Lesen vor Schulbeginn

Hallo,
Mein Sohn ist seit kurzem 6 und wird dieses Jahr eingeschult.
Er hat aktuell viel Interesse an Buchstaben und liest nun schon einige Wörter. Zumindest Wörter die sich aus den Buchstaben zusammensetzen die er so kennt und auch schon kleinere Sätze.
Zum Beispiel: "Ein Lama isst ein Eis"
"Wo ist Papa?".
Nun meinte eine befreundete Bekannte (Lehrerin), dass ich ihm nichts weiter beibringen soll, da er sonst "falsch" lesen lernt.
Ich sehe das recht locker. Er lernt in ein paar Wochen ja eh lesen und kann dann eben schon "ein bisschen was". Auf die Frage was er genau falsch lernt, meinte sie das sprenge jetzt den Rahmen. 🙄
Daher meine Frage. Wie habt ihr das gemacht? Buchstaben erklärt? Oder gesagt, Nein du darfst erst in 6 Wochen?

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Hallo,
ich bin Grundschullehrerin und wüsste jetzt nicht so wirklich, wie man "falsch" lesen lernen kann... Klar: Manche Kinder prägen sich anfangs bzw. vor Schulbeginn bestimmte Wörter einfach als ganzes Wortbild ein und können diese dann "lesen", ohne die einzelnen Laute bzw. die Lesetechnik zu beherrschen. So klingt es aber bei dir jetzt erst einmal nicht. Und schlimm fände ich das auch nicht - ist halt nur kein echtes Lesen.
Je nach Leselehrgang ist es natürlich möglich, dass dein Kind, wenn es wirklich schon die Lesetechnik (Zusammenziehen der Laute, Bilden der Silben, ...) beherrscht, Schwierigkeiten mit einem sehr kleinschrittigen Vorgehen in der Schule haben könnte oder dann nicht genug gefordert ist. Auf Kinder, die schon lesen können oder eben einen Schritt weiter sind, sollte sich die Lehrkraft jedoch (hoffentlich) einstellen können.
Also solange er neugierig ist und das gerade halt lernen möchte, würde ich ihn nicht bremsen.
Nebenbei: "Falsch" schreiben lernen ist meiner Meinung nach durchaus möglich (z.B. durch ungünstige Stifthaltung oder falsche bzw. nicht flüssige Schreibabfolge der Buchstaben, die sich dann verfestigt). Beim Lesen finde ich: Entweder er kann es (mit den bisher "erarbeiteten" Lauten) oder eben nicht. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren...
Viele Grüße

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Danke. Ja er zieht das schon selbst zusammen.
Also er kennt z.bsp. R O und T. Und hat dann letztens rot vorgelesen. Aber er ist weit entfernt von "ich lese alles" entfernt. Daher wird er sich hoffentlich nicht langweilen.

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Hallo!
"Manche Kinder prägen sich anfangs bzw. vor Schulbeginn bestimmte Wörter einfach als ganzes Wortbild ein und können diese dann "lesen", ohne die einzelnen Laute bzw. die Lesetechnik zu beherrschen. So klingt es aber bei dir jetzt erst einmal nicht. Und schlimm fände ich das auch nicht - ist halt nur kein echtes Lesen."

So haben die Kinder früher aber lesen gelernt. Ich kann mich noch an meine erste Fibel erinnern. Da kamen gleich am Anfang die Namen "Peter", "Sabine" und "Lumpi" vor.

LG

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Hallo,

ich habe hier einen Frühleser.
Er brachte sich im Lockdown (mit 4 1/2) das Lesen selber bei. Als er wieder in den Kindergarten durfte las er den kleineren Kindern vor.
Der Schule habe ich nichts gesagt. Die Lehrer merken sehr schnell, ob ein Kind schon lesen kann oder noch nicht. Beides ist eigentlich kein Problem.
Ich würde ihm die Buchstaben erklären, wenn er sie wissen möchte. Warum eigentlich nicht?
Die eigentliche Lesetechnik würde ich aber tatsächlich der Lehrerin überlassen. Es sei denn, er versucht von selber dahinter zu steigen. Dann kannst du es sowieso nicht verhindern

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Du solltest die Buchstaben aussprechen wie sie im Wort gesprochen werden. Das ist jetzt schwierig zu schreiben.

NICHT: B=BE; L=EL; K=KA; P=PE usw.

das wäre falsch und tatsächlich nicht förderlich.
Wenn du so etwas weißt und umsetzt kannst du das lesen natürlich schon vorher beibringen.
Beachte aber, dass Kinder sich dann schneller langweilen wenn sie schon alles wissen. Oft verpassen sie dann den Zeitpunkt an dem sie wieder aufpassen sollten.
Aber wenn dein Kind es unbedingt möchte halte ich bremsen auch für falsch.
Bringe halt nur das bei was konkret gefragt wird, nicht darüber hinaus.

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Danke ja. Die Buchstaben benenne ich so wie sie dann gesprochen werden.
Kein DE sondern ein D.

