Grundschule 2 Klasse ? oder nicht.

Hallo.
Meine Tochter geht in die 1 Klasse der Grundschule und kommt nach den Ferien in die 2 Klasse.
Sie hat Probleme in Mathe, deswegen hat mich auch die Lehrerin des öfteren darauf angesprochen/angerufen und Vorschläge gemacht.
Ich habe diese auch alle sofort umgesetzt. Ich merke ja selber, dass sie diese Probleme hat.
Nun war es so, dass wir Inklusiv Hefte besorgen sollten, als zusätsliche Übung zu den Mathebücher. Aber die wurden unserer Tochter dann abgenommen. Sie solle nur die Inklusiv Hefte bearbeiten. Als sie nachfragte warum sie ihre Mathebücher nicht bekommt, kam als Antwort, sie könne das sowieso nicht und soll nur die Hefte machen.
Sie kam dann nach Hause und fragte mich, bin ich wirklich so doof . Mir hat es das Herz zerrissen und ich habe versucht ihr das zu erklären
Das betrifft noch einen weiteren Schüler der Klasse.
Die Grundschule sagt, sie bereitet ab der 3/4 Klasse auf das Gymnasium vor und die Kinder müssen da mitkommen.
Jetzt hat die Schule vorgeschlagen meine tochter soll die 1 Klase wiederholen und ich solle etwas unterschreiben.
Wenn es dann nicht klappt wollen sie sie testen lassen und dann wäre eine Förderschule besser.
Ich habe nun die Möglichkeit auf eine Ganztagsschule ganz in der Nähe zu wechseln. Dort wäre es auch möglich bis zu 8 Std in der Woche Förderunterricht zu bekommen.
Davon hält aber die jetzige Schule nichts und uns wurde gesagt, wenn wir gehen, gibt es kein zurück mehr.
Ich bin hin und her gerissen wegen den Schulzeiten in der Ganztagsschule bis 16 Uhr, Freitags bis 13 Uhr.
Über Meinungen und Erfahrungen würde ich mich freuen-
Viele Grüße

3

Sie soll erst zurückgestellt werden und dann getestet werden?
Das ist doch Käse. Wenn sie tatsächlich ein Problem wie Dyskalkulie hat, wird sie bei Wiederholung der ersten Klasse die Welt der Zahlen auch nicht besser verstehen und sich ansonsten langweilen (in den anderen Fächern hat sie doch keine Probleme, oder?).

Und mit Dyskalkulie muss sie auch nicht auf eine Förderschule. Damit kann sie sogar auf's Gymnasium. Wichtig ist nur, das es diagnostiziert wird und eine Lerntherapie bei jemand gemacht wird, der was davon versteht.

Ich würde mich also erstmal um eine Diagnose bemühen. Die diesbezüglichen Tests machen Kinder- und Jugendpsychologen und manche Lerntherapeuten. Das Jugendamt hat Listen.
Frag' Dich da mal durch.

Grüsse
BiDi

1

Hallo,
wenn die Probleme deiner Tochter so stark sind, hast du mal an eine Teilleistungsstörung gedacht?
Offenbar hat dein Kind in den anderen Fächern keine Probleme. Ist es dort gut bzw. sehr gut, oder besteht es nur gerade so? Das ist ja ein Unterschied.

