Gruppen seinen Platz zu finden und selbst das hat in Kita etc. am Anfang nur mit einem kleinen Schupos der Erzieher geklappt.

Ich bin so traurig und er tut mir so unglaublich leid. Noch weiß er nichts davon da ich am Montag (jetzt ist auch noch Wochenende) erst noch beim Direktor anrufen möchte. Weiß auch gar nicht wie ich es meinem Sohn sagen soll.

Hat jemand sowas schonmal erlebt oder Gedanken dazu, die helfen könnten?

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Bitte entschuldige, das ich jetzt einfach mal abgrundtief ehrlich bin.

Aber welcher Teufel hat euch denn geritten, dem Kind zu vermitteln, das es garantiert mit jemanden zusammen in die Klasse kommt, den es kennt? Egal was vorher spekuliert wird, schlußendlich hat kein Außenstehender Einfluß auf diese Entscheidung. Und genau das wäre im Vorfeld wichtig gewesen, dem Kind zu vermitteln. Naja, der Drops ist wohl gelutscht.

Jetzt setzt du noch einen drauf, bist traurig, willst den Direktor anrufen. Sammel dich bitte, das ist kein Weltuntergang. Aber sei jetzt bitte ehrlich zu deinem Kind, nimm es auf deine Kappe, das du das im Vorfeld falsch verstanden und vermittelt hast.

Für viele Kinder ist es auch eine tolle Chance, eigentlich die erste Chance im Leben, wenn es den Weg alleine geht....losgelöst von den alten Freunden udn Eltern, den eigenen Alltag zu bewältigen. Sie können, wenn man sie lässt und kein Drama daraus macht, wirklich daran wachsen und sich weiterentwickeln. Klappt natürlich nicht, wenn du jetzt ein Drama daraus machst.

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Wir haben ihm gegenüber nichts garantiert , sondern sehr wohl erwähnt, dass es nur ein Wunsch ist und man nicht weiß was passiert. Trotzdem haben wir als Eltern uns gedacht dass das ein oder andere wahrscheinlich klappen müsste. Und trotzdem bin ich mir sicher dass er traurig sein wird. Vor allem weil alle anderen zusammen sind.

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Und warum bist du dann jetzt traurig und weißt nicht wie du es deinem Sohn sagen sollst?
Du willst ja sogar beim Direktor anrufen. Das passt doch alles nicht zusammen.

Wenn es so ist, wie du gesagt hast, dann sollte es doch kein Thema sein, das es nicht geklappt hat. Dann ist es doch einfach nur schade, mehr aber auch nicht.

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Hallo!

Ich würde in der Schule bei der Direktorin anrufen und fragen ob es eine Möglichkeit gibt die Klasse noch zu tauschen.

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Ich kann Dich gut verstehen, bei uns wäre das auch ziemlich doof gewesen. Aus dem Kiga sind 4 Kinder in eine Klasse gekommen, das 5. Kind nicht. Am ersten Schultag hat es geweint, als es als einziger mit fremden Kindern in die Klasse gehen mußte.

Allerdings hat das Kind da tolle Freunde gefunden und es hat sich alles wirklich gefunden.

Wenn die Schule beginnt, ändert sich am Thema Freundschaften nochmal viel. Man lernt neue Kinder kennen, schließt neue Freundschaften.

Trotzdem würde ich an Deiner Stelle auch bei der Schule anrufen und nachhaken. Sowas wird nicht mehr gern nachträglich geändert, da muß man schon ordentlich auf die Tränendrüse drücken. Aber meines Wissens ist es nicht unmöglich, sowas noch anzupassen.

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Ach ja, gerade das Nachbarskind ist ein starkes Argument. Normal werden Kinder nach Wohnbezirk zusammen eingeschult. Das würde ich als Argument bringen. Gemeinsam zur Schule gehen, gemeinsam zurück gehen, evtl. gegenseitig mit den Eltern die Kinder betreuen, wenn was ausfällt, Hausaufgaben im Krankheitsfall beim anderen abgeben, etc.

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Vielen Dank. Mal schauen ob ich da noch was bewegt bekomme.