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Ich denke es macht einen Unterschied, ob sich ein Kind lesen selber beibringt, da sollte wenig schief gehen können. Wären übereifrige Eltern im Spiel die das Lesen forcieren würden, dann könnten sich allenfalls Nachteile ergeben. Zwei meiner sechs Kinder waren extreme Frühleser mit 6 Jahren hatten sie längst alle Harry Potter Bände durch nebst dem restlichen Bücherregal.
Geschadet hat es ihnen nicht, die Geschwister welche später gelesen haben sind nicht anders in den Lesefertigkeiten.

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Meine Tochter hat sich mit 5 das Lesen selbst "erarbeitet". Sie hat immer mal wieder nach Buchstaben gefragt, aber sonst erst mal nichts. Sie hat dann von meiner Tante ein Erstlesebuch geschenkt bekommen zum Start ins Vorschuljahr. Sie nahm das Buch, blätterte durch und lass dann die ersten Seiten flüssig vor. Wir waren alle ziemlich baff. Ich hatte überhaupt nichts bemerkt. Sie erzählte dann, dass sie ihre Lieblings-Vorlesebücher alle schon selbst gelesen hat. Ich hätte da an keiner Stelle eingreifen oder etwas verhindern können. Geschadet hat es nicht. Ihre Lehrerin hat alle Kinder innerhalb des ersten Schuljahres auf den gleichen Stand gebracht, was lesen und schreiben lernen angeht. Meine hat halt was anderes gelesen als die anderen, aber gelesen haben am Ende alle.
Sie ist jetzt eine sehr gute aber eher faule Leserin, die aber gerne in Sachbüchern liest. Da gab es schon in der Grundschule Kinder, die erst später lesen gelernt haben und jetzt echte Vielleser sind.
Schreiben wollte sie nicht vor Schuleintritt lernen. Da hat sie selbst gesagt, dass sie doch dafür zur Schule gehen wird.
Also lass dein Kind machen, wenn es sich dafür interessiert. Eine Ute Lehrkraft kommt damit klar und geht individuell auf die Kinder ein.

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Das Problem ist die Langeweile, die dein Sohn hat, wenn im Unterricht nichts neues kommt. Wer Langweile hat passt nicht auf und macht Unsinn.

Alles andere sind Kleinigkeiten, die schlaue Kinder aber meist schnell blicken, Unterschied Konsonant und Vokal, Schreibrichtung, Lineatur etc.

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Da kann man -wenn das wirklich der Fall sein sollte- sehr schnell das Gespräch zu den Lehrern suchen. Bei meiner Tochter zum Beispiel hat die Lehrerin sehr schnell alleine gemerkt, dass das Kind schon lesen kann und in der ersten Klasse keine Leseblätter mit „So, su, sa“… braucht. Sie durfte sich ein Buch aus der Schulbücherei raussuchen und zu den Lesezeiten da drin lesen. Somit gab es keine Spur von Langeweile

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Warum sollte einem Kind der Wissensdurst jetzt verwehrt werden? Inklusion heißt, dass in fast jeder Klasse auch Schnellläufer sind.
Hast du Daten, Fakten, Beweise, dass es förderlich ist sein Kind nicht vor der Einschulung zu fördern, wenn das Kind aber Interesse hat?

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Meine Tochter hat im Kindergarten lesen gelernt, quasi ohne dass ich es gemerkt habe. Sie hat dort Kontakt mit den Hortkindern gehabt (in der Stunde von 7-8 Uhr) und wohl bei ihnen einiges mitgemacht. Ich denke nicht,d ass die irgendwelche Regeln verfolgt haben und meine Tochter konnte es dann ohne Probleme. Also hat nichts falsch gelernt. Als ich ncoh als Erzieherin gearbeitet habe gab es in jeder Vorschulgruppe 1-2 Kinder, die lesen konnten. Was sie von den erwachsenen gebracht haben war "schreibst du mir mal HUND auf?" oder "steht da "LOLLI" oder "was steht da?" und dann waren sie weg. Keines der Kinder wollte Leseunterricht. und so würde ich es handhaben. Wenn eine Frage oder Bitte kommt, also was steht da, schreibst du mir den Buchstaben XYZ auf...dann tue ich das. ABer ich würde mich nicht hinsetzen ung gezielt lesen ud schreiben üben.

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Meine eine Tochter konnte bei ihrer Einschulung schon lesen. Sie hat es sich im letzten Kindergartenjahr selbst beigebracht. In der Schule gab es da null Probleme. Sie ist eine der besten Leser der Klasse und verschlingt Bücher förmlich.

Mein anderes Kind ist noch im Kindergarten. Da sie viel von der großen Schwester abschaut bin ich inzwischen sicher, dass sie auch vor Schulbeginn lesen können wird. Ich mache mir da null Gedanken zu 😁

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Ich halte wenig davon den Wissensdurst und die Neugier eines Kindes vor der Einschulung zu bremsen. Dann kann er eben lesen. Wir sagen ja auch nicht: lass das Laufen, das bringt dir die Kita noch richtig bei.

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