Interpretation Zeugnis "Sozialverhalten"

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Hallo Zusammen,

Ich hänge euch einen Auszug aus dem Jahreszeugnis der 1. Klasse an, aus dem ich nicht zu 100% schlau werde. Generell ist das Zeugnis sehr sehr gut - nur beim Block "Sozialverhalten" bin ich unsicher, was ich da reininterpretieren soll.


- Alles gut und normal soweit? (dass sich Erstklässler grad in diesem mega-kurzen Schuljahr noch nicht "immer und ausnahmslos" an alle Regeln halten, ist denke ich nicht so ungewöhnlich?
- Gesprächsbedaef mit Kind über Einhaltung von Regeln?

Was denkt ihr über die Sätze mit dem Kontakt suchen und den Konflikten? Alles gut und normal oder drängt er sich allen nervig auf und zieht sich beleidigt zurück, wenn was nicht rund läuft? 🤔🤔

Und was soll das mit den "besonders zuverlässigen Reaktionen" bedeuten? "war ja klar- du schon wieder"??🤪

Irgendwie kann das alles heissen... 😅
Ach ja- es geht um einen guten, beliebten Schüler, bisher wurden nie Beschwerden laut, das einzige was die Lehrkraft mal anmerkte, war, dass er sich manchmal Dinge sehr zu Herzen nimmt...

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Hey,
ehrlich gesagt, denke ich bei den Formulierungen überhaupt nicht viel. Erst recht nicht, wenn es bisher nie Probleme gab. Ich würde immer davon ausgehen, dass ich informiert werde, wenn es etwas gibt, was mein Zutun erfordert.

Wir haben einen Erstklässler, der auch vor kurzem sein erstes Zeugnis bekam.
Wir haben darüber gesprochen, ob er der Meinung ist, dass das so richtig ist, was die Lehrerin geschrieben hat. Waren uns einig, dass sie ihn sehr gut kennt und mein Sohn war total beeindruckt von den 'vielen' Texten, die die Lehrerin über ihn geschrieben hat.

Alles, was wir von ihr vorher zurück gemeldet bekommen haben, wurde im Zeugnis formuliert und wir als Eltern konnten unseren Sohn wiedererkennen. Aber alles im Groben, ich käme nicht auf die Idee, das Zeugnis als Grundlage zu nehmen für 'ernste Gespräche'. Weil ich eben denke, dass ich vorher informiert würde und dann eben aus konkreten Situationen heraus am Sozialverhalten arbeite.

(Bei uns kam es am Anfang des Schuljahres häufig zu Konflikten und wir als Eltern haben 'eingegriffen')

Viele Grüße und genießt die ersten großen Ferien, die Kinder haben so so viel geleistet in ihrem ersten Schuljahr!

#blume

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Danke, das tun wir auf jeden Fall. 🤗
Wir haben ihn auch mächtig gelobt fürs Zeugnis, es gemeinsam gelesen und er ist sehr sehr stolz auf sich. 🥰
Nur jetzt beim wiederholten Lesen bin ich irgendwie an dem Absatz hängen geblieben und hab mich gefragt, ob ich da nicht etwas "überlesen" hab. 😅🙈

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Was willst du denn? Das ist doch eine schreite Bemerkung. Es gibt fast keine Kinder, die sich immer an die vereinbarten Regeln halten.
Das sind Schulzeugnisse. Die liest man so, wie es da steht. Da gibt es nichts zu interpretieren, wie in Arbeitszeugnissen.

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nicht schreite 🙈: sehr gute

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Das ist unser erstes "richtiges" Zeugnis.
Da war ich jetzt einfach noch unsicher, ob die Bewertung "sehr gut" (findest du echt?) "gut" (mein erster Eindruck) oder eben doch nicht so toll gemeint war. 😅

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Hallo,

das liest sich für mich wie ein ganz normales, durchweg positives Erstklässler Zeugnis. Wäre für mich keinerlei Bedarf für ein "ernstes" Gespräch.

Ich persönlich würde den Text etwa so interpretieren:

Er hat die Regeln verstanden und versucht sich auch immer daran zu halten, ab und zu klappts noch nicht ganz perfekt, aber das ist ganz normal.
Er versucht sich in die Klassengemeinschaft einzufügen und auch Kontakt mit den ihm fremden Mitschülern aufzunehmen und alle in der Klasse sind ihm wichtig, er schließt keinen aus oder so. Er ist also kein Einzelgänger oder Nerd, der sich abschottet.
Er kann sich gut und interessant ausdrücken, vielleicht manchmal etwas zu ausschweifend, aber das macht nichts und gibt sich noch.
Man kann sich darauf verlassen, dass er immer gleichbleibend auf Situationen reagiert und nicht schwankt zwischen Wutzwerg und Unschuldlamm, sondern immer der Situation angepasst.


Also alles gut und total normal.

VG

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Ist jetzt nicht böse gemeint, aber ich habe den Eindruck irgendwie neigst du anscheinend dazu alle Formulierungen eher ins negative zu interpretieren. 🤔
Kommt mir zumindest so vor.
Ich kann aber da beim besten Willen nirgendwo was negatives lesen. Eher nur Gutes bis sehr Gutes.

