Montessorigrundschule Erfahrungen

Wir stehen vor der Frage, ob unser Kind eine Montessorigrundschule oder die Grundschule hier im Dorf besuchen wird.

Beide Schulen sind etwa gleich weit entfernt (2km) und durch öffentlichen Nahverkehr nicht zu erreichen und an befahrenen 2-spurigen Straßen, sodass vermutlich bei beiden Schulen ein Elternteil mitlaufen muss (finde ich gar nicht gut).

Das Schulgeld bei der Montessorigrundschule sind 250€ bei Betreuung von 8-16 Uhr inkl. Essen. Die OGS-Gebühr der Stadt liegt bei 300€ plus 75€ Essen. Die OGS wird beliefert, die Montessori von eigener Köchin frisch bekocht.

Die Montessori hat insgesamt 80 Kinder auf 4 Klassen, die GS ist völlig überlaufen mit 20 Klassen (also fünfzügig) mit jeweils 29-34 Schülern pro Klasse.

Ich bin selbst Lehrerin am Gymnasium und habe mit den SuS der Dorf-GS leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht, wobei über die Jahre der Anteil der SuS welche aus sozial schwierigen Verhältnissen stammen und massive Probleme haben gesunken ist.
Mit Montessori habe ich absolut gar keine Erfahrungen und kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass das Konzept funktioniert. Einen Tag der offenen Tür etc. wird leider nicht von der Schule angeboten. Man meldet sich an und evtl. bekommt man einen Platz oder auch nicht. Fragen werden vorher nicht beantwortet. Ich habe aber gehört, dass auf die Schule vor allem viele Kinder gehen, welche eine Behinderung haben oder massive Lernschwierigkeiten an der normalen GS hatten, sodass die Eltern sich nach einer Alternative umschauten. Unser Kind ist aber topfit und ich habe keinerlei Bedenken, dass es an der normalen GS rein von der Entwicklung/dem Lernvermögen her nicht klappen wird.

Da wir wie gesagt keine Möglichkeit haben, die Schule vorher kennen zu lernen, würde ich mich über Erfahrungen mit der Pädagogik freuen und ob ihr zufrieden seid.


Ich habe keinerlei Tendenz.

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Hallo,
Meine Kinder sind auf einer Montessori-GS. Wir sind sehr begeistert und froh diese Möglichkeit zu haben. Wenn du fragen hast, kannst du sie mir gerne stellen.
Ich finde es allerdings seltsam, dass man eure Schule weder angucken kann noch fragen stellen „darf“.
Das würde mich irgendwie stutzig machen.
Viele Grüße

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Ich verstehe es auch nicht so ganz. Die offizielle Begründung ist, dass sie eben nur 4 Klassen haben und sich meistens ier so 45-60 Kinder pro Jahr auf die 20 neuen Plätzen bewerben. Würde man die alle bzw. die Eltern hospitieren lassen, wäre das nicht im Interesse der Kinder. Kann ich absolut nachvollziehen (und finde ich in der Theorie auch gut) aber einen Tag der offenen Tür wo man mal Lehrer und den Klassenraum und den gebastelten Stempeligel aus dem Kunstunterricht sieht hätte ich nicht schlecht gefunden.

Also meine Fragen explizit wären:
Wie wird sichergestellt, daß die Kinder am Ende in den Hauptfächern das können, was in den Lehrplänen steht?
Wie wird gelerntes neu beigebracht, wenn alle SuS auf unterschiedlichen Stellen steht?
Bringt der Lehrer dann 20x an 20 verschiedenen Tagen das "B" bei?
Wie stellt ein Kind selbst fest, ob es in etwas besonders begabt ist, etwas besonders gut kann? Meine SuS freuen sich immer sehr über gute Noten und Klassenarbeiten sind ein enormer Ansporn überhaupt zu lernen.
Wie ist die Mitarbeit der Eltern gefordert?
Wir haben "Familienklassen" also Klasse mit Kids von Klasse 1 bis 4. Funktioniert das gut, können da insbesondere die Klassen 3 und 4 gut lernen, wenn die Klasse jedes Schuljahr quasi neu gemischt wird? Wird dort dann auch flexibel mit "überspringen" oder "wiederholen" gehandhabt, da die Schüler ja eh in einer Klasse sind?
Ist immer ein Lehrer in einer Klasse oder mehrere?

