Würdet ihr euch „beschweren“?

Hallo,

Folgendes. Unsere Tochter hat unglücklicherweise in der dritten Klasse eine Referendarin als Klassenlehrerin erhalten.
Die gute Frau „unterrichtet“ die Kinder an drei Tagen der Woche, zumindest laut Plan, die anderen beiden Tage übernimmt eine Teilzeit Kraft.
Allein dieser Aspekt ist absolut chaotisch, weil man nicht weis, wann wer das ist und wer für welches Fach zuständig ist.

Jetzt mussten unsere Kinder ihre Schulsachen aus der Schule mit nach Hause nehmen und ich war geschockt, leere Hefte, Arbeitshefte bis auf wenige Seiten komplett leer…
Das ganze hatte ich im November schon mal angesprochen, wieso die Hefte der Kinder leer sind, daraufhin meinte sie, sie macht viel mündlich… aha! Wir reden von einer 3. klasse!!!

Fakt ist nun, es hat sich nichts geändert. Den Kindern fehlt enorm viel Stoff. Hausaufgaben gibt es seit Wochen schon nicht mehr und das was es davor an Hausaufgaben gab, ist nicht der Rede wert.
Fragt man die Kinder (also auch andere, nicht nur meins) was in der Schule passiert ist, kommt meist als Antwort „nichts“…
Ich bin wirklich sprachlos…

Auch hatten wir das Problem, das proben geschrieben wurden und sie erst Wochen später zurückgeben wurden. Auf Nachfrage, kam die Antwort, sie hätte ja auch Freizeit verdient und sie wäre im rechtlichen Rahmen 🧐 …die Dame verlasst zum Glück jetzt die Klasse, aber ich sehe wirklich schwarz für das nächste Schuljahr.

Ich überlege wirklich mit der Schulleitung zu sprechen. Oder übertreibe ich?

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Nö, würde mich nicht beschweren. Wenn dir jetzt auffällt dein Kind hat nichts gelernt, dann würde ich mich mal selbst reflektieren. Wo warst du denn die ganze Zeit über, dass du das nicht gemerkt hast?

Du hast es schon angesprochen und dir wurde geantwortet, dass das meiste mündlich gelernt wird. Wenn du weißt, wie es besser geht, dann studier Lehramt und mach dein Ref.

Gerade im Ref werden die LehrerInnen engmaschig kontrolliert und da kannst du dir sogar sicherer als bei alt eingesessenen Lehrern sein, dass sie den Bildungsplan verfolgen.

Auch Refs müssen mal eine Klasse übernehmen, oder soll es irgendwann keine fähigen, gut ausgebildeten Lehrkräfte mehr geben?

Ich an deiner Stelle würde einfach im nächsten Schuljahr von Anfang an schauen, was mein Kind so lernt und für Fortschritte macht.

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Für solche Sachen hat jede Klasse einen Elternsprecher.

Man kann eine Versammlung einberufen,alles besprechen und wenn dein Kind wirklich nicht das einzige ist,sondern alle betroffen sind. Liegt es am Elternbeirat,das ganze zu besprechen und gegebenfalls später in einer Elternversammlung die Ergebnisse öffentlich mit allen zu besprechen.
Bei uns wurde mit unmengen an Kopien gearbeitet, kaum in Büchern.

Sollten von ungefähr 22 Kinder nur 1-5 (als Beispiel) betroffen sein,also wenige Kinder,so würde ich erst das Gespräche mit der Lehrerin suchen und erkunden,woran es liegen könnte. Kind zu langsam? Unaufmerksamkeit? Heft nicht zur Hand? Alles auf ein Einzelblatt geschrieben, was dann verschollen ist in den tiefen des Ranzen,? usw.

Wir haben auch zwei Lehrer in Teilzeit und das klappte super. Wurde den bei euch nicht auf einer Elternversammlung kommuniziert, wer,was macht und zuständig ist? Kam keiner mal auf die Idee,direkt nach zufragen?

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Hallo!

Erstens gebe ich meiner Vorschreiberin recht: Das sollte über den Elternbeirat laufen, für so etwas ist der da!
Und zweitens: Ich hätte da nicht bis zum Ende des Schuljahres gewartet, sondern wäre früher aktiv geworden. Das laufende Schuljahr ist ohnehin vorbei und in den Sommerferien wird sich ohnehin nichts ändern. Und wer weiß, ob die Referendarin im nächsten Schuljahr bleibt...Sollte sie tatsächlich bleiben, würde ich am Anfang des Schuljahres fragen, ob sie gedenkt ihren Unterricht so fortzuführen. Das Ganze darf dann aber nicht vorwurfsvoll-kritisierend rüberkommen. Lege ihr Deine Bedenken dar, lass sie sehen, dass Du Dir einfach Sorgen machst. Und wenn das nicht fruchtet, kannst Du immer noch rechtzeitig den Stein ins Rollen bringen. Aber noch einmal: Ich hätte gar nicht so lange geschwiegen, sondern schon viel früher den Elternbeirat eingeschaltet.