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Danke für die ausführliche Antwort. 🤗
Wahrscheinlich hatte ich zu sehr Arbeitszeugnis-Klauseln im Kopf 😅🙈🙈

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Ich würde den Text in die Note "gut" übersetzen. Es sind halt so Floskeln, die man in Zeugnisse schreibt. "Er hält sich überwiegend daran..." schreibe ich, wenn es kleine "normale" Ausrutscher gibt, aber keine besonderen Verhaltensauffälligkeiten. Kein Gesprächsbedarf für zu Hause 😉 Das hättest du dann sicher an anderer Stelle schon erfahren...

"Besonders zuverlässig in seinen Reaktionen" heißt für mich, dass er keine Ausraster hat, sondern wohl eher besonnen handelt. Außerdem sucht er keine Konflikte / Streit sondern geht dem eher aus dem Weg. Er wird vermutlich auch kein Streitschlichter sein aber eben auch keine Aufruhr anstiften.

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So formuliere ich, wenn es eine 2-3 wäre ( im 1. Teil) und eine 2 im 2.
LG

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Hallo,

Du darfst das nicht mit einem Arbeitszeugnis verwechseln wo nicht das drin steht wie es wirklich ist. Die Lehrer schreiben die Fakten rein, da gibt es nix zu interpretieren.

Da steht Dein Kind hält sich an Regeln, hat gute Kontakte zu seinen Mitschülern , kann sich gut artikulieren, ist zuverlässig und mag keinen Streit.

LG
Sunny

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So kann man es leider nicht sagen. Wir sind angehalten, dass Zeugnis positiv und wohlwollend zu formulieren. Da muss man schon genau lesen, ob da steht: Hält die Regeln überwiegend / oft / meist / selten / ... ein. - Kennt den Zahlenraum zunehmend sicher / sicher / ... Da ist schon oft Interpretationsspielraum. Und ein "bemühte sich" heißt eben, dass es in Wirklichkeit eben noch nicht klappt. Wie im Arbeitszeugnis auch.

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Ich bin Lehrerin und kann dir versichern, dass dein Kind sich super an die Regeln hält.
Wenn ich Zeugnisse schreibe, steht bei Kindern, die Schwierigkeiten mit Regeln haben so was wie: "XY hält sich nur selten an Regeln und Absprachen und sollte in seinen Reaktionen zuverlässiger werden." Oder etwas ähnliches.
In den schriftlichen Zeugnissen gibt es keine Verpflichtung, positiv zu formulieren. Wir schreiben also i.d.R. deutlich rein, woran zu arbeiten ist.
In den nächsten Jahren kämen dann auch noch Förderempfehlungen, wenn es nicht läuft.
Falls du total verunsichert bist, kontaktiere die Lehrerin, die wird es dir sicher gerne erläutern.
Grundsätzlich kannst du aber davon ausgehen, dass du gerade bei Problemen im Sozialverhalten im Schuleingang davon gehört hättest und auch das Ei oder andere Mal zum Gespräch gebeten worden wärst.
Mach dir also nicht zu viele Sorgen!

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Das ist kein Arbeitszeugnis.
Bei Schulzeugnissen steht nix zwischen den Zeilen. Nimm es wörtlich und gut ist.
Es ist ja super.
Und dass man als Lehrer vielleicht bei 10 mal 2 mal deutlicher auffordern muss, ist doch normal.

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Hallo,
Das ist ja kein Arbeitszeugnis (bei dem alles blumig formuliert wird und trotzdem bedeuten kann, dass man sich durchgehend daneben benommen hat und bei dem man meist einen erfahrenen Personaler oder Anwalt braucht, um es zu entschlüsseln), sondern eine Beschreibung durch die Lehrerin. Ich würde es genauso nehmen, wie es da steht und mich würde nichts daran irritieren.

LG

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...jein. Das muss positiv formuliert werden. Wirklich negative Aussagen sind sehr selten. Man schreibt nicht "Die Schülerin ratschte ständig mit ihren Sitznachbarn" sondern "Die kommunikative Schülerin..." oder "Die Schülerin beteiligt sich zu wenig..." sondern "Die zurückhaltende Schülerin..." etc. Man schreibt nicht "Anna kann noch nicht altersgemäß lesen und schreiben" sondern "Anna bemühte sich, die Lernziele im Schriftspracherwerb zu erreichen."

Für offen negative Beschreibungen muss schon krass was auffällig sein, da gab es meist schon vorher Gespräche mit den Eltern. Bei Abschlusszeugnissen ist selbst das in Bayern nicht zulässig, weil es die Jugendliche bei Bewerbungen behindern könnte - da steht dann sowas wie "Eine Bemerkung zu Mitarbeit und Verhalten ist aufgrund Paragraph... (die Rechtsvorgabe, die bewerbungsschädliche Bemerkungen verbietet) nicht möglich."

Also ja, man muss die Zeugnisse zu lesen wissen.