Chaos Schüler

hallo
Vielleicht habt ihr ein paar Tipps für mich für meinen Chaos Schüler. Vielleicht schaffen wir es nun doch in den letzten Wochen noch irgendeine Struktur die wir dann ins nächste Schuljahr mitnehmen können.

Mein Kind kommt in die 3. Klasse und ist wie gesagt chaotisch. Im Federmäppchen fliegen die Stifte am Ende des Tages lose rum oder einfach im Ranzen. Das gleiche mit dem Schlampermäppchen...Uhu, Schere etc liegen oft so im Ranzen drin. Wenn ich nicht zufällig reinschaue könnte das auch mehrere Tage so drin liegen.
Dann ist es natürlich IN der Schule nicht griffbereit wenn was gebraucht wird. Da sind dann manchmal eben nur 3 Stifte verfügbar bis die anderen irgendwo wieder auftauchen.

Die Hefteinträge sind zum Teil durcheinander weil Seiten ausgelassen werden und dann irgendwann wird doch auf die leeren Seiten geschrieben.
Die Schrift ist teilweise recht unsauber, stört mein Kind aber nicht.

Hefte oder Bücher haben manchmal Eselsohren weil sie nicht sorgfältig im Ranzen verstaut werden.

Alles was Schule betrifft wird irgendwie halbherzig gemacht.

Wenn es um das Hobby geht klappt es besser. Da weiß mein Kind genau wann wir losmüssen und was vorher gemacht werden muss. Es denkt selber an die Wasserflasche, Geld, Schuhe, etc.

Ich brauche wirklich Ideen wie wir da eine bessere Struktur reinbekommen.
Hier im Text finde ich hört es sich alles etwas harmlos an. Aber wir haben da tatsächlich öfters Probleme.

Gerne nehme ich jeden Tipp an, auch sehr gerne von den Lehrern die hier mitlesen.
So kann nicht auch noch ein drittes Schuljahr weitergehen...
Klar hat mein Kind durch lange Schulschließungen nicht so die Übung, dennoch bekommen es andere Kinder auch etwas besser hin.

Danke für eure Hilfe

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Huhu,

vielleicht hilft es deinem Sohn, wenn er seinen Ranzen jeden Tag komplett leeren muss und alles wieder SELBST an seinen Platz räumen muss und den Ranzen für den nächsten packt und dir dann abends um 18 Uhr (oder wann anders) vorzeigen muss. Dann ist jeden Tag alles erledigt und es kommt Routine rein.
Ich habe mal gehört, dass man eine neue Gewohnheit 3 Wochen lang machen soll, dann würde es zur Routine werden.
Wir haben noch 4 Wochen bis zu den Sommerferien, Ich weiß jetzt nicht, wie lange ihr noch habt. Aber einen Versuch wäre es doch wert.

LG

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Danke für den Tipp! Werde ich ausprobieren!

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Dasselbe wollte ich vorschlagen. Die Lehrerin der 1-3 klasse bei meinen Kind hat täglich die Ranzen kontrolliert am Anfang, danach nur sporadisch. Das hat die Kids angespornt, täglich den Ganzen aufzuräumen. Also hier zumindestens war das tägliche komplett aufräumen eine gute Methode.

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Der Text passt 1:1 auf meinen Sohn. Bislang haben wir noch kein geeignetes Mittel gefunden. Nach einigen Tests kam raus, dass er Probleme im selektieren von Reizen hat, dass soll auch auf diese Symptomatik passen. Wir stehen jetzt auf verschiedenen Wartelisten für das attentioner-training und hoffen auf Besserung

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Danke für deinen Beitrag. Gibt es dazu eine "diagnose" dass ich mal nachlesen kann?

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was waren das für Tests und wo habt ihr sie gemacht?

ich habe mich schon mal mit ADHS belesen, aber so wirklich passt es nicht.

Mein Kind hat auch überall seine Ohren, hat Angst was zu verpassen, weshalb ich auch denke, dass es ihm so schwer fällt erst das eine fertig zu machen und dann das nächste anzufangen.

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was IN der Schule nicht griffbereit ist, ist nicht Dein Problem, sondern seins. Da ist gut, wenn nicht die Mama was sagt, sondern die Lehrerin, wenn wieder nur drei Stifte da sind. Oder er kriegt einen STrich oder so. Selbes gilt für vergessenes Sport- oder Kunst-zeug etc...

mein Kind ist bis heute ein Schlamper. --- bei uns müssen die Kinder mittags nach den Hausaufgaben den Ranzen für morgen richten. -- wenn so Unordnung im Ranzen ist, dauert es eben länger. aber täglich ohne Erinnerung von mir wird das nicht von selbst gemacht. - bis heute, leider.
Beim großen (7.Klasse) hat es so langsam klick gemacht, weil er eben so lange nicht ans Handy darf, bis das alles erledigt ist. -- also sieht er es aufwandsmässig. -- alles fix erledigt, heisst früher an die Kiste.

in der Grundschule denke ich mal, ist vieles noch von Mama diktiert...
Was ich machen würde? -- stifte zählen. - und wenn die Nummer 8 fehlt im Chaos muss er eben so lange suchen, bis dieser STift gefunden ist (im ZImmer Chaos oder Ranzen Chaos). -Vorher startet das mittagsprogramm eben nicht. -- da solltest du so langsam einfach konsequent sein dergestalt, dass es ihn einfach irgendwann nervt, so lange alles zusammen suchen zu müssen, statt TV nach dem Abendessen .... da ist es ihm einfach irgendwann zu blöd, sodass er von selbst die Sachen beisammen hält.