Ansonsten kann ich dir von der Ganztagsschule sagen, dass Familie dann eben bestenfalls am Wochenende stattfinden kann. Hobbies und Freunde sind auch gestrichen in der Woche. Das erledigt alles die Schule. Bei uns hat die Schule genau die gleichen Zeiten. Die Kinder sind eben sehr, sehr lange weg. Abends wollen sie nur in Ruhe entspannen, Essen und dann Schlafen. Wirklich schlimm wird es, wenn die angeblich hausaufgabenfreie Schule, plötzlich Hausaufgaben aufgibt und die Kinder nach der Schule noch lernen und arbeiten müssen.
Die 8 Stunden Förderunterricht würde ich jetzt nicht so ernst nehmen. Die sind für alle Fächer gedacht und nicht alle Kinder können dort rein. Die Lehrer entscheiden, wer besonders schwer betroffen ist. Kinder mit Diagnose und Nachteilsausgleichen (sofern es das bei euch gibt) sind auf alle Fälle drin. Ich habe das Gleiche bei meinem Ältesten mit LRS - er muss in den Förderunterricht. Er muß grundsätzlich anwesend sein, sonst bekommt er keinen Notenschutz und keine Nachteilsausgleiche mehr .... das ist aneinander gekoppelt. Er haßt es. Er lernt dort nichts. Es ist reine Anwesenheit. Gleichzeitig verpasst er in seiner Klasse eine Doppelstunde Lernzeit, in der er Hausaufgaben machen müsste. Die Hausaufgaben darf er dann zu Hause nachholen. Der Förderunterricht ist ja während einer anderen Schulstunde. Klar dass das Kind dann etwas verpasst. Bei 8 Stunden ist das eine Menge.

2

Hi,

also wir haben nur gute Erfahrungen mit der Ganztagsschule. Hier geht es von 8-15:30uhr und am Freitag bis 13uhr. Die Hausaufgaben sind zu 95% fertig wenn sie heim kommt . Zweimal pro Woche ist flexible Förderung. Da wird geschaut wer wo Probleme hat und dann wird auch das besprochen. Es fällt dadurch keine andere Stunde aus oder wird verpasst. Am Nachmittag sind natürlich Hobbys drin und auch der Ausflug zum.see geht noch ohne Probleme.

Schau dir die Schule genau an und Frage nach. Denn du siehst es kann sehr unterschiedlich laufen.

Alles gute

4

Dem Kind einfach so die normalen Hefte zu entziehen und sein Selbstbewusstsein derart in den Staub zu treten, das ist schon ein starkes Stück!😡

Wie macht sie sich denn sonst so?

"Ganztagsgrundschule" heißt bei uns nicht mehr Unterricht, sondern nur, dass die Kinder nachmittags noch Hausaufgabenbetreuung und Freispiel (in Klasse 3 + 4 AGs) haben. Insbesondere die unteren Jahrgänge können während der Betreuung jederzeit abgeholt werden.

Dass das Familienleben komplfutsch wäre, kann ich absolut nicht bestätigen. In der KiTa sind das auch reguläre Zeiten und man verabredet sich doch auch noch.

Ich selbst war ab der 7. Klasse auf einer "echten" Ganztagsschule mit Unterricht bis 16h UND Hausaufgaben, trotzdem hatte ich außerschulische Hobbies, Freunde von anderen Schulen, eine Beziehung und Familienzeit🤷‍♀️ Nicht nur am Wochenende.

Die Schule deiner Tochter ist mir, aufgrund deiner Erzählungen sehr unsympathisch und ich würde mich mal genauer mit der Alternative beschäftigen.

5

Hallo,

ich würde denken, dass es sinnvoll wäre, wenn eure Tochter die 1. Klasse wiederholt, um ihr mehr Zeit für den bisherigen Stoff zu verschaffen und sie unbedingt zeitnah auf Dyskalkulie testen lassen. Das geht nur bei einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Möglichst jetzt schon anrufen/rumtelefonieren, wo ihr einen Termin bekommen könntet. Denn diese Praxen haben in der Regel alle eine lange Vorlaufzeit. Und die Testung an sich zieht sich auch etwas hin, bis ihr ein Ergebnis und eine Empfehlung habt.

Hier bei uns im Landkreis ist es so, dass Kinder, die eine solche Diagnose haben (Dyskalkulie oder Legasthenie sind beides Teilleistungsstörungen, es gibt auch Kinder, die haben sogar beides) und seelisch darunter leiden (deine Tochter zeigt erste Ansätze, indem sie Selbstzweifel entwickelt), Anspruch haben auf eine Eingliederungshilfe. Das heißt: Die Eltern können beim Jugendamt einen Antrag stellen, so dass die Kosten für eine Dyskalkulietherapie in einer speziell darauf ausgerichteten Praxis vom Landkreis/von der Stadt übernommen werden.