LG

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Elternbeirat? Ähm, nein 😂

Der mag vielleicht bei einigen in der Schule präsent sein oder was auch immer, bei uns spielt der keine Rolle und wäre tatsächlich mein letzter Ansprechpartner.

Und doch, die Dame wurde des Öfteren angesprochen, aber sie ist um keine Ausrede verlegen.

Wir haben sie nächstes Jahr zum Glück nicht mehr… und ja das Kind ist schon in den Brunnen gefallen… aber geschockt war ich dennoch als ich das alles so vor mir liegen sehen habe

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Naja, wenn der Klassenelternbeirat von niemandem angesprochen wird, warum soll er da tätig werden? Letztlich ist das aber der korrekte Weg. Wenn Du etwas erreichen möchtest, musst Du Dich mit anderen Eltern zusammen tun. Schlägst Du alleine bei der Schulleitung auf, kann es sein, dass die Schulleitung dich als hypertrophe Mutter sieht, dich aber letztlich nicht ernst nimmt. Wenn ihr als Eltern an einem Strang zieht, muss die Schulleitung etwas tun.
Aber wenn die Klasse im kommenden Schuljahr ohnehin von einer anderen Lehrkraft unterrichtet wird, würde ich jetzt erst einmal gar nichts machen und im nächsten Schuljahr zeitnah die neue Lehrkraft ansprechen und ihr meine Sorgen, dass die Kinder im Stoff hinterher sind, mitteilen. Dann kann sie das direkt überprüfen und noch einmal gegensteuern. Damit kannst Du etwas erreichen. Wenn Du Dich jetzt noch über die Referendarin bei der Schulleitung beschwerst, ist das ein bisschen als würdest Du Dich nach dem Essen beim Kellner beschweren, dass das Essen kalt war.

LG

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Hallo!
Hm, deinen Missmut kann ich gut verstehen. Zunächst zur Sache mit der Referendarin: Eine Klassenleitung als Referendarin allein zu übernehmen ist eine sehr große Herausforderung, wenngleich wahrscheinlich äußerst lehrreich. An meiner Schule wird es in aller Regel vermieden. Wir sind allerdings auch ein vierzügiges Gymnasium mit großem Kollegium. Hier werden Referendarinnen und Referendare gerne als Co-Klassenleitungen eingesetzt. Wahrscheinlich sind die Möglichkeiten an kleineren Schulen da anders. Tja, wie auch bei Lehrerinnen und Lehrern machen manche ihre Sache gut, andere schlecht und viele etwas dazwischen. Grundsätzlich sehe ich allein die Tatsache, dass eine Referendarin als Klassenlehrkraft eingesetzt ist, als unbedenklich an.

Wenn die Klasse mit dem Stoff immens hinterherhinkt, kann von Seiten der Elternschaft durchaus mal nach möglichen Ursachen gefragt werden. Warum nicht? Allerdings würde ich es über die Elternsprecher/Elternsprecherinnen laufen lassen. Vielleicht stehen sie bereits deswegen in Kontakt mit der Klassenlehrkraft und/oder der Schulleitung. Ich würde mich aber wirklich auf Fragen beschränken und keine Vorwürfe erheben. Die Gründe, warum eine Klasse im Stoff langsamer vorankommt, können mannigfaltig sein.

Als erstes würde ich klären, ob die Klasse wirklich zurück ist. Wenn ich meine Kinder frage, was sie in der Schule gemacht haben, erhalte ich auch regelmäßig "nichts" als Antwort. Sind Hausaufgaben überhaupt vorgesehen?
Meine jüngere Tochter hatte auch etwas Pech. Im ersten Schuljahr fand wegen Corona kaum Präsenzunterricht statt. Und online lief da gar nichts. Es gab nur regelmäßig Aufgabenpakete zur häuslichen Bearbeitung. Das fand ich gerade für den Schuleinstieg sehr misslich. Im zweiten Schuljahr gab es dann keine coronabedingten Ausfälle mehr, aber im Dezember wurde die Klassenlehrerin schwanger und ging ins BV. Von Dezember bis zum Schuljahresende Mitte Juli wurde die Klassenlehrerin wirklich nur sporadisch vertreten. Die Vertretung übernahmen teils andere Lehrerinnen der Schule, hauptsächlich aber die pädagogischen Fachkräfte, die eigentlich für die Randstundenbetreuung eingestellt sind. Als Elternsprecherin habe ich damals auch Gespräche mit der Fachlehrerin und der Schulleiterin geführt und es stellte sich - zu meiner Überraschung - heraus, dass die Klasse trotz dieser widrigen Umstände in den ersten zwei Schuljahren mit Ausnahme von Musik und katholischer Religion voll im Lehrplan ist und die SuS im Vergleich zu anderen Jahrgängen einen durchschnittlichen Lernstand aufweisen.