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Danke für deine Antwort.

in der Schule schafft mein Kind es sich irgendwie immer durchzumogeln. Vielleicht hat die Lehrerin mal was gesagt, so schlimm, dass sie es mir sagte ist es wohl nicht.

Du hast recht, ich denke ich muss einfach NOCH konsequenter, strenger sein. Man lässt es doch das eine oder andere Mal dann durchgehen weil man selber einfach keine Lust mehr hat.

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kenn ich .... und fünf wochen später stelle ich immer wieder fest "hättste nur". --- leider.

das mit dem konsequent durchkämpfen (in unserem Fall extra Schulübungen um Corona-Defizite auszugleichen) sollten die Kids viel öfter machen, als ich es durchsetze... und von alleine tuts eben kein kind.

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Hi Dasier,

mein Edwin war auch immer so chaotisch. Aber so ist das bei den Kleinen. Jetzt ist er leider nur Kfz-Mechatroniker geworden, obwohl ich mehr von ihm erwartet hätte, ein schönes Studium. Wenigstens kann er mein Auto reparieren. 👍

Mfg
Siegfried S. Koblenz

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Aus Lehrersicht ist es schwierig da Ratschläge zu geben. Es gibt durchaus chaotische Kinder, die sich aber zu helfen wissen und dann eben ihr Zeug doch immer irgendwie zusammen haben. Sozusagen Herr übers Chaos sind...
Arbeitshefte und andere Arbeitsmittel sehen nach einem SJ natürlich nicht mehr ganz frisch aus, das ist normal. Solange er nicht mutwillig drin rumkritzelt oder Ecken abreißt oder Seiten rausreißt (Du ahnst nicht, was von manchen Heften noch übrig ist am SJ-Ende.), würde ich ein Eselsohr nicht überbewerten. Auch die typischen Wasserflecken gibt es nahezu an jedem Heft. Es gibt wirklich wenige Kinder, die ihr Schulzeug top in Ordnung halten und wo keine Missgeschicke passieren. Aber gut, das nur mal so als Relation...

Was mich etwas stutzig macht - und hier würde ich ansetzen - dass er fürs Hobby motivierter ist, Ordnung zu halten. Das spricht ja eher nicht dafür, dass es eine Diagnose braucht, als Grund für die Unordnung. Eine selektive Wahrnehmung oder ADHS (ich hab mir nicht genau gemerkt, was hier alles vorgeschlagen wurde) endet ja nicht plötzlich am Nachmittag.

Daher würde ich wohl schauen, dass er irgendwie (von selbst) motivierter wird. Es muss ihm wichtig sein, seine Schulsachen ordentlich vor- und nachzubereiten. Eventuell sind da erstmal Anreize notwendig, die du schaffst oder je nachdem, wie dein Kind darauf reagiert auch "Strafen" / Verbote. Vielleicht lässt sich dadurch etwas erreichen. Ansonsten könnte ein festes Ritual hilfreich sein: Abends vor / nach XY sind 5 Minuten Ranzenzeit oder so ähnlich...

Hast du denn mal Hinweise von der Lehrerin bekommen, dass er chaotisch ist? Für mich hört es sich tatsächlich nicht dramatisch an und aus Kindersicht sehe ich keinen Grund etwas zu ändern. Das Ziel fehlt sozusagen...

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Falsch gedacht - dass es beim Hobby nicht besser laufen kann. ADHS ist sehr abhängig von Motivation, bzw. Mangel an Motivation. Trotzdem kann man es nicht willentlich steuerrn.

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??? Ich verstehe deine Antwort leider nicht. Einerseits ist es abhängig von der Motivation, andererseits nicht willentlich steuerbar?

Unabhängig von der Ausprägung des möglichen ADHS (da gibt es ja Unterschiede), erkenne ich anhand des Textes einfach keine gravierenden Merkmale für ADHS. Natürlich kann ich es aus der Ferne nicht ausschließen aber ich hätte es von mir aus nicht erwähnt. Es braucht nicht jede "Besonderheit" eine Diagnose, sondern vielleicht hier nur Übung und Routine (was wiederum auch bei ADHS wichtig wäre)...

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Als Lehrerin und Mutter: Jeden Tag konsequent gemeinsam üben. Wenn das Kind aus der Schule kommt, wird alles, was lose im Ranzen herumfliegt heraus genommen und ordentlich verstaut. Lose Stifte ins Mäppchen usw. Alle Hefte werden herausgenommen und die Eselsohren herausgestrichen etc.
Irgendwann sollten die Handgriffe und das Bild vom fertig aufgeräumten Ranzen sich dann einschleifen...

