Frust:Andorderungen in Tests bleiben gleich, Unterricht wird immer schlechter

Hallo,
muss mir mal meinen Frust von der Seele schreiben, mein Sohn geht in die 7.Klasse Realschule, Baden-Württemberg. Seit Corona fällt gefühlt vieel Unterricht aus, ich weiß kann keiner was dafür, Lehrer überlastet etc.
Ich will das gar nicht in Abrede stellen, aber wenn ein Großteil der Klasse in vielen Tests nicht besser wie eine 4 ist, frage ich mich, da ist doch was am Unterricht faul..
Ich bestreite nicht das einige einfach auch nix machen, aber bei den Kindern mit denen mein Sohn Kontakt hat lernen alle. Zwei davon haben sogar ne Gymnasialempfehlung in der 4. Klasse bekommen, also die sind durchaus fähig..
Ich weiß, daß die Lehrer überlastet sind, aber alles wird auf die Kinder abgeladen, a la "Ich bin enttäuscht und sauer, daß ihr nicht besser seid..", Hallo, den Kindern fehlen auch mindestens ein Jahr um Strategien zu entwickeln..
Ist das bei euch auch so, oder nur in der Klasse meines Sohnes so?

LGTinaBi4

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es gibt gute und schelchte Klassen, die Kalssenarbeiten werden im Normalfall mit Klasslehrern der Parallelklassen abgestimmt, sind die auch so schlecht?

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Hmm, das weiß ich nicht, aber schlechte Klasse... wenn 3/4 der Klasse in den meisten Fächern kaum was besseres als ne 4+ schaffen.. sind ganz normale Teenager..

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Hi,
unterschiedlich. Also, wie die Lehrkräfte das handhaben.
Bei meinen Kindern fällt auch sehr viel aus. Meine Tochter hatte in diesem Schuljahr noch keine einzige Woche, in der nicht irgendwas vertreten wurde bzw. sie früher nach Hause kam.
Ich weiß, dass es an der Schule meiner Kinder Überlegungen gab bzw. Rücksprache mit dem Kultusministerium, ob sie die Noten anpassen dürfen.

Bei meiner Tochter war es im Schuljahr davor so, dass ihr (da 7. Klasse, 20/21) wie auch den Parallelklassen noch Reste aus der 6. Klasse in Französisch fehlten. Sie hatte da eine Lehrkraft, die das zügig durchgenommen hat und auch das gesamte letzte Schuljahr wiederholt hat. Aber wirklich ziemlich flott. Es gab jede Woche angekündigte Tests, die regelmäßig einen Schwung 1er und 2er und 5er und 6er brachten. Also man hat deutlich gesehen, wer Nachholbedarf hatte. Auch in der weiteren HomeSchooling-Zeit gab es jede Menge Videokonferenzen. Von der Parallelklasse weiß ich jedoch, dass die deutlich hintendran waren. Da hatten jetzt einige ein Problem, weil die Klassen teilweise neu zusammengestellt wurden und ihnen Stoff aus der 7. Klasse fehlt.
So, dieses Schuljahr ist mein Sohn in der 7. Er hat die Lehrkraft dieser Parallelklasse. Ich denke, sie versucht sehr sorgsam alle Kinder mitzunehmen und alles aus der 6. Klasse zu festigen. Vom Stoff der 7. Klasse sind sie in etwa da, wo meine Tochter letztes Jahr im November war.
Was ist jetzt besser?
Ich mache mir allmählich Gedanken darüber, was meinem Sohn im nächsten Jahr alles fehlt. Auf der anderen Seite denke ich, dass die Lehrkraft meiner Tochter auch einige abgehängt hat. Einer hat freiwillig wiederholt, ein paar sind abgegangen. Bei meinem Sohn sind noch alle dabei, auch wenn es hieß, es seien 7 oder 8 dabei, denen letztes Jahr geraten wurde zu wiederholen…

Viele Grüße

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Bei uns ist es genau anderseherum. 5. Klasse Mittelschule Bayern und die machen gar nix. Also wirklich gar nix...... :-p Für uns war es jetzt nach den Corona Schließungen die beste Entscheidung mit der MS aber ich bin froh wenn sie nächstes Jahr in die Real wechselt denn diese permanente Unterforderung ist auch nicht das gelbe vom Ei.