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*Gestern kam jetzt der Brief mit den Klasseneinteilung und ich bin todtraurig*

*Ich bin so traurig und er tut mir so unglaublich leid.*

Sei mir nicht böse, aber diese Sätze irritieren und stören mich enorm.
Wieso ist es denn für DICH so absolut schlimm? ER muss doch in die Schule gehen!
Ich finde es nur halb so tragisch, das Drama nicht wert und vorallem eine Situation, die immer wieder im Leben vorkommt. Irgendwo kommt man doch immer hin, wo man niemanden kennt und muss sich erst bekannt machen. Was ist so schlimm daran?

Sieh es als Chance für deinen Sohn zusätzlich zu seinen vorhandenen Freunden viele neue kennenzulernen. Erfahrungsgemäß lässt sowas die Kinder wachsen und selbstständig werden. Sie haben meist wenig Probleme damit und passen sich der gegeben Situation bald an. Im Gegenteil haben die Eltern meist die wesentlich größeren Probleme und Vorurteile damit. 😉

Also entspann dich, überdramatisiere und überreagiere nicht. Sprich mit deinem Sohn drüber, aber bitte ganz neutral und ohne ihm deine persönlichen Bedenken aufzudrücken. Und dann überlasse IHM die Entscheidung, ob ein Anruf beim Direktor wirklich nötig ist. Er muss schließlich in die Schule, nicht du. 😉


VG

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Also ich kann das gut nachvollziehen. Die Mutter ist deshalb todtraurig, weil sie weiß, was dies für ihr Kind bedeutet, insbesondere welche Auswirkungen dies haben wird. In der Pandemiezeit ist der Schulanfang ohnehin schwierig und falls im Herbst vielleicht wieder Wechselunterricht oder Distanzunterricht stattfinden wird, wird es noch schwieriger. Für Kinder ist es wichtig, dass sie einen "Partner" in der Klasse haben, auf den sie sich morgens freuen können. Der ihnen hilft oder mit dem sie in der Pause quatschen können usw

In der Parallelklasse meiner Tochter ist ein Mädchen, das jeden Morgen bei der "Übergabe" am Schulhof weint (und das noch im Juni 2021). Sie ist sehr schüchtern und hat überhaupt keine Freunde finden können. Sie kannte vorher niemanden . Das ist richtig bitter.

Ein Anruf beim Direktor wird wenig bringen. Du brauchst ein Kind, dass aus der anderen Klasse in die Klasse deines Kindes wechseln will (sog. Tausch). Dann wird der Direktor dies ausnahmsweise zulassen. Also bei den anderen Eltern anfragen.

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Gut, dann haben meine 2 Schulkinder und ich da wahrscheinlich grundsätzlich eine andere Einstellung dazu wie du und die TE. 🤷🏻‍♀️
Es liegt doch an uns Eltern unsere Kinder in schwierigen Situationen positiv zu bestärken, ihnen Mut und Selbstbewusstsein zu vermitteln und ihnen zu zutrauen es zu meistern.

Freunde kommen und gehen, gerade nach Schulstart. Man kann sich in den Pausen und außerhalb des Schulalltags treffen und man kann die Chance nutzen seinen Freundeskreis zu erweitern.

Hier an der Grundschule wird aber auch extrem drauf geachtet, das kein Kind ausgeschlossen wird und alle in die Klassengemeinschaft integriert werden. Die Kinder müssen im ersten Schulljahr ab Woche 3 auch öfter die Plätze wechseln und werden mit Absicht nicht neben Freunde/Bekannte gesetzt, gerade um eben auch andere kennenzulernen.
Die Übergabe Situation gäbe es hier so auch nicht, da keine Übergabe wie zu Kita-Zeiten stattfindet. Eltern dürfen das Schulgelände nur in Ausnahmefällen betreten und alle Kinder gehen ab Mitte Klasse 1 selbstständig zur Schule oder fahren Bus.

Von daher finde ich persönlich, ja es ist Schade, aber kein Weltuntergang. Da gibt's Schlimmeres 😉
Traut euren Kindern zu ihren Horizont und ihr Selbstbewusstsein zu erweitern!