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Ich versuche mal auf einige Fragen einzugehen:
- bei uns an der Schule (keine Privatschule) wird nach Lehrplan unterrichtet. Also wie an jeder anderen Schule auch. Es gibt allerdings kaum Frontalunterricht. Die Schüler arbeiten im eigenen Tempo. Mir hat mal ein Lehrer bei der Hospitation gesagt, dass das natürlich für die Lehrkräfte schon mehr Aufwand ist alle Schüler im Blick zu haben, gleichzeitig arbeiten die Schüler durch das Konzept sehr viel eigenständiger
Zumal die älteren Schüler den jüngeren in der Klasse helfen können zb.
Außerdem gibt es ja ganz normal auch Tests und Lernzielkontrollen. Der Lehrer hat die Schüler im Blick und weiß wer gerade wo dran arbeitet.
- es wird viel in Gruppen gearbeitet. Es wird viel gemeinsam erarbeitet und in Projekten. Außerdem gibt es bei uns in der Klasse noch eine spezielle Kraft, die sich mit den 1. klässlern beschäftigt, also die Basics bearbeitet. Es wird also in kleingruppen das „B“ gelernt, sind dann ja meist so 4-7 neue Kinder pro Schuljahr. Die älteren arbeiten in Gruppen an anderen Sachen. Der Lehrer geht halt herum und gibt Hilfestellung oder die Kinder können zu ihm nach vorne kommen. Wie gesagt es wird seeeehr selbstständig gearbeitet. Und bei uns gibt es ganz normal ab Stufe 3 Noten und Zeugnisse.
-ich empfinde die jahrgangübergreifenden Klassen als absolute Bereicherung. Die kleinen profitieren von den großen, die großen von den kleinen. Wie gesagt eine Unterrichtsstunde ist bei uns sehr frei gestaltet. Es ist quasi Gruppenarbeit mit Episoden einzelarbeit im Heft. Dabei wird mega viel wert auf ein harmonisches Miteinander und einer ruhigen und respektvollen Lernumgebung gelegt.
-meine Kinder haben die 2 wiederholt. Das hätten wir nicht gemacht, hätten sie die Klasse wechseln müssen. So konnten sie einfach in der Klasse bleiben und haben gar nicht gemerkt dass „wiederholt“ wird. Wir haben es gemacht weil durch das Homeschooling sehr viel verpasst wurde und sie so entspannter lernen konnten und mehr Zeit hatten.
- wir haben einen festen Lehrer und eine Sozialpädagogin in der Klasse

So und das alles nützt dir gar nichts, wenn es an eurer Schule anders gemacht wird.
Montessori ist doch nur das Lernkonzept. Wie es jede Schule umsetzt ist ja völlig verschieden. Bei uns klappt es trotz „Brennpunktschule“ sehr gut, die guten Schüler profitieren davon, dass sie adäquat gefördert werden können auf hohem Niveau. Die schlechten Schüler ebenso. Jedes Kind wird einzeln betrachtet und individuell gefördert.
Meiner Meinung nach sollte es überall so sein.