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Hm, interessant wie unterschiedlich das ist:-D

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Nein, das ist weder bei meinen Großen (5. und 7. Klasse Gymnasium) noch bei meiner 2. Klässlerin so. Sie sind auf dem schulischen Stand, auf dem sie zeitgemäß sein müssen. Es gibt weder Rückstände noch schlechte Noten.

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Geh mal davon aus, dass einige nur den Sprung in die 7 geschafft haben, weil man wegen Corona nicht Sitzenbleiben konnte.

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Hallo,
das kann natürlich gut sein..
LG
TinaBi4

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Wir hatten noch bei keinem Kind derart Probleme da wir den aktuellen Stoff immer im Auge haben und es nun wirklich die Welt ist diesen zuhause zu wiederholen….
Bevor jetzt ein Aufschrei kommt,doch ich finde das Eltern sich da einbringen müssen.

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Naja, ich schätze mal, dass das auch viele Lücken vom letzten Jahr sind, die sich jetzt rächen.
Nicht jeder konnte das als Elternteil leisten UND es wurde ja auch nicht alles gemacht. Also die Lehrer haben den Schülern nicht alles geliefert/dargeboten/aufgetragen, sei es aus Nettigkeit oder weil es zu viel war, das alles aufzubereiten.

Und ich finde, es ist eine Sache, den Lehrerersatz zu spielen bei den Aufgaben, die reinkommen, aber noch mal eine ganz andere zu erkennen, was fehlt und was man vielleicht extra üben müsste.

Zumal die Kinder ja auch nur beliebig Lust haben, noch zusätzlich Sachen zu machen, die ihnen kein Lehrer sagt.

Ich hab oben schon geschrieben, dass mein Sohn zum Teil ziemlich hinterher hinkt. Also nicht er sondern, was im Unterricht gemacht wird. Das wird sich auch irgendwann rächen. Aktuell vermisst er natürlich nichts und genießt seine freie Zeit.

Ist halt auch die Frage, wie die Lehrer das handhaben. Er hat auch eine Lehrkraft, die zB zwei Wochen krank war und dann direkt wie geplant die Klassenarbeit geschrieben hat. Das war Deutsch, da kann man sagen, naja, da kann man vielleicht nicht so viel lernen. Aber ganz so ist das nicht. Da ist es eben mehr das stetige Üben. Und zwei Wochen weniger ‚üben, wie man mit Beispieltexten umgeht‘ sind eben zwei Wochen weniger. Andere, wie die oben erwähnte Französisch-Lehrkraft ist statt dessen sehr langsam unterwegs.

Hinzukommt, dass ja auch immer wieder Schüler in Quarantäne sind, sind ja nicht nur die Lehrer. Dh, manche wiederholen auch mehr, weil immer wieder Kinder fehlen.

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Dies ändert für uns Eltern absolut nichts an meiner Sichtweise.
Tägliches lesen und vorlesen lassen kurz Text vom Kind zusammenfassen lassen Aufbau kurz durchgehen über die Woche 5-10 Minuten Grammatik und Diktat Einheiten.
Mathe 10 Minuten Themen üben undundund
Da müssen Lehrer gar nichts sondern Eltern sind in der Verantwortung und es ist ohne großen Druck und Zeit machbar.
Es ist mir unbegreiflich warum dies nicht geleistet werden kann und mitten der Pandemie kann man von Eltern da schon Verantwortung erwarten.
Natürlich kann man seinem Kind beim Scheitern zuschauen und die Lehrer dafür verantwortlich machen.

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Ich finde es durchaus nicht ungewöhnlich, dass Test der Klassendurchschnitt bei zB 3,8 liegt, auch ohne Corona. Und auch dass ab der siebten die Noten runter gehen, ist leider normal.

Wenn du jetzt da noch die Coronalücken reinrechnest, plus die Kinder, die eigentlich das Klassenziel gar nicht erreicht hätten, dann ist es doch klar, dass augenscheinlich die ganze Klasse ordentlich absackt.