Liebe Grüße #winke

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Eine kleine Anmerkung:
In Bayern an der Grundschule ist es absolut üblich, dass Referendare im Prüfungsjahr eine Klassenleitung haben. Ich habe noch nie davon gehört, dass es bei jemand anders war. Und ja, die sind dann nur drei Tage in der Woche da.
Aber das Kind hat(te) sicher einen Stundenplan und da stehen auch die Stunden an den anderen beiden Tagen drin - und auch diese Stunden sind hundertprozentig bestimmten Lehrkräften zugeordnet. Dass man nie wusste, wer was unterrichtet, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

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Hi,

nur weil nichts in den Heften und AH steht, heißt das noch lange nicht, dass die Kinder nichts gelernt haben. Die Tatsache, dass dir jetzt am Schuljahresende auffällt, dass deine Tochter (deiner Meinung nach) nichts gelernt hat, finde ich "seltsam".

Auch wenn Arbeiten spät zurückgegeben wurden, sind sie ja schließlich geschrieben worden. Anhand dessen kann man im laufenden Schuljahr als interessiertes Elternteil immer wieder nachvollziehen, was durchgenommen wurde und was die Kinder können.

Wie sieht es denn mit dem Lernstand bei deiner Tochter aus? Davon schreibst du nichts. Bildungsplan erfüllt?

Am Ende des Schuljahres sich darüber beschweren, dass es nicht so läuft, wie du dir das vorstellst - ist ein bisschen albern.

Zum Thema Elternbeirat: Der ist u.a. genau für solche Fälle da. Was findest du daran so lustig? Ihr habt ihn ja schließlich gewählt. Oder gesagt: Hauptsache nicht ich, wird sich schon jemand anderes dummes finden....
OK. Seid ihr mehrere, die sich betroffen fühlen? Wendet euch an die Elternvertretung, die sollen das mit der Klassenleitung und eventuell auch mit der Schulleitung klären.

Aber ernsthaft: Wieso kommst du jetzt damit an?#gruebel

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Was willst du jetzt der Refi noch das Leben schwer machen? Klassleitung im Ref ist hart genug, da braucht man nicht noch im Nachklapp empörte Eltern. Schau dir den Lehrplan an, stell fest, ob dein Kind wirklich Lücken hat und arbeite das in den Ferien wenn nötig nach. Vermutlich passt das aber im Wesentlichen. AB und Hefte sagen dazu recht wenig aus, je nachdem, wie der Unterricht gestaltet war.

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1. Wieso sollten sie keine Referendarin als Klassenlehrerin haben dürfen? Jede Lehrkraft fängt so an.
2. Du hast das Thema im November!!! angesprochen und Ende Juli!!! fällt dir auf, dass sich nix geändert hat??
3. Hat dein Kind die Schulsachen bis heute NIEMALS dabei gehabt? Hast du nie einen Blick in die Unterlagen geworfen? Wenn du die Hausaufgaben kontrolliert hast, oder mit deinem Kind für ne Probe gelernt hast oder es abgefragt hast WO hast du denn dann nachgesehen?? Alles etwas verwirrend bei euch....

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Wo stehen sie vom Stoff? Was lernt ihr? Welche Themen haben die Arbeiten und wie fallen sie aus?

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Anscheinend meinst Du, dass volle Arbeitshefte ein Spiegel dessen wäre, dass "gut" unterrichtet wurde?
Dem ist nicht so, denn oft sind diese nicht passend oder Lehrer benutzen diese einfach nicht.
Und es gibt ja auch andere Schulhefte, die bestimmt gut gefüllt sind.

Jedes Kind sagt zuhause, die schule war "gut" und wir haben "nix" gemacht --- daran willst Du Dein Urteil fällen?

Kann Dein Kind (und die andren) diejenigen Dinge, die Laut Lehrplan in der 3. Klasse beherrscht werden müssen, ist egal, auf welchem Wege sie es gelernt haben oder wie viele Hefte sie vollgeschrieben haben.
Setze Dein Maß doch an diesen "messbaren" Dingen an: nämlich Klassenarbeiten und Stoff, den Dein Kind beherrscht (oder nicht).

Und sollte Dein Kind Defizite haben, dann habt Ihr ja jetzt genug leere Arbeitshefte, um über die Ferien manche Sachen zu festigen.