Lehrer glauben meinem Sohn nicht *Silopo*

Hallo!

Mein Sohn hat am Dienstag erzählt, dass ein Mädchen aus der Klasse sich an seinem Ranzen zu schaffen gemacht hat und ihm Geld gestohlen hat. Er hat den Diebstahl später wohl festgestellt und das Mädchen zur Rede gestellt, worauf das Mädche ihm das Geld wiedergegeben hat. Ich habe die Klassenlehrerin darüber informiert, die hat dann mit den Kindern gesprochen, das Mädchen hat aber alles abgestritten. Jetzt wird meinem Sohn unterstellt, dass er gelogen hätte. Ich sehe aber überhaupt keinen Grund, warum mein Sohn mir bzw. meinem Mann von einem Diebstahl erzählen sollte, der nie stattgefunden hat und glaube meinem Sohn aber. Allerdings habe ich das Gefühl, dass mein Sohn im Zweifelsfall immer der Sündenbock ist. Wenn es zu Streitereien kommt, ist mein Sohn immer der Schuldige - gestern musste er in der Pause in der Klasse bleiben, weil er mit einem Klassenkameraden gestritten hat, der Klassenkamerad durfte in die Pause gehen. Nie wird nach der Ursache für das Verhalten meines Sohnes gefragt, sobald er auch nur auf Provokationen reagiert, ist er der Böse. Mir reicht es langsam, ich bin heilfroh, dass mein Kind nur noch wenige Monate auf dieser Schule bleiben muss. An dieser Schule gilt die Regel "Wer petzt, hat Recht!", und mein Sohn hatte ohnehin schon einen schlechten Start, weil er mit einem Mädchen in seiner Klasse im Kindergarten ziemliche Probleme hatte (damals wurde behauptet, mein Sohn hätte das Mädchen mit seinen Freunden zusammen gemobbt, später hieß es komischer Weise, mein Sohn hätte dem Mädchen immer helfen wollen). Die Mutter hat das natürlich allen anderen Eltern, mit denen sie Kontakt hatte, erzählt, und somit war er bei den Mädcheneltern schon durch. Und somit haben die beim Kleinsten Streit, den mein Sohn mit einem Mädchen hatte, die Lehrerin eingeschaltet... Ich könnte so langsam wirlich die Wände hochgehen!

Ich weiß, ihr könnt mir hier wenig helfen, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben - bin grad nach einem Gespräch mit der Klassenlehrerin vollkommen fertig. Ich weiß, dass mein Sohn sicher kein Engel ist und auch viel Blödsinn macht, aber muss man bei jedem Konflikt die Aussagen meines Sohnes so lange anzweifeln, bis er selber an sich zweifelt?

LG

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Mir stellen sich hier ehrlich gesagt doch einige Fragen...

1. Woher wusste dein Sohn, dass genau das eine Mädchen das Geld gestohlen hat? Er hat es ja ogfenbar nicht sofort bemerkt, dementsprechend konnte er die Tat ja nicht gesehen haben. Das die Klassenlehrerin nichts machen konnte war klar: Es stand Aussage gegen Aussage zwischen deinem Sohn und dem Mädchen. Die Lehrerin kann niemanden ohne Beweise bestrafen.

2. Um was genau ging es in dem Streit, weswegen dein Sohn nicht in die Pause durfte? Das dein Sohn unschuldig war bezweifle ich dementsprechend.

3. Wie sicher bist du dir, dass dein Sohn nicht doch der Mobber war? Meine damaligen Mobber erzählten Zuhause auch gerne das Gegenteil. Ich hatte das Glück, dass ich es beweisen konnte.

Alles in allem: Du machst das, was wahrscheinlich jede Mutter tun würde - du nimmst deinen Sohn in Schutz, woran ja auch nichts verkehrt ist. Jedoch solltest du bei den reichhaltigen Beschwerden doch etwas weiter nachforschen.