Aber der Weg ist:
- Kontaktaufnahme mit Facharztpraxis/SPZ
- Testung auf Dyskalkulie
- Fachärztliche Diagnose und Empfehlung sichern
- Antragstellung beim Jugendamt (dauert erfahrungsgemäß auch Wochen bis Monate bis so eine Antragsbearbeitung durch ist)
- Kontaktaufnahme mit spezieller Praxis für Lerntherapie/Dyskalkulietherapie

Alles Gute!

6

Und solltest du noch Fragen dazu haben, melde dich gerne. Ich arbeite im Jugendamt und bearbeite täglich solche Anträge.

7

Vielen Dank, auch für die ganzen anderen Antworten.
Ich bin euch allen sehr dankbar.
Mir wurde schon vor der Einschulung meiner Tochter von vielen anderen Eltern gesagt, dass die Messlatte an dieser Grundschule schon recht hoch ist.
Sie hatten letztes jahr plus rechnen, als sie dann minus gerechnet haben und sie es nach 3 Tagen nicht richtig verstanden hatte musste ich in die Schule kommen. Dort bekam ich jede Menge Übungsbletter.
Sie wurde mit 5 weiteren Kindern aus ihrem Kindergarten eingeschult. 3 Kinder sind schon auf die Ganztagsschule gewechselt, einer muss nach den Ferien auf eine Förderschule. Wenn wir jetzt gehen, ist noch einer aus der Gruppe auf der Grundschule.
Ja, mittlerweile sagt sie manchmal schon, Mama, Papa, hat doch sowieso keinen Sinn, ich kanns doch nicht.
Die Lehrerin meinte, wenn ein Kind nicht richtig mitkommt, wäre es frustiert. Deshalb die Rückstufung in die erste Klasse. Das wäre dann leichter für sie.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich gebe der Schule keine Schuld, ich weiß, dass meine Tochter in Mathe Probleme hat.
Auf der Ganztagsschule wäre bis 12 Uhr Unterricht, dann Essen und Hausaufgaben mit Unterstützung der Lehrer machen.
Sie können sich eine AG aussuchen und Spielen. Sie haben auch einen Spielplatz und gehen an den See.
An dieser Ganztagsschule werden Kinder mit Lernschwierigkeite gefördert und Unterstützt
Sie nimmt beim Lernen von anderen mehr an, als von mir. Hausaufgaben machen dauert bei uns so bis 15, 15:30.
Diese ganzen Umstände waren mein Gedanke mit der Ganztagsschule

weitere Kommentare laden
8

Welches Bundesland?

10

Aus RLP

9

Eigentlich hast du dir die Antwort fast schon selbst gegeben. Ich würde mein Kind nicht gerne an einer Schule wissen, die sein Selbstbewusstsein mit Füßen tritt. Das Gegenteil sollte der Fall sein, es müsste bestärkt werden in dem, was es gut kann und die Probleme, die es hat, müsste man versuchen zu lösen.

Gibt es denn an der jetzigen Schule Förderprogramme, die leistungsschwächere Kinder unterstützen?

Meine Kids sind beide an einer Schule, die bis 14.30 Unterricht hat und bevor ich im Home Office war, wurden sie bis 16.30 Uhr betreut. Bedingt durch das Gsnztagskonzept gibt es keine Hausaufgaben. Nur Übriggebliebenes muss am Wochenende zu Hause erledigt werden.

Du solltest dir die Schule mit einem Fragenkatalog bewappnet anschauen und wenn das passt, würde ich nicht zögern.

Den Dyskalkulie Test würde ich privat in Angriff nehmen. Du solltest dir schnellstmöglich Gewissheit verschaffen, damit das gezielt therapiert werden kann.

11

Das Förderprogramm waren bisher die Inklusiv Hefte, eine Förderkraft oder sonstiges gibt es nicht.
Es würde jetzt ein Förderprogramm geschrieben und die erste Klasse wiederholen, wenn es dann nicht klappt, wird sie getestet, ob nicht eine Förderschule besser wäre.
Meine Tochter wäre sehr hilfsbereit, strukturiert, höflich, ordentlich und sehr bemüht, aber eben nur bemüht.