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Hallo,
meine Kinder sind zwar schon fast mit der Schule am Ende, aber ich versuche es mal…
Meine Jungs besuchen aktuell eine IGS in der 9. bzw. 10. Klasse. Man kann in diese Einrichtung bereits ab der 7. Lebenswoche gehen und verlässt sie dann mit dem bestandenen Abitur. Alles natürlich nach Montessori.
Meine Meinung dazu ist dies (das bezieht sich allerdings auf UNSERE Schule):
1.: Der Wechsel von Montessori zu normal fällt vielen Kindern schwer. Man sollte sich das echt gut überlegen. Die andere Richtung ist problemlos möglich.
2.: Der Unterricht ist sehr viel freier. Es werden viel mehr Möglichkeiten geboten. Man hat mehr Optionen sich frei zu entfalten und etwas zu lernen. Damit meine ich keine optionalen AGs, sondern Fächer, die bereits im Unterricht implementiert sind, z.B. Projekt oder Werkstatt.
3.: Montessori kostet Geld. Damit meine ich noch nicht mal das Schulgeld, welches sich unter Umständen den Einkommen nach unten anpassen kann. In der Schule geht man davon aus, dass die Eltern bereit sind, für die Bildung ihrer Kinder zu zahlen…und zwar gern zu zahlen. Das bedeutet hier kommen permanent teure Tagesausflüge, jährliche Klassenfahren ins In- und Ausland (prinzipiell immer am obersten Limit, das der Gesetzgeber gesteckt hat), mehrere Bücher (zusätzlich zu den normalen Schulbüchern und Arbeitsheften), IT-Technik,…
4.: Der Schlüssel zwischen Lehrern und Schülern ist bei uns super, aber das regelt eigentlich der Vertrag. Hier also genau lesen!
5.: Das in der Schule verhältnismäßig viele Behinderte und verhaltensauffällige Kinder sind, kann ich nur bestätigen. Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass hier das notwendige Personal und das Umfeld vorhanden ist, um diese zu kontrollieren.

250€ sind Schulgeld bei euch. Wie hoch ist denn das Betreuungsgeld und das Essensgeld?

Ich persönlich finde die Pädagogik toll, aber man sollte das dann auch durchziehen. Die Kosten steigen in der weiterführenden Schule enorm. Ein Wechsel ist für ein Kind, welches das System der staatlichen Schule nie kennengelernt hat, echt schwer.

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Bei uns gibt es übrigens jedes Jahr einen Tag der Offenen Tür. Außerdem kann man jederzeit einen Termin beim Schulleiter vereinbaren zum Kennenlernen. Das Kind kann auch immer hospitieren. Das ist üblich.
Warum gehst du denn dann nicht mal in eine andere Schule?

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Danke für deine Erfahrungen. Wieso ist der Wechsel deiner Erfahrung nach her schwerer? Wegen Wissenslücken oder fehlenden Lerntechniken?
In den 250€ ist alles drin, da kommt nichts on Top. Da wir auf jeden Fall eine OGS brauchen die Stadt extrem hohe Gebühren hat (zahlen derzeit auch schon 1000€/Monat für den Kitaplatz :/) wäre Montessori so gesehen sogar günstiger. Am Ende soll es aber auch nicht am Geld scheitern wenn er dafür eine tolle Schulzeit hat.
Eine weiterführende MonressoriSchule gibt es bei uns nicht, er würde dann hier entweder auf die Gesamtschule oder das Gymnasium hier gehen. Ein Wechsel wäre also auf jeden Fall nötig.

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Es kommt sehr drauf an, was deine Tochter für ein Typ ist. In Montessori-Schulen gibt es viel freies Lernen, viel weniger Strukturen, viel Selbstorganisation, wenig Frontalunterricht. Ich hätte das als Kind GEHASST ;-) Ich mochte die festen Strukturen, dass ein Lehrer vorne steht und unterrichtet, dass er sagt, was gemacht wird als nächstes. Die verschiedenen Schulformen müssen auch zum Kind passen.

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Ich hatte in der GS als Kind in den 80ern immer einen Montetag (staatliche GS) die Woche. Es war mein absoluter Lieblingstag und ich wäre in einer Monteschule vermutlich sehr, sehr gut zurechtgekommen. Schon Typsache, ja.