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1. Das Mädchen hat ihm das Geld zurückgegeben, von daher hat sie es offensichtlich gehabt. Das Aussage gegen Aussage steht, weiß ich selber. Aber von der Lehrerin würde ich erwarten, dass sie neutral bleibt. Sie unterstellt meinem Sohn aber, dass er lügt. Nur zu der Situation, wie mein Sohn mir von dem Vorfall berichtete: Als mein Sohn morgens das Haus verlassen wollte, hatte ich gemerkt, dass sein Lämpchen am Ranzen nicht mehr richtig in der Halterung saß. Ich hab bei der Wiederbefestigung scherzhaft gemeint "da wollte wogl jemand dein Licht klauen", und im Weitergehen (er war schon aus dem Haus) hat mein Sohn dann ziemlich beiläufig gemeint "mein Friseurgeld wollte mir auch jemand klauen". Und in so einer Situation soll mein Sohn lügen?

2. Worum es bei dem Streit ging, wissen weder ich noch die Lehrerin. Die Lehrerin kam rein, als der Streit eskalierte und ohne zu fragen meinen Sohn als Übeltäter ausgemacht.

3. Ich glaube durchaus, dass mein Sohn in der Tätergruppe dabei war. Das ganze wurde im Kindergarten gutvaufgearbeitet. Aber die Mutter des Mädchens hat jedes Mal andere Kinder als Haupttäter ausgemacht. Und nachdem die Kinder schon ein 3/4 Jahr in der Schule waren (hier waren keine anderen Kinder aus dem Kindergarten), hat die Mutter plötzlich umgeschwenkt und gemeint, mein Sohn hätte ihrer Tochter helfen wollen. Das hat mir irgendwann die Mutter einer anderen Klassenkameradin, mit der ich näher bekannt war, erzählt.

Ich forsche durchaus nach, wenn Klagen über meinen Sohn kommen, aber ich habe teils so absurde Geschichten zu hören bekommen, dass ich doch eher meinem Sohn Glauben schenke. So hatte er irgendwann mal ein Mädchen geschlagen, nachdem er von hinten in die Kniekehle getreten worden war. Er hatte sich quasi reflexartig umgedreht und zugeschlagen (ich weiß, das war nicht richtig, aber für einen damals 7jährigen nachvollziehbar), das Mädchen war die einzige Person, die hinter ihm war und hat hinterher behauptet, sie hätte nicht getreten, das wäre ein anderes Kind gewesen, was ganz schnell weggelaufen sei, sodass keiner es erkannt hätte. Die Lehrer haben dem Mädchen geglaubt, ich fass es bis heute nicht. Und der größte Vorwurf, den ich der Lehrerin mache, ist, dass sie die Kinder immer einzelnd befragt und dann entscheidet, wem sie glaubt. Und wenn meinem Sohn mal Unrecht getan wird, wird so etwas verharmlost. So hatte z. B. Auf einem Ausflug bei 30° im Schatten jemand beide Trinkflaschen meines Sohnes ausgeleert und ins Gebüsch geworfen. Mein Sohn hat das der Klassenlehrerin gesagt, die hat nur kurz ihre Kollegin gefragt, ob die etwas gesehen hätte, nachdem diese verneint hatte, hat sie meinem Sohn nur gesagt, sie hätten ja Wasser dabei und die Sache ansonsten nicht weiter verfolgt. Erst als ich sie deswegen anschrieb, hat sie (2 Tage später) nochmal die Klasse befragt. Da sich dabei kein Schuldiger fand, bekam die Klasse ein Ultimatum mit Androhung einer Kollektivstrafe, als dieses ablief, wurde das Thema aber noch nicht einmal wieder angesprochen.

Und ganz davon abgesehen: Schon meine große Tochter hat mir immer gesagt, dass sie sich lieber nicht wehrt, weil sonst das andere Kind petzt und sie Ärger bekommt. Meine Tochter wurde im Grundschulalter gemobbt und hat alles über sich ergehen lassen, obwohl sie alles andere als ein zurückhaltendes oder schüchternes Kind war / ist.

