Kind 1.klasse sehr schüchtern-wie können wir helfen?

Hallo
Unser Kind ist jetzt in die 1. klasse gekommen.
Schon als Vorschulkind hatte sie Angst in die Schule zu kommen. Sie hat aber 3 Kindergarten Freundinnen in ihrer Klasse - das war eigentlich der einzige Grund, warum wir uns für die Schule entschieden haben (sind nicht immer mega glücklich bei den großen Geschwistern dort gewesen) wir wussten aber das sie so schüchtern ist und evtl ihre Freundinnen ihr etwas halt geben, damit sie wenigstens Kinder schon kennt und nicht komplett neu anfangen muss und auf alle neu zu gehen.bei Verabredungen spielt sie normal bei uns- aber in den Pausen spielt sie einfach nicht mit ihren Freundinnen, obwohl sie gefragt wird oder diese genau vor ihren Augen spielen. Sie sitzt dann einfach nur auf der Bank rum.
Sie traut sich nicht und manchmal ist sie wohl auch müde.

Mit den anderen neuen Kindern spielt sie auch nicht, laut ihr und ihrem Geschwisterkind das dort auch zur Schule geht, aber nennt schon 3 Kinder ihre Freundinnen.

Nun meldet sie sich wohl kaum, spricht nicht auf Anfragen, macht beim Sport nicht mit, setzt sich auch auf die bank(kann aber alles gut)
Sie traut sich wohl nicht. Die Lehrerin hat uns schon angeschrieben, irgendwie unangenehm. Sie weiß nicht was sie machen soll und befürchtet das sich die anderen Kinder das beim Sport angucken könnten.

Sie ist heut wohl im Unterricht eingeschlafen(trotz genügend Schlaf).
Sie meinte es ist anstrengend.

Jetzt bin ich ratlos.
Ich weiß auch nicht wie ich sie dazu bekomme, das die mit den Lehrerinnen spricht und mit den Kindern auch und natürlich spielt..

Ich weiß das man ihr noch Zeit geben sollte aber das wir schon angeschrieben wurden, bedeutet ja das sie diese nicht wirklich bekommen kann von der Schule.

Treffen mit Kindergarten Freundinnen zb auf dem Spielplatz laufen auch nur so ab, das sie bei mir auf der Bank sitzt und ich sie ständig zu ihrer Freundin bringen muss. Sie zieht sich total zurück in ihr Schneckenhaus. Auch bei den Freundinnen zu Hause wenn ich da bin klappt das spielen nicht immer. Neulich auf dem kindergeburtstag (alle Kinder kannte sie vom Kindergarten) genau das gleiche. Alle machen alles mit und spielen und sie zieht sich zurück und macht nichts.

Nur bei uns zu Hause klappt es gut. Und ich bin langsam ratlos. Das kommt sicherlich auch nicht so gut bei den anderen Kindern an wenn die älter werden.

Zum Bäcker Brötchen holen, Eis bestellen , Milch vom Laden holen - das alles klappt.

Nur dieses soziale Miteinander außerhalb ihrer Wohnung ist problematisch…

Sie geht reiten( damit wollten wir ihr Selbstbewusstsein fördern/ und sie liebt Pferde) möchte dort auch hin gehen- aber das gleiche Spiel. Sie redet nicht mit den anderen Kindern und wenn sie von den Erwachsenen angesprochen wird nickt sie nur oder schüttelt den Kopf…


Habt ihr Ideen wie wir das Problem lösen können ohne gleich zum Psychologen zu rennen?

Danke und lg

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Hallo,
Wie war das denn im Kindergarten und vorher wenn Sie draußen war und wie war es vorher beim reiten.?

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Hey
Im Kindergarten war alles immer okay und normal.
Beim reiten ist sie erst seid 1/2 Jahr und da war es von Anfang an so.

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Hey
Im Kindergarten war alles immer okay und normal.
Beim reiten ist sie erst seid 1/2 Jahr und da war es von Anfang an so.

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Redet sie, wenn andere sie ansprechen?

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https://de.m.wikipedia.org/wiki/Selektiver_Mutismus

Lies das mal durch.

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Genau das war jetzt auch mein erster Gedanke! Tritt oft erstmalig mit Kindergarten oder Schuleintritt auf und würde passen.

Liebe TE:
natürlich kennen wir dein Kind nicht und es kann sein das wir daneben liegen. Aber das was du hier beschreibst hat zumindest viele Parallelen zu selektivem Mutismus. Schau dir die Symptome mal an und denke darüber nach. Oft fällt es auch Eltern erst später wie „Schuppen von den Augen“.

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Hallo du Liebe,
unsere Tochter war/ist ähnlich. Ich habe dann hier im Forum den Begriff „Mutismus“ einmal gelesen und da ich nicht wusste, was das ist, habe ich natürlich die Suchmaschine meines Vertrauens angeschmissen und nachgelesen.