14

"Meine Tochter wäre sehr hilfsbereit, strukturiert, höflich, ordentlich und sehr bemüht, aber eben nur bemüht."

Bis zum ersten "bemüht" eine tolle Beschreibung Deiner Tochter. Aber "eben nur bemüht" ist gemein. Dass sie sich jetzt bemüht, heißt, dass sie Lernen lernt. Das ist etwas, das den Überfliegern aus der GS am Gymnasium fehlt. Deine Tochter wird ihren Weg gehen. Aber bitte nicht an einer GS, die an einer hohen Quote an G-Empfehlungen interessierter als an den Schülern. Grundschule ist doch keine Kaderschmiede!

LG, andiamo

12

Hallo,

Hat sie denn in anderen Fächern auch Probleme, oder nur in Mathe?

Lass sie auf Dyskalkulie testen, aber nicht wiederholen. Das würde in dem Fall nämlich nix bringen.

Zudem braucht sie auch keine Förderschule, sondern lediglich Unterstützung in Mathe.

Lasst sie unbedingt umgehend testen, bevor ihr weitere Schritte plant,

LG

13

Moin,

"Die Grundschule sagt, sie bereitet ab der 3/4 Klasse auf das Gymnasium vor und die Kinder müssen da mitkommen."

Da platzt mir der Kragen! Nicht Dein Kind ist das Problem, sondern diese Schule. Eine Grundschule bereitet nicht auf eine bestimmte weiterführende Schulform vor, sondern nimmt alle Schüler mit und guckt am Ende, welche Schule für welches Kind ab Klasse 5 passt. Der Ansatz Eurer Grundschule bedeutet, dass alle Kinder, die nicht fürs Gymnasium passend gemacht werden können, "Ausschuss" wären. Was ist das denn für ein Menschenbild?

Ich würde tatsächlich alles daransetzen, zur Ganztagsschule zu wechseln. Deiner Tochter kannst Du sagen, dass sie goldrichtig ist und Ihr die richtige Schule für das richtige Kind finden müsst. Das habe ich meiner Tochter gesagt, die todtraurig war, als sie und nur ein anderes Mädchen in ihrer GS-Klasse keine G-Empfehlung bekam. In der Realschule ist sie aufgeblüht, hat ihre Angst vor Mathe durch Respekt ersetzt und letztendlich sogar Abitur gemacht. Sie hat einfach ihre Zeit gebraucht und durfte Kind sein.

LG, andiamo

19

Das ist doch üblich und auch gut so. Die Schüler müssen den Lernplan abarbeiten und sollten, wenn sie auf Gymnasium gehen, keine Wissenslücken haben. Die etwas schwächeren Schüler bekommen dementsprechend auch keine 1 oder 2 im Zeugnis.

21

Was hat das mit gezielter Vorbereitung aufs Gymnasium zu tun? Für mich heißt das, die Starken zu fördern und die Schwachen abzuschreiben. Hauptsache, die G-Empfehlungsrate ist hoch.

Aber eins stimmt natürlich: Dass schwächere Schüler keine 1 oder 2 bekommen, ist Sinn der Bewertung im Notensystem. Dass eine Grundschule "aufs Gymnasium vorbereitet" hat zur Folge, dass "getunte" Kinder aufs Gymnasium gehen, dort einerseits viele von ihnen scheitern und andererseits, um die eigentlich nicht fürs Gymnasium geeigneten Schüler durchzuziehen, das Niveau des Abiturs immer mehr sinkt.

Eines meiner Kinder hat noch die Orientierungsstufe in Klasse 5 u. 6 durchlaufen (Niedersachsen). Selbst dort wurde nicht auf eine Schulform vorbereitet, sondern die passende Schulform gesucht. Das würde ich mir für heutige Schüler wünschen, das war gut.

LG, andiamo

weitere Kommentare laden