VG

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Natürlich gibt es für den Anfang eine angenehme Sicherheit jemanden zu kennen, aber in der Schule werden die Karten neu gemischt, es finden sich neue Freundschaften, das heißt oft für "alte" Freundschaften, dass die mit Enttäuschungen auseinanderdriften oder mit einem Knall. Bis zu den Herbstferien sind die meisten alten Cliquen nicht mehr existent.

Unser Sohn ist in der 1. Klasse, er wurde in eine Klasse eingeschult in der er keinen kannte. Am Anfang ist eh Schnupperphase, aber er hat schnell einen "besten" Freund gefunden, hatte dann auch das Glück beim Wechselunterricht mit ihm in der Gruppe zu sein.
Der Vorteil der bekannten Freunde in der Klasse ist vor allem die "gefühlte Sicherheit" in den Sommerferien vor der Einschulung und die ersten paar Tage.

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Ob jemand sowas schon mal erlebt hat? Natürlich! Das kommt wohl jedes Jahr zum Schulanfang tausendfach vor und ist kein Einzelschicksal. Jedes Jahr haben tausende Schulen mit enttäuschten und aufgebrachten Eltern zu tun. Für die Kinder ist es meist weitaus weniger schlimm, als vorher thematisiert.
Aber klar, versuchen kannst Du es natürlich, blöd ist halt, dass der Nachbarsjunge nicht in seiner Klasse ist. Vermutlich haben sie dennoch im ersten Schuljahr zur gleichen Zeit aus und können gemeinsam nach Hause gehen. Geht Dein Sohn in den Hort oder dergleichen? Vielleicht spielte ja auch das bei der Klasssenzusammensetzung eine Rolle.

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Nein, die einzigen Kinder die er kennt sind die aus der Kita und der Nachbarsjunge. Sie werden alle in eine Klasse kommen, nur er nicht.

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Wirklich, mach Dir deshalb nicht solche Sorgen. Wir haben drei Kids und zwei sind in der ersten Klasse quasi „alleine“ eingeschult worden. Beide sind auch zurückhaltend. Es hat sich aber nach kurzer Zeit wirklich als überhaupt kein Problem herausgestellt, bei einem waren wir dermaßen froh, dass er nicht in der Wunschklasse gelandet ist, da seine Klasse die mit den viel „einfacheren und braveren“ Kindern war und er sich pudelwohl gefühlt hat.

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Das kenne ich.

Meine Tochter sollte auch ohne ihre einzige Freundin in der Klasse gehen, obwohl der Direktor mir und auch der Mutter der Freundin gesagt hat, das klappt.

Wir sind zu zweit, also wir Mütter eben, zum Direktor gegangen und haben den Fall geschildert. Dann konnten die beiden in eine Klasse.

Nur Mut, hole dir Unterstützung und melde dich an der Schule.

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Hallo, :-)

hier war es ebenso, unser Sohn kannte niemanden bei der Grundschul-Einschulung und auch nicht, als er in die weiterführende Schule kam.

Das war für ihn anfangs zwar "ein bisschen komisch", er wusste es, wir hatten ihn entsprechend vorbereitet. So nach dem Motto: Hey, du wirst viele neue Kinder kennenlernen, das wird ganz bestimmt toll.

Es war gut so. Das kann auch eine Chance sein. #pro

Viele Grüße
mm

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Meine Tochter kannte auch niemanden in der Klasse.ist sehr introvertiert. Sie hat jetzt nicht DIE Beste Greundin in der Klasse aber das ist nicht schlimm.
Bis auf ein Mädchen kommt sie mit jeden ,gut zurecht,versteht sich mit jedem gut usw.

Und wir kannten die Einteilung auch vorab nicht. Erst bei der Einschulung wusste man,wer zu wem kommt in die Klasse.

Jetzt male den Teufel mal nicht gleich an die Wand. Wir Eltern neigen dazu uns zu sehr da rein zu steigern. Ich nehme mich nicht da raus. Wir unterschätzen unsere Kinder sehr oft.

Erfahrungsgemäß mischen sich die Karten komplett neu. Freundschaften gehen auseinander, neue werden gebildet usw.