Vielleicht trifft dies auf deine Tochter auch zu? Ich bin natürlich weder Psychologe noch habe ich eine Ausbildung in die Richtung. Aber unter Umständen hilft es dir vielleicht.

Liebe Grüße!

Bella 🤗

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War sie denn überhaupt schonmal ohne dich irgendwo? Mich triggert vorallem dass sie sogar auf dem Spielplatz bei dir sitzt anstatt zu spielen. Ich würde das Mal beim Kinderarzt ansprechen und evtl. einen Termin beim SPZ ausmachen. Ja, es gibt schüchterne Kinder, darf ja jeder sein wie er ist. Nur steht sie sich damit selbst komplett im Weg und diese Schulform funktioniert bei solchen Kindern nicht. Vielleicht eher Walldorf oder Montessori...

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Inwiefern ist lernen in 40er-Klassen nach einer esoterischen Ideologie und mit fixesten Vorgaben für schüchterne Kinder besser? Monte dagegen ist vor allem freies Lernen, vorbereitete Umgebung, ganz viel Eigenständigkeit, Spiel als Arbeit. Auch das hat keinen Bezug auf besonders schüchterne Kinder.

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Ich bin auch kein Fan davon. Aber in privaten Schulen haben die Lehrer oft mehr Möglichkeiten auf besondere Kinder einzugehen und die Bedürfnisse individuell zu berücksichtigen. Das geht in unserer normalen Schulform so leider nicht, denn da bist entweder dabei oder bleibst auf der Strecke. Alternativ wäre natürlich eine Schule für beeinträchtigte Kinder. Aber da ist halt die Frage ob man das Kind auf eine Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder schicken möchte "nur" weil es besonders schüchtern ist. Deswegen die Idee mit einer anderen Schulform.

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Hallo du Liebe, vorab: Ich hab auch nur meine "Küchentisch-Philosophie", aber ich verstehe gut, dass du dir Sorgen machst und vor allem deiner Tochter helfen möchtest.
Ich sehe es wie du, dass das Kind vermutlich einfach noch Zeit braucht.
Was ich an deiner Stelle fachärztlich überprüfen lassen würde ist Hören und Sehen. Bei den normalen Vorsorgeuntersuchungen wird vom Kinderarzt ja danach geschaut, aber nicht so spezifisch, wie es ein Facharzt kann. Einschränkungen von Sinneswahrnehmungen fallen nicht immer deutlich auf, können aber auch in ganz geringem Umfang schon sehr beeinträchtigen. Das Kind hat selbst keinen Vergleich, kann aber beispielsweise in einem lärmigen Gruppenzimmer Sprache nicht sicher deuten oder auf Entfernung Tafelbilder weniger gut wahrnehmen. Das auszugleichen ist mega anstrengend und könnte eine Ursache sein, warum deine Tochter in vertrauten Situationen und mit wenig Personen (Bäcker, Eisladen, daheim) ganz anders reagiert als in der Schule oder auf dem Spielplatz.
Das sind aber jetzt nur meine Gedanken, leg's wenn, wenn es nicht paßt.
Alles Gute euch!

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Hey
danke für eure Antworten

Mutismus schließe ich von meinem reinen Gefühl aus.
Wir können in Situation xy sein und sie redet 1 Stunde nicht und wenn sie endlich warm geworden ist dann fängt sie an ganz normal zu spielen und auch zu reden. Sie ist einfach wirklich sehr schüchtern und braucht einfach immer Zeit zum warm werden.
Ich selbst war als Kind auch mega schüchtern und manchmal fällt es mir heute auch noch schwer wenn es um wirklich wichtige Dinge geht -Sachen zu regeln.
Meine mündliche Mitarbeit war auch echt schlecht.. ich versuche sie aber natürlich immer zu bestärken und wir spielen viele tolle Rollenspiele, Bücher, etc um sie auf Situationen vorzubereiten, vorallem Schule, weil sie davor Angst hatte.

Im Kindergarten hat sie von Anfang bis Ende immer normal mit allen gesprochen und agiert, da wäre mutismus ja aufgefallen.
Grundsätzlich egal wer kommt oder wo wir sind braucht sie immer eine gewisse Zeit, muss die Situation beobachten, einschätzen und kann erst dann auftauen.

Natürlich war sie schon wo anders als bei uns.
Kindergarten ja sowieso!

Danke für die Idee mit den Ohren und Augen.

sie trägt eine Brille und da sind wir in regelmäßigen Abständen dran das zu kontrollieren,
Sie geht zur Logopädie (Aussprache Schwierigkeiten von bestimmte. Lauten) auch dort wäre mutismus vielleicht angesprochen worden von der Seite aus- im Gegenteil, sie redet normal und macht mit. Sie kennt ja die immer wieder gleiche Situation.
Ohren werden für die Logo ja auch gründlich untersucht - alles okay!