Die bösen Coronalücken machen sich überall bemerkbar. Die Lehrer an der Schule meiner Tochter versuchen durchaus, diese wieder aufzuholen, gleichzeitig sollen und müssen sie den normalen Lehrplan durchhalten, das kann ja nicht glatt laufen. Unsere Schule bemüht sich zwar mit zusätzlichen Förderstunden die größten Lücken auszugleichen, aber, ganz ehrlich, das ist nicht zu schaffen.
Letztendlich kann es nur gelingen diese Lücken aufzuholen, wenn sich auch Eltern und Schüler ordentlich reinhängen. Und das ist bei älteren Schülern nicht immer so einfach...

Ach und übrigens: nur weil Kinder mal vor drei jahren eine Gym- Empfehlung bekommen haben, sind sie jetzt nicht unbedingt fähiger als andere. Oft schaffen es gerade die nicht, sich mal ordentlich auf den Hosenboden zu setzten und mal richtig zu lernen. War ja bisher nie nötig.

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Mal aus Sicht einer Lehrkraft:
Im 6. Schuljahr kommt In der Regel der erste Motivationsknick, der war vermutlich für diesen Jahrgang nur schwer aufzufangen (Corona). Im 7. Schuljahr fangen die meisten Kids an ein bisschen zu pubertieren (auch wenn viele Eltern mir schon in der 5. Klasse erzählen, dass ihr Kind ja so pubertär sei, Jahrgang 7 und 8 hauen meiner Erfahrung nach am meisten rein).
Das ist also die Ausgangslage unabhängig von Corona.
Dass man als Lehrer anspricht „enttäuscht“ zu sein, kann ein pädagogisches Mittel sein, über das sich natürlich streiten lässt. Tatsächlich ist das manchmal mein Gefühl, wenn ich einen Test zurück gebe und bei einer Klasse, die ich glaube über diese persönliche und Beziehungsebene zu packen, sage ich das durchaus mal.

Zum generellen Niveau: ein Schnitt von 4 ist nicht schön, aber auch nicht sooo selten. Zumindest temporär. Was ich an dieser Stelle wichtig finde ist: Wie sieht die Art der Rückmeldung aus? Wie wird über Fehler gesprochen und wie über die Arbeit daran? Welche Hilfestellung erhalten die Schüler also? Mit so einem Ergebnis muss man arbeiten. Zum Beispiel Berichtigungen anfertigen, darüber sprechen, wieso Fehler entstanden sind usw. ggf. Strategien fürs künftige Lernen oder für die Zeiteinteilung in Tests etc. ansprechen. Dann (!) ist eine ehrliche Rückmeldung zum Leistungsstand in meinen Augen viel vernünftiger als die Anforderungen runter zu setzen und die Noten dadurch im Niveau zu heben.

Alles Gute!

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Kenne ich auch so.

Die schlechten Notendurchschnitte in der Mittelstufe, sie sind der Pubertät geschuldet und sollen die Kinder motivieren, noch nicht zufrieden zu sein.

Die sollen alle pauken und was tun, bis sie ihren Abshluß in der Tasche haben.

Da muss das Zeugnis gut sein, sollen möglichst viele gute Noten von allen geschrieben werden.

Zum Schluß ... nicht in der Mitte der Schulzeit.

Der Mittelstufendurchschnitt ist uninteressant. Noten, die so gut sind, dass sich alle sagen, ich bin schon super, motivieren kaum, noch mehr zu tun!

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Hallo,
melde mich nochmal, das Problem in dieser Klasse ist, daß einige Schüler extrem laut sind und somit auch "die Willigen" gestört werden. Mein Sohn ist Asperger und hat deswegen besonders darunter zu leiden, gottseidank hat er seit
Januar eine Schulbegleitung.
Leider scheint diesen Schülern kaum beizukommen sein, ja sie müssen nachsitzen, aber dann gehts genauso weiter und daß schon seit der 5.Klasse.
Ich kann schon verstehen wenn Lehrer deswegen gestresst und genervt sind, leider leiden halt auch die anderen darunter.
Es finden halt keine positiven Erfahrungen mehr statt, nur noch Peitsche, kein Zuckerbrot mehr.

LG
TinaBi4