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Danke! Ich werde nochmal genauer darauf achten, dass mein Kind den Ranzen selber in Ordnung bringt und nicht ich es schnell mache währen mein Kind daneben sitzt

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Kleine Ergänzung (ebenfalls von Lehrerin und leigeplagter Mutter): Reduziere Stifte auf ein Minimum. Es braucht nicht jede Farbe in fünf Schattierungen + Gold- und Glitzerstift. Acht Buntstifte und acht Filzstifte reichen i.d.R. aus. Kein Schlampermäppchen und kein Mäppchen mit zig Fächern. Alles bekommt einen festen Platz, sodass sofort, sobald man das Mäppchen öffnet, ersichtlich ist, WENN etwas fehlt und WAS fehlt. Beim Rest gehst du genauso vor: Hefte kommen IMMER in den Heftsammler, Bücher immer an denselben Platz. Kauf am besten die guten, stabilen Hefte von Oxford. Die haben einen festen Pappeinband und verknicken nicht so schnell. Bei uns hat auch der Satch-Ranzen geholfen. Da gibt es extra Einsätze für die Bücher. Sollte aber auch im ersten Ranzen funktionieren. Das Ganze gibst du vor. Du räumst den Ranzen jeden Tag mit ihm aus und wieder ein. Ihr schaut, dass alles da ist, kein Müll (oder Elternbrief #augen ) auf dem Boden des Ranzens liegt und dann wird der Ranzen für den nächsten Tag gepackt. Wir hatten zwei Horror-Schuljahre, in denen ich jeweils bestimmt fünf Sets Buntstifte kaufen musste, zig Linieale und Radiergummis. Ich hätte ausrasten können. Wir haben es dann wie oben beschrieben gemacht, zudem Ergo, weil er sich auch sonst nicht selbst organisieren konnte. Was soll ich sagen? Er beendet nächste Woche die Grundschule und hat im aktuellen Schuljahr bloß einen einzigen Radiergummi verloren. Die Heftumschläge sehen etwas verschlissen aus, aber sonst ist alles tip top. Lebe du die Grundordnung vor, die umgesetzt werden soll. In den meisten Fällen klappt das. Ich mache es auch so mit einigen Schülern und es funktioniert ganz gut. Da kann ich nur nicht jeden Tag den Ranzen so gründlich kontrollieren.

Viel Erfolg!

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Hallo,

ich habe bei meinem Chaos-Kind auch die Erfahrung gemacht, dass man täglich dran bleiben muss.
Die Federmappe muss häufiger ordentlich als chaotisch sein, damit sich das Kind an diesen Zustand gewöhnt.

Da sitze ich auch schon mal bei den Hausaufgaben daneben und sage bei jedem Stift, dass er jetzt erst zurück gesteckt wird.
Dann kann man eine Mini-Belohnung in Aussicht stellen, wenn das beim zweiten Teil der Hausaufgaben alleine klappt.

Auch wird bei uns repariert, wenn etwas kaputt ist. Also keine neue Mappe (die gibt's erst zum neuen Schuljahr) sondern ordentliches Klebeband, evtl sogar besonders schönes Washi-Tape.

Beim Schreiben mache ich es so, dass ich vorher ankündige, den schönsten Buchstaben/das schönste Wort zu "küren". Da reicht es wirklich, dass ich am Schluss sage, was ich am schönsten finde. Das bringt eine Menge Motivation. Im Homeschooling habe ich auch den Begriff "Schönschrift" für das Schreibschrift-Heft verwendet.
Heutzutage liegt der Fokus, finde ich, sehr auf "richtig schreiben". Aber "schön schreiben" ist eben auch eine Kunst. Wird bei uns gar nicht so eingefordert...

LG!

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Danke!
Ich werde besser darauf achten, dass ich mehr lobe statt zu kritisieren!
Das mit der "schönschrift" ist eine gute Idee!

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Thumbnail Zoom

Vielleicht hilft euch einen solchen Plan? Man kann das als Agenda sehen oder als Arbeitsschritten. Mit Magneten zum zuklappen ist echt bei uns ein Game Changer gewesen. Das Foto ist aus Insta, man kann je nach alter mehr oder weniger bebildert erstellen.

In euren Fall kann ja als Schulroutine sein: zB 1) ranzen leeren 2) Mäppchen aufräumen 3) Stifte spitzen 4) Hausaufgaben machen 5) ranzen einpacken oder so was, schön Schritt für Schritt. Am Anfang täglich mit dem Kind durchführen, irgendwann kann das Kind das auch alleine. Eine visuelle Struktur hilft meistens enorm.

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Ah und falls du bei insta bist: learning with Caroline Profil haz immer super gute Tipps für „alternative“ Methoden, die wirklich sehr sehr zielführende sind.