Ich denke es ist wirklich Schüchternheit wie es bei mir war.

Aber ich weiß nicht wie ich ihr helfen kann.

Sie redet mit den Lehrern und auch mit den Mitschülern, aber halt nicht jedesmal..

Körperlich ist sie sehr fit! Sie ist im kiga noch nie aufgefallen das sie schwach, müde oder träge ist. Im Gegenteil, sie hat sehr viel Energie. Wenn es nach ihr ginge, würde der Tag 40 Stunden haben- viel Action und Natur und immer gute Laune.. so sieht ihr Alltag ohne die Schule aus, oder ohne das sie in neue Situationen gesteckt wird.

Auch kann sie mit anderen Kindern besser spielen als mit anderen und taut bei den einen viel mehr auf als bei den anderen..

vielleicht erschöpft der Unterricht sie noch, nen kleinen Infekt hat sie dazu auch noch.
Das war ja diese Woche mit der Müdigkeit auch das erste mal in der Schule

Psychologe könnte man mal anrufen, besser als nichts in 1/2 Jahr zu haben.

Ich brauche aber jetzt für aktuell einfach nur Tipps wie ich sie stärken könnte…

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Selektiver Mutismus tritt oft erst mit Schuleintritt auf. Das kann im Kindergarten keiner gemerkt haben wenn es da noch nicht war.
Ich meine nicht das selektiver Mutismus erst nach Einschulung auffällt, sondern es beginnt oft erst dann. Bis dahin waren die Kinder völlig gesund und unauffällig. Auch die Logopäden müssen das nicht gemerkt haben. Entweder war es da noch gar nicht so oder sie hat dort gesprochen weil es eine Vertrauensperson für sie war.

Ich will nur nicht das du aufgrund falscher Annahmen etwas vorschnell ausschließt.

Geht zum Kinderarzt.
Auch das Einschlafen zeigt das irgendwas nicht richtig läuft.

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Warum wollt ihr nicht "zum Psychologen rennen?"
Tatsächlich würde ich dort einen Termin machen. Denn bis man einen Termin hat, vergeht locker ein halbes bis ganzes Jahr - also lieber haben statt brauchen. Wenn es bis dahin nicht mehr nötig ist, freut sich jemand anderes über eure Absage. Falls es dann nötig sein sollte, seid ihr froh, den Termin gemacht zu haben.

Vieles kann man als normal bezeichnen. Kindern Zeit zu geben ist immer eine gute Idee.
Aber wenn die Schule sich von sich aus meldet, dann ist ein extrem auffälliges Verhalten da. Und darum sollte man sich kümmern. Kinderarzt und ja, Psychologe.

Was mir auffällt: sie schläft tatsächlich ein? Krass, da würde ich die Zeit für den Nachtschlaf deutlich verlängern!
Nur, weil ein Kind früh aufwacht, ist es nicht automatisch ausgeschlafen. Meine jüngere Tochter wird z.b. von ihrer Blase geweckt... Wenn sie mitten in der Nacht auf Toilette geht, schläft sie morgens richtig lange. Ist sie aber ab 6.00 wach, bleibt sie wach... Es ist nicht einfach, für genug Schlaf bei diesem Kind zu sorgen, aber es geht.

LG

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Hey,

ich will dir keine Angst machen. Aber ich finde, einiges davon klingt gar nicht gut. Im Sinne von: "nicht gesund". Und ich würde damit zum Kinderarzt gehen und das dort mal schildern. Dass sie zb einfach einschläft... Oder nicht spielt. Es klingt, als wäre sie körperlich nicht fit genug, als fehle ihr die Kraft? Sie macht, was sie kann, aber sie ermüdet schneller?

Wenn körperlich alles in Ordnung ist, dann schickt euch der Kinderarzt bestimmt weiter zur Abklärung evtl zum Psychologen und da würde ich mit ihr dann auch hin. Normal klingt das nicht, sondern schon so, als ob sie unbedingt Hilfe braucht.

Viele Grüße

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Ich würde erstmal einen Checkup beim Hausarzt machen und auf ein großes Blutbild bestehen.


Wenn das Ergebnis entsprechend vorliegt würde ich Rat bei einem KinderPsycotherapeut suchen.

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Manche sind eben sehr schüchtern.

Wenn es echt so extrem ist, wäre ein Gang zum Kinderpsychologen nicht verkehrt 🤷‍♀️

Geht sie auch alleine zu anderen Freundinnen? Läuft es dann besser?

Dass sie im Unterricht einschläft, finde ich schon bedenklich. Scheinbar strengt es sie wirklich sehr an! Da braucht sie wohl noch mehr Schlaf.

Ansonsten wäre ein persönliches Gespräch mit der Lehrerin wohl sinnvoll.