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Hey!

Wer ist denn Träger der Schule? Die Stadt oder ist es eine Ersatzschule?

Wenn es eine staatlich anerkannte oder eine Schule in städtischer Trägerschaft ist, würde ich die Montessorischule nehmen. Kennst du vielleicht die Eltern der aktuellen Schüler?
Ich hatte schon öfter Schüler in meiner Klasse sitzen, die in einer Montessorischule waren und hatte insgesamt einen guten Eindruck; insbesondere konnten die Kinder sehr strukturiert und selbständig arbeiten.

Versuch mal, an Elternerfahrungen ranzukommen. Oft sind Google-Rezensionen hilfreich.

Mit Waldorf hatte ich schlechtere Erfahrungen gemacht.

Liebe Grüße
Schoko

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Achso, ich bin an einer Gesamtschule; meine Schüler profitierten vom Wechsel, weil wir auch freie Arbeitsphasen anbieten.

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Hallo,

unsere Kinder haben alle eine Montessori-Grundschule besucht. Inzwischen sind sie alle in der weiterführenden Schule (Gymnasium) ohne Montessori-Konzept.

Rückblickend hat das alles gut funktioniert, wir haben die Schule allerdings nicht bewusst gewählt, sie liegt hier einfach (sozialräumlich) nahe. Grundsätzlich waren wir zufrieden, der "Erfolg" steht und fällt nach unserer immerhin zehnjährigen Erfahrung mit dem Klassenleitungs-Team (wie an so ziemlich jeder anderen Schule auch).

Die Größe der Schule sowie damit verbunden auch der Klassen spricht bei Euch auf jeden Fall dafür im Gegensatz zu der riesigen Regel-Grundschule. Du schreibst, dass Euer Kind "topfit" ist, dann wird es auch mit der Montessori-Konzeption meines Erachtens gut zurecht kommen. Ich finde, die wirklich "guten" Kinder sind dort ebenso aufgehoben wie die mit besonderem Förderbedarf. Die Kinder mit eher "durchschnittlichen" Fähigkeiten "drohen" manchmal etwas "unterzugehen" wie mir scheint.

Bei uns wurde mit Wochenplänen gearbeitet, sowohl im Unterricht als auch als Hausaufgabe. Neue Themen wurden jeweils für kleine Lerngruppen eingeführt und erklärt (z.B. das neue Mathe-Thema für alle Viertklässler in dieser Klasse). Dann haben die SuS innerhalb der Freiarbeit (Mathe, Deutsch, Lesen) daran gearbeitet und einerseits selbst geschaut, was gut klappt und wo sie noch Unterstützung benötigen. Die Lehrer*innen haben ebenfalls kontrolliert und entweder geht es dann inhaltlich weiter oder es wird nochmal geübt. Die Nebenfächer werden teilweise übergreifend unterrichtet und teilweise auch nur für die SuS eines Jahrgangs. In der 3. und 4. Klasse werden bei uns z.B. Deutsch (Aufsatz mit sämtlichen Themen und das Zeitungs-Projekt) und Mathe im Klassenverband unterrichtet als Vorbereitung auf die weiterführenden Schulen. Tests (= Klassenarbeiten und Tests in den Nebenfächern) gibt es auch, die werden ebenfalls ab der 3. Klasse benotet. Sachunterricht gibt es auch für die Viertklässler mit gesonderten Themen laut Lehrplan (Radfahrtraining, Sexualkunde, etc.), ebenso Englisch und Sport. Andere Fächer dann für Klasse 1/2 und 3/4 zusammen. Die vier verschiedenen Klassen sind hier jeweils altersgemischt (Klasse 1 bis 4).

Unser Fazit: Montessori kann man wirklich gut "machen". So eine große, überlaufene Grundschule wäre für uns allerdings ein no go. Wenn ich mir allein den ständigen Lärmpegel dort vorstelle, sowohl im Unterricht als auch in den Pausen, dann finde ich das eine Zumutung für anfangs noch so kleine Kinder. Da sind doch Konzentrations-Schwierigkeiten und Frust fast "vorprogrammiert".