LG

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Ich hätte in diesem Fall nicht die KL informiert--warum auch? Das Mädchen hat das Geld zurückgegeben, da wäre die Sache doch erledigt gewesen.
Dass das Mädchen den Diebstahl abstreitet, wenn es dann noch von der KL angesprochen wird ist doch völlig klar. Wäre mir auch unangenehm.
Zum Rest--du sagst selber, er ist nur noch wenige Monate auf der Schule, dann hat sich ja alles erledigt.

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Wie alt ist der junge denn? Um das besser einordnen zu können.
In der Klasse meiner Tochter (4. Klasse) gibt es einen Jungen, der zwar so ganz nett ist und auch gut in der Schule, trotzdem stört er oft den Unterricht, ist sozusagen Klassenkasper. Wenn irgendwas ist, wird er immer als erstes verdächtigt, obwohl er es vielleicht gar nicht war.
Ich denke, dass Lehrer über die Jahre schon ihre Schubladen haben, wo sie die Kinder reinstecken.
Das ist scheinbar bei Deinem Sohn auch so. Da nun offenbar ein Schulwechsel ansteht, seht es als Chance!

Liebe Grüße

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Hi,

ist blöd und unfair, aber ich glaube, am besten hakst du die Geschichte ab. Wie du schreibst, ein paar Monate noch und offensichtlich gibt es ein paar Momente und Situationen, die vielleicht dazu führen, dass deinem Sohn weniger geglaubt wird.

Was ich in diesem Forum mitgenommen habe - und ich denke, es war njeri, die das mal klar formuliert hatte, war, dass es der Lehrerschaft durchaus bewusst ist, dass es bei bestimmten Entscheidungen/Strafen auch die Falsche mit-trifft. Da war ein " Ja, ist klar, ich bestrafe die zwei Vierer-Reihen, in vollem Bewusstsein, dass ich alle zu den Übeltäter gehören und es ein paar Unschuldige betrifft, aber das ist halt so.... "

Das fand ich damals sehr erhellend, also die Aussage, dass man vielleicht durchaus die Falschen mit-trifft und im Einzelfall ungerecht ist, weil es das ist, was man als Lehrkraft unter Kontrolle hat und steuern kann - differenzierter eben nicht.

Weitere Gedanken zu persönlichen Erfahrungen:
- meine Tochter, sehr sensibel und auf alles reagierend,: da gab es einige Situationen, harmlose wie "Stift wegnehmen, hin und her werfen, Radiergummi klauen etc. bis "in der Pause festhalten", mit der Reaktion der Lehrkraft "oh, das hab ich nicht gesehen, dann mache ich gar nichts; die Kinder müssen sich austoben und alleine zu sich finden. Wenn da ein Kind zu mir kommt und sich beklagt, sag ich, es sei sein Problem, es soll sich nicht anstellen" - Fand ich für meine Tochter ziemlich schrecklich.
Auf der anderen Seite hatte ich auch eine Situation, in der mein Sohn angeblich eine Tür eingetreten hätte - billiger Container (Schule wird renoviert), das Türschloss war bereits defekt. Deswegen kam auch nichts hinterher, weswegen ich auch nichts weiter gemacht habe, aber wenn es ersthaft gewesen wäre... war es so, dass mein Sohn nach der Pause der erste an der Tür war, Nebendran ein Mädchen, das die Tür 'eingetreten' hat, wie gesagt, das Schloss war bereits defekt und wir reden von dritter Klasse. Mein Sohn hatte einen Eintrag im Hausaufgabenheft, er sagt, das Mädchen auch. Ich hab rumtelefoniert, die anderen Kinder bestätigten die Version meines Sohns. Das Mädchen hingegen hatte der Lehrerin gesagt, dass mein Sohn die Tür eingetreten hätte, weswegen mein Sohn der "Schuldige" und das Mädchen die "arme Beteiligte" war.

Wie gesagt, die Türen, die Container, das war eh alles Schrott, die Lehrerin war in Wiedereingliederung nach Problemen und Fragwürdigkeiten. Ich hatte ihretwegen auch unabhängig von dieser Situation das Schulamt kontaktiert.

In unserem Fall war es nicht wichtig, aber ich hatte schon denn Eindruck, dass mein Sohn, als Junge, in dem Fall als schuldig deklariert wurde, egal ob es ein Mädchen war.

Viele Grüße

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Weißt du, bis letzte Woche habe ich wirklich die Meinung vertreten, das die Lehrer schon ihre Pappenheimer kennen und es garantiert die Eltern sind, die da auf dem "Elternauge" etwas blind sind.
Jetzt erlebe ich gerade hautnah, das es auch ganz anders laufen kann. Ich bin gerade echt wütend, darüber das kein Interesse der Lehrerin besteht, das vernünftig aufzuklären, obwohl es ein leichtes wäre. Machen kann ich nicht viel und eigentlich hat die Lehrerin verloren, nämlich mein Vertrauen in sie und auch meine Tochter wird ihr nicht mehr nicht mehr über den Weg trauen. Das das Leben nicht immer fair ist, das weiß mein Kind schon länger. Jetzt kam halt zu dem Thema noch ein mächtige Schippe obendrauf.

Ja, ihr ist was total Blödes passiert, hätte nicht passieren dürfen.....aber was daraus von Seiten der Schule gemacht wurde, da kann man sich nur an den Kopf packen. On the Top habe ich bisher nicht eine Silbe der betreffenden Lehrkraft dazu gehört, nur von der Klassenlehrerin....die an dem Tag nicht mal vor Ort war.

Meine Tochter kann überhaupt noch nicht so gut lügen, man würde es ihr sofort an der Nasenspitze ansehen und sie würde sich bei späteren Fragen dazu schlichtweg verhaspeln. Ich kann sogar ein bißchen verstehen, das es auf den ersten Blick so aussieht, als wenn sie Teil der ganzen Aktion wäre. Wenn man aber einfach nur mal genauer hinschauen würde, dann passt da gar nichts mehr zusammen und es bleibt eine reine Unterstellung zurück.

Wir glauben ihr, basta. Und ich denke, das genau das sehr wichtig für das Kind ist. Ich bin wirklich niemand, der komplett ungefiltert die Aussagen eines Kindes glaubt, auch hier habe ich nachgehakt und ziemlich gebohrt, ihre Aussagen auch überprüft.

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"Wenn es zu Streitereien kommt, ist mein Sohn immer der Schuldige"


Schon mal überlegt, dass das eventuell wirklich so ist?

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Ich bezweifle nicht, dass mein Sohn nicht auch mal einen Streit anfängt, aber eigentlich ist er eher konfliktscheu und friedliebend. Allerdings lässt er sich leicht provozieren, was durchaus auch mal zu einer Überreaktion führen kann. Von daher bin ich ziemlich sicher, dass er zwar manchmal, aber sicher nicht immer der Schuldige ist. Und wo ich mir auch noch sicher bin: Es gibt in der Klasse Mädchen, die ihn ganz gezielt provozieren. So sagte z.B. ein Mädchen über ein Bild meines Sohnes, was der gerade abgeben wollte: "Das sieht ja Scheiße aus, so ein Bild würde ich ja nicht abgeben!" Mein Sohn malt nicht gerne und weiß selber, dass seine Bilder keine Meisterwerke sind. Und wenn dann noch so ein Spruch kommt, kann ihn das auf die Palme bringen - in diesem Fall hat er das Bild zerknüllt und in den Müll geworfen. Die Lehrerin hat natürlich nur die Reaktion meines Sohnes mitbekommen, nicht aber die Provokation des Mädchens. Natürlich muss mein Sohn lernen, solche Provokationen einfach zu ignorieren, aber das ist eben auch kein Prozess, der von heute auf morgen passiert.

LG

8

Was ist das denn für eine Pädagogin? Das Mädchen hatte das Geld, hat es auch zurück gegeben (wie auch immer es dazu kam), also hat sie doch damit quasi zugegeben, dass sie es war. Womit bewiesen ist, dass dein Sohn tatsächlich beklaut wurde und nicht gelogen hat.

Sie hätte doch auch fair sein können und, statt deinen Sohn anzugreifen, dem Mädchen noch mal sagen können, dass man nicht klaut, sie aber dieses Mal, weil sie das Geld zurück gegeben hat, noch mal ein Auge zudrücken würde.