Sollte Montessori für Euch nicht in Frage kommen, würde ich mich nach "Plan C" umschauen.

Viele Grüße!

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Hallo!

"die GS ist völlig überlaufen mit 20 Klassen (also fünfzügig) mit jeweils 29-34 Schülern pro Klasse."
DAS würde mich abschrecken, und zwar weniger die Fünfzügigkeit als viel mehr diese riesigen Klassen!
Darf ich fragen, von welchem Bundesland wir sprechen? Die meisten Bundesländer geben doch eine maximale Klassenstärke von 24-30 Kindern (je nach Bundesland, in Hessen sind es 25 Kinder) vor.
Mein Sohn war in der ersten Klasse in einer mit 25 Kindern schon verhältnismäßig großen Klasse, und das hat ihm alles andere als gut getan. Die Klassenlehrerin hat früh kritisiert, dass er sich im Unterricht zu wenig meldet. Nach dem Grund gefragt meinte mein Sohn "Warum soll ich mich melden, die Frau X. nimmt mich ja eh nicht dran!" - kann sie vermutlich auch nicht in jeder Stunde, wenn sie alle Kinder gleichmäßig oft aufrufen will.
Und selbst der Klassenlehrer meiner Tochter (damals 7. Klasse Gymnasium) meinte mal zu mir bei der Klassenstärke ("nur" 28 Schüler) können man nur schwer allen gerecht werden. Und wenn das auf dem Gymnasium schon schwer ist, halte ich es für Grundschulen für nicht machbar. Und somit werden vermutlich einige Kinder durchs Sieb fallen, weil sie nicht auffallen und quasi immer unter dem Radar fliegen.
Ich würde jedenfalls nach der Erfahrung mit unserem Sohn kein Kind in einer derart große Klasse einschulen - unabhängig davon, welche Schulform als Alternative zur Verfügung stünde.

LG

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Ja, ich bin Lehrerin am Gymnasium, habe weitgehend eine sehr angenehme Schülerschaft und würde mich selbst jetzt aus nicht als Vollkatastrophen-Lehrkraft sehen 😅 aber ich komme schon mit 28 8.-Klässlern an meine Grenzen und wirklich individuell kann nur arbeiten, wenn maximal 20 SuS in einer Klasse sind, eher weniger. Aber gleichzeitig merke ich halt auch dass meine SuS mit klaren Angaben und Aufgaben deutlich besser, strukturierter und erfolgreicher arbeiten als wenn ich z.B. Stationenarbeit mache, weil die SuS dann nicht mehr so in die Tiefe gehen. Deswegen kann ich mir das Montessorikonzept irgendwie nicht so gut vorstellen, zumal 6-jährige ja auch was komplett anders als 16-jährige sind.

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28 sind bei uns am Gym kleine Klassen. Wir laufen mit 32, notfalls auch 34. Offizieller Teiler am Gym in Bayern ist 33 (d.h. ab Kind 33 darf man eine zweite Klasse aufmachen), aber dafür brauchst du halt nochmal genauso viele LehrerInnen und weitere Räume. Gibt's nicht, also...

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Hallo!
Zur Montessorifrage kann ich leider nichts beitragen. Damit hatte ich auch (fast) keine Berührungspunkte. Einmal hatte ich einen Nachhilfeschüler, der von einer Montessorigrundschule kam, und der hatte offenkundig große Lücken in Mathe. Aber das ist ein Einzelfall und fast 30 Jahre her.

Was mich aber sehr an der Schule bei euch zweifeln lässt, ist die fehlende Transparenz. Wenn eine Schule ein Konzept jenseits der Mainstreampädagogik verfolgt, halte ich es für unverzichtbar, künftigen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern einen umfassenden Einblick in das Konzept der Schule zu ermöglichen. Ihr kauft doch sonst die Katze im Sack. Wenn ich nicht aus anderen Gründen bereits von der Schule überzeugt wäre, wäre dieser Umstand für mich Anlass, die Finger davon zu lassen.

Habt ihr bei euch auch SuS von der Montessorischule? Wie machen die sich denn? Oder kennst du andere Eltern dort? Die würde ich mal ausquetschen.

Andererseits ist möglicherweise bei euch auch die Frage eines Schulwechsels in die Abwägung einzustellen. Bei uns ist es nämlich relativ einfach, von einer Ersatzschule auf eine öffentliche Schule zu wechseln, weil die Sprengelschule zur Aufnahme verpflichtet ist. Andersherum ist es bedeutend schwieriger.

Echt blöde Situation.

Liebe Grüße!

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Hallo,
Montessoripädagogik spricht die intrinsische motivation beim lernen an.
Extrinsische faktoren entfallen, wodurch es keinen wettbewerb und keine vergleiche zwischen den schülern gibt. Man lebt und erlebt, dass alle menschen gleich sind und mit respekt und wertschätzung behandelt werden.
Wenn du dich für die pädagogik an sich interessierst, gibt es einige videos und ich glaube auch eine doku bei youtube, die ganz gut sind.
Schade ist allerdings wirklich, dass ihr nicht sehen könnt, wie es in der schule umgesetzt wird.
Für uns waren die argumente: keine klassenstruktur, jedes kind wird dort abgenommen, wo es steht, keine hausaufgaben und ein höherer lehrerschlüssel.
Ich kann dir gar nicht sagen, wie glücklich und ausgeglichen unsere tochter aus der schule kommt. Momentan ist es genau so wie ich es mir für sie wünsche. Inspirierend und motivierend.

Viele Grüße
Nadine

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Das ist sehr Typabhängig.
Ich habe zwei Schulkinder, beide würde ich sagen, kognitiv ähnlich gut entwickelt.

K1 ist wissbegierig, selbstständig, ehrgeizig und gut organisiert.
Wochenpläne werden rasch und zügig erledigt. K1 kann selbst Themen erarbeiten und diese zügig abarbeiten.
Nach dem Motto: was du heute kannst besorgen...

K2, wie gesagt, ebenso klug, ist eher der Typ: ich mach, was ich muss.
Wochenpläne werden aufgeschoben, bis es nicht mehr geht.
K2 braucht klare Anweisungen, was genau wann gemacht werden muss. Dann funktioniert das gut.

Also, während mein 1.Kind vermutlich von den freien Strukturen der Montessori-Pädagogik profitieren würde, wäee mein 2.Kind damit wahrscheinlich überfordert.

Aber ganz davon abgesehen, würde ich meine Kinder sowieso in keine Schule schicken, in die ich im Vorfeld so gar keinen Einblick habe.

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"Aber ganz davon abgesehen, würde ich meine Kinder sowieso in keine Schule schicken, in die ich im Vorfeld so gar keinen Einblick habe."

Bei den Grundschulen gibt es bei uns eine Sprengelpflicht, Gastschulanträge werden nur in wirklich begründeten Fällen genehmigt. Du müsstest Dein Kind hier zuhause lassen oder auf eine Privatschule schicken (für 240€ im Monat zzgl. 165€ jährlich für Schulmaterial wie Kopien und Arbeitshefte...).

LG

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Auch bei uns gibt es eine Sprengelpflicht.
Aber ich kann mir die Schule im Vorfeld trotzdem anschauen. Das Kind ebenso.

Gerade bei einer Montessori-Schule müsste das, meiner Meinung nach, unbedingt auch der Fall sein. Da man ja oft, wie die TE, gar nicht weiß, wie hier gearbeitet wird und ob das für das eigene Kind in Frage kommt.

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